Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Ihre Rechte bei Bahnausfall und Zugverspätung

Bahnanzeige mit Zugausfällen
Zugausfall wegen Sturm oder Streik – Rechte für Betroffene ∙ © imago images/Arnulf Hettrich

Zug verspätet oder ausgefallen - Streik, Sturm, Unwetter oder umgestürzte Bäume führen immer wieder zu Chaos bei der Bahn. Fahrgäste können wählen: Geld zurück, Rückfahrt zum Ausgangsort oder spätere Fortsetzung der Fahrt.

  • Bahnausfall oder Verspätung: Geld zurück, Rückfahrt oder Weiterfahrt

  • Bahnreisende können pauschale Entschädigung fordern

  • Bahn muss Verpflegung und notfalls Übernachtung im Hotel anbieten

Corona-Einschränkungen bei Bahnreisen: Hygiene, Sitzplatzreservierung, Bordgastronomie. Alle Informationen zu Bahnreisen in Coronazeiten.

EU treibt Modernisierung der Fahrgastrechte im Bahnverkehr voran

Das Europäische Parlament und der Rat der EU haben sich auf eine Modernisierung der Fahrgastrechte im Bahnverkehr geeinigt:

Die Rechte von Fahrgästen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität werden gestärkt. Weiter sollen Fahrgäste in Zukunft das Recht haben, ihre Fahrräder mit in den Zug zu nehmen.
In Zukunft entfällt für Fahrgäste der Anspruch auf Entschädigung, wenn sog. außergewöhnlichen Umstände (z.B. extremes Wetter, Pandemie) zum Zugausfall oder einer Verspätung führen. Die Fahrgäste behalten in solchen Fällen aber das Recht auf Rückerstattung des Fahrpreises, anderweitige Beförderung und Hilfeleistung.

Die Neuregelung muss noch formell beschlossen werden und tritt vermutlich Anfang 2021 in Kraft.

3 Dinge, die Sie machen sollten

Handeln Sie richtig, wenn Sie von einem Zugausfall oder einer Bahnverspätung betroffen sind.

  • Bestätigung organisieren: Lassen Sie sich im Zug bzw. am Bahnhof die Verspätung oder den Ausfall Ihres Zuges bestätigen.

  • Kontakt aufnehmen: Wenden Sie sich an das Bahnunternehmen, bei dem Sie die Fahrkarte gekauft haben. Bewahren Sie Ihre Fahrkarte und die Bestätigung über Verspätung oder Ausfall Ihres Zuges auf.

  • Auszahlung verlangen: Teilen Sie der Bahn mit, ob Sie die Entschädigung ausgezahlt bekommen wollen. Tun Sie das nicht, kann die Entschädigung auch mit einem Gutschein oder anderen Leistungen abgegolten werden.

Diese Rechte haben Bahnreisende

Sie können bei Zugausfall oder einer Verspätung von mehr als einer Stunde wählen zwischen:

  • Geld zurück: Sie bekommen den Fahrpreis erstattet

  • Rückfahrt zum Ausgangsort bei nächster Gelegenheit oder

  • Weiterfahrt zu einem späteren Zeitpunkt. Die Bahn kann die Streckenführung ändern, die Reisebedingungen müssen aber vergleichbar sein.

Entschädigung, Verpflegung und Hotelübernachtung

Setzen Sie Ihre Fahrt fort, können Sie zusätzlich eine sog. Fahrpreisentschädigung fordern:

  • Verspätung am Zielort von 60 bis 119 Minuten: 25 % des Fahrpreises

  • Verspätung am Zielort ab 120 Minuten: 50 % des Fahrpreises

Die Bahn muss außerdem für Essen, Getränke und (falls nötig) die Unterbringung in einem Hotel und den Transfer dorthin sorgen. Steckt Ihr Zug auf der Strecke fest, muss die Bahn Sie aus dem Zug zum nächsten Bahnhof bringen.

Die Bahn kann diese Ansprüche nicht mit dem Hinweis auf höhere Gewalt ablehnen.

Hilfe bei Streit

Sie müssen Ihre Ansprüche erst beim Bahnunternehmen geltend machen. Die Entschädigung muss innerhalb eines Monats nach Einreichung Ihres Antrags bezahlt werden, wenn der Anspruch berechtigt ist.

Wenn das Bahnunternehmen den Anspruch ablehnt oder nicht innerhalb eines Monats reagiert, können Sie eine Schlichtungsstelle einschalten. Die Schlichtung ist für den Verbraucher kostenlos. Das Recht, Ihre Ansprüche vor Gericht geltend zu machen, bleibt durch die Schlichtung unberührt.

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr
Sie können sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden, wenn das Schiffsunternehmen Mitglied der söp ist.

söp Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr e.V.
Fasanenstraße 81
10623 Berlin

Telefon: +49 (0)30 6449933-0

Fax: +49 (0)30 6449933-10

E-Mail: kontakt@soep-online.de

Website: www.soep-online.de*

Hier finden Sie das Online-Beschwerdeformular* für den Bahnverkehr.

Eisenbahn-Bundesamt
Wenn das Bahnunternehmen auf Ihre Beschwerde nicht reagiert, können Sie zusätzlich eine Beschwerde beim Eisenbahn-Bundesamt* einreichen. Das EBA ist zuständig für die Durchsetzung von Fahrgastrechten und prüft den Sachverhalt. Wenn Ihre Beschwerde berechtigt ist, führt das EBA ein Verfahren durch, um das Bahnunternehmen zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu bewegen.


Eisenbahn-Bundesamt
Heinemannstraße 6
53175 Bonn

Bürgertelefon: +49 (0)228 30795-400

Fax: +49 (0)228 9826-9199

E-Mail: fahrgastrechte@eba.bund.de
Website: www.eba.bund.de*

Ihre Beschwerde können Sie in einem Online-Beschwerdeformular* vorbringen.

*Durch Anklicken der Links werden Sie auf externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Angela Baumgarten
Fach-Autorin
Kontakt
Ellen Stamer
Fach-Autorin
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?