Ihre Rechte bei Bahnausfall

23.10.2019

Zug verspätet oder ausgefallen - Streik, Sturm, Unwetter oder umgestürzte Bäume führen immer wieder zu Chaos bei der Bahn. Fahrgäste können wählen: Geld zurück, Rückfahrt zum Ausgangsort oder spätere Fortsetzung der Fahrt.

Warteschlange in Bahnhofshalle während Streik der Deutschen Bahn
Zugausfall wegen Sturm oder Streik – diese Rechte hat der betroffene Fahrgast. (Foto: imago images/Markus Heine)
  • Fahrgast kann wählen: Geld zurück, Rückfahrt oder Weiterfahrt
  • Pauschale Entschädigung: Reisende eine Fahrpreisentschädigung fordern.
  • Die Bahn muss Verpflegung und notfalls Übernachtung im Hotel anbieten.

Egal ob ein Sturmtief über Deutschland hinwegfegt oder ein Streik für Chaos im Zugverkehr sorgt – ADAC Juristen geben Tipps, welche Ansprüche Sie bei der Bahn geltend machen können.

Tipps für Fahrgäste

  • Bestätigung organisieren: Lassen Sie sich schon im Zug oder am Bahnhof die Verspätung oder den Ausfall des Zuges bestätigen.
  • Kontakt aufnehmen: Wenden Sie sich mit Ihrer Fahrkarte und der Bestätigung über Verspätung oder Ausfall des Zuges an das Bahnunternehmen, bei dem Sie die Fahrkarte gekauft haben.
  • Auszahlung verlangen: Teilen Sie der Bahn mit, ob Sie die Entschädigung in Geld ausgezahlt haben wollen. Tun Sie das nicht, kann die Entschädigung auch mit einem Gutschein oder anderen Leistungen abgegolten werden.

Rechte für Bahnreisende

Zug ausgefallen oder zu spät


Sie können bei Zugausfall oder einer Verspätung von mehr als einer Stunde wählen zwischen: 

  • Geld zurück: Sie bekommen den Fahrpreis erstattet.
  • Rückfahrt zum Ausgangsort bei nächster Gelegenheit oder
  • Weiterfahrt zu einem späteren Zeitpunkt. Die Streckenführung kann die Bahn ändern, die Reisebedingungen müssen aber vergleichbar sein.

Entschädigung, Verpflegung und Hotelübernachtung


Setzen Sie Ihre Fahrt fort, können Sie zusätzlich eine sog. Fahrpreisentschädigung fordern: 

  • Verspätung am Zielort von 60 bis 119 Minuten: 25 % des Fahrpreises
  • Verspätung am Zielort ab 120 Minuten: 50 % des Fahrpreises

Die Bahn muss außerdem für Essen, Getränke, (falls nötig) die Unterbringung in einem Hotel und den Transfer dorthin sorgen. Steckt Ihr Zug auf der Strecke fest, muss die Bahn Sie aus dem Zug zum nächsten Bahnhof bringen.

Die Bahn kann diese Ansprüche nicht mit dem Hinweis auf höhere Gewalt ablehnen. 

Hilfe bei Streit

Sie müssen Ihre Ansprüche wegen Verspätung oder Annullierung zunächst beim Bahnunternehmen geltend machen. Die Entschädigung muss innerhalb eines Monats nach Einreichung Ihres Antrags bezahlt werden, wenn der Anspruch berechtigt ist. 

Wenn das Bahnunternehmen den Anspruch ablehnt oder nicht innerhalb eines Monats reagiert, können Sie eine Schlichtungsstelle einschalten. Das Recht, Ihre Ansprüche vor Gericht geltend zu machen, bleibt durch die Schlichtung unberührt. Die Schlichtung ist für den Verbraucher kostenlos.

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr
Sie können sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden, wenn das Bahnunternehmen Mitglied der söp ist. 

söp Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr e.V. 
Fasanenstraße 81 
10623 Berlin

Telefon: +49 (0)30 6449933-0 (Montag bis Freitag 10 - 16 Uhr)
Fax: +49 (0)30 6449933-10

E-Mail: kontakt@soep-online.de
Website: www.soep-online.de*

Hier finden Sie das Online-Beschwerdeformular* für den Bahnverkehr.

Eisenbahn-Bundesamt
Wenn das Bahnunternehmen auf Ihre Beschwerde nicht reagiert, können Sie zusätzlich eine Beschwerde beim Eisenbahn-Bundesamt* einreichen. Das EBA ist zuständig für die Durchsetzung von Fahrgastrechten und prüft zunächst den Sachverhalt. Wenn Ihre Beschwerde berechtigt ist, führt das EBA ein Verwaltungsverfahren durch, um den Bahnunternehmen zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu bewegen. Damit sollen Ihre Fahrgastrechte (z.B. Zahlung eines Entschädigungs- oder Erstattungsbetrags) gewahrt werden.

Eisenbahn-Bundesamt
Heinemannstraße 6
53175 Bonn 

Bürgertelefon: +49 (0)228 30795-400 (Montag bis Donnerstag 9 - 15 Uhr, Freitag 9 - 12 Uhr) 
Fax: +49 (0)228 9826–9199

E-Mail: fahrgastrechte@eba.bund.de
Website: www.eba.bund.de

Ihre Beschwerde können Sie in einem Online-Beschwerdeformular* vorbringen. 

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Text: Juristische Zentrale