Mercedes EQT: Kann der Elektro-Van Langstrecke?
Von Redaktion
Mercedes hat die T-Klasse elektrifiziert: Der Mercedes EQT soll als elektrischer Hochdachkombi Familien mit einer zumindest auf dem Papier brauchbaren Reichweite beglücken. Kann er das Versprechen halten? ADAC Test, Daten, Preise.
Familienauto mit Elektroantrieb und bis zu sieben Sitzen
Edle Ausstattung und hoher Komfort als Markenzeichen
45-kWh-Batterie für 278 Kilometer Normreichweite
Nachdem die klassischen Vans fast alle aus den Modellprogrammen geflogen sind, bleibt Familien mit hohem Platzbedarf fast nur noch der Griff zum SUV, Kleinbus oder Hochdachkombi. Letztere sind nicht gerade für ihr filigranes und gewitztes Design bekannt. Das gilt auch für den Mercedes EQT. Ein optisches Wagnis, wie Hyundai mit dem Staria, ist Mercedes also nicht eingegangen und bleibt konservativ.
Deswegen sieht der EQT als elektrischer Hochdachkombi wie die Verbrenner-T-Klasse aus. Im Unterboden sitzt aber eine Batterie, die den EQT neben dem eCitan zum ersten elektrischen Hochdachkombi von Daimler macht.
Elektro-"Van" mit Platz und Komfort

Die Mercedes T-Klasse ist als Partnermodell des weitgehend baugleichen Renault Kangoo seit 2022 eine etwas stärkere und edlere Version des Citan Tourer. Daher ist auch sein elektrischer Ableger EQT, den der Hersteller offiziell als "Small Van" bezeichnet, also ein klassisches Familienauto: Mit viel Platz für Gepäck und allerlei Krimskrams. Die Maße sind identisch zur T-Klasse mit einer Länge von 4,5 Metern und einer Höhe von 1,8 Metern.
Zwar ist das Angebot bei elektrischen Hochdachkombis nicht überwältigend, doch etwa Toyota mit dem Proace City Electric Verso, Fiat mit dem e-Dobló und Opel mit dem Combo Electric kamen Mercedes mit ihren baugleichen Modellen in dieser Fahrzeugklasse zuvor. Abheben möchten sich die Schwaben daher mit etwas ambitionierterer Ausstattung. Wer noch höhere Ansprüche hat, kann sich beim Mercedes EQV, dem Space Shuttle von Mercedes, umschauen.
Mercedes EQT: 235 km Test-Reichweite

In Fahrt bringt den EQT und den eCitan, den es für fleißige Handwerker auch als Kastenwagen gibt, ein 90-kW-Motor, den ein Akku mit einer Netto-Kapazität von 45 kWh speist. Im Wagenboden so montiert, dass es weder Einschränkungen bei der Beladung, noch bei der variablen Bestuhlung gibt: Der Kofferraum bietet nominell sogar 30 Liter (insgesamt 551 Liter) mehr als die T-Klasse, nach ADAC Messmethode sind es 530 bis 1990 Liter. Anders als bei den Verbrenner-Modellen entsteht im Falle des EQT bei umgeklappten Rücksitzen aber eine große Stufe, die zu Lasten des Kofferraumvolumens geht.
278 Kilometer gibt die Batterie laut WLTP-Norm her, was verglichen mit anderen EQ-Modellen wie dem EQA und EQB ziemlich mager klingt – und auch ist. In der Realität setzt der Akku nämlich noch engere Grenzen: Spätestens nach bescheidenen 235 Kilometern muss die nächste Ladesäule angefahren werden.
Wer auf der Autobahn oder bei tiefen Temperaturen unterwegs ist, muss nochmals deutlich früher einen Ladestopp einlegen. Damit liegt der EQT zwar mit den Fahrzeugklassen-Konkurrenten auf einer Wellenlänge: Die Reichweiten von Fiat e-Dobló und Combo-e Life sind fast identisch. Für die Langstrecke sind sie aber alle nicht gemacht.
