Kia Sportage 2025 im Test: Kompakt-SUV mit Kurs auf Wolfsburg

• Lesezeit: 9 Min.

Von Jochen Wieler, Lorenzo Walcher

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ADAC Redakteur Lorenzo Walcher steht neben einem Kia Sportage
Durch seine neue Front wirkt der Kia Sportage selbstbewusster. ADAC Redakteur Lorenzo Walcher ist das Facelift-Modell gefahren© Kia/Thorsten Weigl

Der Kia Sportage war schon immer eine gute Alternative zum VW Tiguan. 2025 wurde er überarbeitet. Zu kritisieren gibt es nach wie vor wenig. Was besser geworden und wo noch Luft nach oben ist. Alle Daten, Fakten, Bilder und der Test.

  • Motorenmix: Diesel, Benziner und Vollhybrid

  • Preise: Basisversion kostet rund 35.000 Euro

  • Neue Optik, überarbeitetes Interieur, Infotainment-Upgrade

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Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT als PDF

Können Sie sich noch an das Jahr 1994 erinnern? Bundeskanzler war Helmut Kohl, wir bezahlten noch mit D-Mark und der FC Bayern wurde wieder mal Deutscher Meister. Und: Kia hat die erste Generation des Sportage auf den Markt gebracht.

Das staksige, kleine SUV hat man drei Jahrzehnte später zwar (zu Recht) längst wieder vergessen. Doch seine Nachfolger wurden immer besser, größer, ausgereifter. Und was uns Kia mit der fünften, in Europa entwickelten und in der Slowakei gebauten Generation zum Marktstart 2022 kredenzt hat: Alle Achtung!

2025 haben die Koreaner das erste Facelift der fünften Generation und damit Neuheiten in Sachen Optik, Konnektivität und Antrieb gebracht.

Kia Sportage 2025: Facelift für frischen Look

Die Frontpartie des weltweit meistverkauften Kia wurde neu gestaltet und sorgt für einen selbstbewussten Auftritt. Besonders ins Auge fällt das neue LED-Tagfahrlicht: Die bisher bumerangförmige Signatur weicht der neuen schnittigen Lichtmaske "Star Map". Damit nähert sich der Sportage optisch den elektrischen Kia-Modellen EV4, EV5 und EV9 an.

Veränderte Seitenzierleisten, neue LED-Rückleuchten und eine markantere Heckstoßstange runden den frischen Look ab. Ergänzt wird das Design durch neue Felgen und den neuen Farbton Magmarot Metallic.

In Sachen Außenmaße bleibt das Kompakt-SUV nahezu unverändert: Der Sportage wächst um knapp drei Zentimeter und misst nun 4,54 Meter in der Länge und nach wie vor 1,86 Meter in der Breite, ist also noch kompakt genug, um bei der Parkplatzsuche nicht für Verzweiflung zu sorgen.

Der Kia Sportage lässt sich gut bedienen

Innen zeigt sich, wie gut die Koreaner die Bedürfnisse der Kunden verstanden haben. Auch Kritikpunkte haben sie sich offenbar zu Herzen genommen – das Facelift-Modell hat etwa keinen Klavierlack mehr an der Mittelkonsole und ist daher weniger anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer.

Insgesamt wirkt das leicht überarbeitete Cockpit hochwertig, man fühlt sich sofort wohl. An der grundsätzlich hohen Materialqualität gibt es nichts auszusetzen. Ab der Version Vision gibt es ein durchgehendes Panoramadisplay, zusammengesetzt aus zwei 12,3 Zoll großen Bildschirmen.

Dass die rein digitalen Anzeigen in einer stehenden und schmal bauenden Einheit untergebracht sind, ist keine neue Idee und gerade schwer in Mode. Man kennt das schicke "Tablet im Großformat" mit optisch verbundenen Bildschirmen in ähnlicher Form bereits von vielen anderen Modellen, etwa der Mercedes A-Klasse, dem VW Golf, dem Opel Mokka oder dem Astra.

Doch so große und deutlich dargestellte Anzeigen wie im Kia sieht man heutzutage nicht so häufig – da kann die Lesebrille zu Hause bleiben.

Auch die Bedienung erschließt sich recht schnell: Ein praktischer Drehknopf für das Automatikgetriebe, noch ein paar feste Tasten auf der Mittelkonsole und eine Bedienleiste mit Direktwahltasten für Navi, Radio etc. sowie zwei festen Drehknöpfen – das dürfte die wenigsten Kunden überfordern.

Auch im Facelift-Modell noch gewöhnungsbedürftig: Die Bedienleiste ist wandlungsfähig. Per Knopfdruck wird sie zur Kontrolleinheit für Heizung und Klimaanlage und aus dem Lauter-Leiser-Knopf der Drehregler für die Temperatur. Genial gelöst, auch wenn man sich anfangs einfinden muss und sich im Test zeigt, dass hier zumindest am Anfang Potenzial zur Ablenkung steckt.

Taschenhaken und in den Kopfstützen integrierte Kleiderbügel erhöhen den Nutzwert, genau wie die Möglichkeit, das Smartphone induktiv zu laden und jetzt auch drahtlos über Apple CarPlay und Android Auto geschmeidig mit dem Fahrzeug zu verbinden. Verbesserungswürdig: Die Taste für die elektrische Handbremse ist links vom Lenkrad platziert und dort im Notfall vom Beifahrer nicht zu erreichen.

Innenraum: Viel Platz im Kia Sportage SUV

Was das Platzangebot angeht, gibt es nichts auszusetzen. Nicht nur vorn, wo knapp 1,95 Meter große Personen reinpassen, auch hinten sitzt man geräumig. Für zwei Leute nebeneinander ist die Innenbreite völlig ausreichend, für drei Erwachsene wird es allerdings ein bisschen knapp. Bein- und Kopffreiheit fallen dagegen wieder so großzügig aus, wie man es von einem 4,54 Meter langen SUV erwarten kann.

Das gilt auch für den Kofferraum, der im Vergleich zum Vorfacelift nahezu unverändert bleibt und bei der Basisversion laut Hersteller 587 Liter fasst. Nach ADAC Messmethode bleiben davon in der Praxis 430 Liter übrig. Die Benziner mit 48-Volt-Technik können wegen der Batterie im Unterboden etwas weniger mitnehmen (Werksangabe: 562 Liter) und der 48-Volt-Diesel mit 526 Litern Fassungsvermögen am wenigsten.

Umklappen lassen sich die Rücksitze im Verhältnis 40 zu 20 zu 40, deren Lehnen können in der Neigung verstellt werden. Eine verschiebbare Rückbank wie der VW Tiguan hat der Sportage aber nicht.

Weniger schön ist, dass die Radkästen im Kofferraum unverändert geblieben sind. Die schränken die Nutzbarkeit etwas ein und bestehen noch dazu aus billigem, nicht kratzfestem Plastik. Das passt nicht zum ansonsten hochwertigen Auftritt des Sportage.

Unpraktisch ist die SUV-typisch hohe Ladekante: Gepäck muss weit angehoben werden. Immerhin stört innen keine Stufe, die Ladekante liegt auf einer Höhe mit dem Ladeboden – das erleichtert insbesondere das Ausladen.

Digital-Upgrade: Head-up-Display und KI

Erstmalig im Sportage: Ein 10 Zoll großes Head-up-Display, das gut aufgelöst die wichtigsten Fahrzeuginformationen widerspiegelt. Dazu kommt ein KI-Assistent, der die klassische Sprachsteuerung erweitert und bei Navigation, Informationssuche oder Reiseplanung unterstützt.

Auch neu ist ein digitaler Autoschlüssel (Digital Key 2.0). Mit ihm lässt sich der Sportage per Smartphone oder Smartwatch öffnen. Der "Schlüssel" kann von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden – Nutzungsdauer und freigeschaltete Funktionen können vom Besitzer oder der Besitzerin individuell festgelegt werden.

Und mit Kia In-Car-Payment und der App Parkopedia lassen sich jetzt Parkgebühren direkt über das Fahrzeug bezahlen. In Sachen Konnektivität hat das Facelift-Modell also zugelegt.

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Kia Sportage im ADAC Test

Frontansicht eines fahrenden Kia Sportage
Im ADAC Autotest macht das SUV einen soliden Eindruck. Am Verbrauch darf die Entwicklungsabteilung aber noch feilen© Kia

Der Kia Sportage 1.6 T‑GDI präsentiert sich dem Kollegium im ADAC Technik Zentrum solide verarbeitet: akkurate gearbeitete Karosserie, satt schließende Türen und wertige Oberflächen, auch wenn viel harter Kunststoff im Kofferraum und die nur per Stab gehaltene Motorhaube den Eindruck etwas mindern.

Im Alltag überzeugt der Kia mit einem großzügigen Platzangebot, einer elektrischen Heckklappe und hoher Zuladung, während die schwache Kofferraumbeleuchtung und ein nicht vorhandener Fehlbetankungsschutz nachteilig zu sehen sind.

Beim ADAC Ecotest zeigt sich der getestete T-GDI mit 150 PS nicht besonders effizient: 7,7 l/100 km und 205 g CO₂/km (Well-to-Wheel) bringen dem Koreaner nur drei von fünf Sternen. Schadstoffe sind dank Partikelfilter kein Problem, doch die im Testwagen verbaute Automatik treibt den Verbrauch zusätzlich nach oben. Wer Wert auf Effizienz legt, sollte den Handschalter oder die Hybrid-Version wählen.

Motoren: Im Segel-Modus Sprit sparen

Bei den Antrieben hat der Kunde die Wahl zwischen einem Diesel-Mildhybrid (136 PS), einem Benziner in zwei Leistungsstufen (150 oder 180 PS) und einem Hybrid (239 PS), Front- und Allradantrieb. Der vom Vorfacelift-Sportage bekannte Plug-in-Hybrid soll demnächst folgen, erstmalig nicht nur als Allrad, sondern dann auch als Fronttriebler.

Übrigens: Das Facelift-Modell kann etwas mehr ziehen als sein Vorgänger. Je nach Motorisierung beträgt die maximale Anhängelast zwischen 1510 Kilogramm beim Hybrid mit Frontantrieb und 1950 Kilogramm beim Diesel mit Schaltgetriebe – jeweils gebremst.

So fährt sich der Kia Sportage

ADAC Redakteur Lorenzo Walcher am Steuer eines Kia Sportage
ADAC Redakteur Lorenzo Walcher unterwegs im neuen Kia Sportage© Kia/Thorsten Weigl

Bereits mit dem 150 PS starken Benziner zeigt sich der überarbeitete Kia Sportage im Alltag ausreichend motorisiert. Der Vierzylinder agiert angenehm ruhig und zurückhaltend, wird aber unter Last spürbar lauter. Überraschend: Die stärkere Variante mit 180 PS wirkt im direkten Vergleich nur geringfügig dynamischer.

Beide Motorvarianten rollen verhältnismäßig zügig an. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet zwar an sich sehr geschmeidig, das Anfahren klappt ruck- und verzögerungsfrei, nur der erste Gang wird grundsätzlich zu weit ausgedreht, egal wie vorsichtig man anfährt; ansonsten ist die Automatik auf niedrige Drehzahlen bedacht.

Bei Zwischensprints auf der Autobahn zeigt sich jedoch, dass die 150-PS-Version keine sportlichen Ambitionen hegt – hier fehlt es spürbar an Durchzugskraft. Für die meisten Situationen im Alltag dürfte die Leistung dennoch ausreichen. Den Sprint auf 100 km/h erledigt er in 9,4 Sekunden, bei 193 km/h ist Schluss.

Die Redaktion ist beide Varianten mit unterschiedlichen Fahrwerken gefahren: den 150-PS-Benziner mit dem Serienfahrwerk und die 180-PS-Version mit elektronischer Dämpferkontrolle. Beide hinterlassen einen positiven Eindruck und wirken harmonisch abgestimmt – ausreichend straff, ohne an Komfort einzubüßen. Größere Unebenheiten werden spürbar, aber nicht störend verarbeitet.

Auch die Lenkung fügt sich stimmig ins Gesamtbild: Sie bietet solides, wenn auch nicht berauschendes Feedback. In Sachen Fahrdynamik scheint Kia die goldene Mitte anzustreben, so auch im Facelift-Modell des Kia Sportage. Wer hauptsächlich mit urbanem und gemäßigtem Tempo unterwegs ist, und einen grundsoliden Alltagsbegleiter sucht, sollte mit der 150-PS-Maschine und dem Serienfahrwerk gut auskommen.

Im ADAC Ausweichtest schlägt sich das SUV wacker, es umkurvt die Pylonen mit effektivem ESP-Einsatz, das Heck drängt beim Lastwechsel nur mäßig nach außen und wird im Grenzbereich geschickt eingebremst. Es ergibt sich ein leichtes Untersteuern, was Geschwindigkeit aus dem Manöver nimmt – allerdings nur so viel wie nötig.

Preis: Keine Version unter 35.000 Euro

Dass der Sportage mit Assistenzsystemen aller Art ausgerüstet ist – vom aktiven Spurhalteassistenten bis hin zur Verkehrszeichenerkennung –, ist für ein aktuelles Modell selbstverständlich. Nicht aber, dass er auch beim Rückwärtsfahren vor Querverkehr warnt oder beim Blinken ein Kamerabild einblendet, um den toten Winkel des Außenspiegels auszugleichen.

Und wer will, kann den Sportage auch von außen per Fernbedienung in eine enge Parklücke hineinbugsieren oder aus einer solchen herausgleiten lassen – in dieser Fahrzeugklasse gehören solche Extras bislang noch nicht zum Standard.

Doch all die Technik hat ihren Preis. Der gefahrene 150-PS-Benziner beginnt in der Basisversion namens Vision bei 35.190 Euro und ist damit zwar etwas teurer als das Vorfacelift-Modell, aber immer noch im Rahmen. Wer die 180-PS-Variante mit Allradantrieb fahren möchte, muss allerdings mindestens 40.090 Euro investieren.

Für die Ausstattungslinie GT-Line mit 136-PS-Diesel und Doppelkupplungsgetriebe (DCT) werden 47.090 Euro fällig – und selbst dann sind einige Komfort- und Sicherheitsfeatures wie das DriveWise-Paket mit Rundumsicht-Kamera, Remote-Parkassistent und Head-up-Display nur gegen Aufpreis erhältlich. Ohne Extras und Pakete endet die Preisliste mit einem 239-PS-Hybrid als GT-Line für 51.190 Euro. Preise zum Plug-in-Hybrid gibt es aktuell noch nicht.

Die preisliche Bandbreite ist beim Kia Sportage also enorm. Und zumindest in diesem Punkt sehnt man sich ins Jahr 1994 zurück: Die erste Generation des Sportage war ab umgerechnet 16.500 Euro zu haben.

Das hat uns gefallen: hochwertige Materialien, viel Platz, einfache Bedienbarkeit, guter Federungskomfort, ansprechende Fahrleistungen, sieben Jahre Garantie

Das hat uns nicht gefallen: zu hoher Verbrauch, unharmonische Getriebesteuerung, träges Ansprechen des Turbomotors, hintere Fensterheber ohne Einklemmschutz, stattlicher Listenpreis

Kia Sportage: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT (ab 07/25)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.598 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

110

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

150

Drehmoment (Systemleistung)

250 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

4.500 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

9,4 s

Höchstgeschwindigkeit

193 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

165 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

7,3 l/100 km

Leergewicht (EU)

1.590 kg

Zuladung

580 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.650 kg

Garantie (Fahrzeug)

7 Jahre oder 150.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.540 mm x 1.865 mm x 1.645 mm

Grundpreis

41.390 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT

Überholvorgang 60–100 km/h

5,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,2 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,7 l Super/100 km, 205 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

700 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,7 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1576 / 594 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

430 / 870 / 1430 l

ADAC Testnoten

ADAC Testergebnis

Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT (ab 07/25)

Karosserie/Kofferraum

2,4

Innenraum

2,3

Komfort

2,6

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

1,8

Umwelt/EcoTest

2,8

Gesamtnote

2,3
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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