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Der ADAC

Test Smart EQ: Das kann die neue Elektro-Generation

Ein silberner Smart fährt auf einer Brücke
Der Smart EQ fortwo mit leicht überarbeiteter Front ∙ © Smart

Summ statt Brumm: Die Smart-Modelle fortwo, fortwo Cabrio und forfour gibt es nur noch vollelektrisch. Wie konkurrenzfähig sind die Elektro-Kleinwagen? ADAC Test mit Daten, Bildern, Preisen.

  • Bescheidene Reichweite von 100 Kilometern im ADAC Ecotest

  • Wenig Neuerungen bei Ausstattung und Design

  • Smart fortwo ab 21.387 €, cabrio ab 24.565 €, forfour ab 22.030 €

Nicolas Hayek, der Schweizer Gründer der Swatch-Gruppe, hatte 1994 einen Traum: Von einem Swatch-Mobil, das klein, günstig und vor allem mit einem umweltfreundlichen Elektroantrieb unterwegs sein sollte. Daimler-Benz realisierte 1998 die Vision – allerdings erst ab 2007 auch mit einem emissionsfreien Elektromotor. Hayek stieg schon vorher enttäuscht aus.

Immerhin hat Smart seitdem in jeder Generation eine vollelektrische Option angeboten. Doch erst mit den neuen fortwo- und forfour-Modellen ist es nun soweit: Smart ist komplett auf die emissionsfreie, batterieelektrische Antriebstechnologie umgestiegen. Oder wie es die Werbung formuliert: Aus brumm wird summ. Und der erste ADAC Test zeigt: Zumindest der Fahrspaß hat dadurch enorm gewonnen.

Die neue Generation sieht aus wie die alte

Rein optisch lassen sich die Designänderungen der neuen elektrischen Generation gegenüber dem Vorgängermodell an fünf Fingern abzählen. Erstmals werden die jetzt unterschiedlichen Frontgrills von fortwo und forfour in Wagenfarbe lackiert, das Frontemblem durch einen Smart-Schriftzug ersetzt und das Design der Front- und Heckleuchten etwas verändert.

Auch für den Innenraum nur wenig Neues. Außer einer umgestalteten Mittelkonsole mit einem großes Ablagefach, das mit einem Rollo verschlossen werden kann, und einer Ablage, auf der auch größere Smartphones einen sicheren Platz finden: Nichts Neues.

Bei den verwendeten Materialen dominiert weiterhin schwarz, dunkelblau und grau, Schalter und Bedienung bleiben unverändert. Und da, wo Konkurrenten wie der Honda e mit einem Bildschirm über die ganze Armaturenbreite beeindrucken, bietet Smart immerhin ein neues zentrales 8,9-cm-Display an – dessen Menüstruktur ist weitgehend selbsterklärend. Der umlaufende Tachometer lässt sich nicht sonderlich gut ablesen und das Klimabedienteil ist recht tief angeordnet.

Wenig Platz im 3,50-Meter-forfour

Logisch, dass sich auch die Platzverhältnisse nicht verändert haben. Sowohl beim Zwei- wie Viersitzer sitzt man vorne großzügig, doch die Fondpassagiere im 3,50 Meter kurzen forfour genießen nur minimale Beinfreiheit. Wenn der Vordersitz auf 1,85-Meter-Personen eingestellt ist, finden nach den ADAC-Messungen auf der Rücksitzbank nur noch Personen bis zu einer Größe von 1,65 Metern genügend Beinfreiheit vor.

Auch das Gepäck muss sich auf ein maximales Volumen von gemessenen 150 Litern (Werksangabe: 185 Liter) beschränken. Zum Vergleich: Der nur zehn Zentimeter längere fünftürige Kleinstwagen VW up! bietet einen praxistauglichen Gepäckraum für 250 Liter Volumen (Werksangabe) – schlägt dafür aber auch mit einem "normalen" Wendekreis von 9,8 Metern nicht die tollen 9 Meter des forfour. In puncto stadttauglicher Wendekreis setzt freilich das nur 2,70 Meter lange zweisitzige Coupé mit 6,95 Metern den Maßstab.

Enttäuschende Reichweite: Nur 100 Kilometer

Im Vergleich zum VW e-up! und seinen baugleichen Zwillingen Seat mii-electric und Skoda citigo e hat die Smart EQ-Generation einen entscheidenden Nachteil: Wo das Volkswagen-Trio mit einer 32-kWh-Batterie aufwartet, haben die Smart-Modelle nur 17,6 kWh Kapazität. Das sorgt für einen entscheidenden Reichweiten-Nachteil.

Im ADAC Ecotest kam der getestete forfour EQ daher nur auf bescheidene 100 Kilometer mit einer Batteriefüllung. Konkurrenzfähig ist das heutzutage nicht mehr, das VW-Trio kommt doppelt so weit. Testverbrauch mit Ladeverlusten: 18,4 kWh/100 km. Immerhin erweist sich der Smart EQ besonders in der Stadt als effizient, was dort zu einer Reichweite von bis zu 125 Kilometern führen kann.

Fünf Sterne im ADAC Ecotest

Lohn des geringen Verbrauchs sind volle fünf Sterne im ADAC Ecotest, der auch die anfallenden Emissionen (Schadstoffe und CO₂) im Kraftwerk mit berücksichtigt.

Und wie klappt das Laden? Dank der recht kleinen Batterie lässt sich der smart EQ schnell aufladen. Ist wie im Falle des Testwagens der optionale 22-kW-Lader an Bord (Aufpreis), sind die Akkus bei 10 Prozent Ladezustand an einem Typ- 2-Ladeanschluss nach rund 40 Minuten wieder zu 80 Prozent voll. Mit dem serienmäßigen 4,6 kW-Lader dauert der Ladevorgang allerdings bereits 3,5 Stunden, und an der Haushaltssteckdose vergehen sechs Stunden.

Beim Fahren machen die Smarties Spaß

Beim Fahren machen die Elektro-Smarts deutlich mehr Spaß als mit den früheren Verbrennern. Durch den kurzen Radstand und die weite Spurbreite ist der Smart in Kombination mit seiner direkten Lenkung ohnehin schon überaus agil. Doch der vollelektrische Antrieb ermöglicht eine völlig neue Dimension an Fahrfreude: Mit unmittelbar verfügbaren 160 Newtonmetern Drehmoment beschleunigen die EQs in 4,8 Sekunden auf stadttaugliche 60 km/h – gefühlt weit besser, als die nominellen 82 PS des Heckmotors vermuten lassen.

Etwas gemächlicher geht es außerorts zu. Der simulierte Überholvorgang (Beschleunigung von 60 auf 100 km/h) gelingt aber in immer noch recht passablen 8,1 Sekunden. Für den Sprint aus dem Stand bis auf 100 km/h nennt der Hersteller eine Zeit von 12,7 s. Der Vortrieb endet bei geregelten 130 km/h – das schont den Stromverbrauch und tut dem Smart-Konzept nicht weh, denn sein ideales Einsatzgebiet ist vor allem das urbane.

Für 200 Euro Aufpreis gibt es das Modul für die "Ready-to -Services": Ob Informationen rund um das Fahrzeug selbst, aufladen, parken, navigieren, befüllen oder den Smart mit Freunden und Nachbarn teilen – das alles lässt sich in einer mobilen App steuern.

Die Zukunft von Smart liegt in China

Alle drei Smart-Modelle laufen bis auf Weiteres im französischen Hambach vom Band, wo dann noch ein kompaktes Elektromodell von Mercedes dazukommt. Doch alle künftigen Smart werden im chinesischen Ningbo gebaut, einer Metropole etwa 150 Kilometer von Shanghai entfernt. Dort hat Mercedes mit Geely das 50:50-Unternehmen Smart Automobile Co. Ltd gegründet, das ausschließlich Elektroautos baut. Erstes Fahrzeug dieser neuen Partnerschaft wird 2022 ein zusätzliches Smart-Modell sein.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Smart forfour EQ als PDF herunterladen
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Smart EQ: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)EQ fortwoEQ fortwo cabrioEQ forfour (getestetes Modell)

Motor/Antrieb

Elektrischer Synchronmotor,

60 kW/82 PS, 160 Nm ab sofort

Elektrischer Synchronmotor,

60 kW/82 PS, 160 Nm ab sofort

Elektrischer Synchronmotor,

60 kW/82 PS, 160 Nm ab sofort

Fahrleistungen

11,9 s auf 100 km/h, 130 km/h Spitze

11,9 s auf 100 km/h, 130 km/h Spitze

12,7 s auf 100 km/h, 130 km/h Spitze

Verbrauch (noch nach NEFZ)

15,2 –16,5 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

15,4 –16,8 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

15,9 –17,3 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

Batteriekapazität

17,6 kWh

17,6 kWh

17,6 kWh

Maße

L 2,70 / B 1,67 / H 1,56 m

L 2,70 / B 1,67 / H 1,56 m

L 3,50 / B 1,67 / H 1,56 m

Kofferraum

260 – 350 l

260 – 340 l

185 – 975 l

Leergewicht / Zuladung

1095 / 215 kg

1125/ 215 kg

1200 / 370 kg

Preis*

ab 21.387 €

ab 24.565 €

ab 22.030 €

* abzüglich der aktuellen Elektroauto-Prämie

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Smart forfour EQ passion

Überholvorgang 60-100 km/h

8,1 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,5 m

Wendekreis

9,5 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

18,4 kWh/100 km, 101 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

*****

Reichweite

100 km

Innengeräusch bei 130 km/h

71,8 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1190 / 370 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

150 / 350 / 710 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisSmart forfour EQ passion

Karosserie/Kofferraum

3,5

Innenraum

3,4

Komfort

3,8

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

3,2

Sicherheit

2,9

Umwelt/Ecotest

1,5

Gesamtnote

2,7

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet