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Maut in Europa: Tipps, Gebühren, Bußgelder

Mautstelle in Italien
Maut-Verstöße können teuer werden ∙ © Shutterstock/Paolo Bono

Wer in europäische Nachbarländer fährt, muss meistens Mautgebühren zahlen. Wir haben umfangreiche Informationen und Hinweise für Sie zusammengestellt.

Egal, wohin eine Autofahrt ins Ausland führt: Autofahrer sollten sich vor Reisebeginn unbedingt über die Mautbestimmungen in Transitländern und im Urlaubsziel informieren, denn die Mautbestimmungen sind in Europa sehr unterschiedlich, und Verstöße können teuer werden.

Das sind die wichtigsten Bestimmungen

Infografik: In diesen europäischen Ländern wird streckenbezogene Maut fällig ∙ © ADAC

In der Europäischen Union gibt es in neun Ländern eine streckenbezogene Maut. In Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien müssen Autofahrer eine Gebühr für die zurückgelegten Kilometer zahlen. Auch in den Nicht-EU-Ländern Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Norwegen, Serbien, in der Türkei und in Weißrussland wird nach Entfernung abgerechnet. Nicht immer ist das gesamte Autobahn- und Schnellstraßennetz mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt je nach Land beim Ein- oder Ausfahren an der Mautstation.

In acht weiteren europäischen Ländern benötigen Autofahrer sowohl für Fahrten auf Autobahnen als auch auf Schnellstraßen eine Vignette: Bulgarien, Österreich, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die Vignetten gelten unterschiedlich lange. Zudem gibt es Länder, die eine Sondermaut für Brücken, Tunnel und Pässe verlangen: etwa Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Dänemark und Schweden.

Elektronische Maut & digitale Vignetten

Länder wie Portugal und Polen setzen auf verschiedenen Streckenabschnitten auch auf elektronische Bezahlsysteme. Hier werden die gefahrenen Kilometer über einen zu erwerbenden Transponder erfasst. Für Ungarn, Rumänien und die Slowakei hingegen benötigen Autofahrer eine E-Vignette.

Auch in Österreich gibt es seit November 2017 neben der Klebevignette eine digitale Vignette. Sie ist allerdings erst 18 Tage nach der Bestellung im Internet oder über die App unterwegs gültig. In den ADAC Geschäftsstellen können Sie die digitale Vignette mit sofortiger Gültigkeit kaufen.

In England (London), Irland (Dublin) und auch in Italien (nördlich von Mailand) gibt es Streckenabschnitte, für die sich Reisende bereits vorab im Internet registrieren müssen.

Vignetten für Österreich, Tschechien, Slowenien und die Schweiz können Sie auch online im ADAC Shop kaufen.

Übersicht Vignetten-Preise

LandPreis TagesvignettePreis MonatsvignettePreis JahresvignetteBußgeld**
Bulgarien8,00 € / 7 Tage*15,00 € / 1 Monat*50,00 €*150 €
Österreich9,20 € / 10 Tage26,80 € / 2 Monate89,20 €Ersatzmaut 120 € oder Bußgeld ab 300 €
Rumänien3,00 € / 7 Tage*7,00 € / 1 Monat*; 13,00 € / 3 Monate*28,00 €80 €
Schweiz36,50 €175 € zzgl. Vignettenkosten
Slowakei10,00 € / 10 Tage14,00 € / 1 Monat50,00 €ab 80 € Bußgeld
Slowenien15,00 € / 7 Tage30,00 € / 1 Monat110,00 €300 – 800€, bei Sofortzahlung 150 €
Tschechien12,50 € / 10 Tage17,50 € / 1 Monat60,00 €ab 195 € Bußgeld
Ungarn11,00 € / 10 Tage*15,10 / 1 Monat*135,80 €Ersatzmaut ab 50 €

* Preis je nach Wechselkurs. **Angaben ohne Gewähr

Hier finden Sie detaillierte Informationen zur Maut in 34 europäischen Ländern.

Jahresvignetten lohnen nicht mehr

Das Jahres-„Pickerl“ für Österreich lohnt sich seit August nicht mehr und in Tschechien sowie Slowenien sollten Vielfahrer ab September genau nachrechnen. Die Kurzzeitvignetten in diesen Ländern sind meist günstigere Alternativen.

Tunnel und Pässe in den Alpen: Welche sind mautpflichtig?

Egal, ob Sie eine streckenabhängige Maut bezahlen oder eine Vignette auf den Weg in Ihren Urlaub kaufen – in den Alpen kosten viele Pässe, Tunnel oder Brücken extra. Für die wichtigsten Verbindungen haben wir die aktuellen Kosten zusammengestellt.

Die Gebührenspanne reicht je nach Länge eines Tunnels beispielsweise von 5,50 Euro für den österreichischen Bosruck-Tunnel (5509 Meter) bis zu 44,40 Euro für den 11,6 Kilometer langen Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien. Die genauen Mautkosten für Ihre Reiseroute können Sie vorab in ADAC Maps berechnen und planen.

Durch die zunehmende Digitalisierung an den Mautstationen kommt es jedoch immer häufiger zu technischen Schwierigkeiten bei den Bezahlsystemen. Wer die Maut nicht korrekt bezahlt, muss mit Nachforderungen und Bußgeldern rechnen. Beispielsweise darf Italien nicht bezahlte Mautforderungen bis zu zehn Jahre einfordern. Hier finden Sie weitere Informationen zu Bußgeldern im Ausland.

Pass / TunnelLandMautgebühr
Mont-Blac-TunnelFrankreich44,40 €
Großer-St.-Bernhard-TunnelSchweiz26,90 €
Lötschberg-Tunnel AutoverladungSchweiz27,00 CHF¹⁾
Gotthard- und  San-Bernardino-TunnelSchweizvignettenpflichtig²⁾
Pfänder-TunnelÖsterreichvignettenpflichtig³⁾
Arlberg-TunnelÖsterreich10,00 €
ReschenpassItalienmautfrei
Pass ThurnÖsterreichmautfrei
Brenner-PassÖsterreich9,50 €
Felbertauern-TunnelÖsterreich11,00 €
Großglockner HochalpenstraßeÖsterreich36,00 €
Tauernschleuse AutoverladungÖsterreich17,00 €
Tauern- / Katschberg-TunnelÖsterreich12,00 €
Karawanken-TunnelSlowenien7,40 €
Bosruck-TunnelÖsterreich5,50 €
Gleinalm-TunnelÖsterreich9,00 €

¹⁾ Tarif Fr–So + Feiertag: 29,50 CHF.

²⁾ Jahresvignette Schweiz nötig, 36,50 €.

³⁾ 10-Tage-Vignette Österreich nötig, 9,20 €.

Welche Bußgelder drohen?

Wer keine Vignette kauft oder sie nicht richtig an der Windschutzscheibe anbringt, muss mit teils drastischen Bußgeldern rechnen. In Slowenien drohen bis zu 800 Euro. Auch Österreich (ab 120 Euro), die Schweiz (190 Euro plus Vignettenkosten) und Tschechien (ab 185 Euro) bitten Mautsünder ordentlich zur Kasse.

Touristen trifft die zunehmende Digitalisierung der Mautsysteme oft unvorbereitet, denn auch hier gibt es immer wieder aktuelle Neuerungen, wie zum Beispiel die Umweltplakette für Paris und andere französische Städte. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, muss mindestens 15 Tage vor Reiseantritt online eine Umweltplakette bestellen.

11 Tipps gegen Stress an Mautstationen

  • Rechtzeitig einordnen, abrupten Spurwechsel vermeiden

  • Auch bei Stau nicht die Lkw-Spur benutzen

  • Seitlich nah genug an den Schalter heranfahren

  • Geld oder Kreditkarte bereithalten

  • Bei Verlassen der Autobahn Ticket bereithalten

  • Bei bereits offener Schranke in Italien auf jeden Fall vor Durchfahrt die Hilfetaste "auto-help" oder "richiesta di intervento" oder "assistenza" drücken und Quittung entnehmen

  • Nachzahlung ist in bestimmten Ländern möglich: in Italien beispielsweise bis zu 15 Tage später an sogenannten Punto-Blu-Stellen oder per Überweisung

  • Bei Unsicherheiten lieber Schalter mit Personal wählen

  • Bei Problemen an die Autoclubs wenden

  • Wenden und Rückwärtsfahren ist an Mautstationen verboten. Wer sich gezwungen sieht, dennoch rückwärts die Mautspur zu verlassen, muss das Personal informieren und dessen Anweisungen befolgen.

  • Wer trotz des Verbots zurücksetzt und dabei erwischt oder gefilmt wird, dem droht beispielsweise in Italien ein Bußgeld in Höhe von 419 Euro.

Auf ADAC Maps finden Sie einen detaillierten Routenplaner inklusive Mautkosten für Ihre Reiseroute.

Sie haben noch Fragen rund um das Thema Maut? Stellen Sie sie in der ADAC Community.

Fachliche Beratung: ADAC Ressort Tourismus