Maut in Spanien

Die Autobahnmaut in Spanien berechnet sich nach der gefahrenen Strecke und wird an Mautstationen fällig, eine Vignette ist nicht erforderlich. Stadtautobahnen und -umfahrungen sowie staatliche Schnellstraßen sind meist mautfrei.

Mautgebühr in Spanien richtig bezahlen

Die Maut wird meist an klassischen Mautstationen bar oder mit Karte entrichtet. Es gibt auch elektronische Systeme (z.B. Télépéaje) für eine automatische Durchfahrt und Bezahlung via Transponder. Auf der öffentlichen Autobahn A-636 im Baskenland ist ein Kamera-System ("Free Flow") installiert, das die Kennzeichen erfasst und die Maut automatisch abbucht. Wird die Strecke unregistriert befahren, drohen Bußgelder.

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Allgemeine Informationen

Das spanische Autobahnnetz wird von verschiedenen Gesellschaften betrieben und ist auf bestimmten Strecken gebührenpflichtig. Schnellstraßen sind kostenfrei.

Maut wird in der Regel auf den privat betriebenen Autopistas an Mautstationen erhoben; die von der öffentlichen Hand betriebenen Autovías sind dagegen bisher meist kostenlos. Auf der öffentlichen A-636 im Baskenland wird elektronische Maut im Free-Flow-System berechnet, weitere Strecken sollen folgen. Mautfreie Stadtautobahnen und -umfahrungen gibt es in allen größeren Städten wie Barcelona, Bilbao, Valencia und Alicante. Der Autobahnring um Madrid ist teilweise gebührenpflichtig.

Die Maut ist darüber hinaus von Tageszeiten, Wochen oder auch Feiertagen abhängig.

  • Bestimmungen für Gespanne: Einachsige Anhänger ohne Zwillingsbereifung werden nicht gesondert bemautet. Gespanne mit Zwillingsbereifung werden höher bemautet.
  • Bestimmungen für Wohnmobile: Wohnmobile mit Zwillingsbereifung werden unabhängig vom zGG höher bemautet.

Die meisten Autobahngesellschaften unterscheiden die Fahrzeugkategorien "Ligeros" und "Pesados".

Ligeros
Motorräder ohne oder mit Beiwagen Kfz bis 3 Achsen ohne Zwillingsbereifung (z.B. Pkw ohne oder mit Anhänger, Wohnmobile ohne Zwillingsbereifung)
Pesados 1
Kfz bis 3 Achsen mit Zwillingsbereifung (z.B. Pkw mit zwillingsbereiftem Anhänger, Wohnmobile mit Zwillingsbereifung)
Pesados 2
Kfz ab 4 Achsen (z.B. Pkw mit 2- oder mehrachsigem Anhänger, davon mindestens 1 Achse mit Zwillingsbereifung)

Bezahlung

Auf den meisten Autobahnen richtet sich die Höhe des zu zahlenden Betrages nach der gefahrenen Strecke. An der Einfahrtsstation wird ein Ticket gezogen, bezahlt wird erst beim Wechseln oder Verlassen der Autobahn. Auf einigen Teilstrecken fällt an der Mautstation eine Pauschalgebühr unabhängig von der zu fahrenden Strecke an, ein Ticket muss nicht gezogen werden.

Bargeld und die gängigsten internationalen Kreditkarten (z.B. VISA oder Mastercard) werden zur Zahlung akzeptiert, Prepaid-Kreditkarten und Bankkarten (Maestro- oder V-Pay-Symbol) werden nicht angenommen. An einigen wenigen Abschnitten muss das abgezählte Geld in einen Trichter gegeben werden. Der Betrag wird rechtzeitig angezeigt. Schalter mit grünem Pfeil sind in der Regel mit Personal besetzt, die Spuren "vias automáticas" sind für die Zahlung mit Kreditkarten und Transpondern reserviert.

Die mit "Télépéaje", "VIA-T" oder nur "T" gekennzeichneten Zahlstellen sind Autofahrern vorbehalten, die einen Transponder (Sendegerät) mit entsprechendem gebührenpflichtigen Vertrag haben. Die ADAC Mautbox kann auf diesen Fahrspuren für alle Fahrzeuge bis 3,5 t eingesetzt werden (ohne AP-1). Die ADAC Mautbox Standard gilt auch in Frankreich (nur für Fahrzeuge bis 3 m Höhe), Italien (ohne Sizilien) und Portugal, die Mautbox Premium zusätzlich in Sizilien und Kroatien (ohne Istrien). Die Mautboxen sind online im ADAC Mautportal sowie in ADAC Geschäftsstellen verschiedener Regionalclubs erhältlich. Die Direktausgabe vor Ort ist nur für ADAC Mitglieder möglich.

Außerdem kann für Fahrzeuge bis 3,5 t ein Transponder der französischen Firma bip&go genutzt werden. Er wird online bestellt und ist auch in Frankreich gültig, außerdem kann er für Italien und Portugal freigeschaltet werden.

Die Maut für Wohnmobile über 3,5 t kann mit der Camper Mautbox des ADAC in Kooperation mit DKV automatisch abgerechnet werden. Die Mautbox wird in mehreren europäischen Ländern zur Mautzahlung akzeptiert.

Free-Flow-System

Auf der 23 km langen baskischen Dekarga-Autobahn A-636 zwischen Beasain und Bergara wird die Maut elektronisch mittels Kennzeichenerfassung erhoben. Für die Bezahlung muss das Kennzeichen vorab registriert und mit einer Bankkarte verknüpft werden. Motorräder fahren mautfrei. Bei Fahrzeugen mit Transpondern für die Verwendung auf Télépéaje-Spuren wird die Maut automatisch abgerechnet.

Zufahrtsbeschränkungen

Umweltzonen

In immer mehr spanischen Städten gibt es dauerhafte Umweltzonen, genannt ZBE (Zona de Bajas/Baixes Emisiones) mit Einfahrverboten für ältere Fahrzeuge. Die Zonen sind meist beschildert und werden mit Kameras überwacht. In einigen Städten werden bei erhöhter Luftverschmutzung temporäre Umweltzonen mit weiteren Einschränkungen wie Tempolimits aktiviert. Auf Anzeigen vor Ort sollte geachtet werden.

ZBE-Umweltzonen gibt es bereits in zahlreichen Städten, u.a. in Barcelona, Bilbao, Córdoba, Madrid, Saragossa und Sevilla. In insgesamt gut 150 Städten über 50.000 Einwohner soll es zukünftig ZBE geben. Meist gelten die Umweltzonen-Regelungen Montag bis Freitag von 7 ‒ 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten gibt es keine Beschränkungen. In manchen Städten sind die Umweltzonen ganzjährig rund um die Uhr in Kraft. Auf dieser Seite werden die Besonderheiten einiger Städte beschrieben; auf die Details in anderen Städten ist zu achten.

Eine Übersicht über die aktuellen ZBE in Spanien bietet die Webseite des Ministeriums für den ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen. Weiterführende Informationen gibt auch der spanische Automobilclub:

ZBE - Übersicht Ministerium (grün: bereits gültige ZBE)
ZBE - Informationen beim spanischen Automobilclub RACE

Nicht in die ZBE einfahren dürfen zu den Geltungszeiten:

  • Benzinfahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 0-2 (Erstzulassung vor dem Jahr 2001)
  • Dieselfahrzeuge Euro 0-3 (Erstzulassung vor dem Jahr 2006)
  • Motorräder und Mopeds Euro 0-1 (Erstzulassung vor dem Jahr 2003)

Freie Einfahrt haben Fahrzeuge mit den spanischen Umweltplaketten "Distintivo Ambiental DGT", die die geforderten Abgasnormen nachweisen. Sie sind bislang nur für spanische Fahrzeuge erhältlich. Die deutsche grüne Umweltplakette wird in der Regel auch als Nachweis anerkannt. Motorräder ohne deutsche Umweltplakette können die nötige Abgasnom mit den Fahrzeugpapieren nachweisen. Manche Städte fordern allerdings zusätzlich eine Fahrzeugregistrierung oder einen Genehmigungsantrag, wie z.B. Barcelona , Madrid für die ZBE im Zentrum, Palma und San Sebastian . Bei der Nutzung von Mietwagen ist auf eine spanische Umweltplakette zu achten, sie berechtigt zur Einfahrt in die ZBE. 

In einigen Städten gibt es bereits schärfere Anforderungen mit Einfahrverboten für Benzinfahrzeuge Euro 0-3, Dieselfahrzeuge Euro 0-5 und Motorräder Euro 0-2 entsprechend der Mindestanforderung der spanischen grünen Plakette "C" geben. Genaue Informationen zu den Plaketten und Abgasnormen gibt es unter dem unten stehenden Punkt "Umweltplaketten".

In manchen Städten wie A Coruña, Pamplona und Pontevedra dürfen nur Anwohner und Lieferfahrzeuge in die ZBE einfahren.

Die vier spanischen Umweltplaketten ("Distintivo Ambiental DGT") kennzeichnen Fahrzeuge je nach Abgasausstoß und erleichtern die Überwachung der Zufahrtsberechtigung in spanische Umweltzonen. Sie können für spanische Fahrzeuge zum Preis von 6,50 Euro u.a. in Postämtern und bei Werkstätten des Werkstattverbands CETRAA sowie online erworben werden. In den meisten ZBE-Umweltzonen genügt die spanische gelbe Plakette B, in manchen Städten ist allerdings die grüne Plakette C nötig.

Nicht-spanische Fahrzeuge können bislang keine DGT-Plakette erhalten. Deutsche und andere ausländische Umweltplaketten werden je nach gefordertem Standard als Nachweis anerkannt. Motorräder erhalten keine deutsche Umweltplakette, der Nachweis der Abgasnorm erfolgt hier mit der Zulassungsbescheinigung Teil 1.

Plakettenfarbe und -kennzeichnung der spanischen DGT-Plakette:

  • blau "0 Emisiones": Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybridfahrzeuge (Mindestreichweite 40 km), Brennstoffzellenfahrzeuge > entspricht der deutschen Umweltplakette grün bzw. blau
  • grün-blau "Eco": Plug-in-Hybridfahrzeuge (Reichweite unter 40 km), Hybrid-, CNG-, LNG- und LPG-Fahrzeuge. Mindeststandard: Benzinfahrzeuge Euro 4, 5 oder 6; Dieselfahrzeuge Euro 6 > entspricht der deutschen Umweltplakette grün
  • grün, "C": Mindeststandard: Benzinfahrzeuge Euro 4, 5 und 6; Dieselfahrzeuge Euro 6; Motorräder und Mopeds Euro 3 und 4 > entspricht der deutschen Umweltplakette grün
  • gelb, "B": Mindeststandard: Benzinfahrzeuge Euro 3; Dieselfahrzeuge Euro 4 und 5; Motorräder und Mopeds Euro 2 > entspricht der deutschen Umweltplakette grün

Das Wichtigste in Kürze

In der ZBE-Umweltzone in Barcelona gelten Zufahrtsbeschränkungen für ältere Benzin- und Dieselfahrzeuge. Eine Fahrzeugregistrierung ist erforderlich.

Gebiet

Betroffen ist das gesamte Stadtgebiet innerhalb der Ringstraßen Ronda de Dalt (B-20) und Ronda Litoral (B-10). Die Umweltzone umfasst auch die Nachbargemeinden L’Hospitalet de Llobregat und Sant Adrià del Besòs, Teile von Cornellà de Llobregat und Esplugues de Llobregat. Ausgenommen sind die Stadtbereiche Vallvidrera, Tibidabo und Les Planes sowie die Zona Franca Industrial. Betroffen ist außerdem die Metropolregion Barcelona mit den Gemeinden Badalona, Cerdanyola del Vallès, El Prat de Llobregat, Gavà, Sant Boi de Llobregat, Sant Cugat del Valles, Sant Joan Despí und Viladecans.

Karte der Umweltzone

Betroffene Fahrzeuge

Nicht einfahren dürfen

  • Benzinfahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 0-2 (Erstzulassung vor dem Jahr 2001)
  • Dieselfahrzeuge Euro 0-3 (Erstzulassung vor dem Jahr 2006)
  • Motorräder und Mopeds Euro 0-1 (Erstzulassung vor dem Jahr 2003)

Freie Einfahrt haben Benzinfahrzeuge ab der Euronorm 3, Dieselfahrzeuge ab Euro 4 sowie Motorräder und Mopeds ab Euro 2 entsprechend dem Mindeststandard der spanischen gelben Umweltplakette "B". Bei erhöhter Luftverschmutzung können seit 2026 vorübergehend strengere Regeln gelten.

ZBE Barcelona

Registrierung

Deutsche Fahrzeuge mit den geforderten Abgasnormen müssen vor Einfahrt online registriert werden (Bearbeitungszeit bis zu 15 Tagen). Alternativ kann man sein Fahrzeug vor Ort anmelden. Die Registrierung kostet 7 Euro.

Online-Registrierung

Werden die Abgasnormen nicht erfüllt oder die Bearbeitungszeit für die Fahrzeugregistrierung in der ZBE dauert zu lange, können für die Einfahrt 24 mal pro Jahr Tagestickets für jeweils 5 Euro erworben werden. Dies muss vor Befahren der Umweltzone erfolgen und ist ebenfalls online oder vor Ort möglich.

Online-Kauf Tagesticket

Àrea Metropolitana de Barcelona
Metropolitan OAC Office
Carrer 62, núm. 116-18, Zona Franca
08040 Barcelona, Spanien

Hinweis: Öffnungszeit Montag bis Freitag 9 ‒ 14 Uhr, Voranmeldung erforderlich  

 

Zeiten

Die Umweltzone gilt Montag bis Freitag 7 ‒ 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist eine freie Zufahrt für alle Fahrzeuge ohne Registrierung möglich.

Befreiung

Eine Befreiung ist für Fahrzeuge für Personen mit eingeschränkter Mobilität möglich. Oldtimer erhalten keine Befreiung.

Das Wichtigste in Kürze

In den ZBE-Umweltzonen in Madrid gelten Zufahrtsbeschränkungen für ältere Benzin- und Dieselfahrzeuge. Deutsche Fahrzeuge mit einer grünen Umweltplakette dürfen einfahren. In der Umweltzone im Zentrum gelten strengere Regeln.

Gebiet

  • Madrid ZBE (Zona de Bajas Emisiones): gesamtes Stadtgebiet
  • Madrid ZBEDEP (Zonas de Bajas Emisiones de Especial Protección): Stadtbezirke Centro (mit den Stadtteilen Palacio, Embajadores, Cortes, Justicia, Universidad und Sol) sowie Plaza Elíptica

Karte der Umweltzonen

Betroffene Fahrzeuge

In die ZBE und ZBEDEP Plaza Eliptica dürfen nicht einfahren:

  • Benzinfahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 0-2 (Erstzulassung vor dem Jahr 2001)
  • Dieselfahrzeuge Euro 0-3 (Erstzulassung vor dem Jahr 2006)
  • Motorräder und Mopeds Euro 0-1 (Erstzulassung vor dem Jahr 2003)

Freie Einfahrt haben Benzinfahrzeuge ab der Euronorm 3, Dieselfahrzeuge ab Euro 4 sowie Motorräder und Mopeds ab Euro 2 entsprechend dem Mindeststandard der spanischen gelben Umweltplakette "B". Für deutsche Fahrzeuge, die die geforderten Abgasnormen erfüllen, genügt die deutsche grüne Umweltplakette als Nachweis.

In der Umweltzone ZBEDEP Centro gelten strengere Abstufungen bezüglich der Einfahrtberechtigung:

  • Elektro- und Hybridfahrzeuge haben neben Anwohnern und Händlern freie Einfahrt und unbegrenzte Parkerlaubnis
  • Hybridfahrzeuge erhalten freie Einfahrt und Parkerlaubnis für 2 Stunden
  • Benzinfahrzeuge ab Euro 3, Dieselfahrzeuge ab Euro 4, Motorräder ab Euro 2 dürfen nur auf öffentlichen Parkplätzen oder in Parkhäusern abgestellt werden
  • Motorräder ab Euro 2 können die Zone von 7 ‒ 22 Uhr befahren

Für die ZBEDEP Centro muss der Nachweis für nicht-spanische Fahrzeuge vor Ort mit vorheriger Terminvereinbarung vorgelegt werden. Alternativ kann man die Berechtigung per E-Mail beantragen.

Oficinia Madrid ZBEDEP Centro
Calle Bustamante, 16
28015 Madrid, Spanien
zbedistritocentro@madrid.es

Zeiten

Die Umweltzonen gelten ganzjährig rund um die Uhr.

Das Wichtigste in Kürze

In der ZBE in der Innenstadt von Palma benötigen deutsche Fahrzeuge derzeit eine Genehmigung für die Einfahrt, die deutsche grüne Umweltplakette reicht als Nachweis nicht aus. Die Genehmigung kann nur unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden. Die ZBE gilt Mo-Fr von 8-21 Uhr. 

In der Nachbargemeinde Sóller an der Nordküste gibt es seit März 2026 eine ZBE im Ortskern, die für den touristischen Durchfahrtsverkehr gesperrt ist.

Das Wichtigste in Kürze

Die Anzahl von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird während der Sommersaison von Juni bis September auf der Insel beschränkt. Besucher mit Pkw oder Motorrad müssen eine kostenpflichtige Bewilligung beantragen (gilt für Privat- und Mietfahrzeuge), Wohnwagen und Wohnmobile sind nicht zugelassen. Die Kosten betrugen im Jahr 2025 im Juni und September pro Tag für Autos 6 Euro (Mindestbetrag 30 Euro) und für Motorräder 3 Euro (mindestens 15 Euro). Im Juli und August fielen pro Tag für Autos 9 Euro (mindestens 45 Euro) und für Motorräder 4,50 Euro (mindestens 22,50 Euro) an.

Antrag zur Fahrzeugnutzung


Maut in Nachbarländern