Die sichersten Autos: Euro-NCAP-Crashtest 2021

Subaru Outback, Polestar 2, Mercedes EQS
Die sichersten Autos (v.l.): Gold für Subaru Outback – vor den punktgleichen Polestar 2 und Mercedes EQS ∙ © Subaru, Polestar, Mercedes [M]

Die aktuellen Euro-NCAP-Crashtest-Ergebnisse sind teils sehr überraschend: Mit einem Außenseiter als Sieger – und einem guten Bekannten als großem Verlierer.

  • ADAC Crashtest-Ranking mit 42 Modellen

  • Höchste Sicherheit ist weder eine Frage der Fahrzeugklasse noch des Preises

  • Insgesamt zeigen die Hersteller gute bis sehr gute Arbeit

Wer hätte das gedacht? Das sicherste Auto über alle Klassen ist nicht etwa ein 100.000 Euro teures Oberklasse-Fahrzeug, sondern der bodenständige Subaru Outback – ein von deutschen Kunden wenig nachgefragter Kombi der Mittelklasse. Das ist das Ergebnis der aktuellen ADAC Auswertung des Euro-NCAP-Crashtests 2021. Da 2020 coronabedingt nur sehr wenige Modelle getestet wurden, wurden diese nun in die diesjährige Bestenliste integriert.

Das sicherste Auto aller Klassen: Subaru Outback

Die Heckansicht eines Subaru Outback 2.5i
Unscheinbar, aber äußerst sicher: Kombi Subaru Outback ∙ © Subaru

Erstaunlich: In der Endabrechnung kann sich der Outback sogar vor Daimlers Technologieträger Mercedes EQS setzen, der zusammen mit dem Polestar 2 aus Schweden den hervorragenden zweiten Platz belegt. Es ist wie im Leistungssport an der Weltspitze, wo eine Hundertstelsekunde in der Zeitabrechnung oder ein paar wenige Zentimeter in der Weite den Ausschlag geben, ob jemand auf dem Podestplatz landet oder nicht. So rangiert der BMW iX, die große Zukunftshoffnung des Münchner Premiumherstellers, mit nur ein paar Prozentpunkten Rückstand auf dem zehnten Platz. Die Beispiele zeigen, wie hart der Technologiewettkampf ist – und wie eng es an der Spitze zugeht.

Denn immerhin – und das ist die insgesamt erfreuliche Nachricht – erhalten 31 von den 42 neu getesteten Modellen die Höchstwertung von fünf Sternen. Wirklich schlecht schneiden letztlich nur drei Fahrzeuge ab. Und traurig ist, dass eines komplett durchfällt: der Renault Zoe. Der französische Hersteller, der in der Vergangenheit oft Vorreiter war bei der Crashsicherheit, hat die seit 2020 gestiegenen Anforderungen von Euro NCAP offenbar nicht ernst genug genommen.

Bei all den Kopf-an-Kopf-Rennen um die Sterne: Damit die feinen, aber doch vorhandenen Unterschiede sichtbar werden, schlüsseln wir die Ergebnisse in vier Sicherheitskriterien auf. Die vier Testkriterien, die mit einem Front- und Seitencrash sowie einem Pfahlanprall ermittelt werden, sind:

  • Insassenschutz

  • Kindersicherheit

  • Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer (Fußgänger und Radfahrer)

  • aktive Sicherheit (Assistenzsysteme)

Während Euro NCAP jede Disziplin mit Punkten bewertet und jeweils Mindestpunktzahlen für die Sternebewertung festsetzt, errechnet der ADAC das Verhältnis zwischen der maximal erzielbaren und der tatsächlich erreichten Punktzahl und gibt den Gesamterfüllungsgrad in Prozent an. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht.

Schauen Sie in das Infogramm, wo Sie in der Grundeinstellung des Reiters das Gesamtergebnis finden. Um die Teilergebnisse der Sicherheitsbewertung zu sehen, schalten Sie bitte den Reiter um. Mit ein bisschen Glück ist das Modell darunter, das Sie zu kaufen in Erwägung ziehen. Das gibt Ihnen die Chance, die Sicherheitsbewertung in Ihre Kaufentscheidung einzubeziehen.

Euro NCAP Crashtest: Ergebnisse 2020/2021

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Unter den getesteten Modellen befinden sich Kleinstwagen, Nobel-Limousinen, echte Geländewagen, Personentransporter und zahlreiche SUVs aus allen Klassen. Alle nach den gleichen Kriterien, alle mit denselben Methoden und mit stringenten Bewertungen getestet.

Die 5-Sterne-Überraschungen

Der Nissan Qashqai im Euro NCAP Crashtest
Der Nissan Qashqai leistet sich fast keine Schwäche ∙ © Euro NCAP

Eine positive Überraschung ist der Nissan Qashqai, der in der Gesamtwertung auf dem sehr guten vierten Platz landet, sich in den Kapiteln Kindersicherheit und Assistenzsysteme sogar jeweils Platz zwei erkämpft. Damit ist der Nissan Qashqai der am besten bewertete SUV. Der sicherste Kleinwagen ist der Toyota Yaris. Und mit dem Isuzu D-Max sowie dem neuen Land Rover Defender wird der Beweis geführt, dass auch schwere Geländewagen ausgesprochen sicher sein können, wenn sie entsprechend entwickelt und technisch ausgestattet werden.

Absolutes Schlusslicht im Ranking ist wie erwähnt der Renault Zoe. Beim Crashtest 2013 hatte das Elektroauto aus Frankreich noch alle fünf Sterne bekommen, jetzt bekommt es trotz Facelift keinen mehr. Ein erster Grund ist, dass die aktuelle Basisversion serienmäßig gänzlich ohne Assistenzsysteme ausgeliefert wird, ein zweiter, dass die Kopfairbags seit dem Facelift nur noch gegen Aufpreis angeboten werden. Offenbar versucht der Hersteller, per Aufpreispolitik eine bessere Rendite zu erzielen. Aber auch in den anderen Disziplinen, wo die Fahrzeugkonstruktion im Vordergrund steht, zeigt sich, dass der Renault Zoe technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

Fazit: Sicherheit ist keine Frage der Fahrzeugklasse

Frontansicht eines fahrenden Renault Zoe
Assistenzsysteme nur noch gegen Aufpreis: Renault Zoe ∙ © Renault

Die ADAC Auswertung der 42 Euro NCAP Tests zeigt, dass es unabhängig von der Fahrzeugklasse möglich ist, ein hohes Maß an Insassenschutz zu bieten – sei es ein minimalistischer Klein- oder ein schwerer Geländewagen. Und dass es möglich ist, Fahrzeuge aus unteren Preissegmenten mit ordentlichen Assistenzsystemen auszustatten. Das sind gute Nachrichten für die Kunden.

Abgesehen von all den guten Ergebnissen, sendet Euro NCAP aber auch eine klare Botschaft an die Hersteller: Fünf Sterne beim Crashtest sind nicht mehr zu erzielen, wenn Assistenzsysteme nicht einen erheblichen Beitrag dazu leisten, Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Schwere eines Unfalls zu mindern. Dafür müssen die Hersteller zunehmend sorgen – mit serienmäßiger Sicherheitsausstattung.

Tipps für die Verbraucher

  • Ziehen Sie beim Fahrzeugkauf – auch bei einem Gebrauchtwagen – die Bewertungen von Euro NCAP zu Rate und achten Sie auf eine gute Sicherheitsausstattung

  • Sparen Sie nicht an der Sicherheit: Bestellen Sie Extra-Sicherheitspakete, wenn erhältlich

  • Machen Sie sich mit der Bedienung des Fahrzeugs und der Sicherheitsassistenten vertraut (Bedienungsanleitung). Sie werden eventuell überrascht sein, was Ihr (neues) Auto alles kann

  • Gestatten Sie sich und dem neu erworbenen Fahrzeug eine Eingewöhnungsphase

Das waren die Sieger und Verlierer des Jahres 2019

Die sichersten Autos: Euro-NCAP-Crashtests 2019

Hier finden Sie Euro-NCAP-Ergebnisse aus dem Jahr 2019

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Fachliche Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technikzentrum

Wolfgang Rudschies
Redakteur
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