Corona-Jahr 2020: Weniger Verkehrstote

Ein Kreuz an der Landstrasse erinnert an einen tödlichen Unfall
Im Corona-Jahr ist die Gesamtfahrleistung auf Deutschlands Straßen um fast 11 Prozent gesunken ∙ © Shutterstock/Ronald Rampsch

Im Jahr 2020 sind 2719 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren 10,7 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

  • Wegen Corona waren weniger Fahrzeuge unterwegs

  • Zahl der getöteten Pkw-Insassen und Fußgänger besonders stark gesunken

  • Knapp 90 Prozent aller getöteten Pkw-Insassen verunglückten außerorts

  • ADAC Verkehrspräsident Hillebrand will mehr Schutz für schwächere Verkehrsteilnehmer

Hauptgrund für das Minus dürften der coronabedingte Rückgang von Pendlerfahrten, die vielen ausgefallenen Urlaubsfahrten und damit das insgesamt geringere Verkehrsaufkommen sein. Nach vorläufigen Berechnungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) sank die Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge 2020 gegenüber dem Vorjahr um fast 11 Prozent.

Deutlich weniger tote Pkw-Insassen und Fußgänger

Die Zahl der Verkehrstoten ging im Pandemiejahr 2020 am stärksten bei den Pkw-Insassen zurück: Der Rückgang beträgt 14,2 Prozent. 1170 Menschen verloren ihr Leben, als sie im dem Auto unterwegs waren. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fußgänger sank um 9,8 Prozent auf 376, die der Radfahrer um lediglich 4,3 Prozent auf 426 Todesopfer.  

Verkehrstote: 76 Prozent weniger seit 1991

Grund zur Hoffnung gibt die Tatsache, dass die Zahl der Unfalltoten seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 um 76 Prozent zurückgegangen ist. Bei Pkw-Insassen war der Rückgang mit 83 Prozent besonders groß, ebenso bei Fußgängern mit 80 Prozent. Bei Kraftrad- und Radfahrern gab es nur ein Minus von 55 beziehungsweise 54 Prozent. Trotz des überdurchschnittlichen Rückgangs sind nach wie vor die meisten Verkehrstoten Pkw-Insassen.

ADAC: Mehr Schutz für schwächere Verkehrsteilnehmer

Auch vor diesem Hintergrund sieht der ADAC weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand: "Gerade die schwächeren Verkehrsteilnehmer werden auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit sein müssen – allen bisherigen Verbesserungen der Verkehrssicherheit zum Trotz. Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer ist darüber hinaus aufgefordert, sich rücksichtsvoll zu verhalten und auf riskante Fahrmanöver zu verzichten, egal ob im Auto, auf dem Fahrrad oder mit dem E-Scooter."

Katharina Dümmer
Redakteurin
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