Statistik: Anzahl der Unfallopfer im ersten Halbjahr so niedrig wie nie

Ein Kreuz an der Landstrasse erinnert an einen tödlichen Unfall
Im ersten Halbjahr starben so wenige Menschen im Straßenverkehr wie noch nie seit der Wiedervereinigung ∙ © Shutterstock/Ronald Rampsch

Im ersten Halbjahr 2021 sind in Deutschland 1128 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren 162 Verkehrstote weniger als in den ersten sechs Monaten 2020.

  • Wegen Corona waren weniger Fahrzeuge unterwegs

  • Zahl der Verletzten sinkt um 10 Prozent auf 134.800

  • Rund 1,05 Millionen Unfälle im ersten Halbjahr

  • Das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist in Sachsen-Anhalt am höchsten

  • ADAC Verkehrspräsident Hillebrand will mehr Schutz für schwächere Verkehrsteilnehmer

Der Rückgang der Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – der nur teilweise von der Corona-Pandemie geprägt war – beträgt nach einer vorläufigen Auswertung des Statistischen Bundesamtes 12,6 Prozent. Die Zahl der Verletzten sank um 10,0 Prozent auf knapp 134.800. Noch nie seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurden von Januar bis Juni weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt.

Historischer Tiefstand auch bei der Anzahl der Unfälle

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 erfasste die Polizei insgesamt rund 1,05 Millionen Verkehrsunfälle. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei knapp 935.700 Unfällen blieb es bei Sachschaden (-1,5 Prozent). Bei rund 109.400 Unfällen gab es Getötete oder Verletzte, hier verzeichnet die Statistik ein Minus von 9,3 Prozent.

Bundesländer-Vergleich: Risiko in Sachsen-Anhalt am größten

Je 1 Million Einwohner starben im ersten Halbjahr 2021 in Deutschland durchschnittlich 14 Menschen im Straßenverkehr. Das größte Risiko, tödlich zu verunglücken, bestand in Sachsen-Anhalt mit 27 Verkehrstoten je 1 Million Einwohner, gefolgt von Brandenburg mit 22 und Niedersachsen mit 19 Verkehrstoten. Die niedrigsten Werte gab es mit vier beziehungsweise sechs Toten in Hamburg und Berlin. Ebenfalls niedrig war das Risiko in Nordrhein-Westfalen mit neun Verkehrstoten, Hessen mit elf sowie Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein mit je 13 bei Straßenverkehrsunfällen Getöteten je 1 Million Einwohner.

ADAC: Mehr Schutz für schwächere Verkehrsteilnehmer

Trotz der sinkenden Unfallzahlen sieht der ADAC weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand: "Gerade die schwächeren Verkehrsteilnehmer werden auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit sein müssen – allen bisherigen Verbesserungen der Verkehrssicherheit zum Trotz. Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer ist darüber hinaus aufgefordert, sich rücksichtsvoll zu verhalten und auf riskante Fahrmanöver zu verzichten, egal ob im Auto, auf dem Fahrrad oder mit dem E-Scooter."

Katharina Dümmer
Redakteurin
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