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Verkehrstote 2019: Weniger Menschen bei Unfällen gestorben

Gedenkstelle am Strassenrand
Trotz weniger Toten: Im Verkehr sterben zu viele Menschen ∙ © Shutterstock/Mario Hoesel

2019 sank die Zahl der Verkehrstoten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Das ergeben die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist 2019 gegenüber dem Vorjahr um 229 Personen beziehungsweise 7,0 Prozent auf 3046 zurückgegangen. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1953. Der bisherige Tiefststand wurde 2017 mit 3180 Verkehrstoten registriert.

Am stärksten ging die Zahl der getöteten Nutzer von Krafträdern, also Motorrädern, Mopeds und Motorrollern, zurück (minus 12,4 Prozent), gefolgt von den Insassen von Lkw (minus 12,6 Prozent). Ebenfalls weniger Tote (minus 9,0 Prozent) gab es bei Fußgängern. Dagegen kamen 32,6 Prozent mehr Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren, ums Leben. Aufgrund dessen blieb die Gesamtzahl der getöteten Radfahrer im Vergleich zu 2018 trotz eines Rückgangs bei den klassischen Radfahrern unverändert.

Die Zahl der Verkehrstoten war in allen Altersgruppen rückläufig. Die stärkste Abnahme (minus 30,4 Prozent) wurde bei den unter 15-Jährigen registriert. Am geringsten fiel der Rückgang bei den über 65-Jährigen aus (minus 0,8 Prozent). Diese Altersgruppe hatte 2019 mit 34,0 Prozent auch den größten Anteil aller Getöteten.

Weniger Unfälle mit Personenschaden

Erfreulich auch die Entwicklung bei den Unfällen mit Personenschaden (gezählt wurden 300.143): Diese gingen gegenüber 2018 um 2,8 Prozent zurück. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent auf 384.320 Personen.

Leicht zugenommen haben hingegen die polizeilich erfassten Verkehrsunfälle. 2019 stieg die Anzahl dieser im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 2.685.661 an. Bei 88,8 Prozent aller Unfälle blieb es dabei beim Sachschaden.

Nachholbedarf beim Radverkehr

Obwohl der deutliche Rückgang der Verkehrstotenzahl ein positives Signal ist, besteht unverändert großer Handlungsbedarf zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Sorgen bereiten vor allem die anhaltend hohen Zahlen von getöteten Radfahrern. 2019 waren 445 Fahrradfahrer ums Leben gekommen (rund 87.000 Verletzte). Seit 2010 stieg die Zahl der Toten um 16,8 Prozent.

So steigen immer mehr ältere Menschen aufs Fahrrad oder Pedelec. Unter den Getöteten waren mehr als die Hälfte 65 Jahre oder älter. Bei Elektrofahrrädern (118 Verkehrstote) lag der Anteil noch höher - 72 Prozent der Getöteten waren mindestens 65 Jahre alt. Aufgrund des Alters steigt auch das Risiko für schwere Verletzungen. Auch die Zunahme des Radverkehrs selbst sorgt für Handlungsdruck und zeigt, dass dringend ein Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur erfolgen muss.

Quelle: Statistisches Bundesamt