Kia Ceed: Der Golf-Gegner im Test

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Die dritte Generation des Kia Ceed kommt mit moderner Technik und athletischem Design. Im ADAC Test: Das Diesel-Modell 1.6 CRDi, der Benziner 1.4 T-GDI und die Sportversion GT. Plus: Crashtest-Ergebnisse

  • Klassenübliches Platzangebot, größerer Kofferraum

  • Mehr Assistenzsysteme, unter anderem auch ein Stauassistent

  • Ergebnisse im ADAC Test: Note 2,3, 2,4 und 2,5 (gut)

Aus Raider wurde Twix. Und aus dem Kia c'eed wurde der Ceed. Die neue Schreibweise macht die Kommunikation zwar etwas einfacher, doch die schwierige Aussprache ("siid") und die ungewöhnliche Herkunft des Modellnamens (Community of Europe, with European Design) bleiben eigenwillig.

Ein Hindernis für den Erfolg des in Deutschland designten Kompaktwagens war das jedoch nicht: Von den gut 1,6 Millionen Einheiten, die seit Anfang 2007 im slowakischen Werk vom Band liefen, gingen mehr als 200.000 an deutsche Kunden.

Bei Twix hat sich außer dem Namen tatsächlich "nix" geändert. Doch bei Autos funktioniert das nicht: Sie müssen mit regelmäßigen Modernisierungen stets neu auf Kundenfang gehen, weil die Käufer für ihr Geld Technik vom neuesten Stand erwarten. Das verspricht Kia auch für die inzwischen dritte Generation des Ceed und hat den kompakten Golf-Gegner in mehreren Schritten aktualisiert.

Der ADAC hat den Kompaktwagen mit 140-PS-Benziner, 136-PS-Diesel und als Powerversion GT mit 204 PS getestet. Mit welcher Dynamik die Entwicklung bei den Koreanern fortschreitet, zeigt ein Blick aufs 2021er-Angebot: Mittlerweile wurde nämlich der 1.4-Liter-Benziner durch ein mild hybridisiertes Aggregat mit 100 Kubik mehr Hubraum abgelöst. Es leistet 160 PS und liefert mit 253 Newtonmetern auch mehr Drehmoment als der bisherige 1.4 T-GDI. Und der mit 115 oder 136 PS verfügbare 1.6 CRDi ist seit 2020 mit einem 48-Volt-Mildhybridsystem ausgestattet. Serienmäßig ist eine elektronisch gesteuerte Kupplung eingebaut, optional gibt es ein 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT7).

4,31 Meter Länge, markanteres Design

Roter Kia Ceed faehrt auf einer Strasse
Stämmiger Hintern: Der neue Ceed liegt optisch satter auf der Straße ∙ © Kia

Von außen wirkt der 4,31 Meter lange 5-türige Ceed markanter als sein Vorgänger. Er ist etwas breiter (1,80 m) und flacher (1,45 m), zitiert mit seiner klaren Linienführung das sehr stimmige Design der Sportlimousine Stinger. Das neue Interieur orientiert sich am Konzept der jüngsten Kia-Modelle. Das heißt: Aufgeschäumtes Leder mit wenig Plastikanteil, gut konturierte Sitze und einfache Bedienbarkeit. Hier werden – vorbildlich gegen den Trend! – die wichtigen Grundfunktionen noch per Tasten und Drehschalter angewählt.

Der in der Mitte des Armaturenbretts platzierte 7- oder 8-Zoll-Touchscreen ist vor allem fürs Infotainment da und stellt per Android Auto oder Apple CarPlay Smartphone-Funktionen zur Verfügung. Das Infotainment-System umfasst ein Radio samt DAB-Empfang, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und eine Sprachsteuerung, allerdings nur über ein kompatibles, gekoppeltes Smartphone.

Klassenübliches Platzangebot im Innenraum

Das Raumgefühl vorn ist mit VW Golf & Co vergleichbar, hinten sitzt man wegen der breiteren Karosserie bei ausreichender Kniefreiheit etwas luftiger. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, haben auf den Rücksitzen nach den Messungen des ADAC etwas über 1,80 Meter große Personen Platz. Begrenzend wirkt die Beinfreiheit, die Kopffreiheit endet erst bei über 1,90 Metern Körpergröße.

Zugelegt hat auch der Kofferraum. Zwar wirkt die Werksangabe mit 395 Litern arg optimistisch, aber bis zur Laderaumabdeckung gemessene 295 Liter sind in der Golfklasse kein schlechter Wert. Unter dem Kofferraumboden können noch etwa 20 Liter verstaut werden, wenn kein Notrad hinzugekauft wurde. Gut: Die niedrige Ladekante, die nur 66 Zentimeter über der Straße liegt und das Beladen mit schwerem Gepäck erleichtert.

Der neue Ceed ist der erste Kia, der seine automatische Geschwindigkeitskontrolle ACC mit einem Stauassistenten kombiniert – das funktionierte bei den ersten Testfahrten gut. Dazu kommen jede Menge Sicherheitsassistenten: Standard sind ein Frontkollisionswarner mit Notbremsassistent, ein aktiver Spurhaltassistent, Fernlichtautomatik und Müdigkeitswarner. Je nach Ausführung oder Aufpreis sind Spurwechselassistent, Querverkehrswarner und Verkehrszeichenerkennung im Programm.

Knackiges Fahrwerk

Komplett überarbeitet hat Kia das Fahrwerk des Ceed – und das ist gut gelungen. Die aktuelle Generation ist knackiger abgestimmt und fährt sich wesentlich agiler, ohne dabei auf holpriger Strecke unkomfortabel zu wirken. Im Vergleich zum Vorgänger hat der Ceed jedenfalls merklich an Federungskomfort gewonnen. Das gilt sogar für den sportlichen GT, der zwar etwas straffer ausgelegt ist, aber immer noch kommod federt.

Die Neigung zum Untersteuern ist vergessen und das Fahrverhalten inzwischen so agil, dass bei einem plötzlichen Ausweichmanöver das ESP nur so viel wie notwendig regeln muss. Dazu trägt auch die Lenkung bei, die zielgenau ausgelegt ist und ein gutes Rückstellmoment zeigt.

Turbo-Benziner mit guten Fahrleistungen

Immerhin sechs Motoren bietet Kia an: Vier Benziner von 73 kW/100 PS bis 150 kW/204 PS und zwei Diesel mit 84 kW/115 PS und 100 kW/136 PS. Getestet wurden der zu diesem Zeitpunkt noch nicht stromunterstützte 136-PS-Diesel und der bis 2020 angebotene 140-PS-Benziner.

Letzterer ist inzwischen für Gebrauchtkäufer einen genauen Blick wert. Denn 140 PS und 242 Nm Drehmoment des Benziners 1.4 T-GDI sind für einen Kompaktwagen recht gute Werte. Im Alltag kann man mit diesem Antrieb richtig flott unterwegs sein und dank des fülligen Drehmoments über einen weiten Drehzahlbereich schaltfaul fahren.

Von Vorteil ist zudem, dass die Übersetzung kurz genug gewählt wurde, so dass die Leistung gut in Vortrieb umgesetzt werden kann. Überdies erweist sich das Sechsganggetriebe als sinnvoll abgestuft: Es geht immer mit spürbarem Druck voran. Mehr Leistung braucht es nicht, 100 km/h sind schon nach 8,9 Sekunden erreicht und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Wie sich der Nachfolger mit 160 PS schlägt, muss ein kommender ADAC Test klären.

Der noch nicht hybridisierte 1,6-Liter-Diesel läuft ruhig und akustisch zurückhaltend, er verfügt über ein für Diesel-Verhältnisse breit nutzbares Drehzahlband im Alltag. Motor, Kupplung und Getriebe hat Kia gut aufeinander abgestimmt.

Kia Ceed GT als Spaßgarant

Richtig Spaß macht der Ceed GT, der auch im Modelljahr 2021 unverändert angeboten wird. Sein 1,6 Liter großer Vierzylinder leistet üppige 204 PS und liefert ab 1500 Touren ein maximales Drehmoment von 265 Nm. Der Ceed GT wird damit seinen sportlichen Ansprüchen voll gerecht. Man kann mit ihm schnell unterwegs sein und dank des fülligen Drehmoments über einen weiten Drehzahlbereich schaltfaul fahren. Auch die Elastizitätswerte können sich sehen lassen, von 60 auf 100 km/h geht's im vierten Gang in unter 5,5 Sekunden, im fünften in 7,1 Sekunden und im sechsten in 8,9 Sekunden. Für den Sprint von null auf 100 km/h gibt Kia flotte 7,5 Sekunden an, die Spitze liegt bei 230 km/h.

Gefahren, bewertet, getestet

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Verbrauch: Sparsam ist nur der Diesel

Und der Verbrauch? Der liegt im Fall des getesteten Benziners im praxisnahen ADAC Ecotest bei 6,5 Litern Super im Schnitt. Kein besonders guter Wert, andere sind in dieser Klasse sparsamer unterwegs. Gut: Die Schadstoffanteile im Abgas sind sehr gering, selbst beim Kohlenmonoxid im Autobahnzyklus ist der 1.4 Turbo nicht auffällig. Einzig die Partikelanzahl ist zwar niedrig, aber immer noch ausbaufähig, obwohl der Ceed nun serienmäßig einen Ottopartikelfilter an Bord hat. Unter dem Strich erhält er aber immerhin vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Der Diesel benötigt 5,1 Liter auf 100 Kilometer, die Abgase werden durch SCR-Kat und NOx-Speicherkat gesäubert. Der Schadstoffausstoß liegt weit unter den Grenzwerten der Euro 6d-TEMP-Norm. Insgesamt erhält auch der Diesel vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest und ist für vielfahrende Gebrauchtkäufer durchaus interessant.

Die Sportversion GT ist in erster Linie nicht zum Spritsparen gebaut worden, was sich am ermittelten Durchschnittsverbrauch gut ablesen lässt. Ein Säufer ist er mit 7,4 Litern Super im Schnitt zwar nicht, doch bei der CO₂-Bewertung muss der GT Federn lassen. Weil auch die Schadstoffe ansteigen, wenn der Motor gefordert wird, reicht es nur für drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Nur Kia bietet 7 Jahre Garantie

Der Fünftürer ist nicht der einzige Ceed, längst gibt es eine ganze Familie mit dem Kombi Ceed Sportswagon, dem Shooting Brake ProCeed GT und dem Kompakt-SUV XCeed. Alle profitieren von dem Alleinstellungsmerkmal, das nur Kia bietet: 7 Jahre oder 150.000 km Garantie – vorbildlich.

Hier finden Sie die ausführlichen Testberichte als PDF:

Testbericht zum Kia Ceed 1.4 T-GDI Spirit
PDF, 739 KB
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Testbericht zum Kia Ceed 1.6 CDRi Spirit
PDF, 728 KB
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Testbericht zum Kia Ceed GT
PDF, 804 KB
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Kia Ceed: 4 von 5 Sternen im Crashtest

Der Kia Ceed erreicht 4 Sterne, mit dem optionalen Advanced Driving Assistance Pack 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Jedoch ist der Schutz im Pfahlanprall ungenügend, das Verletzungsrisiko ist dort sehr hoch. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der Ceed ist serienmäßig mit einem Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem ausgestattet. Doch nur mit dem optionalen Advanced Driving Assistance Pack erhält man einen Notbremsassistenten, der auf Radfahrer und Fußgänger reagiert. Der ADAC empfiehlt, an der Sicherheit nicht zu sparen und das Sicherheitspaket mitzuordern. 

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Kia Ceed: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Kia Ceed 1.4 T-GDI Spirit*

Kia Ceed 1.6 CRDi Spirit

Kia Ceed GT

Motor

Vierzylinder-Turbobenziner, 1353 cm³, 103 kW/140 PS, 242 Nm bei 1500 U/min

Vierzylinder-Turbodiesel, 1598 cm³, 100 kW/136 PS, 280 Nm bei 1500 U/min

Vierzylinder-Turbobenziner, 1591 cm³, 150 kW/204 PS, 265 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

8,9 s auf 100 km/h, 210 km/h Spitze

10,2 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze

7,5 s auf 100 km/h, 230 km/h Spitze

Verbrauch

5,9 l Super/100 km, 135 g CO₂/km

4,3 l Diesel/100 km, 111 g CO₂/km

7,2 l Super/100 km, 168 g CO₂/km

Leergewicht

1315 kg

1388 kg

1386 kg

Maße

L 4,31 / B 1,80 / H 1,45 m

L 4,31 / B 1,80 / H 1,45 m

L 4,33 / B 1,80 / H 1,44 m

Preis

ab 25.590 €*

ab 28.090 €**

31.590 €

* Jetzt als 1.5 T-GDI mit 117,5 kW/160 PS ** Mit Mildhybrid und elektronisch gesteuerter Kupplung

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Kia Ceed 1.4 T-GDI Spirit

Kia Ceed 1.6 CRDi Spirit

Kia Ceed GT

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

6,1 s

4,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,4 m

34,3 m

33,0 m

Wendekreis

11,3 m

11,3 m

11,3 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

6,5 l Super/100 km , 179 g CO₂/km (well-to-wheel)

5,1 l Diesel/100 km, 160 g CO₂/km (well-to-wheel)

7,4 l Super/100 km, 198 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

765 km

980 km

675 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,7 dB(A)

68,1 dB(A)

69,4 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1350 / 470 kg

1418 / 462 kg

1425 / 415 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

295 / 615 / 1140 l

295 / 615 / 1140 l

295 / 615 / 1140 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Kia Ceed 1.4 T-GDI

Kia Ceed 1.6 CRDi

Kia Ceed GT

Karosserie/Kofferraum

2,8

2,8

2,7

Innenraum

2,3

2,3

2,4

Komfort

2,7

2,7

2,7

Motor/Antrieb

2,4

2,3

1,9

Fahreigenschaften

2,2

2,1

2,0

Sicherheit

2,1

2,1

2,1

Umwelt

2,5

2,0

3,4

Gesamtnote

2,4

2,3

2,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Großzügiges Platzangebot vorn. Sicheres und komfortables Fahrwerk. Viele Assistenzsysteme. Umfangreiche Serienausstattung.     

Das hat uns nicht gefallen: Verbrauch könnte niedriger ausfallen. Die meisten Extras sind nur in Paketen zu haben.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.