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Kia Ceed Sportswagon (SW) im Test: Wie gut ist der Kombi?

Blauer Kia Ceed Sportswagon faehrt auf Strasse durch Landschaft
Die "Tigernase" des Kühlergrills prägt die Front des Kia Ceed Sportswagon ∙ © Kia

Der Kia Ceed Sportswagon ist der Kombiableger des beliebten Golf-Gegners. Er bietet viel Platz, sieht gut aus, ist praktisch und gut ausgestattet. Der ADAC hat ihn getestet. Ergebnisse, technische Daten, Motoren und Preise

  • Der Kia Ceed Sportswagon ist 30 cm länger als der kompakte Fünftürer

  • Die Preise für den Koreaner beginnen bei knapp 17.000 Euro

  • Konkurrenten: u.a. VW Golf Variant, Škoda Octavia Combi, Opel Astra Sports Tourer

Innenraum: Gutes Design, großes Ladevolumen

Die Kia-Ceed-Familie der dritten Generation ist ganz schön gewachsen. Neben dem kompakten Fünftürer gibt es den Crossover XCeed als Mischung aus SUV und Kompaktwagen und den Lifestyle-Kombi ProCeed, der als Shooting Brake dem Mercedes CLA Konkurrenz machen soll. Wem dieser zu extravagant gestaltet ist, greift lieber zum klassischen Kombi – der hört beim Kia Ceed auf den Beinamen Sportswagon oder kurz "SW". Den praktischen Kombi hat der ADAC getestet.

Mindestens 17.690 Euro müssen Interessenten für den kompakten Lademeister in Verbindung mit einem 74 kW/100 PS starken Vierzylinder-Benziner anlegen. Das sind 1000 Euro Aufpreis im Vergleich zum Fünftürer und dafür gibt es fast 30 Zentimeter mehr Länge und jede Menge Stauraum. 

Der Ceed-Kombi sieht wie der Fünftürer flott aus. Kein Wunder, die zwei Modellvarianten gleichen sich bis zur B-Säule. Die Proportionen des Sportswagon wirken harmonisch; das Fahrzeug fällt auf, ohne modisch zu sein.

Einen ganz altmodischen Ansatz hatten die Designer bei der Umsetzung der Kombiidee: Der 4,60 Meter lange Ceed bietet reichlich Stauraum und -volumen. Klappt man die Lehnen der Rückbank um, steigt der Wert von gemessenen 395 Liter unter der Kofferraumabdeckung auf bis zu 1340 Liter.

Unter dem Kofferraumboden können noch etwa 85 Liter verstaut werden, wenn kein Notrad dazugekauft wurde. Praktisch: Mit einem Hebel an der Seite des Kofferraums lassen sich die Rücksitzlehnen einfach umlegen.

In den höheren Ausstattungslinien gehören noch gute Ideen zur Ladungssicherung zur Serie: ein Trennnetz, das hinter der ersten oder zweiten Sitzreihe gespannt werden kann; ein verschiebbares Schienensystem im Boden, das Transportgut vor dem Verrutschen sichert. Die Ladekannte wurde im Vergleich zur zweiten Generation um fast neun Zentimeter abgesenkt, so dass das Be- und Entladen nun deutlich rückenfreundlicher vonstatten geht.

Modernes Cockpit im Kia Ceed Sportswagon

Bleiben wir im Fond: Da die Dachlinie nicht modisch abfällt, steht für die Hinterbänkler reichlich Kopfraum zur Verfügung. Auf den Rücksitzen haben nach den ADAC Messungen knapp 1,90 m große Personen Platz, wenn die Vordersitze für 1,85 m große Menschen eingestellt sind. Die wenigsten Fahrzeuge dürften zum Basispreis vom Hof des Händlers fahren. Wer mit dem getesteten Diesel in der üppig ausgestatteten Spirit-Version liebäugelt, muss gut 10.000 Euro mehr investieren.

Mit einem Preis von 28.090 Euro ist der Ceed Kombi dann zwar kein Schnäppchen mehr, dafür sind unter anderem Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, das Infotainmentsystem mit großem Display, Rückfahrkamera, das elektrische Glasschiebedach und zahlreiche Assistenzsysteme an Bord.

Darunter ein aktiver Spurhalteassistent und eine Kollisionswarnung mit Fußgängererkennung. Ein Ausparkassistent mit Radar-Sensoren in der Heckschürze überwacht im Spirit den kreuzenden Verkehr und warnt beim Rückwärtsausparken vor Autos, Fahrradfahrern oder Fußgängern. 

Es gibt drei Benziner und zwei Diesel

Wie beim Fünftürer stehen drei Benziner (100 bis 140 PS) und zwei Diesel (115 und 136 PS) zur Wahl. Letztere werden ab sofort mit 48-Volt-Mildhybridtechnik kombiniert. Zum ADAC Test trat der 1.6 CRDi noch ohne die Elektro-Unterstützung an. Das aktuelle Modell dürfte daher einen Touch weniger verbrauchen als das getestete Fahrzeug. Für Vielfahrer ist der 1.6 CRDi wohl die beste Wahl. Wer den 1,6-l-Dieselmotor aus dem Vorgänger kennt, wird begeistert sein, welche Manieren der neue Motor an den Tag legt. Wo der alte Vierzylinder unter 1600 Touren unwirsch gebrummt hat, läuft der neue Dieselmotor ruhig und akustisch zurückhaltend, selbst bei unter 1400 Umdrehungen pro Minute.

Zwar bietet der Motor nicht die von stärkeren Dieseln gewohnte Wucht beim Beschleunigen. Doch weil sein maximales Drehmoment schon frühzeitig anliegt und praktisch kein Turboloch existiert, lässt er sich dennoch sehr schaltfaul fahren. Im Alltag ist das sehr angenehm.

Und der Verbrauch? Der liegt im ADAC Ecotest bei 5,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Daraus resultiert ein CO₂-Wert von 161 g/km (well-to-wheel, also mit der CO₂-Emission bei der Kraftstoffherstellung gerechnet). Ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Im Fokus: Kia ProCeed, XCeed und Kia Ceed 

Die Ceed-Palette umfasst mehrere Ableger vom Crossover XCeed bis zum Shooting Brake:

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Große Fortschritte bei der Abgasreinigung

Den größten Schritt hat Kia bei der Abgasreinigung gemacht. Der Vorgänger hatte noch einen erheblichen Stickoxid-Ausstoß, der auf der Straße weit über den Prüfstandsgrenzwerten lag. Mit der Abstimmung auf die neue Euro 6d-TEMP Abgasnorm hat man eine doppelte Stickoxid-Reinigung verbaut (NOx-Speicherkat und SCR-Kat) und liegt nun weit unter den Grenzwerten – auf dem Prüfstand wie auf er Straße. Eine Reduzierung des NOx-Ausstoßes um etwa 95 Prozent im ADAC Ecotest ist eine Leistung, zumal der Ausstoß auch im anspruchsvollen Autobahnzyklus sehr niedrig und damit sogar 98 Prozent unter dem Vorgänger bleibt.

Auch beim Federungskomfort hat der Ceed im Vergleich zum Vorgänger gewonnen. Unebenheiten werden gut geschluckt, der Kompaktwagen liegt recht ruhig auf der Straße. Gemessenes Innengeräusch bei 130 km/h: 67,8 dB (A). Kein Bestwert, aber dennoch ok.

Testfazit

Erstaunlich, wie sich die Koreaner in den letzten Jahren entwickelt haben. Das zeigt der aktuelle Ceed einmal mehr: Schwächen leistet er sich keine mehr, er ist auf dem aktuellen Stand der Technik und muss sich vor europäischen Marken nicht verstecken. Das Resultat ist eine tolle Note im ADAC Autotest: Insgesamt kommt der Kombi auf eine 2,2.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit als PDF herunterladen
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Technische Daten (Herstellerangaben)Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1598 cm³, 100 kW/136 PS, 280 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

10,8 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,1 l Diesel/100 km, 125 g CO₂/km

Maße

L 4,60 / B 1,80 / H 1,47 m

Kofferraum

625 – 1694 l

Preis

27.990 € (Preis zum Testzeitpunkt)

29.090 € (aktueller Preis mit 48-V-Technik)

ADAC Messwerte (Auszug)Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit

Überholvorgang 60–100 km/h

6,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,0 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

5,1 l Diesel/100 km, 161 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

980 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,8 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1460 / 460 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt  /dachhoch

395 / 750 / 1340 l

ADAC TestergebnisKia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit

Karosserie / Kofferraum

2,5

Innenraum

2,2

Komfort

2,7

Motor / Antrieb

2,3

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

2,1

Umwelt / EcoTest

2,0

Gesamtnote

2,2

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Gutes Platzangebot vorn. Umfangreiche Sicherheitsausstattung. Viele Assistenzsysteme. Sicheres und ausreichend komfortables Fahrwerk. Moderater Verbrauch und saubere Abgase.

Das hat uns nicht gefallen: Viele Extras sind an Pakete gebunden. Kein Fehlbetankungsschutz. LED-Scheinwerfer ohne automatische Leuchtweitenregulierung.

Update: Kia Ceed als Plug-in-Hybrid

Den Kia Ceed Sportswagon gibt es nun auch als Plug-in-Hybrid. Rein elektrisch soll der Kombi rund 60 Kilometer weit kommen bis der Mischbetrieb aus Benziner und Elektromotor einsetzt. Bei geladener Batterie kann der Kia bis 120 km/h rein elektrisch fahren. Als Gesamtleistung für das Hybridsystem nennt der Hersteller 104 kW/141 PS, wobei auf den 1,6-Liter-Benziner 77 kW/105 PS und auf den Elektromotor 44 kW/60 PS entfallen. Als Verbrauch gibt der Hersteller 1,1 Liter Benzin und 9,3 kWh Strom auf 100 Kilometer an. Preis: ab 34.990 Euro abzüglich aktuellem Umweltbonus.

Text mit Material von SP-X