Hyundai Bayon im ADAC Test: Wie gut ist der preiswerte Mini-SUV?

Der neue petrolfarbener Hyundai Bayon während der Fahrt
Zweiter Mini-SUV von Hyundai: Der Bayon ∙ © Hyundai

Der neue Hyundai Bayon hat fast die gleichen Abmessungen wie der Kona von Hyundai. und tritt ebenfalls in der Klasse der Mini-SUV an. Da stellt sich die Frage, was er besser können soll. ADAC Test, Daten, Preise

  • Zusätzlicher Mini-SUV von Hyundai ab 16.790 Euro

  • Ausschließlich Benzinmotoren zur Wahl

  • Im ADAC Test: Hyundai Bayon 1.0 T-GDI Mildhybrid

  • Viel Platz, gute Sitze, einfache Bedienung

Dass die koreanischen Autobauer schnell lernen, haben sie längst bewiesen. Gerade einmal drei Jahrzehnte sind Hyundai-Modelle hierzulande zu haben. In dieser Zeit hat sich die Marke vom belächelten Billiganbieter zum Trendsetter entwickelt.

Ein reichweitenstarkes Elektroauto hatten die Koreaner mit dem Kona Elektro lange vor der Konkurrenz zu bieten. Und die vielversprechende 800-Volt-Technik bei Elektroautos kommt nach dem Porsche Taycan und dem Audi e-tron GT nicht etwa von Mercedes, BMW oder Volvo zum Einsatz – Hyundai bringt sie. Und zwar in dem auch aus anderen Gründen interessanten Ioniq 5.

Und jetzt rollt auch noch der Bayon zu den Händlern. Der Mini-SUV macht auf den ersten Blick wenig Sinn, schließlich hat Hyundai mit dem Kona bereits einen Vertreter im Segment von VW T-Cross, Seat Arona und Mazda CX-3 zu bieten. Doch der Bayon ist ein schlauer Schachzug: In den nächsten Jahren werden 50 Prozent aller Kleinwagen als Mini-SUV verkauft. Tendenz weiter steigend. Gut, wenn man als Hersteller mehrere Angebote hat.

Optisch grenzt sich der Bayon deutlich von seinem Bruder ab – besonders die dreigeteilten
Hauptscheinwerfer und sein extravagantes Heck sind auffällig stylish. Abgesehen von den optischen Differenzen ist der Bayon aber lediglich drei Zentimeter kürzer, zwei Zentimeter schmaler und sieben Zentimeter niedriger als der Kona und liegt mit einer Länge von 4,18 Metern genau zwischen VW Polo und VW Golf. Ein Riese ist er damit freilich nicht, will er aber auch nicht sein.

Umso überraschender fällt das Platzangebot des Bayon aus. Vorn sitzen bis zu 1,95 Meter große Personen angenehm. Wobei nur die Beinfreiheit limitierend ist, die Kopffreiheit würde auch für knapp 2,15 Meter große Menschen ausreichen. Der Innenraum ist breit genug und für einen Kleinwagen sogar recht großzügig, die üppige Außenbreite des Bayon hat das schon angedeutet. Im Fond begrenzt die Kopffreiheit die Personengröße auf circa 1,95 Meter, die Beinfreiheit würde noch mehr hergeben. Für zwei Personen nebeneinander ist die Innenbreite völlig ausreichend, für drei Erwachsene wird es aber eng. Die Sitze sind groß und bequem.

In Sachen Bedienung macht es einem der Bayon mit klar gezeichneten, hoch auflösenden Digitalinstrumenten und praktischen Direktwahltasten unterhalb des großen Touchscreens und mit den etwas tief angebrachten Drehschaltern für die Klimaanlage leicht. Sieht man einmal davon ab, dass der Motor bei der gefahrenen Version mit Schaltgetriebe und 48-V-Technik nur anspringt, wenn der Schalthebel in Leerlaufposition steht, kommt jeder auf Anhieb mit dem Bayon zurecht. Das Fahrwerk des Bayon ist in der Summe ausgewogen abgestimmt, es federt die Unzulänglichkeiten der Straßen ordentlich weg und reicht nur harte Kanten spürbar bis zu den Insassen durch.

Hartes Plastik, aktuelle Technik

Cockpit des Hyundai Bayon
Cockpit: Digitalanzeigen für den Fahrer, großer Touchscreen zur Bedienung ∙ © Hyundai

Wer seine Augen im Innenraum schweifen lässt, blickt zwar auf viel hartes Plastik, selbst der Dachhimmel ist eine Billigversion ohne schönen Stoffüberzug. Doch das Gesamtpaket sieht zumindest nicht so billig aus, wie es wahrscheinlich zu produzieren ist. Und schließlich hat auch die Konkurrenz hier keine besseren Materialien zu bieten. Die Verarbeitung ist jedenfalls tadellos, nichts klappert oder scheppert auf schlechten Fahrbahnen.

Zur Fahrerinformation bietet der Bayon eine Reihe von in dieser Fahrzeugklasse innovativen Funktionen. Dazu gehört eine optionale, vernetzte Routen-Navigation, die dank Cloud-Umgebung genauere Verkehrsprognosen und Ankunftszeiten liefert. Eine sogenannte Last-Mile-Navigation ermöglicht es dem Fahrer, den Weg auf seinem Smartphone bis zum Zielort fortzusetzen, nachdem er sein Auto geparkt hat.

Gute Smartphone-Anbindung

Die Fahr- und Infotainment-Funktionen sind über das digitale Cockpit mit 10,25-Zoll-Display und je nach Ausstattung über einen 8-Zoll-Farb-Touchscreen oder das 10,25-Zoll-Navigationssystem abruf- und bedienbar. Apple CarPlay und Android Auto garantieren die Integration aller gängigen Smartphones – in Kombination mit dem 8-Zoll-Farb-Touchscreen auch per Bluetooth. Zudem steht eine kabellose Ladefunktion für Smartphones zur Verfügung.

Beim Kofferraumvolumen überragt der Bayon mit nominell 411 Litern Fassungsvermögen den Kona sogar um 37 Liter, was aber nur dann der Fall ist, wenn man nicht die Versionen mit 48-Volt-Technik nimmt. Bei diesen macht sich die 48-Volt-Batterie im Unterboden so breit, dass nur noch 334 Liter übrig bleiben (umgeklappt 1128 zu 1205 Liter bei den anderen Versionen). Nach ADAC Messmethode bleiben beim Prüfling noch 275 bis 1145 Liter übrig, beim Kona kamen die Ingenieure auf 225 bis 1070 Liter. Sprich: Beim praktischen Nutzwert steht der Bayon dem Kona in nichts nach, im Gegenteil.

Hyundai Bayon: 5,8 Liter Testverbrauch

Der neue petrolfarbene Hyundai Bayon während der Fahrt auf einer Landstraße von hinten
Hyundai Bayon: Fällt auf, fährt gut ∙ © Hyundai

Anders bei den Motoren. Denn der Kona wird mit Benzinmotoren, als Vollhybrid, Plug-in-Hybrid und als reine Elektroversion angeboten. Der Bayon dagegen setzt ausschließlich auf drei Benziner mit 84, 100 und 120 PS Leistung. Den 100-PS-Motor gibt es zudem mit der inzwischen gängigen Mildhybrid-Technik, der 120-PS-Motor hat die serienmäßig. Das heißt, dem Verbrennungsmotor wird ein 48-Volt-Generator als Unterstützung beim Anfahren zur Seite gestellt. Das soll Sprit sparen, vor allem im Stadtverkehr mit den vielen Anfahrbewegungen von Ampel zu Ampel.

Beim ADAC Test des 100-PS-Dreizylinders mit 48-Volt-Technik ließ sich der Bayon mit einem Ecotest-Verbrauch von 5,8 Litern Super bewegen. Damit verbunden ist eine CO₂-Bilanz von 157 g/km. Das Aggregat punktet mit sehr geringen Schadstoffemissionen und kann vier Sterne sowie das Prädikat empfehlenswert im ADAC Ecotest einheimsen.

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Der Motor hat nicht zuletzt dank der 48-Volt-Unterstützung wenig Probleme mit dem Bummeln im hohen Gang und genügend Leistung für den Alltag. Den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h absolviert der Koreaner in 6,8 Sekunden, von 80 auf 120 km/h in 9,1 Sekunden. Von 15 auf 30 km/h, beispielsweise nach dem Abbiegen, vergehen knapp über 2 Sekunden. Hyundai gibt den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h mit 10,7 Sekunden an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 km/h.

Dass es sich beim 1,0-Liter-Motor um einen Dreizylinder handelt, kann der Koreaner aber nicht ganz verhehlen, schließlich zeigen sich im Stand und beim Anfahren merkliche Vibrationen und beim Hochdrehen bleibt der sonor-schnarrende Dreizylinderklang nicht aus. Mit vier Zylindern kann nur der Basismotor dienen.

Preis: Der Bayon ist günstiger als der Kona

Ansicht der neue petrolfarbene Hyundai Bayon von der Seite
Kein schlechtes Angebot: Der Hyundai Bayon ∙ © Hyundai

Doch den althergebrachten Saugmotor mit schlappen 84 PS kann man eigentlich nicht mehr empfehlen, selbst wenn sein Basispreis von 16.790 Euro sehr verlockend klingt. Insofern ist der Bayon auf den ersten Blick günstiger als der Kona, der erst bei 19.990 Euro startet – aber auch nur mit stärkeren Motoren zu haben ist. Zieht man eine vergleichbare Version heran, zum Beispiel den 120-PS-Motor mit 48 Volt und derselben Ausstattungsstufe Trend, besteht noch ein Preisunterschied von gerade einmal 710 Euro zugunsten des Bayon.

So kann man den Bayon als Einstiegs-Mini-SUV für preisbewusste Käufer sehen, ohne dass diese Abstriche bei Platz und Komfort hinnehmen müssten. Da beide Kleinwagen-SUV ihre Sache gut machen, darf es aber auch gern eine Frage des Geschmacks sein.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48- Volt-Mildhybrid Trend
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Hyundai Bayon: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Hyundai Bayon 1.2 MPI

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48V Trend (getestete Version)

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48V

Motor / Antrieb

Vierzylinder-Benziner, 1197 cm³, 62 kW/84 PS, 118 Nm bei 4200 U/min, Frontantrieb

Dreizylinder-Turbobenziner, 998 cm³, 74 kW/100 PS, 172 Nm bei 1500 U/min, Frontantrieb

Dreizylinder-Turbobenziner, 48-V-Mildhybrid, 998 cm³, 74 kW/100 PS, 172 Nm bei 1500 U/min, Frontantrieb

Dreizylinder-Turbobenziner, 48-V-Mildhybrid, 998 cm³, 88 kW/120 PS, 172 Nm bei 1500 U/min, Frontantrieb

Fahrleistungen

13,5 s auf 100 km/h, 165 km/h Spitze

10,7 s auf 100 km/h, 183 km/h Spitze

10,7 s auf 100 km/h, 183 km/h Spitze

10,4 s auf 100 km/h, 185 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

5,7 l Super/100 km, 129 g CO₂/km

5,7 l Super/100 km, 129 g CO₂/km

5,5 l Super/100 km, 125 g CO₂/km

5,5 l Super/100 km, 125 g CO₂/km

Maße

L 4,18 / B 1,78 / H 1,49 m

L 4,18 / B 1,78 / H 1,49 m

L 4,18 / B 1,78 / H 1,49 m

L 4,18 / B 1,78 / H 1,49 m

Kofferraum

411 – 1205 l

411 – 1205 l

334 – 1128 l

334 – 1128 l

Leergewicht / Zuladung

1155 / 425 kg

1205 / 425 kg

1230 / 430 kg

1230 / 430 kg

Preis

16.790 €

19.990 €

22.490 €

23.290 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48-Volt-Mildhybrid Trend

Überholvorgang 60 – 100 km/h

6,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,3 m

Wendekreis

11,1 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,8 l Super/100 km, 157 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

690 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,7 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1200 / 460 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

275 / 690 / 1145 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48-Volt-Mildhybrid Trend

Karosserie/Kofferraum

3,2

Innenraum

2,7

Komfort

3,2

Motor/Antrieb

2,8

Fahreigenschaften

2,7

Sicherheit

2,2

Umwelt/Ecotest

2,3

Gesamtnote

2,7

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

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