Cupra Born: So schnell ist der Technik-Bruder des ID.3

Extrem dynamische Optik: Cupra Born, eine Variante zum VW ID.3
Extrem dynamische Optik: Cupra Born, eine Variante zum VW ID.3© Cupra

Das Seat-Pendant zum VW ID.3 heißt Cupra Born und baut auf dessen Technik auf. Im Detail gibt es dennoch deutliche Unterschiede. Infos, Bilder, Daten, Reichweiten und Preise.

  • Drei Leistungsstufen und drei Akkugrößen

  • Grundpreise zwischen 32.700 und 45.000 Euro 

  • Tieferlegung, direktere Lenkung sowie 20 kW mehr Leistung

Der VW-Konzern nutzt alle Möglichkeiten, um seine umfangreiche Elektro-Strategie in Schwung zu bringen. Der Wandel soll alle Marken erfassen, also auch Seat – respektive deren sportliche Tochter Cupra. Die Erweiterung des Portfolios um die Untermarke Cupra wirkt zunächst eigenartig, ist aber ein logischer Schritt: Einen Cupra können die Designer und Ingenieure noch deutlich knackiger und dynamischer auslegen als einen Seat. Was bei der engen technischen Verwandtschaft des Born zum VW ID.3 die Differenzierung unterstützt.

Sein großes Markenspektrum hilft dem VW-Konzern bei der Elektrifizierung genauso wie die Plattformstrategie. So wurde aus dem elektrischen Kleinwagen VW up! der Mii electric. Und auch der Born (als Studie hieß er noch El-Born) setzt wie der ID.3 in der Kompaktklasse auf dem modularen Elektrobaukasten MEB auf.

Den Cupra Born wird in drei Leistungsversionen und mit drei verschiedenen Akkugrößen ausschließlich mit Heckantrieb angeboten. Die Basisversion kostet 32.700 Euro (abzüglich Umweltprämie), bringt einen Akku mit einer Nettokapazität von 45 kWh im Unterboden mit und ist 110 kW/150 PS stark. Für rund 4500 Euro mehr gibt es den Born mit einem 58 kWh-Akku. Darüber rangieren zwei sogenannte E-Boost-Modelle, die kurzzeitig eine Leistung von 170 kW/231 PS entwickeln.

Cupra Born: Kompaktes Elektroauto mit guter Reichweite

Zur ersten Testfahrt stand die Topversion mit 231 PS und dem 77 kWh großen Akku zur Verfügung. Und der scheint aus allen seinen Poren mitteilen zu wollen, wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Klar, dass die Erwartungen hinsichtlich der dynamischen Fahreigenschaften, aber auch in Bezug auf die Reichweite groß waren beim Einsteigen. Der Blick auf den Bordcomputer zeigt: Akkustand 94 Prozent, prognostizierte Reichweite 427 Kilometer. Okay, dann kann's ja losgehen.

Leise und kraftvoll wie jedes Elektroauto setzt sich der dynamisch gestylte Cupra Born in Bewegung. Dabei ist es beeindruckend, wie unmittelbar der Elektroantrieb seine Kraft entfaltet. Während andere Fahrzeugführer an der Ampel noch damit beschäftig sind, das Auto in die Gänge zu bringen, ist der Born schon ein ganzes Stück enteilt. Schließlich entfallen das Einlegen und Einkuppeln des ersten Gangs. Es gibt auch kein Start-Stopp-System, bei dem der Anlasser den Motor erst starten müsste. Und auch die Gedenksekunde eines Doppelkupplungsgetriebes beim Anfahren fehlt völlig: Fuß mit leichtem Nachdruck aufs Gas – und scheinbar mühelos schnürt der Wagen davon.

Dieses Phänomen könnte auch jede Fiat 500e-Fahrerin und jeder Elektro-Smart-Besitzer bestätigen, denn Motorleistungen von 170 kW (231 PS) wie im Cupra Born (oder mehr) bräuchte es dafür gar nicht. Doch ein gewisses Leistungspotential ist auch sehr hilfreich. Zum Beispiel wenn es darum geht, einen Lkw auf einer kurvigen Landstraße zu überholen. Es beruhigt tatsächlich ungemein, wie souverän und sicher so ein Überholvorgang bewerkstelligt werden kann. Das macht der kräftige Cupra Born richtig gut.

Sieht der Cupra nur schneller aus?

Von null auf 100 km/h in 7,0 Sekunden: Born mit 170 kW (231 PS) Leistung und 77 kWh großem Akku © Cupra

Dass der Cupra Born mit seinem expressiven Blechgewand im Vergleich mit dem Technik-Bruder VW ID.3 die deutlich sportlichere Erscheinung ist, wird niemand ernsthaft bezweifeln. Aber ist er auch wirklich so viel schneller und fahrdynamischer? Bei dieser Frage fällt die Antwort nicht so leicht.
Obwohl die Cupra-Ingenieure viele technische Veränderungen vorgenommen haben: Abgesehen davon, dass sie dem Motor 20 kW mehr Spitzenleistung entlocken, haben sie das Fahrwerk tiefergelegt, die Lenkung arbeitet im Born etwas progressiver und direkter als im ID.3, die Reifen sind breiter und die Bremsen größer.

Als Sprintwert von null auf 100 km/h gibt Cupra für die Topversion glatte 7,0 Sekunden an, das wäre etwa eine halbe Sekunde schneller als die Topversion des VW ID.3. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Modellen elektronisch auf 160 km/h limitiert. Bei der Höchstgeschwindigkeit ist der Cupra also nicht schneller.

Video: Cupra Born im ADAC Review

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Per Knopfdruck sportlicher

Doch wirklich zum Tragen kommt die Sportlichkeit des Cupra Born erst, wenn ein passendes Fahrprogramm eingestellt wird. Dies geschieht mittels zweier unübersehbarer Knöpfe am Lenkrad. Mit dem Button rechts geht es direkt in den höchsten Cupra-Sportmodus. Mit dem Button links lassen sich alle Fahrprogramme linear durchwählen: von zurückhaltend-sparsamer Fahrweise bis hin zu aggressivem Power-Pressing.

Die gewählten Modi beeinflussen sowohl das Fahrverhalten als auch die Lenkung wie das Ansprechverhalten des Motors. Cupra-Fahrer, die sich hier zu schaffen machen, kommen sich stets ein bisschen wie ein Formel 1-Rennfahrer vor, mit all den Knöpfen und elektronischen Helfern. Und genau das hatten die Entwickler zum Ziel.

Das ist die gleiche Strategie, die Cupra schon mit den Plug-in-Hybriden ausprobiert hat. Offensichtlich mit großem Erfolg: Die Verantwortlichen sprechen von Auftragsumsätzen, die sie selbst kaum für möglich gehalten hätten.

Feine Unterschiede zum VW ID.3

Überraschenderweise bleibt das Fahrgefühl im Cupra Born ziemlich ähnlich wie das im VW ID.3. So zumindest ist der vorläufige subjektive Eindruck. Um den Unterschieden exakt auf die Spur zu kommen, müsste man die beiden Autos im direkten Vergleich bewegen.

Zu bemängeln gibt es unter dem Strich wenig. Nervig laut klingt das Blinkergeräusch des Cupra Born. Außerdem fühlt sich das Bremspedal etwas teigig an. Beide Kritikpunkte räumen die Ingenieure bei Cupra unumwunden ein – und versprechen Abhilfe zu schaffen. Mit den schon vom ID.3 oder auch vom Golf bekannten Bedienungsmängeln wird man als Cupra-Fahrer dagegen wohl auch in Zukunft leben müssen.

Technische Daten Cupra Born: Vier Versionen

Technische Daten (Herstellerangaben)

CUPRA Born (58 kWh) (ab 11/21)

CUPRA Born e-Boost (58 kWh) (ab 02/22)

CUPRA Born e-Boost (77 kWh) (ab 02/22)

Motorart

Elektro

Elektro

Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

150

170

170

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

204

231

231

Drehmoment (Systemleistung)

310 Nm

310 Nm

310 Nm

Antriebsart

Heck

Heck

Heck

Beschleunigung 0-100km/h

7,3 s

6,6 s

7,0 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

160 km/h

160 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

418 km

420 km

548 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km

0 g/km

0 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

15,5 kWh/100 km

15,7 kWh/100 km

15,8 kWh/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

13,7 kWh/100 km

15,2 kWh/100 km

16,0 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

62,0

62,0

82,0

Batteriekapazität (Netto) in kWh

58,0

58,0

77,0

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:120,0

AC:11,0 DC:120,0

AC:11,0 DC:135,0

Kofferraumvolumen normal

385 l

385 l

385 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.267 l

1.267 l

1.267 l

Leergewicht (EU)

1.811 kg

1.824 kg

1.946 kg

Zuladung

449 kg

436 kg

354 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

2 Jahre

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.322 mm x 1.809 mm x 1.540 mm

4.322 mm x 1.809 mm x 1.540 mm

4.322 mm x 1.809 mm x 1.540 mm

Grundpreis

37.220 Euro

38.600 Euro

44.300 Euro

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