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Los Angeles | 19.11.2019

Ford Mustang Mach-E: Mit Akku statt V8 zum Tesla-Jäger

Ford Mustang Mach E fährt auf Straße
Elektro-Mustang: Optisch zwischen Sportwagen und Tesla Model X

Der Ford Mustang kommt Ende 2020 als Elektroauto auf den Markt – als SUV. Mit bis zu 342 kW starken Motoren und mit einer Reichweite zwischen 420 und 600 Kilometern. Erste Infos, Daten, Bilder.

  • Der elektrische Mustang hat sich zum SUV gewandelt
  • Zwei Akkus mit 76 und 99 kWh; Reichweite: 420 und 600 Kilometer
  • Motorleistung: Zwischen 190 und 342 kW
  • Verkaufsstart: Ende 2020 zum Preis ab voraussichtlich 46.900 Euro 

 

Er ist ein Mythos unter den Muscle Cars und die Ikone der V8-Fraktion: Kaum ein Auto steht bei den "Petrolheads" höher im Kurs als der Ford Mustang. Und ausgerechnet er soll Ford ins Elektro-Zeitalter beamen und als Mustang Mach-E zum ersten ernsthaften Tesla-Jäger aus Detroit werden.

Zwar dauert es noch bis Ende 2020, bis der Stromer zu Preisen ab 46.900 Euro auf die Straße sirrt, doch die Amerikaner haben schon jetzt das Tuch gelüftet – und zwar nicht "daheim" in Detroit, sondern buchstäblich vor Elon Musks Büro auf dem Hawthorne Airfield in Los Angeles.

Ford Mustang Mach-E mit Porsche-Fahrleistung

Zoom-In
Heck des Ford Mustang Mach E fahrend
Ein Mustang im klassischen Sinne ist der Mach-E natürlich nicht

Was der Tesla-Chef beim Blick von seinem Schreibtisch aus zu sehen bekam, hat mit dem konventionellen Mustang aber nicht mehr viel gemein.

Aus dem Sportwagen ist ein SUV geworden, der aber zumindest in manchen Details das Vorbild zitiert: Die Haube ist länger als bei den meisten Konkurrenten und stärker konturiert, die hinteren Kotflügel sind weiter ausgestellt, und natürlich glühen am Heck wie schon beim ersten Mustang von 1964 drei fette rote Balken als Rückleuchten.

Die Silhouette des Mustang Mach-E aber sieht verdächtig nach Tesla Model Y aus, mit dem er auch größenmäßig eher zu vergleichen ist als mit dem bulligen Tesla Model X.

Neu und ungewohnt sind der hohe Bug mit dem geschlossenen Kühlergrill und die Türen, denen die konventionellen Griffe fehlen, weil sie mit Sensoren öffnen und den Passagieren entgegenspringen. Das sieht cool aus, ist aber nicht wirklich praktisch.

Das Fahrgefühl ist typisch Mustang: "Fun and Fast", sagt Ted Cannis, der die elf Milliarden Dollar verwaltet, mit denen Ford zu einer zukunftsfesten Marke mit einem elektrischen Standbein werden soll. Die erste Mitfahrt im Prototypen rund um Teslas Firmensitz gibt ihm recht: Wenn der Entwicklungsingenieur auf der Jack Northrop Avenue das Pedal durchtritt, galoppiert der elektrische Erstling schneller davon als etwa ein Porsche Macan Turbo S.

Dabei handelt es sich bei dem Prototypen noch nicht mal um den GT, der in unter vier Sekunden auf Tempo 100 sprinten soll.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen. 

 

Zunächst wird es den Mach-E mit zwei Batteriepaketen mit 76 und 99 kWh und WLTP-Reichweiten zwischen 420 und 600 Kilometern geben. Die Basis hat Heckantrieb und je nach Batterie 190 oder 210 kW Motorleistung. Das Allradmodell mit "Dual-Motor" kommt auf 190 und 248 kW und als GT auf satte 342 kW. Der Power-Mustang hat immer Allradantrieb und den XL-Akku.

Allerdings ist der Spaß ein bisschen früher vorbei als üblich: 185 km/h schaffen die Standard-Versionen, der GT 200 km/h. Für die Mustang-Fangemeinde ist das ungewohnt langsam.

Blauer Tesla Model Y fahrend

Tesla Model Y: Das kann Teslas E-SUV

Fast zeitgleich mit dem Ford Mustang Mach-E soll das Tesla Model Y an den Start gehen. Als Basis dient das Model 3, die Reichweite soll zwischen 370 und 480 km liegen. Gebaut wird das Model Y u.a. in einem neuen Werk in Brandenburg.

Erste Infos zum Tesla Model Y
 

Viel Platz, moderner Innenraum

Zoom-In
cockpit des Ford Mustang Mach E
Wie bei Tesla mit großem Touchscreen: Ford wird modern

Die Fangemeinde kann sich aber über eine andere Umstellung freuen – zum ersten Mal bietet der Mustang richtig Platz: Bei 4,71 Metern Länge und knapp drei Metern Radstand ist der Mach-E viel geräumiger und damit der erste Mustang, in dem man auch hinten bequem sitzen kann.

Vom großen Kofferraum hinten und den 100 Litern im "Frunk" im Bug ganz zu schweigen.

Dazu gibt es ein Interieur, das einen riesigen Sprung nach vorn macht: Der Mach-E sieht innen modern aus und bringt frischen Wind in die Ford-Welt. Was ein 15-Zoll-Display, das aufrecht vor dem ansonsten gähnend leeren Cockpit thront und nur von einem kleinen Bildschirm hinter dem Lenkrad flankiert wird, so alles ausmacht. Tesla lässt grüßen.

Neuer Aufbau, neues Ambiente, neuer Antrieb – so will Ford nicht nur den Mustang, sondern die ganze Motor Company fit für die Zukunft machen und wirft dabei viele Traditionen über Bord.

Nur an einem Wert wollen die Amerikaner auch in der Ära der Akku-Autos festhalten: Dem Sound. An dem haben sie beim Mach-E so lange komponiert, dass selbst die E-Motoren verdächtig nach V8 klingen. 

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: Ford Motor Company.

Kontakt zur Redaktion:  redaktion@adac.de