Suzuki S-Cross: Wer braucht denn noch einen Diesel?

Mit 4,30 Metern Länge hat der neue S-Cross eine parkfreundliche Größe
Mit 4,30 Metern Länge hat der neue S-Cross eine parkfreundliche Größe© Suzuki

Nach gut acht Jahren Bauzeit wurde das Kompakt-SUV Suzuki SX4 S-Cross abgelöst: Die neue Generation hört auf den Namen S-Cross, hat optional einen Allradantrieb und nur noch Hybrid-Benziner. Testfahrt.

  • Neuer Suzuki S-Cross als Mild- und als Vollhybrid

  • 129-PS-Basismotor aus dem Vorgänger mit 48-Volt-Technik

  • Preis: ab 29.290 Euro

Suzuki gilt nicht nur als Kleinwagen-, sondern auch als SUV-Marke. So pflegen die Japaner ihr Modellangebot entsprechend und haben nicht nur den Vitara als Dauerbrenner im Programm, sondern legten am oberen Ende mit dem Across (baugleich mit dem Toyota RAV4) sogar noch nach. Und jetzt hat der SX4 S-Cross als Kompakt-SUV seinen Nachfolger namens S-Cross bekommen. Der könnte für viele als Familienauto attraktiv sein, denen der nur 4,17 Meter lange Vitara zu klein und der Across zu teuer ist (ab rund 55.000 Euro).

Schließlich ist der S-Cross mit einer kompakten Länge von 4,30 Meter alles andere als ein Parkhausschreck und gerade einmal zwei Zentimeter länger als ein Golf – was man auf den ersten Blick kaum glauben mag. Denn die neue Generation wirkt im Vergleich zum dezidiert harmlos auftretenden Vorgänger deutlich stämmiger. An der Front gibt es einen großen Kühlergrill und am Heck ein hoch montiertes, durchgehendes Leuchtenband – schon ist der Auftritt bulliger. Kurz: Der Neue sieht mehr nach SUV aus als der Alte.

360-Grad-Cockpit: Sachlich – und etwas altbacken

Im Innenraum herrscht die von Suzuki gewohnte Sachlichkeit mit analogen und etwas altbackenen Instrumenten, einem "richtigen" Automatikwählhebel statt eines heutzutage fast schon üblichen Mini-Joysticks, gut bedienbaren Tasten für die Klimatisierung und einer guten Übersichtlichkeit. Das mag heute alles schon etwas angestaubt wirken, doch als Gegenpol zu den oft übertechnisierten Modellen anderer Marken mag gerade das für manche attraktiv sein.

Trotzdem fragt man sich, ob es denn keine andere Lösung gegeben hätte, als den Bordcomputer über einen Stift im Kombiinstrument wie in den 90er-Jahren zu bedienen. Im neun Zoll großen Display etwa, das ab der zweiten und besten Ausstattungsstufe "Comfort+" griffgünstig über den Lüftungsdüsen thront und sich schließlich mit guter Smartphone-Anbindung (Apple CarPlay und Android Auto) und integriertem Navi als zeitgemäß erweist, hätte sich sicher noch ein Reiter anbringen lassen.

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Das Glasdach hat einen Haken

Doch ein Punkt spricht eindeutig gegen die "Comfort+" Ausstattung: Das dann serienmäßige Panorama-Glasschiebedach. Das ist zwar an sich toll, weil sehr groß, aber es nimmt dem Dachhimmel ein paar Zentimeter in der Höhe. Die Folge: Wer hinten größer als 1,75 Meter ist, berührt mit den Haaren bereits den Dachhimmel. Ärgerlich, denn die Beinfreiheit wäre gut und die Sitze sind bequem, genau wie das gut geformte Gestühl in der ersten Reihe.

Also lieber nur "Comfort" nehmen, 3400 Euro Aufpreis sparen und auf die Frischluft von oben verzichten. Schon die Basisausstattung reicht im Prinzip aus, umfasst sie doch bereits eine Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung, Parkpiepser vorn und hinten, neigungsverstellbare Rückenlehnen im Fond, LED-Scheinwerfer und "Keyless Start", wie das schlüssellose Zugangssystem bei Suzuki heißt.

Das Kofferraumvolumen ist bei beiden Versionen gleich und beträgt laut Hersteller 430 Liter. Weil das Gepäckabteil gut geschnitten ist, lässt es sich ordentlich nutzen und verfügt sogar über einen verstellbaren doppelten Zwischenboden.

Testfahrt im Suzuki S-Cross als Mildhybrid

Trotz guter Fahrleistungen bevorzugt der S-Cross die gemütliche Gangart © Suzuki

Beim Antrieb vertraut der S-Cross zunächst dem 95 kW/129 PS starken 1,4-Liter-Benziner aus dem Vorgänger, der dank neuer 48-Volt-Mildhybridtechnik aber sparsamer sein soll als bisher. Der integrierte Startergenerator (ISG) unterstützt den Verbrenner beim Beschleunigen und Anfahren mit bis zu 10 kW. Beim Fahren merkt man davon wie üblich bei Mildhybriden nichts, denn rein elektrisch kann sich das Fahrzeug damit nicht fortbewegen. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsganggetriebe, optional ist eine Sechsstufenautomatik (1500 Euro Aufpreis) zu haben. Letztere lässt sich in der höchsten Ausstattungslinie auch mit Allradantrieb kombinieren.

Mildhybrid mit guten Fahrleistungen

Auf den ersten Testfahrten mit Automatikgetriebe wirkte die Kombination recht munter und antrittsstark und äußerst drehfreudig, beim Ausdrehen aber auch kernig-laut. Knapp unter (mit Frontantrieb) und etwas über zehn Sekunden (Allradmodell) für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h sind allemal ausreichend, die Spitze von 195 km/h sowieso. Ein Sportwagen ist am S-Cross schließlich nicht verloren gegangen: In schnellen Kurven neigt sich die Karosserie stärker als etwa bei einem Ford Kuga oder VW Tiguan – die gemütliche Gangart steht ihm einfach am besten.

Dann ist auch ein Verbrauch mit einer sechs vor dem Komma problemlos zu erreichen, wie die erste Testfahrt gezeigt hat. Für ein Benziner-SUV ist das recht sparsam, sodass sich die Frage nach einem Diesel eigentlich nicht mehr stellt – den bietet Suzuki auch gar nicht erst an.

Suzuki S-Cross nun auch als Vollhybrid

"Titan Dark Gray Pearl Metallic" heißt das unscheinbare Grau © Suzuki

Seit August 2022 ist der S-Cross auch in einer zweiten Motorversion bestellbar: Ein 85 kW/115 PS starker Vollhybrid, das aus der Kooperation mit Toyota stammt, von Suzuki aber mit einem eigenen automatisierten Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert wird. Ein Startergenerator soll die bei automatisierten Schaltungen üblichen Schaltpausen eliminieren. Das gleiche System kommt ab sofort auch im kleineren Schwestermodell Suzuki Vitara zum Einsatz und senkt den Verbrauch dort auf 5,3 Liter im WLTP-Zyklus. Preis für den S-Cross als Vollhybrid: ab 32.300 Euro, mit Allrad kostet der 1.5 Dualjet Hybrid 37.540 Euro.

Bei den Assistenzsystemen hat Suzuki deutlich zugelegt. Neu im Helferlein-Programm finden sich eine 360-Grad-Kamera und ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-go-Funktion. Als Assistenzsysteme sind Spurhaltewarnsystem mit Lenkeingriff, Müdigkeitserkennung, Verkehrszeichenerkennung, Toter-Winkel-Warnsystem, Ausparkassistent und Berganfahrhilfe serienmäßig an Bord.

Preis: Der Suzuki S-Cross kostet 29.290 Euro

Preislich ist der neue S-Cross auch aufgrund der umfangreicheren Ausstattung deutlich höher positioniert als der zuletzt für knapp 25.000 Euro angebotene Vorgänger und startet ab 29.290 Euro. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen unter anderem Nissan Qashqai, Mazda CX-30, Honda HR-V und Seat Ateca.

Suzuki S-Cross: Technische Daten, Preis

Mit Material von SP-X

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