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Förderung für Elektroautos und Wallbox: Hier gibt es Geld

Hyundai Ioniq stehend
Auch für den Hyundai Ioniq gibt es Fördergelder ∙ © Hyundai

Der Umstieg aufs Elektroauto geht ins Geld: Der Kaufpreis ist vergleichsweise hoch, und auch der Einbau von Stromleitung, Steckdose und Wallbox in die private Garage kann teuer werden. So kommen Sie an Fördermittel.

  • Umweltbonus bis Ende 2025 verlängert

  • Wegen Corona-Krise: Erhöhung bis Ende 2021

  • Bis zu 9000 € Zuschuss für Elektroautos und 6750 € für Plug-in-Hybride

  • Förderung der Wall-Boxen durch KfW-Bank, einige Bundesländer und Kommunen

  • Auch Energieunternehmen bezahlen Zuschüsse

Elektroautos sind vergleichsweise teuer. Um ihre Verbreitung zu fördern, gibt es von Staat und Herstellern Subventionen. Im Rahmen des Konjunktur-Programms wegen der Corona-Krise hat wird die Förderung des Bundes als "Innovationsprämie" befristet bis Ende 2021 steigen. Reine E-Autos bekommen eine Förderung von bis zu 9.000 Euro, Plug-in-Hybride erhalten eine Förderung von bis zu 6.750 Euro. Die erhöhte Förderung gilt für Neufahrzeuge, die nach dem 3. Juni 2020 erstmals zugelassen wurden.

So hoch ist die Umweltprämie

Geld gibt es bei Kauf oder Leasing der meisten Stromer sowie für Pkw mit Brennstoffzelle, also Wasserstoffautos. Plug-in-Hybride werden ebenfalls gefördert, wenn Sie die Fördervoraussetzungen erfüllen. Die Zuschüsse im Überblick:

FahrzeugtypNetto-Listenpreis BasismodellBundesanteil (verdoppelt)Herstelleranteil (netto)Gesamt (netto)

Elektroauto

bis 40.000 Euro

6000 Euro

3000 Euro

9000 Euro

Elektroauto

über 40.000 Euro bis 65.000 Euro

5000 Euro

2500 Euro

7500 Euro

Plug-In-Hybrid

bis 40.000 Euro

4500 Euro

2250 Euro

6750 Euro

Plug-In-Hybrid

über 40.000 Euro bis 65.000 Euro

3750 Euro

1875 Euro

5625 Euro

Quelle: Bafa. Es gilt der Netto-Listenpreis in Deutschland

Bei Privatkauf wirkt sich auf den Herstelleranteil auch noch die befristete Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 % aus (von 1.7. – 31.12.2020). Bei 3.000 Euro Herstelleranteil sind das 570 Euro (bzw. 480 Euro bei 16%) auf den Bruttolistenpreis.

Auch gebrauchte E-Autos (5000 Euro) und Plug-In-Hybride (3750 Euro) werden bezuschusst, sofern bei einem vorangegangenen Kauf keine Umweltbonus ausgezahlt wurde.

Diese Sonderregelungen gelten allerdings nur für "junge Gebrauchte": Frühestes Erstzulassungs-Datum ist der 5.11.2019, die Zweitzulassung muss nach dem 3.6.2020 erfolgt sein. Zudem darf der Pkw nicht länger als 12 Monate zugelassen gewesen sein und höchstens 15.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Ob der gewünschte Gebrauchtwagen überhaupt förderfähig ist, erfahren Sie bei der BAFA*.

So beantragen Sie die Förderung

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Uwe Rattay

Grundsätzlich gilt: Der Pkw muss bereits gekauft und zugelassen worden sein. Erst dann kann man einen Antrag auf Förderung stellen. Berechtigt sind Privatpersonen, aber auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Wichtig: Geförderte Autos müssen mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben.

Den Antrag stellt man direkt über eine eigene Online-Seite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle* (BAFA). Dort ist auch ausgewiesen, welche speziellen Unterlagen man mit einreichen muss, wenn man des E-Auto entweder gekauft oder geleast hat.

Dann muss eine "Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben" ausgedruckt, unterschrieben und aufs Online-Portal* gestellt werden. Hat alles geklappt, kommt eine Bestätigungsmail mit Zugangsnummer und Link zum Antrag – und nach einiger Zeit die Überweisung.

Auf der Homepage des BAFA* findet sich auch eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge*. Auf ihr stehen beispielsweise der Renault Zoe, der Nissan Leaf, der i3 von BMW, der Ioniq von Hyundai, der Audi e-tron quattro, der Jaguar I-Pace und das Tesla Model 3, von denen manche Modellvarianten gar nicht förderungsfähig sind. Denn Fahrzeuge mit einem Grundpreis mehr als 65.000 Euro netto werden nicht gefördert, stehen also nicht auf der Liste.

Wer ein E-Auto mit akustischem Warnsystem (AVAS) kauft, bekommt zusätzlich 100 Euro Bonus. Es gibt ihn auch für Nachrüstlösungen. Es kann andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Fahrradfahrer auf das bei niedrigem Tempo sehr leise E-Autos aufmerksam machen.

Steuervorteile für Elektroautos

Und auch steuerlich werden Elektroautos gefördert: Bislang musste für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer gezahlt werden. Jetzt wird im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms die bereits geltende zehnjährige Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge bis zum 31.12.2025 gewährt und sogar bis 31.12.2030 verlängert. Nach einem Halterwechsel innerhalb dieser zehn Jahre wird dem neuen Fahrzeughalter die Steuerbefreiung für den dann noch verbleibenden Zeitraum gewährt.

Hybridfahrzeuge, die auch von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, profitieren nicht von diesem Steuervorteil.

Seit dem 1. Januar 2020 wird die Privatnutzung von Elektro-Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis bis 40.000 Euro, die mehr als zur Hälfte dienstlich genutzt werden, monatlich nur noch mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil besteuert. Ab dem 1.7. wird die Kaufpreisgrenze bei reinelektrischen Dienstwagen von 40.000 auf 60.000 Euro erhöht. Für Hybridelektrofahrzeuge sowie Elektrofahrzeuge mit einem jeweils höheren Bruttolistenpreis bleibt es bei der bisher geltenden 0,5-Prozent-Regelung.

Zum Vergleich: Verbrenner müssen mit einem Prozent des Listenpreises beim Finanzamt angesetzt werden. Und auch das Laden des Elektroautos beim Arbeitgeber muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

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Das E-Kennzeichen kann zusätzlich Geld sparen

Batterieelektroautos sowie Plug-In-Hybride mit elektrischen Reichweiten von mindestens 40 km oder einem CO₂-Ausstoß von weniger als 50 g/km können ein E-Kennzeichen erhalten. In vielen Städten ist damit das Parken im öffentlichen Parkraum oft gebührenbefreit, was sich über die Zeit summiert und finanziell bemerkbar macht. Zudem ist das E-Kennzeichen oftmals Voraussetzung, dass das Fahrzeug überhaupt an einer Ladesäule geparkt werden darf.
Hier finden Sie nähere Informationen zum E-Kennzeichen und Vorteilen für Elektroautos in der Stadt.

Förderung für Wallbox und Co.: NRW ist besonders großzügig

Während der Kauf von Elektroautos in ganz Deutschland nach einheitlichen Regeln subventioniert wird, unterscheidet sich die Förderung für den Einbau von Stromleitungen und Steckdosen in die private Garage von Anbieter zu Anbieter, von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt.

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort greift das Sofortprogramm Elektromobilität*. Wer sich eine private Ladestation anschafft, bekommt bis zu 2500 Euro, Unternehmen, die öffentliche Ladepunkte einrichten, sogar bis zu 6000 Euro. Vor den Geldsegen haben die Behörden allerdings ihre Antragsformulare gestellt – zu den Voraussetzungen für die Förderung zählen der Einbau durch einen Fachbetrieb und ein Ökostrom-Vertrag. Maximal 50 Prozent der Kosten werden erstattet. Das Bundesland Sachsen bezahlt 1000 Euro* an Besitzer von Elektroautos, die sich einen Stromspeicher anschaffen – und 200 Euro extra für jede Kilowattstunde Speicherkapazität.

Auch in Schleswig-Holstein gibt es Geld*: Für den Kauf einer Wallbox 400 Euro Zuschuss, für die Installation nochmal 400 Euro. Mehr als 50 Prozent der förderfähigen Kosten werden allerdings nicht ausgezahlt. Wer eine Photovoltaikanlage mit fünf Kilowatt und eine Wallbox anschafft, bekommt 600 Euro für die Ladestation. Hier können höchstens 75 Prozent der Anschaffungskosten bezahlt werden.

Besonders großzügig in Sachen Ladeinfrastruktur-Förderung ist die Stadt München*: Die Beratung durch zertifizierte „Berater/in für Elektromobilität“ wird mit bis zu 6000 Euro unterstützt.

Und auch die KfW-Bank hat ein Förderprogramm (KfW 430)*, bei dem Ladestationen bezuschusst* werden. Wer etwa sein Dach sanieren oder die alte Heizung im Keller austauschen will und sich vorab von einem Energieberater die Förderfähigkeit durch die KfW bestätigen lässt, kann 10 bis 30 Prozent der Baukosten, inklusive Wallbox, erstattet bekommen. Auch vergünstigte Kredite sind möglich.

Zuschüsse für Elektroauto, Wallbox und Strom

Manche Energieversorger zahlen auch Prämien an Kunden aus, die sich ein neues Elektroauto anschaffen – zusätzlich zum Umweltbonus. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer einen Pkw mit Batterie besitzt, kauft aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Strom – wird also in Zukunft zu einem besseren Kunden.

Im Grunde sind diese Zuschüsse also nichts anderes als Kundenbindungsprogramme. Das bedeutet auch: Niemand sollte sich von ein paar Hundert Euro extra dazu verleiten lassen, einen zu teuren Stromvertrag abzuschließen – am Tarifvergleich führt für Umsteiger auf die Elektromobilität kein Weg vorbei. Wer aber seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben oder zu ihm wechseln will, sollte sich nach Förderangeboten erkundigen.

Kennen Sie weitere Förderprogramme, die hier bisher nicht aufgeführt sind? Schreiben Sie uns.

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