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Förderung für Elektroautos: Hier gibt es Geld

blauer Renault Zoe steht in einer Einfahrt
Die meisten Förderanträge wurden bisher für den Renault Zoe gestellt ∙ © Renault

Der Umstieg aufs Elektroauto geht ins Geld: Der Kaufpreis ist vergleichsweise hoch, und auch der Einbau von Stromleitung, Steckdose und Wallbox in die private Garage kann teuer werden. So kommen Sie an Fördermittel.

  • Umweltbonus wird bis Ende 2025 verlängert

  • Bis zu 6000 Euro Zuschuss für Elektroautos und Plug-in-Hybride

  • Förderung privater Ladestationen durch KfW-Bank, einige Bundesländer und Kommunen

  • Auch Energieunternehmen bezahlen Zuschüsse

Elektroautos sind vergleichsweise teuer. Um ihre Verbreitung zu fördern, gibt es von Staat und Herstellern Subventionen. Bund und Autoindustrie übernehmen jeweils die Hälfte der Gesamtkosten von mehr als zwei Milliarden Euro. Damit könnten 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge gefördert werden, schätzt die Regierung.

Am 18. Februar 2020 traten höhere Fördersätze in Kraft, sie werden aber nur für Pkw ausbezahlt, die nach dem 4.11.2019 zugelassen wurden. Alle Autokäufer, die ihren Wagen zwischen diesen beiden Terminen bestellt, ihn aber noch nicht geliefert oder zugelassen haben, profitieren. Allerdings nur, wenn auch der jeweilige Hersteller "seinen" Rabatt nachträglich gewährt.

So hoch ist die Umweltprämie

Geld gibt es bei Kauf oder Leasing der meisten Stromer sowie für Pkw mit Brennstoffzelle, also Wasserstoffautos. Plug-in-Hybride werden ebenfalls gefördert. Die Zuschüsse im Überblick:

FahrzeugtypNetto-Listenpreis BasismodellFörderung
Elektroautobis 40.000 Euro6000 Euro
Elektroautoüber 40.000 Euro bis 65.000 Euro5000 Euro
Plug-In-Hybridbis 40.000 Euro4500 Euro
Plug-In-Hybridüber 40.000 Euro bis 65.000 Euro3750 Euro
Quelle: Bafa. Es gilt der Netto-Listenpreis in Deutschland

Auch gebrauchte E-Autos (5000 Euro) und Plug-In-Hybride (3750 Euro) werden bezuschusst, sofern bei einem vorangegangenen Kauf keine Umweltbonus ausgezahlt wurde.

Sonderregelungen gelten allerdings für "junge Gebrauchte": Frühestes Zulassungs-Datum ist der 5.11.2019. Zudem darf der Pkw nicht länger als 12 Monate zugelassen gewesen sein und höchstens 15.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Letzteres hat ein Sachverständiger oder eine Prüforganisation wie der TÜV zu bestätigen. Ob der gewünschte Gebrauchtwagen überhaupt förderfähig ist, erfahren Sie bei der BAFA.

So beantragen Sie die Förderung

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © ADAC/Uwe Rattay

Grundsätzlich gilt: Der Pkw muss bereits gekauft und zugelassen worden sein. Erst dann kann man einen Antrag auf Förderung stellen. Berechtigt sind Privatpersonen, aber auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. In der Regel füllen die Autohändler die nötigen Formulare für ihre Kunden aus. Wichtig: Geförderte Autos müssen mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben.

Alternativ kann man den Antrag auch direkt über die Homepage des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle* (BAFA) stellen. Dieser Prozess ist allerdings recht aufwendig: Rechnung, Leasingvertrag (mit Nachweis der verbindlichen Bestellung und Leasingraten), Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief) oder die entsprechenden Nachweise für den Gebrauchtwagenkauf müssen dort hochgeladen werden - stets in deutscher Sprache. Der Eigenanteil des Herstellers muss deutlich auf der Rechnung ausgewiesen sein.

Dann muss eine "Erklärung der wahrheitsgemäßen Angaben" ausgedruckt, unterschrieben und aufs Online-Portal gestellt werden. Hat alles geklappt, kommt eine Bestätigungsmail mit Zugangsnummer und Link zum Antrag - und nach einiger Zeit die Überweisung.

Auf der Homepage des BAFA findet sich auch eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge*. Auf ihr stehen beispielsweise der Renault Zoe, der Nissan Leaf, der i3s von BMW, der Ioniq von Hyundai und das Tesla Model 3. Käufer eines Audi e-tron quattro oder eines Jaguar I-Pace – beide kosten deutlich mehr als 65.000 – müssen also auf die Förderung verzichten.

Wer ein E-Auto mit akustischem Warnsystem (AVAS) kauft, bekommt zusätzlich 100 Euro Bonus. Es gibt ihn auch für Nachrüstlösungen. Es kann andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Fahrradfahrer auf das bei niedrigem Tempo sehr leise E-Autos aufmerksam machen.

Steuervorteile für Elektroautos

Und auch steuerlich werden Elektroautos gefördert: Für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, ist zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer fällig. Nach einem Halterwechsel innerhalb dieser zehn Jahre wird dem neuen Fahrzeughalter die Steuerbefreiung für den dann noch verbleibenden Zeitraum gewährt. Hybridfahrzeuge, die auch von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, profitieren nicht von diesem Steuervorteil.

Für Dienstwagen gilt seit 2019 ein weiteres Privileg: Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge werden pauschal mit 0,5 Prozent des Listenpreises versteuert. Zum Vergleich: Verbrenner müssen mit einem Prozent des Listenpreises beim Finanzamt angesetzt werden. Und auch das Laden des Elektroautos beim Arbeitgeber muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

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Während der Kauf von Elektroautos in ganz Deutschland nach einheitlichen Regeln subventioniert wird, unterscheidet sich die Förderung für den Einbau von Stromleitungen und Steckdosen in die private Garage von Anbieter zu Anbieter, von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt.

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort startete Ende 2017 das Sofortprogramm Elektromobilität*. Wer sich eine private Ladestation anschafft, bekommt bis zu 1000 Euro, Unternehmen, die öffentliche Ladepunkte einrichten, sogar bis zu 5000 Euro. Vor den Geldsegen haben die Behörden allerdings ihre Antragsformulare gestellt – zu den Voraussetzungen für die Förderung zählen der Einbau durch einen Fachbetrieb und ein Ökostrom-Vertrag. Maximal 50 Prozent der Kosten werden erstattet. Das Bundesland Sachsen bezahlt 1000 Euro* an Besitzer von Elektroautos, die sich einen Stromspeicher anschaffen – und 200 Euro extra für jede Kilowattstunde Speicherkapazität.

Besonders großzügig in Sachen Ladeinfrastruktur-Förderung ist die Stadt München*: Die Beratung durch einen Elektroinstallateur wird mit bis zu 6000 Euro unterstützt.

Und auch die KfW-Bank hat ein Förderprogramm (KfW 430)*, bei dem Ladestationen bezuschusst* werden. Wer etwa sein Dach sanieren oder die alte Heizung im Keller austauschen will und sich vorab von einem Energieberater die Förderfähigkeit durch die KfW bestätigen lässt, kann 10 bis 30 Prozent der Baukosten, inklusive Wallbox, erstattet bekommen. Auch vergünstigte Kredite sind möglich.

Zuschüsse für Elektroauto, Wallbox und Strom

Manche Energieversorger zahlen auch Prämien an Kunden aus, die sich ein neues Elektroauto anschaffen – zusätzlich zum Umweltbonus. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer einen Pkw mit Batterie besitzt, kauft aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Strom – wird also in Zukunft zu einem besseren Kunden.

Im Grunde sind diese Zuschüsse also nichts anderes als Kundenbindungsprogramme. Das bedeutet auch: Niemand sollte sich von ein paar Hundert Euro extra dazu verleiten lassen, einen zu teuren Stromvertrag abzuschließen – am Tarifvergleich führt für Umsteiger auf die Elektromobilität kein Weg vorbei. Wer aber seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben oder zu ihm wechseln will, sollte sich nach Förderangeboten erkundigen.

In diesen Städten wird zum Beispiel gefördertDafür gibt es Förderung
Aachen500 Euro beim Kauf eines Elektroautos STAWAG Aachen*
BrühlBei Kauf/Leasing eines Elektroautos einmalige Gutschrift von 250 Euro. Zusätzlich ein Jahr kostenlos laden mit der ladenetz.de-Verbundkarte Stadtwerke Brühl*
Dachau250 Euro für die Wallbox beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Dachau*
Diepholz1000 Euro beim Kauf eines Elektroautos und Bezug von Ökostrom Stadtwerke Huntetal*
Düsseldorf500 Euro für die Wallbox bei Bezug von Ökostrom oder vorhandener Solaranlage. 20 Prozent der Anschlusskosten bis maximal 500 Euro pro Ladestation Umweltamt Düsseldorf*
Frankfurt/Main250 Euro beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos (bis 5 Jahre) oder 100 Euro bei Erwerb einer Mainova-Wallbox Mainova*
Frankfurt/Oder500 Euro (max.) beim Kauf eines Elektroautos oder 300 Euro beim Kauf eines Plug-in-Hybrids bei Bezug von Ökostrom Stadtwerke Frankfurt/Oder*
Hannover500 Euro für eine Wallbox bei Bezug von Ökostrom Enercity*
Jena300 Euro bei Kauf oder Pacht einer Wallbox Stadtwerke Jena-Pößneck*
Karlsruhe200 Euro Zuschuss beim Kauf einer Wallbox im Verbund mit Ökostrom. 100 Euro beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Elektroautos oder Plug-in-Hybriden Stadtwerke Karlsruhe*
Lindau200 Euro Gutschrift auf Stromrechnung beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Lindau*
Mainz400 Euro für eine Wallbox bei Bezug von Ökostrom; 600 Euro Fördergeld für E-Säule Mainzer Stadtwerke*
Marburg750 Euro beim Kauf eines Elektroautos (bis 31.12.19) Stadtwerke Marburg* 400 Euro Zuschuss pro Wallbox und 100 Euro bei eigenem Strom aus erneuerbaren Energien Landkreis Marburg-Biedenkopf*
Merseburg500 Euro Zuschuss für eine Wallbox oder für Anschaffung eines intelligenten Ladekabels im Netzgebiet der Stadtwerke Merseburg Stadtwerke Merseburg*
München6000 Euro (max.) als Zuschuss zu Planung und Einbau von Ladeinfrastruktur; Ladeinfrastruktur mit 40% der Nettokosten für Montage und Installation bis max. 3000 Euro für Normalladepunkte und max. 10.000 Euro für Schnellladepunkte Stadt München*
Neuwied500 Euro beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Neuwied*
Nürnberg250 Euro Preisnachlass auf die Wallbox bei Bezug über N-ERGIE N-ERGIE*
Sigmaringen150 Euro beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Sigmaringen*
St. Wendel300 Euro beim Kauf eines Elektroautos (max. zwei Fahrzeuge). Anrechnung auf die Stromrechnung innerhalb von drei Jahren Stadtwerke St. Wendel*
Unterschleißheim1500 Euro bei Kauf oder Leasing eines Elektroautos unter 60.000 Euro Gemeinde Unterschleißheim*
Versmold300 Euro beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Versmold*
Wuppertal1000 Euro beim Kauf eines Elektroautos und Bezug von Strom über die Wuppertaler Stadtwerke
Zweibrücken 500 Euro beim Kauf eines Elektroautos Stadtwerke Zweibrücken*
Wiesbaden500 Euro beim Kauf eines Elektroautos und Bezug von Strom über die ESWE*

Kennen Sie weitere Förderprogramme, die hier bisher nicht aufgeführt sind? Schreiben Sie uns.

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Thomas Paulsen
Stellv. Chefredakteur
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