Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Mini Cooper SE: So fährt sich der Elektro-Mini

der neue Mini Elektro Electric Auto fährt auf der Strasse in Amerika
Mini Cooper SE: So heißt der vollelektrische Mini ∙ © Mini

Der neue Elektro-Mini ist jetzt bei den Händlern: Mit bis zu 270 Kilometern Reichweite zum Preis von 32.500 Euro. Die erste Testfahrt mit aktuellen Fotos, technischen Daten und Infos.

  • Reichweite: 230 bis 270 Kilometer

  • Akku-Kapazität von 32,6 kWh; Technik vom Konzernbruder BMW i3

  • Direktes, Mini-typisches Fahrverhalten auch bei der Elektro-Version

Bereits 2017 hatte die BMW Group den elektrischen Mini als Studie auf der IAA präsentiert. Jetzt ist die Serienversion zu haben. Die Preise starten bei 32.500 Euro und liegen angesichts der üppigen Ausstattung damit sogar etwas unter dem gleich starken Cooper S mit Benzintank.

Elektro-Mini: Fahrverhalten wie beim Autoscooter

Beim E-Mini setzen die Konstrukteure auf drei Eigenschaften, die schon den klassischen Bruder aus England zum Dauerbrenner gemacht haben: das charakterstarke Design, das sich nur in Details wie einem geschlossenen Grill und einer Heckschürze ohne Endrohre unterscheidet. Ein verspieltes Interieur, wobei das Infotainment-System als einzig echte Neuerung digitale Instrumente bekommt. Und ein Fahrverhalten, das nah am Autoscooter ist.

Der elektrische Mini klingt beim Anlassen wie die Enterprise aus "Star Trek" beim Lift-off: Die Elektronik fährt hoch, ein Rauschen geht durchs Auto. Beim Kickdown beschleunigt der Stromer wie ein Cooper S beim Start zur Rallye Monte Carlo: Während eine neue Traktionselektronik das Scharren der Vorderräder verhindert, schießt der Wagen davon, als wolle er beim Ampelstart einen BMW M3 hinter sich lassen.

Nach 3,6 Sekunden hat er auf mehr als 50 km/h beschleunigt, die 100-km/h-Marke fällt nach 7,3 Sekunden. Auf der Autobahn fällt der Elektrosprinter jedoch deutlich hinter die traditionellen Modelle zurück. Daran, dass bei 150 km/h Schluss sein soll, werden sich Mini-Fahrer gewöhnen müssen. Erst recht, wenn sie tatsächlich aus dem Cooper S wechseln und dort bislang 220 fahren durften.

Das Bremspedal kann man im Mini SE vergessen

Dabei fühlt sich der kleine Stromer deutlich schwerer an und fällt mit den Batterien im Boden ein bisschen höher aus als der normale Dreitürer. Dennoch liegt er satt und stabil auf der Straße und nimmt die Kurven verdammt zackig. Wie immer bei Elektroautos muss man sich an das Bremsen erst einmal gewöhnen. Das Bremspedal kann man – von brenzligen Situationen einmal abgesehen – getrost vergessen. Der Mini Cooper SE bremst durch die Schubumkehr genug, wenn der E-Motor zum Generator wird und die Bremsenergie zurückgewinnt.

Anders als etwa beim Nissan Leaf oder dem Peugeot e-208 gibt es allerdings nur zwei Rekuperationsstufen: eine minimale, die sich fast schon nach Leerlauf anfühlt und den Wagen schier ewig segeln lässt. Und eine maximale, in der eine deutliche Verzögerung einsetzt, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wurde, und der Mini nach wenigen Metern zum Stillstand kommt.

270 km Reichweite, Batterie mit 32,6 kWh

Ein Langstreckler ist der E-Mini nicht. Die vom aktuellen BMW i3 übernommene Batterie fasst gerade mal 32,6 kWh. Sie ist im Mitteltunnel und unter den Sitzen verbaut und verkleinert so weder den ohnehin knappen Innenraum noch die mageren 211 Liter Kofferraum zusätzlich. Die Batterie-Kapazität reicht auf dem Prüfstand im besten Fall für 270 Kilometer. Auf der Straße muss man schon in den sparsamsten der vier Fahrmodi wechseln und zum Beispiel auf die Klimaanlage verzichten, wenn man weiter als 150, 170 Kilometer kommen will.

Immerhin geht der Ladevorgang relativ flott – das ist einer der wenigen Vorteile des kleinen Akkus. Am 50-kW-Lader sollen 80 Prozent in 35 Minuten und 100 Prozent in weniger als 90 Minuten erreicht sein, an der Wallbox dauert die Ladezeit rund 4,2 Stunden.

Der Elektro-Mini empfiehlt sich als Zweit- oder Stadtauto

Mit einer Reichweite von bis zu 270 Kilometern kann der Mini zwar mehr als der Smart, fährt aber Konkurrenten wie dem Opel Corsa e oder dem Renault Zoe hinterher. Attraktiv ist er damit nur als Zweit- oder Stadtauto. Das weiß man natürlich auch in Oxford und München. Doch tröstet man sich darüber mit einem Blick in die Statistik hinweg: Weil der Mini nach dem Smart das vielleicht urbanste Auto ist, sind die Kunden damit pro Tag im Schnitt gerade mal 37 Kilometer unterwegs – und kommen so mit einer Akkuladung im Idealfall durch die gesamte Woche.

Technische Daten (Herstellerangaben)Mini Cooper SE

Motor/Antrieb

Hybrid-Synchron-Elektromotor mit 135 kW/184 PS, 270 Nm Drehmoment

Energiespeicher

Lithium-Ionen-Akku mit 32,6 kWh Kapazität

Ladeleistung

bis 50 kW an Gleichstromsäulen, bis 11 kW bei Wechselstrom

Fahrleistungen

7,3 s auf 100 km/h, 150 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

14,8 – 16,8 kWh/100 km

Maße

L 3,85 / B 1,73 / H 1,43 m

Kofferraum

211 – 731 Liter

Leergewicht

1365 kg

Preis

ab 32.500 €

Der Elektro-Mini im Video:

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Mini

Text: Thomas Geiger