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Der ADAC

Mini Cooper SE: Der Elektro-Mini im ADAC Test

Mini Electric fahrend von der Seite
Mini Cooper SE: So heißt der vollelektrische Mini ∙ © Mini

Mini SE: So heißt die Elektroversion des Mini zum Preis von 31.680,67 Euro, die bis zu 270 Kilometern Reichweite bieten soll. Wie realistisch ist das? ADAC Test mit Fotos, technischen Daten, Messwerten.

  • Norm-Reichweite: 230 bis 270 Kilometer

  • Akku-Kapazität von 32,6 kWh; Technik vom Konzernbruder BMW i3

  • Direktes, Mini-typisches Fahrverhalten auch bei der Elektro-Version

Bereits 2017 hatte die BMW Group den elektrischen Mini als Studie auf der IAA präsentiert. Jetzt ist die Serienversion zu haben. Die Preise starten bei 31.680,67 Euro und liegen angesichts der üppigen Ausstattung damit sogar etwas unter dem gleich starken Cooper S mit Benzintank. Mit E-Auto-Prämie wird er fast schon zum Schnäppchen – für Mini-Verhältnisse zumindest. Dann kostet er nur noch rund 22.500 Euro.

Elektro-Mini: Fahrverhalten wie beim Autoscooter

der neue Mini Elektro Electric Autohängt an der Ladesäule und tankt Strom
Noch ungewohnt: Ein Mini mit Stecker ∙ © Mini

Beim E-Mini setzen die Konstrukteure auf drei Eigenschaften, die schon den klassischen Bruder aus England zum Dauerbrenner gemacht haben: das charakterstarke Design, das sich nur in Details wie einem geschlossenen Grill und einer Heckschürze ohne Endrohre unterscheidet. Ein verspieltes Interieur, wobei das Infotainment-System als einzig echte Neuerung digitale Instrumente bekommt. Und ein Fahrverhalten, das nah am Autoscooter ist.

Der elektrische Mini klingt beim Anlassen wie die Enterprise aus "Star Trek" beim Lift-off: Die Elektronik fährt hoch, ein Rauschen geht durchs Auto. Beim Kickdown beschleunigt der Stromer wie ein Cooper S beim Start zur Rallye Monte Carlo: Während eine neue Traktionselektronik das Scharren der Vorderräder verhindert, schießt der Wagen davon, als wolle er beim Ampelstart einen BMW M3 hinter sich lassen.

Nach 3,6 Sekunden hat er auf mehr als 50 km/h beschleunigt, die selbe Zeit vergeht beim Überholvorgang von 60 auf 100 km/h – ein klasse Wert. Die 100-km/h-Marke ist nach 7,3 Sekunden passiert. Auf der Autobahn fällt der Elektrosprinter jedoch deutlich hinter die traditionellen Modelle zurück. Daran, dass bei 150 km/h Schluss sein soll, werden sich Mini-Fahrer gewöhnen müssen. Erst recht, wenn sie tatsächlich aus dem Cooper S wechseln und dort bislang 220 fahren durften.

Das Bremspedal kann man im Mini SE vergessen

Mini Electric fahrend von hinten
Elektro-Mini Cooper SE: Optisch kaum Unterschiede zum Verbrenner ∙ © Mini

Dabei fühlt sich der kleine Stromer deutlich schwerer an und fällt mit den Batterien im Boden ein bisschen höher aus als der normale Dreitürer. Dennoch liegt er satt und stabil auf der Straße und nimmt die Kurven verdammt zackig. Wie immer bei Elektroautos muss man sich an das Bremsen erst einmal gewöhnen. Das Bremspedal kann man – von brenzligen Situationen einmal abgesehen – getrost vergessen. Der Mini Cooper SE bremst durch die Schubumkehr genug, wenn der E-Motor zum Generator wird und die Bremsenergie zurückgewinnt.

Anders als etwa beim Nissan Leaf oder dem Peugeot e-208 gibt es allerdings nur zwei Rekuperationsstufen: eine minimale, die sich fast schon nach Leerlauf anfühlt und den Wagen schier ewig segeln lässt. Und eine maximale, in der eine deutliche Verzögerung einsetzt, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wurde, und der Mini nach wenigen Metern zum Stillstand kommt. Interessant: Der bei Tempo 130 im Innenraum gemessene Geräuschpegel fällt mit 68,7 dB(A) nicht sonderlich niedrig aus – ungewöhnlich für ein sonst so leises Elektroauto.

270 Kilometer Reichweite, Batterie mit 32,6 kWh

Das Cockpit des neuen Mini Electric Elektro Auto
Statt analoger Instrumente hat der Mini SE digitale ∙ © Mini

Zwar macht der Mini SE beim Fahren richtig viel Spaß, doch die Alltagstauglichkeit ist nicht die beste. Ein Auto für die Langstrecke ist der E-Mini jedenfalls nicht. Die vom aktuellen BMW i3 übernommene Batterie fasst gerade mal 32,6 kWh. Sie ist im Mitteltunnel und unter den Sitzen verbaut und verkleinert so weder den ohnehin knappen Innenraum, noch die mageren 211 Liter Kofferraum (ADAC Messung: 145 Liter bis unter die Laderaumabdeckung) zusätzlich. Die Batterie-Kapazität reicht auf dem Prüfstand im besten Fall für 270 Kilometer.

Im standardisierten ADAC Ecotest kommt der Brite rund 210 Kilometer weit. Im Stadtverkehr ist auch mehr drin, auf der Autobahn aber auch deutlich weniger - trotz der auf 150 km/h beschränkten Höchstgeschwindigkeit. Immerhin geht der Ladevorgang relativ flott – das ist einer der wenigen Vorteile des kleinen Akkus. Am 50-kW-Lader sollen 80 Prozent in 35 Minuten und 100 Prozent in weniger als 90 Minuten erreicht sein, an der Wallbox dauert die Ladezeit rund 4,2 Stunden.

Der Elektro-Mini im Video:

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Mini

Der durchschnittliche Stromverbrauch liegt im ADAC Ecotest bei 17,6 kWh pro 100 Kilometer. Darin sind auch die Ladeverluste bei dreiphasiger Ladung mit 16 Ampere enthalten. Um die netto 28,9 kWh fassende Batterie einmal komplett zu laden, sind 37,6 kWh nötig. Unter dem Strich fährt der Kleine aber die vollen fünf Sterne im ADAC Ecotest ein.

Die aktive Sicherheitsausstattung zählt nicht zu den Stärken des Mini Cooper SE, da haben die meisten Konkurrenten in der Kleinwagenklasse inzwischen mehr zu bieten. Serienmäßig
stattet ihn Mini etwa mit Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, kamerabasierter Auffahr- und Abstandswarnung sowie einem Notbremsassistenten aus, der bis 60 km/h automatisch eingreift. Auch ein Head-up-Display ist serienmäßig an Bord.

Ein Spurhalteassistent oder ein Totwinkelwarner sind nicht erhältlich. Unverständlich ist, weshalb im Vergleich zu den konventionell motorisierten Mini-Varianten keine adaptive Abstandsregelung zu haben ist.

Auch dieser Mini ist kein Raumwunder

Die Rücksitze des neuen Mini Electric Elektro Auto
Wie beim Verbrenner sind die Platzverhältnisse im Fond beengt ∙ © Mini

Eingeschränkt ist auch das Platzangebot des E-Mini. Vorn finden zwar sogar die Beine und Köpfe von Zwei-Meter-Kerlen locker Platz. Aber in der Breite klemmt es ebenso wie im Fond, wo die Beinfreiheit bei auf 1,85 Meter große Mitfahrer eingestellten Vordersitzen gerade noch für 1,75-Meter-Passagiere reicht. Aufgrund der geringen Innenbreite und der hohen Fensterlinie fühlt man sich hinten besonders eingeengt. Und noch ein limitierender Faktor wird beim ADAC Test deutlich: Die maximale Zuladung beträgt im Falle des Testwagens 355 Kilogramm – bei vier Insassen à 90 Kilo wäre der Mini bereits überladen.

Der Cooper SE ist serienmäßig mit einem DAB+-Radio, Apple CarPlay, einem Navigationssystem samt Echtzeitverkehrsinformationen und Kartenupdate („Over-the-Air", drei Jahre ab Kauf), mit Online- (Connected Drive Services) und Remote-Funktionen ausgestattet.

Die getestete Version Trim XL hat für mindestens 39.478,99 Euro das Paket Connected Navigation Plus an Bord, das ein größeres Display (8,8 statt 6,5 Zoll), induktive Lademöglichkeit für das Smartphone sowie eine zweite USB-Schnittstelle umfasst. Auch ein Premium-Soundsystem von Harman/Kardon mit zwölf Lautsprechern ist eingebaut. Dazu kommen etwa das serienmäßige Matrix-LED-Licht, Parksensoren vorn und hinten, Rückfahrkamera und Parkassistenten.

Elektro-Mini als Zweit- oder Stadtauto ideal

Angesichts seiner Reichweite kann der Mini zwar mehr als der Smart, fährt aber Konkurrenten wie dem Opel Corsa e oder dem Renault Zoe hinterher. Attraktiv ist er damit nur als Zweit- oder Stadtauto. Das weiß man natürlich auch in Oxford und München. Doch tröstet man sich darüber mit einem Blick in die Statistik hinweg: Weil der Mini nach dem Smart das vielleicht urbanste Auto ist, sind die Kunden damit pro Tag im Schnitt gerade mal 37 Kilometer unterwegs – und kommen so mit einer Akkuladung im Idealfall durch die gesamte Woche.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Mini Cooper SE Trim XL
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Mini Cooper SE: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Mini Cooper SE Trim XL

Motor/Antrieb

Hybrid-Synchron-Elektromotor mit 135 kW/184 PS, 270 Nm Drehmoment

Energiespeicher

Lithium-Ionen-Akku mit 32,6 kWh Kapazität

Ladeleistung

bis 50 kW an Gleichstromsäulen, bis 11 kW bei Wechselstrom

Fahrleistungen

7,3 s auf 100 km/h, 150 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

14,8 – 16,8 kWh/100 km

Maße

L 3,85 / B 1,73 / H 1,43 m

Kofferraum

211 – 731 Liter

Leergewicht

1365 kg

Preis

ab 39.478,99 €, Baureihe ab 31.680,67 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Mini Cooper SE Trim XL

Überholvorgang 60-100 km/h

3,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,8 m

Wendekreis

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

17,6 kWh Strom/100 km, 97 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

*****

Reichweite

210 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,7 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1415 / 355 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

145 / 395 / 655 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisMini Cooper SE Trim XL

Karosserie/Kofferraum

3,1

Innenraum

2,8

Komfort

2,9

Motor/Antrieb

1,0

Fahreigenschaften

2,6

Sicherheit

2,9

Umwelt/Ecotest

1,4

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Text: Thomas Geiger, Rudolf Huber