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Der ADAC

Audi Q3 Sportback im ADAC Test: Noch ein SUV-Coupé

Audi Q3 fährt auf einer Landstrasse
Audi Q3 Sportback: Wirkt präsenter als der normale Q3 ∙ Audi

Mit dem Audi Q3 Sportback reagieren die Ingolstädter auf die steigende Nachfrage nach SUV-Coupés. Was kann die Modellvariante? ADAC Test, Bilder, Preis, Motoren und technischen Daten.

  • Audi Q3 Sportback mit eigenständigem Design    

  • Gutes Platzangebot und variabler Kofferraum

  • Zahlreiche Digital-Features und intelligente Vernetzung

  • Basis-Benziner auch mit Mild-Hybrid-System 

Schräg ist in. Anfangs von vielen belächelt, erfreuen sich SUV-Coupés mit flach abfallendem Dach immer größerer Beliebtheit. Die Hochbeiner tragen dem Wunsch vieler Käufer nach dem Eier legenden Wollmilch-Auto recht gut Rechnung: Praktisch, aber nicht plump, geräumig, aber doch flott gezeichnet, bequem zum Einsteigen, aber doch sportlich.

Audi hat sich diesem Trend lange verwehrt, doch mit dem Q8 kam schließlich das erste SUV Coupé aus Ingolstadt. Mit dem zweiten, dem Q3 Sportback, zielt der Hersteller auf die Kundschaft von BMW X4 und Mercedes GLC.

Q3 Sportback? Müsste der schräge Q3 nicht Q4 heißen? Audi meint: Anders als der Q8, der ein eigenständiges Auto sei, gehöre der neue Sportback klar zur Familie des regulären Q3. Klingt logisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn: Der Name Q4 ist bereits für den kleinen Elektro-SUV Q4 unterhalb des größeren e-tron reserviert.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Audi

Motoren: Benziner und Diesel ab 150 PS

der Autor Michael Gebhardt steht vor dem neuen Audi Q3  Sportback
Sportback: Schicker als der normale Q3, findet Autor Michael Gebhardt ∙ Audi

Für die Kundschaft dürften diese Details kaum kaufentscheidend sein, im Fokus stehen heutzutage andere Aspekte. Dazu zählt auch nicht mehr zwingend der Antrieb, weshalb Audi sich auf bereits bekannte Standard-Aggregate beschränkt - zwei Diesel und drei Benziner, teils mit Handschalter oder Automatik, teils mit Front- oder Allradantrieb.
Den Einstieg (ab 35.579,83 Euro) bildet der 1,5-Liter-TFSI mit 110 kW/150 PS. Die Version mit S tronic genannter Automatik verfügt über ein 48-Volt-Mildhybrid-System. Sein Generator rekuperiert Strom und hilft mit bis zu 13 PS beim Beschleunigen. Zudem "segelt" (Motor aus) der Q3 Sportback zwischen 40 und 160 km/h, sobald der Fahrer vom Gas geht.

TFSI mit 230 PS im ADAC Test

Die stärkere Benzinvariante, ein Zweiliter-TFSI mit 169 kW/230 PS, musste sich im ADAC Test beweisen. Sie steht leistungsmäßig sozusagen in der Mitte - denn ganz oben ist der RS Q3 mit 400 PS starkem Fünfzylinder-Turbo angesiedelt. Der Testkandidat erfüllt seine Aufgabe recht souverän. Der Benziner schiebt den Q3 Sportback vehement vorwärts. So vergehen für den Sprint von 0 auf 100 km/h laut Herstellerangaben lediglich 6,5 Sekunden. Den Zwischensprint von 60 auf 100 km/h erledigt der Ingolstädter laut ADAC Messung in 3,9 Sekunden.

8,8 Liter Testverbrauch

Das Doppelkupplungsgetriebe wechselt meist unauffällig und komfortabel zwischen den sieben Gängen, lässt sich bei Beschleunigungswünschen des Fahrers mitunter aber etwas Zeit zum Sortieren. Den Schadstoffausstoß hat die Abgasreinigung im Alltag weitestgehend gut im Griff, allerdings arbeitet der Motor nicht gerade sparsam – durchschnittlich 8,8 Liter je 100 Kilometer sind das Ergebnis im ADAC Ecotest, bei dem es letztlich für drei von fünf möglichen Sternen reicht.

Digitale Anzeigen, LTE-Internetzugang

Die meisten Sportback-Käufer dürften sich wahrscheinlich recht schnell für ein Aggregat entscheiden (zur Wahl stehen noch Diesel mit 150 und 190 PS), schwerer könnte die Wahl schon in Sachen Digital-Ausstattung fallen. Das sauber verarbeitete Cockpit ist serienmäßig mit einem digitalen 10,25-Zoll-Kombi-Instrument bestückt, über das auch das Basis-Radio bedient wird. Als Extra gibt es eine individuell konfigurierbare 12,3-Zoll-Anzeige. Auch der Zehn-Zoll-Bildschirm in der Mittelkonsole kostet Aufpreis – in der Basisversion befindet sich dort ein Ablagefach.

Das Top-Infotainment-System verbindet den Audi auch mit der Außenwelt: Dank LTE-Internetzugang holt sich der Q3 Sportback aktuelle Verkehrsdaten und kann auch mit anderen Fahrzeugen oder der Infrastruktur kommunizieren (siehe Kasten). Ebenfalls erhältlich: Amazons Sprachassistent Alexa oder das Hybrid-Radio, das nahtlos zwischen UKW, Digitalrado und Online-Stream wechselt, um immer besten Empfang zu garantieren. Bis zu vier USB-Anschlüsse (drei davon nach neuem USB-C-Standard), eine induktive Ladeschale, kabellose Apple-CarPlay-Nutzung oder ein 3D-Soundsystem von Bang & Olufsen runden die Hightech-Ausstattung ab.

So spricht der Audi Q3 mit anderen Autos

Schon lange spricht die Autoindustrie von Car-to-X-Kommunikation. Jetzt hält die Technik, die die Verständigung zwischen Fahrzeugen untereinander sowie der Infrastruktur ermöglicht, langsam Einzug in den Autos. Der Q3 Sportback kann online Daten anderer Fahrzeuge empfangen, die im Vorbeifahren scannen, wo entlang der Straße freie Parkplätze sind und diese Information anderen zur Verfügung stellen.

Außerdem können sich die neuen Audis in ausgewählten Städten – unter anderem Ingolstadt, Düsseldorf und Salzburg – mit dem Verkehrsleitrechner verbinden und abfragen, mit welcher Geschwindigkeit die grüne Welle zu schaffen ist. Das soll den Verkehrsfluss verbessern. Und steht man doch einmal an einer roten Ampel, sieht man auf dem Infodisplay wie lange man noch warten muss.

Gutes Platzangebot und variable Rückbank

Audi Q3 Sportback fährt auf einer Strasse
Audi Q3 Sportback: Fährt sich genauso agil wie der normale Q3 ∙ Audi

All diese Technik-Schmankerl gibt es natürlich auch im normalen Q3. Im Sportback allerdings sind sie ausgesprochen schick verpackt: Obwohl er mit 4,50 Metern nur 16 Millimeter länger ist als sein Bruder, wirkt er doch deutlich größer – und gleichzeitig sportlicher, was nicht zuletzt am drei Zentimeter flacheren Dach liegt. Die Herausforderung: Das Platzangebot in Reihe zwei sollte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Das wäre passiert, hätten die Designer das Dach einfach ab der Fahrzeugmitte flach nach hinten abfallen lassen.

Stattdessen haben sie ab der A-Säule alle Blechteile angefasst, sogar die Türen wurden neu zugeschnitten. Das Ergebnis: Auf den vorderen Sitzen punktet der Q3 Sportback mit
einem großzügigen Platzangebot. Die Beinfreiheit reicht für 1,95 Meter große Personen. Auf der um 13 Zentimeter verschiebbaren Rückbank (15 beim normalen Q3) finden aber lediglich bis rund 1,85 Meter große Insassen genügend Kopffreiheit vor. Die Beinfreiheit würde für knapp 1,90 Meter große Mitfahrer ausreichen, wenn die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt sind. Das Raumgefühl ist durch die hohe Seitenlinie, die niedrige Dachlinie sowie die Kopfposition neben der C-Säule recht beengt. In den Kofferraum passen laut ADAC Messung bis zu 400 Liter Gepäck, der maximale Stauraum liegt bei 1225 Litern.

Q3 im ADAC Ausweichtest sicher

Insgesamt fährt sich der Q3 Sportback nicht anders als die Steilheckversion. Der Komfort stimmt, die Lenkung vermittelt eine präzise Rückmeldung, die Geräuschkulisse ist leise, man fühlt sich schnell wohl hinter dem Lenkrad. Im ADAC Ausweichtest verhält sich der Ingolstädter unproblematisch, seine ESP-Regelung geht auf Nummer sicher. So baut er viel Tempo ab, der Crossover bleibt stets kontrollierbar – allerdings zu Lasten der Fahrdynamik.

Das grundsätzliche Wohlgefühl mag subjektiv auch am hochwertigen Innenraum, der exzellenten Verarbeitungsqualität und dem coolen Layout im Cockpit liegen. Moderner geht es derzeit in dieser Klasse kaum.

Sportback mit sportlicher Preisgestaltung

Den Sportback gibt es ab 35.579,83 Euro. Somit trennen ihn laut Preisliste rund 1500 Euro vom normalen Q3. Doch das ist nur die halbe Rechnung. Denn die Coupé-Version hat serienmäßig ein Sportfahrwerk, das Audi Drive Select System, eine Progressiv-Lenkung und einige lackierte Dekor-Elemente an Bord. Damit ist der Q3 Sportback ausstattungsbereinigt nicht teurer. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise schlagen die Hersteller gerne einen Lifestyle-Faktor drauf und lassen sich das vermeintlich sportlichere Design gut bezahlen, obwohl das Auto in der Herstellung keinen Deut teurer ist.

Das getestete Modell steht ab 45.522,69 Euro in der Preisliste. Eine Menge Geld für ein eher mager ausgestattetes Kompaktklasse-SUV; sogar eine Selbstverständlichkeit wie die Klimaautomatik muss (außer beim 35 TFSI S tronic mit Mildhybrid) noch extra bezahlt werden.
Der gut ausgestattete Testwagen lag bereits bei rund 61.000 Euro.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Audi Q3 Sportback 45 TFSI als PDF herunterladen
PDF, 864 KB
PDF ansehen

Audi Q3 Sportback 45 TFSI: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Audi Q3 Sportback 45 TFSI quattro

Motor

Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm³, 169 kW/230 PS, 350 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

6,5 s auf 100 km/h, 233 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

8,6 l Super/100 km, 166 g CO₂/km

Maße

L 4,50 / B 1,84 / H 1,56 m

Kofferraum

530 – 1400 l

Preis

45.522,69 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Audi Q3 Sportback 45 TFSI quattro

Überholvorgang 60-100 km/h

3,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,0 m

Wendekreis

11,7 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

8,8 l Super/100 km, 246 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

680 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,4 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1660 / 540 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

400 / 790 / 1225 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Audi Q Sportback 45 TFSI quattro

Karosserie/Kofferraum

2,7

Innenraum

2,5

Komfort

2,5

Motor/Antrieb

1,6

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

1,6

Umwelt/Ecotest

3,3

Gesamtnote

2,4

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Text: Michael Gebhardt mit Material von SP-X