Ford Bronco: Auferstehung eines Offroad-Klassikers

Der neue Ford Bronco: Bisher nur in den USA erhältlich
Der neue Ford Bronco: Bisher nur in den USA erhältlich© Ford

Der Ford Bronco genießt unter Kennern einen Legendenstatus. Kürzlich wurde der Offroad-Klassiker in den USA neu aufgelegt. Testfahrt mit Daten und Preisen.

  • Ford Bronco: Neuauflage im Retro-Design

  • Vielfältige Optionen: Drei- und Fünftürer, Cabrio etc.

  • Offroad-Konstruktion mit klassischem Leiterrahmen

  • In Deutschland allenfalls über US-Importeure erhältlich

Was bei Jeep der Wrangler und bei Land Rover der Defender, ist bei Ford der Bronco: ein echter Geländewagen für Stock und Stein, den man richtig hart rannehmen kann. Seit über 50 Jahren gibt es den Bronco im Prinzip schon. Auch wenn Ford 1996 eine lange Pause gemacht hat.

Neuer Ford Bronco: Einstweilen nur als US-Import

2021 ist die Legende wieder auferstanden. Und wie! Die Produktion war direkt ausverkauft. Kein Wunder: Neben dem Mustang und dem F-150 zählt der Bronco zur Ikone der Marke Ford. Egal, wo in den USA man mit dem Auto auftaucht, es drehen sich die Passanten um und sie wollen am liebsten einen Blick in den Innenraum werfen. Schlechte Nachricht für Fans in Deutschland: Die Neuauflage des Bronco wird in Deutschland derzeit nicht über die Ford-Händler angeboten. Wer den Ami haben möchte, muss sich einstweilen an einen der US-Importeure wenden.

Offroad-Klassiker mit V6-Motor

Die Neuauflage des Bronco gibt es nicht nur als Drei-, sondern auch als Fünftürer. Die Konstruktion beruht wie eh und je auf einem stabilen und verwindungssteifen Leiterrahmen. Darauf sitzt – auch ganz wie früher – eine eckige Karosserie mit runden Scheinwerfern. Dieser Retro-Charme liegt absolut im Trend – siehe Land Rover Defender, Suzuki Jimny oder auch der Honda-e, ein Pkw mit Elektroantrieb.

Der Bronco beeindruckt zudem mit einer Vielfalt an Optionen: sechs Ausstattungsvarianten, verschiedene Dachvarianten und rund 200 weitere Offroad-Zubehörteile. Das variable Dach lässt sich in mehreren Stufen entfernen, bis zum Cabrio. Neben diesem mehrteiligen Hartschalendach gibt es auf Wunsch ein Softtop. Wer es noch luftiger mag, entfernt einfach die Türen. Bis zu 315/70 R17 große Reifen unterstreichen die Nehmer-Qualitäten des Geländewagens. Stahlplatten schützen wichtige Bauteile wie Motor, Getriebe, Verteilergetriebe und Kraftstofftank.

Ziemlich bockiges Fahrverhalten

Testfahrzeug: Bronco Dreitürer mit 2,7-Liter-V6 © FABIAN HOBERG

Als Basis-Antrieb bietet Ford einen 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 270 PS und manuellem Siebengang-Getriebe (optional Automatik). Darüber rangiert ein 2,7-Liter-V6-Biturbo mit 310 PS und Zehngang-Automatik. Der gefahrene V6 klingt auf dem Papier stark und spritzig, entpuppt sich während der Fahrt aber eher als gemütlicher Antrieb. Mit der Zehngang-Automatik findet der V6 immer eine angenehme Drehzahl, fährt auf der Autobahn aber kaum schneller als 160 km/h und müht sich hörbar ab. Dazu kommt ein nervöser Geradeauslauf und das bockig-harte (Fahr-)Verhalten eines hysterischen Ponys. Mit zugeschaltetem Allradantrieb verlangt die Lenkung die harte Hand eines Cowboys, um den Bronco im Griff zu behalten.

Wo der Asphalt aufhört, fühlt sich der Bronco wohl. In unwegsamem Gelände schalten sich zu den angetriebenen Hinterrädern die vorderen entweder automatisch oder manuell per Drehschalter in der Mittelkonsole hinzu. Wird es besonders steinig oder matschig, helfen Geländeuntersetzung und verschiedene Differentialsperren für ein sicheres Vorankommen. Die Schalter sitzen wie bei einer Flugzeugkanzel auf dem oberen Armaturenbrett.

Im Gelände spielt der Bronco King

Markiger Auftritt, besonders im Gelände © FABIAN HOBERG

Fahrer finden das passende Fahrprogramm für den jeweiligen Untergrund wie Sand, Eis, Felsen oder Schlamm hinterlegt im GOAT-Mode (Goes Over Any type of Terrain; fährt über jede Art von Terrain). Mit der optionalen Trail Toolbox integriert Ford verschiedene Technologien für das Fahren abseits befestigter Straßen, wie Tempomat für niedrige Geschwindigkeiten, Trail Turn Assist mit Torque-Vectoring-Unterstützung und Trail One-Pedal Drive für exaktes Langsamfahren.

Grundsätzlich Offroad-tauglich macht ihn eine Bodenfreiheit von 29,5 Zentimetern, ein maximaler Rampenwinkel von 29 Grad und ein hinterer Böschungswinkel von 37,2 Grad. Und mit einer Wattiefe von 85,1 Zentimeter kommt der Bronco durch so manchen Fluss.

Durch die steilstehende Windschutzscheibe sitzen die vorderen Passagiere ungewohnt weit vorne. Dafür gefallen die Aussicht auf die eckige Motorhaube und die vielen schönen Details im Auto. Neben den Kippschaltern sind das die Begrüßungssequenzen im digitalen Zwölf-Zoll-Display, das springende Pferd auf den Kopfstützen oder die Netze in den Türen. Sehr hilfreich bei Dunkelheit in der einsamen Prärie: die helle Umfeldbeleuchtung.

Zusatzfunktionen wie Seilwinde oder Arbeitsleuchten sind über Schalter am Dachhimmel bedienbar. Praktisch auch, dass sich der Bronco nach einer Schlammfahrt ausspritzen lässt – außen und innen. Gummimatten, viel Kunststoff und ein Ablauf am Boden machen das Reinigen zur Spaßübung.

Preis des Ford Bronco: Ab 28.500 US-Dollar

In den USA kostet das Basismodell mit Vierzylinder mindestens 28.500 US-Dollar (rund 25.118 Euro), der Viertürer liegt bei 34.500 Dollar (30.406 Euro) und der V6 Dreitürer startet bei 34.285 Dollar (30.216 Euro). Ob es künftig einen E-Antrieb geben wird, hat Ford noch nicht bekannt gegeben. Mit der Technik des Mustang Mach-E und F-150 Lightning hätte Ford zumindest die E-Technik im Haus.

Technische Daten Ford Bronco

Herstellerangaben

Ford Bronco 2.7 First Edition 3-Türer


Motor/Antrieb

V6-Zylinder-Benziner, Biturbo, 2694 ccm, 228 kW/310 PS, 542 Nm, Allrad, 10-Gang-Autom.


0 - 100 km/h

k. A.


Höchstgeschwindigkeit

160 km/h


Verbrauch (WLTP)

12,4 Liter Super/100 km


Abmessungen

L 4,41 / B 1,93 / H 1,83 m


Gewicht

k. A.


Bodenfreiheit

29,5 cm


Böschungswinkel vorn

29,0 Grad


Böschungswinkel hinten

37,2 Grad


Wattiefe

85,1 cm


Preis

34.285 US-Dollar


Text: Fabian Hoberg

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