Seat El-Born: Das erste Elektroauto der Spanier

1.3.2019

Paukenschlag auf dem Genfer Autosalon 2019: Seat zeigt sein erstes Elektroauto. Die Studie El-Born sieht dabei schon sehr seriennah aus. Reichweite: 420 Kilometer. Erste Infos, Bilder, Daten

Seitenansicht des Seat El Born stehend
Seat El-Born: Elektroauto für die Kompaktklasse
  • Der Seat El-Born ist mit dem elektrischen VW I.D. eng verwandt 
  • Verkaufsstart 2020, gebaut wird der Elektro-Seat in Zwickau
  • Mit 62-kWh-Batterie soll eine Reichweite von 420 Kilometern möglich sein

 

Der VW-Konzern meint es ernst: 2020 soll das Jahr des Wandels werden. Weg vom Verbrenner, hin zur Elektromobilität. Der Wandel soll alle Marken erfassen, auch Seat. Das ist konsequent und auch logisch, schließlich müssen alle Hersteller ihren Flotten-CO2-Ausstoß 2020 auf 95 g/km beschränken. Das klappt nur mit E-Autos. Und die werden nur dann erschwinglich, wenn sie in großer Stückzahl produziert werden. Das große Markenspektrum hilft VW dabei genauso wie die Plattformstrategie.

So setzt der auf dem Genfer Autosalon noch als Studie deklarierte Seat El-Born auf dem neuen modularen Elektrobaukasten MEB auf – und ist damit ein technischer Bruder des VW I.D., um den sich ab 2020 eine ganze Elektrofamilie bilden wird. Ob der auf den ersten Blick etwas eigenartige Name bleibt, ist noch nicht klar. Aber in die Seat-Nomenklatur, nach der die Modelle nach spanischen Städten benannt werden, würde er passen: El-Born ist der Name eines hippen Stadtteils in Barcelona.

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Schon jetzt verrät Seat erste Details zum Antrieb. Im Unterboden steckt eine Batterie, die 62 kWh speichern kann und damit deutlich mehr als der aktuelle VW e-Golf mit 35,8 kWh, der Ende des Jahres ausläuft. Als Reichweite gibt Seat im realitätsnahen WLTP-Testzyklus gute 420 Kilometer an. Dank eines 150 kW/204 PS starken E-Antriebs wird eine Sprintzeit aus dem Stand auf 100 km/h in 7,5 Sekunden proklamiert.

Mit 100 kW nur 45 Minuten Ladezeit

Zoom-In
Heck des Seat El Born stehend
Typisches Seat-Heck mit durchgehender Lichtleiste

Da die Ladeleistung auf bis zu 100 kW ausgelegt wurde, lässt sich das Batteriepaket theoretisch in einer Dreiviertelstunde bis zu 80 Prozent befüllen. Vorausgesetzt man trifft auf eine der rar gesäten Schnellladesäulen. Eine Besonderheit des El-Born ist eine Wärmepumpe, die helfen kann, den Energiebedarf der Elektroheizung zu senken. Diese dürfte im späteren Serienmodell voraussichtlich optional erhältlich sein und erhöht die Reichweite im Winter um bis zu 60 Kilometer.

Das Design des El-Born zeichnet sich unter anderem durch etliche aerodynamische Optimierungen aus, was sich ebenfalls positiv aufs Reichweitenpotenzial auswirken soll. Der Vorbau fällt vergleichsweise kurz aus, was dem Platzangebot innen zu Gute kommt.

Der Innenraum präsentiert sich sehr aufgeräumt. Die wenigen Schalter und Knöpfe befinden sich am Lenkrad und auf der linken Seite des Armaturenbretts. Ansonsten gibt es zwei große Displays hinter dem Lenkrad und in der Mittelkonsole, die wiederum viel Stauraum für Kleinkram bietet.

Zudem soll der El-Born laut Seat "die neuesten Entwicklungen für autonomes Fahren und Konnektivität" bieten – ohne konkreter zu werden, welche Stufe des autonomen Fahrens denn nun gemeint ist. 

Zwar handelt es sich beim Seat El-Born offiziell um eine Studie, doch nimmt diese ziemlich konkret vorweg, was bereits kommendes Jahr auf den Markt kommt. Das kompakte E-Auto der Spanier wird wie der ebenfalls für 2020 angekündigte VW I.D. in Zwickau produziert.

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Text: Jochen Wieler mit Material von SP/X. Fotos: Seat

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