Testfahrt SsangYong Torres: Günstig ist er, aber auch gut?

Front und Seitenansicht eines stehenden SsangYong Torres
Der neue Torres sieht aus wie ein waschechter Geländewagen, ist aber "nur" ein SUV© SsangYong

Kurz bevor SsangYong in KG Mobility umfirmiert, bringt die Marke mit dem neuen Torres ein geräumiges SUV zum fairen Preis: Ab 40.000 Euro ist das Mittelklasse-SUV zu haben. Testfahrt, Daten, Bilder.

  • SsangYong Torres ist 4,70 Meter lang

  • Viel Platz und großer Kofferraum

  • Zunächst nur mit 163-PS-Benziner, später auch elektrisch

Neuer Anlauf für SsangYong: Seit vielen Jahren versucht die Marke in Europa Fuß zu fassen. Über ein Minimal-Niveau ist sie aber nie herausgekommen. Nach diversen Eignerwechseln wurde sie 2022 vom südkoreanischen Stahl- und Chemiekonzern KG vor der Insolvenz gerettet. Die neuen Besitzer haben große Pläne und etliche neue Modelle angekündigt, die das weiter bestehende Portfolio von drei SUVs und einem Pick-up ergänzen.

Torres 2WD: Preis ab 39.490 Euro

Heckansicht eines stehenden SsangYong Torres
Sieht gut aus, auch von hinten: Neuer SsangYong Torres© SsangYong

Vorneweg den Torres. Der 4,70 Meter lange Geländewagen wird bereits seit 2022 in Südkorea verkauft und sortiert sich zwischen den SsangYong-SUV-Modellen Korando und Rexton ein. Auch ihre technische Basis nutzt er. Bei uns startete der Torres am 10. September 2023 für 39.490 Euro als Benziner mit Frontantrieb und als Allradler für 46.190 Euro, bevor 2024 das vollelektrische E-Modell kommt. Der wird dann unter dem Markennamen KG Mobility verkauft, während der Benziner-Torres bis dahin noch als SsangYong läuft.

Der Name Torres verweist auf den Nationalpark Torres del Paine im Süden Chiles. Eine raue Gegend, die einem Auto alles abverlangt. Der Name entspringt der jüngsten Designphilosophie der Marke: "Powered by Toughness". Und tough sieht der Wagen aus. Selbstbewusst schaut er mit steil stehendem, akzentuiertem Kühler nach vorne, steht auf bis zu 20 Zoll großen Rädern, trägt robuste Schweller und einen Unterfahrschutz. Auch das Heck mit der angedeuteten Ersatzradmulde und dem robusten Griff auf der rechten Seite könnte zu einem Offroader gehören. Doch statt zur Seite öffnet sich die Klappe konventionell nach oben.

Bedeutung: Was heißt SUV?

SUV (sprich: essjuhwie) ist die Abkürzung für "Sports Utility Vehicle". Es handelt sich also im Wortsinn um ein sportliches Fahrzeug mit Nutzwert. Vom Geländewagen unterscheidet sich das SUV dadurch, dass es nur eingeschränkt geländegängig ist. So fehlt etwa ein Untersetzungsgetriebe, und die Bodenfreiheit ist oft nicht besonders gut. Von einer brauchbaren Achsverschränkung ganz abgesehen.

Hier können Sie die exakten Unterscheidungskriterien zwischen SUV und Geländewagen nachlesen.

Ob man sich für DER SUV oder DAS SUV entscheidet, ist übrigens egal: Laut Duden sind beide Formen korrekt.

Gimmicks wie die Zurr-Öse auf der Motorhaube, die sonst nur echte Geländeautos tragen, und natürlich der auf Wunsch erhältliche Allradantrieb gaukeln vor, der Torres könnte abseits der Straße etwas wuppen. Aber der Unterfahrschutz ist eben nur angedeutet, Fahrhelfer fürs Gelände wie Sperren oder eine Untersetzung werden nicht geboten, und mehr als 1,5 Tonnen kann selbst die Allradversion nicht ziehen. So reiht sich der Torres ein in die Riege beliebter SUVs wie Škoda Kodiaq, Ford Kuga oder Toyota RAV4, die in der Regel mit Frontantrieb gekauft werden und nur Asphalt unter die Räder nehmen.

Viel Platz und großer Kofferraum

Kofferraum des SsangYong Torres
Die nach oben öffnende Heckklappe gibt einen großzügig dimensionierten Kofferraum frei© SsangYong

Was das Raumgefühl und die Platzverhältnisse angeht, hat der kantige Look durchaus Vorteile. Vor allem der große, 99 Zentimeter tiefe Kofferraum mit seinen glatten Seitenwänden zeigt Nehmerqualitäten. Üppige 700 Liter Gepäck lassen sich dort verstauen, wobei die steil stehende Heckklappe auch den Transport einer Waschmaschine oder Kühltruhe erlaubt. Kleinkram wandert in Staufächer im Unterboden, wohin auch das Gepäckrollo weggepackt werden kann.

Das Platzangebot passt – und so präsentiert sich der Torres als Familien- und Langstreckenauto. Vorne wie hinten ist man bequem untergebracht, auf der Rückbank bietet der Wagen viel Platz für die Beine und genügend Luft über den Köpfen, Fahrer und Beifahrer sitzen auf großzügig dimensionierten Sitzpolstern.

Wohltuend einfache Bedienung

Das Armaturenbrett ist von horizontalen Linien geprägt. Sein flaches, 12,5 Zoll großes Digitalcockpit verkneift sich unnötige Spielereien und zeigt alle Infos klar und übersichtlich. Ergänzt wird der schnörkellose Auftritt von einem übersichtlichen, 9 Zoll großen Touchscreen. Der ist eingerahmt von sechs Tasten, über die man die einzelnen Menüpunkte ansteuert.

Und ja, das muss man heutzutage lobend erwähnen: Selbst ein Lautstärkeregler ist vorhanden. Die Klimaanlage wird über einen zweiten, unten in der Mittelkonsole platzierten und übersichtlichen Bildschirm geregelt. So lässt sich der SsangYong intuitiv bedienen – ein angenehmer Gegenpol zum Touchscreen-Blingbling vieler neuer Autos, das mehr ablenkt als es beim Fahren hilft.

In Sachen Konnektivität ist der Koreaner allerdings nicht auf neuestem Stand: Ein Smartphone kann zwar induktiv geladen werden, aber Apple Carplay oder Android Auto funktionieren nur per Kabel, und die Tomtom-basierte Navigation bezieht ihre Daten noch von einem USB-Stick.

Der 163-PS-Motor ist nicht sehr sparsam

Seitenansicht eines fahrenden SsangYong Torres
Mit 4,70 Metern Länge zählt der Torres zur SUV-Mittelklasse© Ssangyong

Den Turbobenziner kennt man vom Korando. Seine 120 kW/163 PS genügen für Alltagseinsätze und passen zum Anspruch eines unkomplizierten Alltagsautos völlig. Bei der Version mit Frontantrieb und Sechsgangautomatik muss man selbst bei zurückhaltender Fahrweise mit rund neun Litern Verbrauch rechnen.

Schon in der Basisversion haben die Koreaner ein vernünftiges Gesamtpaket geschnürt, das unter anderem über LED-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, Parkhilfen vorne und hinten sowie ein Digitalcockpit enthält. Auch die wichtigsten Fahrassistenten sind serienmäßig an Bord.

Empfehlenswerter ist jedoch die nur 2000 Euro teurere "Quartz"-Ausstattung (ab 41.990 Euro), die unter anderem 18-Zöller, beheizbare Kunstledersitze, Knie- und Zentralairbag sowie Totwinkel- und Querverkehrswarner sowie das Navigationssystem bringt. Die Sechsgang-Automatik kostet weitere 2000 Euro, und für den Allradantrieb inklusive Automatik sind mindestens 46.190 Euro fällig. Wer's einfacher will, legt nochmals 1300 Euro drauf und wählt die zur Markteinführung aufgelegte Forest-Edition samt Teillederausstattung, 20-Zöllern, beheizbarer Rückbank und elektrischer Heckklappe.

Tipps und Infos rund ums Fahrzeug. Kostenlos vom ADAC

Aus SsangYong wird KG Mobility

Dass SsangYong in absehbarer Zeit zu KG Mobility wird, ändert nichts am Händlernetz. Der deutsche Importeur Astara Mobility betreibt weiterhin ein ausreichend enges Händlernetz mit 150 Standorten. Und alle Modelle haben weiterhin fünf Jahre Garantie.

Text: Wolfgang Kälber/SP-X

Hier finden Sie viele weitere NeuvorstellungenFahrberichte und Autotests.