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Der ADAC

SsangYong Korando im Test: Kompakt-SUV aus Korea

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Saangyong

Der SsangYong Korando spielt im Konzert der Kompakt-SUVs nicht unbedingt die erste Geige. Dabei ist der Koreaner in der aktuellen Generation durchaus eine Überlegung wert. ADAC Test, Daten, Preise.

  • Interessante Alternative zu VW Tiguan und Ford Kuga

  • Grundpreis für den SsangYong Korando: 22.410 Euro

  • Ein Diesel (136 PS), ein Benziner (163 PS), Front- und Allradantrieb 

Wann haben Sie zuletzt einen SsangYong auf der Straße gesehen? Könnte länger her sein. Kein Wunder, denn die koreanische Automarke, die sich auf SUVs und Pick-ups spezialisiert hat, spielt eine Außenseiterrolle. 2870 Neuzlassungen in Deutschland meldet die Statistik für das ganze Jahr 2019.

Allerdings ist die Tendenz steigend, und der aktuelle Korando könnte SsangYong durchaus über die 3000er-Hürde helfen – er ist eine interessante Alternative zu VW Tiguan, Ford Kuga und Opel Grandland X .

Großer Kofferraum, gute Verarbeitung

Heckansicht des SsangYong Korando
Die schwungvolle Chromleiste lässt den Korando breit wirken ∙ © SsangYong

Bei der aktuell vierten Generation wirkt optisch alles stimmig: Die klar gegliederte Front, die gestreckte Seitenlinie mit den betonten Kotflügeln und das breit wirkende Heck mit der durchgehenden Chromleiste – alles sehr gefällig. Die Dachlinie fällt nach hinten nur dezent ab, was groß gewachsene Heckpassagiere dankbar zur Kenntnis nehmen: Wenn der Vordersitz auf 1,85-Meter-Personen eingestellt ist, finden auf der Rücksitzbank selbst Zwei-Meter-Mitfahrer genügend Platz vor.

Zudem sind die Sitze im Fond nicht zu tief angeordnet, so dass die Oberschenkel auf der ganzen Fläche Halt finden. Das macht den Korando mit seinem alltagstauglichen Kofferraum (551 bis 1248 Liter laut Hersteller, 365 bis 1345 Liter laut ADAC Messmethode) zu einem angenehmen Reisewagen, auch wenn mehr als zwei Personen an Bord sind.

Und die Verarbeitung? Bei Passgenauigkeit und Qualitätsanmutung der Materialien gibt es nichts zu meckern. An den gut ausgeformten Sitzen mit Seitenwangen an Sitzflächen und Lehnen verzahnen sich Komfort und Seitenhalt bei flotter Kurvenfahrt zu einer brauchbaren Einheit.

SsangYong Korando Diesel im ADAC Test

Seitenansicht des SsangYong Korando
Mit 4,45 Metern Länge zählt der Korando zu den Kompakt-SUVs ∙ © SsangYong

Neu in der vierten Korando-Generation ist ein 1,5-Liter-Benzinmotor aus eigener Entwicklung (früher hat sich SsangYong gern aus dem Motorenregal von Mercedes bedient): Er ergänzt das bisherige Angebot mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor. Der 1,5-Liter-Turbo-Benziner mobilisiert 163 PS, die den Korando flotter machen als die 136 PS der Diesel-Variante. Das maximale Drehmoment von 280 Nm (mit Automatik 260 Nm) lässt zügige Gasannahme aus dem Drehzahlkeller zu.

Doch auch der vom ADAC getestete Diesel sorgt im Korando für brauchbare Fahrleistungen. Sein maximales Drehmoment von 320 Nm realisiert er schon bei 1500 U/min. Das hilft dabei, dass der Sprint von 60 auf 100 km/h in akzeptablen 6,3 Sekunden gelingt. Laut Hersteller vergehen beim Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h 11,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 181 km/h. Der Selbstzünder wird nur im oberen Drehzahlbereich relativ laut.

Testverbrauch: Hohe 7,0 Liter Diesel/100 km

Im Kapitel Verbrauch kann der Korando nicht überzeugen. Er erhält im ADAC Ecotest mit einer CO₂-Bilanz von 221 g/km und einem Durchschnittsverbrauch von 7,0 Litern je 100 Kilometer lediglich zehn von 60 Punkten für den CO₂-Ausstoß.

Weil die Schadstoffanteile (z.B. Partikel und NOx) im Abgas in allen Testzyklen aber auf vorbildlichem Niveau liegen und der Korando hier die volle Punktzahl einheimsen kann, kommen unterm Strich zumindest drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest zusammen.

Bei den Getrieben kann der Kunde zwischen manueller und automatischer Schaltung – beide mit je sechs Gängen – wählen. Getestet wurde die Automatik-Version, deren Schaltstrategie bei gemächlicher Fahrweise durchaus überzeugen kann. Ist man flotter unterwegs, agiert der Automat etwas nervös und bringt Hektik ins Geschehen. Die Drehzahlsprünge zwischen den
einzelnen Gängen fallen nicht zu groß aus. Die Gesamtübersetzung ist allerdings etwas kurz: Bei 130 km/h dreht der Diesel mit 2400 U/min.

Gut: Unabhängig von Motor und Getriebe kann der Kunde zum Front- oder Allradantrieb greifen. Bei der Konkurrenz ist diese freie Wahl sehr oft eingeschränkt.

Keine gute Figur beim ADAC Ausweichtest

Die Fahrstabilität des Korando ist nur zufriedenstellend, ein sicheres Fahrgefühl entsteht nicht. Beim ADAC Ausweichtest greift das elektronische Stabilitätsprogramm wenig ein und baut nicht viel Geschwindigkeit ab. Dadurch drängt das Heck beim anschließenden Gegenlenk-Vorgang nach außen. Hier ist der Fahrer gefordert, der das Auto stabilisieren muss.

Die Lenkung spricht um die Mittellage etwas indirekt an und könnte gerade bei höherer Geschwindigkeit etwas stärker zentrieren, um ein entspanntes Fahren zu fördern. Bei Kurvenfahrt verbessert sich das Lenkgefühl deutlich, sodass sich langgezogene Landstraßenkurven angemessen durchfahren lassen – sofern man sich an die Wankneigung des Fahrzeugs gewöhnt hat.

SsangYong Korando mit fünf Ausstattungsversionen

Cockpit des SsangYong Korando
Übersichtliches Cockpit mit hochwertigen Materialien ∙ © SsangYong

Es gibt nicht weniger als fünf Ausstattungsversionen: Crystal, Amber, Quartz, Onyx und Sapphire. Bei jeder Stufe (Preissprung rund 3000 Euro) wird einfach noch etwas draufgelegt. Schon die Basisversion für 22.410 Euro kommt mit Klimaanlage, Freisprechanlage und Tempomat. Das Automatikgetriebe geht mit 2145 Euro und der Allradantrieb mit 1950 Euro in die Rechnung ein. Soll unter der Haube der Diesel für Vortrieb sorgen, sind knapp 3000 Euro Aufpreis fällig.

Der getestete Korando Diesel Sapphire mit Sonderlackierung, Frontantrieb, Automatik, elektrisch bedienbarer Heckklappe und 19-Zoll-Felgen stand mit 40.990 Euro in der Liste und ist wahrlich kein Schnäppchen mehr – in diesem Preisgefüge muss sich der Korando trotz guter "Sapphire"-Austattung samt Navi, Apple CarPlay und Android Auto schon mit Premium-Konkurrenten messen lassen.

Übersichtliche Instrumente

Das übersichtliche und klar gezeichnete Armaturenbrett des Korando gibt wenig Rätsel auf, alle Bedienelemente sind gut erreichbar. Die meisten Funktionen lassen sich über den Neun-Zoll-Touchscreen bedienen. Allerdings dürfte der sensibel auf Berührung reagierende Bildschirm etwas weiter oben angebracht sein, um den Fahrer weniger stark vom Verkehrsgeschehen abzulenken.

Die Menüstruktur erschließt sich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, manche Funktionen sind aber in den Tiefen des Systems versteckt und nur umständlich zu erreichen. Praktisch ist der Drehregler neben den sechs Kurzwahltasten, die zwar die Menüführung erleichtern, jedoch als Touchflächen während der Fahrt nicht ertastbar sind.

Bei der aktiven Sicherheit schneidet der SsangYong sehr gut ab. Bereits das Basismodell ist mit einem City-Notbremssystem (bis 60 km/h) samt Kollisions- und Abstandswarner, Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung sowie Tempomat samt Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet. Der Sapphire hat zudem einen Spurwechsel- sowie einen Totwinkelassistenten an Bord, der beim Ausparken (Querverkehr) und beim Aussteigen vor herannahendem Verkehr warnt. Im Euro NCAP-Crashtest (09/2019) schaffte der Koreaner fünf Sterne.

Nachholbedarf besteht beim Verzögern: Für die Vollbremsung aus 100 km/h benötigt der Korando lange 37,7 Meter bis zum Stillstand. Zum Vergleich: Der Peugeot 3008 braucht nur 33,7 Meter – die Differenz entspricht der Länge eines fünftürigen Mini.

Fazit

Der Korando ist es wert, dass man ihn mit seinen Konkurrenten vergleicht. Nach einem SsangYong-Händler muss man allerdings suchen. Es gibt hierzulande nur rund 180 davon – mit ein Grund, warum die Koreaner so selten zu sehen sind.

Der SsangYong Korando 1.6 E-XDI Sapphire 2WD Automatik im ADAC Test
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Technische Daten SsangYong Korando

HerstellerangabenSsangYong Korando 1.5 T-GDI 2WDSsangYong Korando 1.6 E-XDI Sapphire 2WD Automatik (getestetes Modell)

Motor

Vierzylinder-Turbobenziner, 1497 cm³, 120 kW/163 PS, 280 Nm bei 1500 U/min

Vierzylinder-Turbodiesel, 1597 cm³, 100 kW/136 PS, 300 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

0-100 km/h: k. A., 191 km/h Spitze

0-100 km/h: 11,4 s, 181 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

6,8 l Super/100 km, 158 g CO₂/km

5,8 l Diesel/100 km, 144 g CO₂/km

Maße

L 4,45 / B 1,87 / H 1,63 m

L 4,45 / B 1,87 / H 1,63 m

Kofferraum

551 – 1248 l

551 – 1248 l

Leergewicht / Zuladung

1500 / 605 kg

1580 / 550 kg

Preis

ab 22.410 €

38.202 € (Diesel ab 25.334 €)

ADAC Messwerte

AuszugSsangYong Korando 1.6 E-XDI Sapphire 2WD Automatik

Überholvorgang 60-100 km/h

6,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,7 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,0 l Diesel/100 km, 221 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

670 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,2 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1655 / 505 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

365 / 765 / 1345 l

ADAC Testergebnis

SsangYong Korando 1.6 E-XDI Sapphire 2WD Automatik

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,4

Komfort

2,7

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

3,2

Sicherheit

2,0

Umwelt/Ecotest

3,0

Gesamtnote

2,6

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Text: Klaus Brieter/mid, Rudolf Huber