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Der neue Peugeot 2008: Die erste Testfahrt

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © Peugeot

Die zweite Generation des Peugeot 2008 bietet mehr Platz – und Elektro, Benzin oder Diesel als Antrieb. Die erste Testfahrt mit dem Kompakt-SUV, dazu alle Infos, Fotos und Daten.

  • Die neue Plattform schafft mehr Platz

  • Als e-2008 fährt der Peugeot ab April vollelektrisch

  • Preis: Ab 21.500 Euro für den 102-PS-Dreizylinder

  • Vier Sterne im Crashtest

Vor sechs Jahren war Peugeot mit der ersten Generation des Kompakt-SUV 2008 früh dran in dieser Klasse. Und als dieses Segment mit Konkurrenten wie dem BMW X1Mazda CX-3, Audi Q2 sowie zuletzt dem VW T-Roc zu boomen begann, sah der kleine Franzose schon wieder etwas altbacken aus.

Höchste Zeit also, dass Peugeot den Nachfolger präsentiert. Die Neuauflage basiert auf der neuen CMP-Kleinwagenplattform (Common Modular Platform) und teilt sich die Technik mit dem Citroën C3 AircrossDS 3 Crossback sowie dem  Opel Crossland XWas auf dieser Plattform alles möglich ist, durften wir beim der ersten Testfahrt erleben.

Das Design ist kantiger

Der erste Eindruck: Der neue 2008 sieht gut aus. Das Auto sitzt stark auf bis zu 18-Zoll großen Rädern, die vertiefte Frontscheibe macht die Motorhaube dynamisch, und die Flanke mit der hohen Gürtellinie wird durch unterschiedliche Dreieckslinien aufgelockert, die stimmig an der Heckklappe enden. 

Wirkt alles sehr muskulös – eben das, was der Kunde mit einem SUV verbindet. Dem Trend zum farblich abgesetzten Dach folgt – auf Wunsch – natürlich auch der neue 2008. Mit drei kraftvollen Lackierungen, die ausschließlich für ihn bestellbar sind: Elixier Red, Vertigo Blue und Fusion Orange. 

An der Front fallen sofort die hellen Tagfahrleuchten im 3-Krallen-Look auf, die schon dem 508 Ausdruck verleihen. Hinten erinnern die schrägen Rückleuchten an den 3008, der hier rechts und links drei Krallen zeigt. 

Peugeot schafft sich mit dieser Lichtgrafik ein markeneigenes Designmerkmal, das den optischen Auftritt der Autos auf den ersten Blick mit der Löwenmarke verbinden soll. Der Löwe ziert den gerade stehenden Kühlergrill des e-2008 übrigens als besonders schönes Detail: Dreidimensional und elegant schattierend in der Wagenfarbe.

Ansonsten ist die E-Version optisch mit den Verbrennern absolut identisch. Und das das ist PSA-Strategie: Der Elektroantrieb wird als ganz normale Motorenvariante behandelt – eine Art französisches understatement.

Neu: Das 3D-Kombiinstrument

Eleganter und farbiger wurde auch der Innenraum gestaltet – ein echter Fortschritt gegenüber dem etwas plüschigen Vorgänger. Die Materialien – Türverkleidungen und Armaturenbrett-Einsätze haben eine Carbon-Optik – fühlen sich jetzt wertiger an und sehen einfach frischer aus, besonders in den GT-Varianten mit Alcantara und Leder. Nachts erstrahlt das Interieur sogar in acht frei wählbaren Lichtstimmungen – ausgewählt über den bis zu 10-Zoll-großen Bildschirm.

Das mittige Touchscreen-Display mit zusätzlichen Kippschaltern ist Teil des "i-Cockpits", mit dem die Franzosen inzwischen jedes neue Modell ausstatten. Das Prinzip: Ein kleines Lenkrad, das laut Peugeot für besseres Handling sorgt, sitzt so tief, dass die Sichtlinie des Fahrers auf das Kombiinstrument über dem Lenkrad zeigt. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran, doch nicht in jedem Modell (z.B. im Peugeot 508) passt das ergonomisch gleich gut – hier schon.

Neu im i-Cockpit des 2008 ist das 3D-Kombiinstrument, das Peugeot bereits im 208 verbaut hat. Die Anzeigen sind dynamisch und animiert: Sie rücken je nach Wichtigkeit oder Dringlichkeit näher ans Auge heran und sollen so die Reaktivität um etwa eine halbe Sekunde erhöhen. Das haben wir bei unserer Testfahrt sicherheitshalber nicht ausprobiert, aber es sieht beim Fahren richtig gut aus. Trotzdem erschließt sich die Peugeot-Logik nicht, wegen dem 3D-Cockpit auf ein Angebot für ein Head-Up-Display verzichten zu können.

Alle Schalter (16 Stück!) sind auf kleiner Fläche unter dem Zentraldisplay zusammengeballt. Das sieht zwar aufgeräumt auf, ist aber nur fummelig und nicht intuitiv zu bedienen, weil die Tasten eng horizontal hintereinander angeordnet sind.

Viel Platz im Innenraum

Fast jedes neue Modell wird heute größer als sein Vorgänger – Garagen- und Tiefgaragenplatzbesitzer müssen dies immer wieder leidvoll feststellen. Auch der neue 2008 entzieht sich diesem Trend nicht: Statt 4,16 ist er jetzt 4,30 Meter lang, und der Radstand konnte durch die neue CMP-Plattform um elf Zentimeter auf 2,61 Meter wachsen. Nur elf Zentimeter, doch der Effekt ist enorm.

Die Heckpassagiere sitzen jetzt mit wesentlich mehr Kniefreiheit im Beinbereich entspannter. Ein üppiges Raumgefühl kommt trotzdem nicht auf: Die Gürtellinie wurde aus Designgründen im Heckbereich so weit nach oben gezogen, dass sie sogar über der Schulter der Fondpassagiere verläuft.

Auch der Kofferraum legte zu: Stolze 434 statt 350 Liter im alten Modell sind ein neuer Rekord auf der CMP-Plattform. Werden die Rücksitze geklappt, entsteht ein ebener Ladeboden mit bis zu 1467 Litern Ladevolumen. Und zwar nicht nur bei den Verbrenner-Modellen, sondern auch bei der Elektroversion, weil deren Batterien im Unterboden sitzt.

Mehr "Luft" beim Raumgefühl könnte das optionale große Glasdach (990 €) schaffen, das den Fahrgastraum mit Sonne flutet. Denn im Gegensatz zu anderen Ausführung kann es beim neuen 2008 wie ein normales Schiebedach auch geöffnet werden.

Die Verbrenner: Drei Benziner, ein Diesel  

Für den neuen 2008, der für Europa im spanischen Vigo und für China in Wuhan gebaut wird, stehen drei Motortypen zur Verfügung: Benzin, Diesel und Elektro.

Die drei konzernbekannten 3-Zylinder-Benzinmotoren mit 1,2-l-Hubraum leisten zwischen 102 und 150 PS und erfüllen heute schon die ab 2021 für die Zulassung von Neufahrzeugen notwendige Euro 6d-Norm – ohne den Zusatz "TEMP", der bis dahin gültig ist.

Alle drei Benziner sind prinzipiell eine gute Wahl, weil sie gut am Gas hängen. Aber klar, der 102-PS-Benziner (ab 21.500 €) hat etwas mehr Mühe, den knapp 1300 kg schweren 2008 auf Trab zu bringen. Aber dank der leicht zu bedienenden Schaltung und der direkte Lenkung fühlt man sich prinzipell immer recht flott unterwegs. Beste, weil ausgewogenste Wahl ist wohl das 131-PS-Triebwerk (ab 23.250 €), das auch mit einer fein schaltenden 8-Gang-Automatik kombinierbar ist (1100 € Aufpreis). Die hat der 155-PS-Benziner (ab 33.350 €) serienmäßig – und der Unterschied zur etwas schwächeren Variante ist gefühlt nur marginal. 

Weltweit bietet Peugeot den 2008 zum Verkaufsstart mit zwei Dieselmotoren an, beide mit 1,5-l-Hubraum sowie 100 und 130 PS. In Deutschland wird allerdings nur der 131-PS-Diesel mit 8-Gang-Automatik verkauft (ab 29.950 €). Doch viel Freude macht der Diesel nicht, weil man immer das Gefühl hat, dass die Automatik, die in den Benzinern prima funktioniert, dem auf dem Papier starken Diesel die Krallen stutzt. Ob die Defensivstrategie etwas mit dem möglichst sauberem Abgasverhalten zu tun hat? Die ältere Euro-6d-TEMP-Einstufung lässt es vermuten.

Interessant ist natürlich, wie sich Peugeot die deutschen Verkaufsanteile im Motoren-Mix vorstellt. Die Prognose: 102-PS-Benziner 11 %, 131-PS-Benziner 50 %, 155-PS-Benziner 12 % und Diesel 8 % – macht 81 %. Und das würde bedeuten: 19 % müssten sich für die Elektrovariante entscheiden. 

Der e-2008 fährt vollelektrisch 

Eine absolute Novität für PSA ist der vollelektrische e-2008, der aber erst ab April 2020 ausgeliefert wird (ab 35.250 €, aber mit besserer Basisausstattung). Der zur Einführung verfügbare E-Motor hat eine Leistung von 100 kW (136 PS) und je nach Drive-Mode (von Eco bis Sport) ein Drehmoment von bis zu 260 Nm. Seine 50-kWh-Hochleistungsbatterie bietet eine Reichweite von bis zu 320 km – gemäß dem neuen WLTP-Standard. Peugeot gibt auf diesen Akku eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 km, wenn er nur noch 70 Prozent seiner Ladekapazität erreicht.

Die Ladezeit ist abhängig von der verfügbaren Leistung. Zwischen 5 und 8 Stunden dauert das dreiphasige Laden an einer Wallbox. An einer Schnellladesäule mit 100 kW ist der 2008 sogar in 30 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen.

Wie beim Außendesign unterscheidet sich der e-2008 auch im Innenraum nicht von den Schwestermodellen – und fährt sich genauso problemlos. Obwohl er durch seine große Batterie im Unterboden knapp 350 Kilo mehr wiegt, merkt man ihm das beim Fahren mit dem prinzipiell sehr agilem Fahrwerk kaum an. Lediglich in der Kurve macht sich das höherer Gewicht durch eine leichte Neigung zum Untersteuern bemerkbar.

Peugeot kümmert sich auch um praktische Lösungen für die E-Mobilität: Mit dem Free2Move-Service werden Tank- und Bezahlmöglichkeiten für 85.000 Zapfsäulen bereitgestellt, eine App hilft bei der individuellen Strom-Reiseplanung. Und sollten die Reichweiten mal gar nicht ausreichen, können für die Fahrt in die alte Welt auch Verbrennungsfahrzeuge gemietet werden. 

Alle Motoren und Preise

ModellLeistungVerbrauchCO₂Preis
PureTech 100 (Benzin)75 kW4,6 l/100 km105 g/kmab 21.500 € (Active)
PureTech 130 (Benzin)96 kW4,5 l/100 km103 g/kmab 23.250 € (Active)
PureTech 130 EAT8 (Benzin)96 kW4,8 l/100 km109 g/kmab 24.950 € (Active)
PureTech 155 EAT8 (Benzin)114 kW5,0 l/100 km113 g/kmab 33.900 € (GT)
BlueHDi EAT896 kW3,8 l/100 km100 g/kmab 29.950 € (Allure)
e-2008bis zu 17,8 kWh/100km4,6l/100 km0 g/kmab 35.250 € (Active)

Vier Sterne im Crashtest

Der Peugeot 2008 erreicht 4 Sterne, mit dem optionalen Sicherheitspaket werden 5 Sterne erreicht. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene und Kinder ist mittel bis sehr gering. Der 2008 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, systemintegriertem Speed-Limiter und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Mit dem optionalen Sicherheitspaket wird ein besser ausgestatteter Notbremsassistent ausgeliefert, der Radfahrer erkennen und Auffahrunfälle besser vermeiden kann.

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