Schnee, Eis, Nässe oder trocken-frostiges Wetter: Wer meistert die unterschiedlichen Bedingungen in der kalten Jahreszeit am besten? 16 aktuelle Reifen der Größe 225/45 R17 für die Kompaktklasse im ADAC Test. Reifen von Conti, Michelin, Goodyear, Dunlop vorne Neue Hauptkriterien: Fahrsicherheit und Umweltbilanz Gesamt-Tabelle mit detaillierter Plus-/Minus-Bewertung Auch wenn die Vielfalt und die Größe der Reifendimensionen bei Neufahrzeugen stetig steigen: Die diesjährige Testgröße 225/45 R17 in der Geschwindigkeitsklasse H bis 210 km/h gehört nach wie vor zu den Topsellern – auch im Winterreifensegment. Sie passt auf Kompaktfahrzeuge der unteren Mittelklasse wie den Opel Astra oder den VW Golf. Vier sehr ausgewogene Reifenmodelle werden mit "gut" und elf Reifen mit "befriedigend" bewertet – ein Modell fällt komplett durch. Im breiten Mittelfeld lohnt der Blick ins Detail, denn je nach individuellem Fahrprofil kann sich ein befriedigender (und meist günstigerer) Testkandidat für den persönlichen Einsatz durchaus als empfehlenswert entpuppen. ADAC Winterreifentest: Neue Testkriterien Wie schon beim Sommerreifentest 2023 entwickelt der ADAC auch das Bewertungsschema des Winterreifentests weiter: Die Endnote setzt sich aus den Einzelnoten zu Fahrsicherheit und Umweltbilanz zusammen. Wichtigstes Element bleibt mit 70 Prozent Gewichtung aber die Fahrsicherheit auf trockener, nasser und winterlicher Fahrbahn. Verschleiß, Kraftstoffverbrauch und Geräusch sind Teil der Umweltbilanz (30 Prozent). Auch Reifengewicht, Masse des Abriebs sowie Schadstoffgehalt oder Zertifizierung der Hersteller gehen in diese Note ein. 225/45 R17: Testergebnisse im Überblick Die vier sehr ausgewogenen Reifen Immerhin vier Reifen präsentierten sich auf dem Testfahrzeug VW Golf besonders ausgewogen und können deshalb im Gesamturteil mit "gut" bewertet werden. Allerdings setzen die Modelle unterschiedliche Schwerpunkte, weshalb je nach individuellem Fahrprofil auch bei diesen Modellen ein Blick in die Detailbewertungen wichtig ist. Den Spagat zwischen hervorragenden Fahrleistungen und möglichst guter Umweltbilanz schafft der Continental WinterContact TS 870 mit Bestnoten auf winterlicher und nasser Fahrbahn. Auf Nässe ist der im Gesamturteil "befriedigende" Bridgestone Blizzak zwar noch besser, doch in dieser Dimension fährt er auf Schnee und Eis relativ schwach. "Gut" schneiden mit sehr ähnlichen Leistungen auch der Michelin Alpin 6 und der Goodyear Ultra Grip Performance + ab, wobei der Franzose durch seine besser prognostizierte Laufleistung (61.000 Kilometer, Goodyear 54.400 Kilometer) bei der Umweltbilanz knapp die Nase vorn hat. Mit einer ähnlich hohen Laufleistung und entsprechend guter Umweltbilanz erklimmt trotz leichter Schwächen auf Nässe auch der Dunlop Winter Sport 5 noch das Siegerpodest. Alternativen: Das breite Mittelfeld In der großen Gruppe der elf "befriedigenden" Reifen kommt gegenüber den "guten" Reifen bei der Auswahl das persönliche Fahrprofil noch stärker zum Tragen. Denn hier gibt es Reifen, die entweder auf trockener, nasser oder winterlicher Fahrbahn leichte Schwächen besitzen, dafür aber bei der Umweltbilanz gut abschneiden. Käufer, die aufgrund der individuellen Fahrsituation mit dem jeweiligen Defizit leben können, finden vielleicht sogar ein Schnäppchen. Auf trockener Fahrbahn zeigen der Nokian Tyres WR Snowproof und vor allem der Pirelli Cinturato Winter 2 sowie der Sava eskimo hp2 deutlichere Schwächen. Die Modelle von Nokian und Sava können leider auch nicht auf Nässe überzeugen, während der Pirelli auf nasser und winterlicher Fahrbahn wieder punkten kann. Auf Nässe setzt der schon erwähnte Bridgestone Blizzak LM005 noch vor dem Hankook Winter i*cept RS3 die Bestmarke, verspielt aber wegen seiner Schwächen auf winterlicher Fahrbahn wie der Yokohama BlueEarth-Winter V906, der Apollo Aspire XP Winter und der Semperit Speed Grip 5 ein besseres Gesamtresultat. Der Blizzak von Bridgestone hält mit einer prognostizierten Laufleistung von 36.100 Kilometern und einem hohen Reifenabrieb auch die rote Laterne bei der Umweltbilanz. Hier setzt in dieser Größe der Kumho Wintercraft mit 64.000 Kilometern den Maßstab – sogar noch vor dem bekannt verschleißfesten Michelin Alpin (61.000 Kilometer). Mangelhaft: Der Kormoran Snow Am Ende der Tabelle findet sich der Kormoran Snow aus Polen. Er liefert neben der schlechtesten Trockenperformance auch die schlechtesten Nasseigenschaften im Test. Bestes Beispiel ist das Nassbremsen: An der Stelle, an der das Testfahrzeug mit dem Hankook Winter i*cept bereits steht, fährt man mit dem Kormoran noch mit rund 36 km/h vorbei – und im Ernstfall hoffentlich nicht irgendwo auf. Mit den schlechtesten Ergebnissen im Aquaplaning längs und quer sowie seinem geringen Gripniveau, dem frühen Untersteuern und Übersteuern im Kurvenverlauf des Nasshandling-Parcours kann der Reifen nur als "mangelhaft" eingestuft werden. Da hilft es auch nicht, dass der Reifen auf Schnee die mit Abstand beste Performance im Feld geboten hat. Auf diese Autos passt die Dimension Nachfolgende Fahrzeugmodelle (und zahlreiche weitere) können – je nach Motorisierung und Ausstattung – mit der hier getesteten Reifengröße bestückt werden. Gewichtung, Testkriterien, Methodik Inzwischen geraten alle Aspekte der Mobilität in den Betrachtungsfokus des Umweltschutzes. Somit zählen für Pkw-Reifen nicht nur wie bisher die Fahrsicherheit und die Wirtschaftlichkeit, sondern auch die übrigen Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte. Aus diesem Grund hat der ADAC seit 2023 seine Bewertungskriterien neu sortiert und ergänzt. Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klappelementen erklärt. Erläuterungen zu den neuen Testmethoden und alle Ergebnisse stehen auch in der digitalen Broschüre ADAC Reifenratgeber 2023. Hier können Sie das PDF kostenlos herunterladen: Hier finden Sie viele weitere Reifentests des ADAC. Projektleitung ADAC Reifentest: Martin Brand, Andreas Müller. Beratung: Ruprecht Müller, Matthias Zimmermann (alle ADAC Technik Zentrum)