Winterreifen sollen gut auf Schnee, Eis, Nässe und auf trockener Straße haften. Das gilt auch für die getestete Kleinwagen-Größe 185/65 R15. Doch nur auf wenige Reifenmodelle können sich Autofahrerinnen und Autofahrer in allen Situationen verlassen. Continental und Michelin liegen vorn 9 von 16 Reifen nicht zu empfehlen Insgesamt niedrige Laufleistung "Von O bis O" – von Oktober bis Ostern – sollte man die Sommerreifen einmotten und durch wintertaugliche Reifen ersetzen. So lautet die grobe Faustregel, an der sich die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer orientieren, um für Schnee und Eis gewappnet zu sein. In der Realität ist man "von O bis O" aber in der Regel häufiger auf trockener oder nasser Straße unterwegs. Winterreifen müssen daher nicht nur auf Schnee und Eis eine verlässliche Größe darstellen, sondern unter allen Bedingungen für sichere Fahrt sorgen. Enttäuschend: 9 von 16 Reifen nicht zu empfehlen Dass dem oft nicht so ist, musste der ADAC bei seinem aktuellen Winterreifentest der Dimension 185/65 R 15 feststellen. Dabei handelt es sich um eine beliebte Größe für Klein- und Kompaktwagen. Das enttäuschende Resultat: Von 16 getesteten Reifen haben nur 2 mit "gut" abgeschnitten und 5 mit "befriedigend". Ganze 9 Reifen (6-mal "ausreichend", 3-mal "mangelhaft") sind nicht zu empfehlen. Woran liegt's? Bei den erfahrenen ADAC Testern entstand der Eindruck, dass kleineren Dimensionen nicht die höchste Priorität bei der Entwicklung eingeräumt wird. Beispielsweise bietet Bridgestone nicht seinen neuesten Winterreifen in dieser Dimension an, sondern weiterhin den älteren Vorgänger (Testnote 3,8). Auch bei der Performance gibt es Auffälligkeiten. So zeigt gut ein Drittel der Reifen bei milderen Temperaturen Schwächen in Sachen Fahrsicherheit auf trockener Fahrbahn. Das geht heute eigentlich besser, wie unter anderem der aktuelle Test der größeren Dimension 225/50 R17 beweist. Bester Reifen: Continental WinterContact TS 870 Dass es besser geht, zeigt auch ein Blick auf die besten Reifen in diesem Test. Der Testsieger Continental WinterContact TS 870 kann rundum überzeugen und bekommt für die Fahrsicherheit die Note 2,0 und insgesamt, also mit der Umweltbilanz, eine gute 2,2. Er lässt sich auf Trockenheit präzise fahren, hat selbst auf Nässe hohe Reserven und macht auch auf Schnee eine gute Figur. Ebenfalls "gut" schlägt sich der Michelin Alpin 7 mit einer Gesamtnote von 2,5. Dieser Reifen ist genauso uneingeschränkt empfehlenswert, obwohl er im direkten Vergleich mit dem Conti in allen Disziplinen stets etwas dahinterliegt. Auch mit dem Modell des französischen Herstellers bekommt man einen sehr ausgewogenen Reifen für alle Eventualitäten. Winterreifen-Testergebnisse 185/65 R15 (2026) Wie alle getesteten Reifen abgeschnitten haben, sehen Sie in der folgenden Tabelle. Klicken oder tippen Sie auf eine Zeile, um die Detailnoten eines Reifens in den Einzelkriterien zu sehen. Mit anderen Reifen vergleichen können Sie das Wunschmodell mit einem Klick auf das Symbol in der letzten Spalte. Wo liegen die konkreten Schwächen? Die 9 nicht empfehlenswerten Reifen, also die mit "ausreichend" und "mangelhaft" bewerteten Modelle, lassen oft an entscheidenden, aber nicht immer an denselben Stellen Qualität vermissen. So erweist sich der eingangs erwähnte Bridgestone Blizzak LM 005 zwar als Profi für die nasse Fahrbahn (Note 1,4!), fährt sich aber auf trockener Fahrbahn unpräzise und bietet im Handling auf Schnee vergleichsweise wenig Haftung. Das heißt: Wo andere Modelle die Kurve auf Schnee noch kriegen, geht es mit ihm in Grenzsituationen im Zweifel geradeaus. Note 3,8, "ausreichend". Wegen ihrer mäßigen Qualitäten auf trockener Straße werden der Nokian Tyres Snowproof 2, der Vredestein Wintrac, der Barum Polaris 6, der Kumho WinterCraft WP52+ und auch der Viking WinTech NewGen auf eine 3,8 bzw. 3,9 abgewertet, obwohl sie auf winterlicher Fahrbahn durchaus glänzen können. Auf Schnee und Eis wären zwar auch die Exoten Sunny Winter-max NW611 und der Rockblade Rock 868S (Bestnote 1,5 in dieser Disziplin) zu gebrauchen, doch zusammen bilden sie mit dem Atlas Polarbear HP die Schlusslichter. Warum? Gefährlich lange Bremswege auf Nässe offenbaren, wie unausgewogen die Reifen entwickelt worden sind. Die folgende Grafik zeigt die Bremswege bei Nässe aus 80 km/h aller Testkandidaten im Vergleich. Noch plakativer ist der graue Balken, der die Restgeschwindigkeiten an der Stelle anzeigt, an der man mit dem Bridgestone-Reifen bei einer Vollbremsung bereits steht. Derselbe Testwagen (Škoda Fabia) hat dann mit Sunny, Atlas und Rockblade noch zwischen 38 und 47 km/h drauf! Ein Crash bei diesem Tempo hätte schwerwiegende Folgen. Alternativen: Reifen im Mittelfeld Zwischen "gut" und "nicht empfehlenswert" gibt es noch 5 Reifen, die mit "befriedigend" abgeschnitten haben. Sie können mit Einschränkungen empfohlen werden und stellen eine Alternative für alle dar, die ihr Fahrprofil gut kennen und bewusst mit den jeweiligen Schwächen leben können. Die Stärken und Schwächen lassen sich in der Detailwertung eines jeden Modells checken (siehe Tabelle oben). In regenreichen Regionen sind zum Beispiel der Hankook Winter i*cept RS3, der Optimo Winter Touring OW41 und der Goodyear UltraGrip Performance 3 eine gute Wahl. Anders der chinesische Linglong: Der Linglong Sport Master Winter kann mit Trockenheit gut umgehen, was wiederum dem GT Radial WinterPro2 Evo schwerer fällt. Insgesamt nur mäßige Laufleistungen Große Kilometerfresser sind keine unter den getesteten Reifen. Am ehesten für Vielfahrer würde sich noch der Kumho mit einer prognostizierten Laufleistung von 40.000 Kilometern eignen. Unter den empfehlenswerten Reifen ist er aber genauso wenig wie Atlas und Sunny (rund 35.000 Kilometer). Das Schlusslicht Bridgestone kommt bereits nach rund 22.000 Kilometern an seine Verschleißgrenze. Auf diese Autos passt 185/65 R15 Die getesteten Winterreifen passen auf eine ganze Reihe von Modellen, vorwiegend aus dem Klein- und Kompaktwagensegment. Vom Alfa MiTo, Audi A1, Fiat 500e und Kia Stonic über Opel Adam und Corsa, Peugeot 208 und Renault Clio bis Seat Ibiza und VW Polo und zahlreichen weiteren Modellen reicht die Bandbreite. Welche Größe für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, lässt sich aus Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein) und dem CoC-Papier ersehen. Lieber doch einen Sommer- oder Ganzjahresreifen, oder Sie benötigen eine andere Größe? Hier können Sie die aktuellen Testergebnisse nachlesen: ADAC Sommerreifentests ADAC Winterreifentests ADAC Ganzjahresreifentests ADAC Empfehlungen Wählen Sie für Sie geeignete Reifen nach Ihrem Fahrprofil aus. Die Noten in den Unterkriterien des ADAC Tests können dafür eine wertvolle Hilfe sein. Verwenden Sie immer vier Reifen desselben Modells und Typs. Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck. Erhöhen Sie bei schwerer Ladung den Reifendruck entsprechend den Vorgaben des Fahrzeugherstellers in der Bedienungsanleitung. Montieren Sie bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, da diese durch ihr Seitenführungspotenzial die Fahrstabilität insbesondere bei Kurvenfahrt bestimmt. Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern zugunsten der Fahrsicherheit ersetzt werden. Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss. Kaufen Sie keine Reifen, die bei der Auslieferung an Sie älter als drei Jahre sind. Auskunft über das Herstellungsdatum der Reifen gibt Ihnen die DOT-Angabe. Übertragbarkeit, Gewichtung, Testkriterien, Methodik Die Testergebnisse lassen sich auf andere Reifengrößen übertragen, wenn die Breite höchstens ±10 Millimeter und das Höhenverhältnis maximal ±5 Prozentpunkte abweicht und Felgendurchmesser sowie Bauart identisch sind. Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V (≥ 240 km/h) oder höher sind nicht auf Reifen mit niedrigerem Index übertragbar. Zudem gilt: Reifen ohne Zusatz, Reifen mit der Kennzeichnung XL/"Reinforced" und HL gehören zu unterschiedlichen Lastklassen und sind untereinander nur bedingt vergleichbar. Umweltschutz ist auch bei der Mobilität ein wichtiges Thema. Deshalb spielen bei den ADAC Reifentests nicht nur Fahrsicherheit und Wirtschaftlichkeit, sondern auch Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte eine Rolle. Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klapp-Elementen unter der folgenden Tabelle erklärt. Fachliche Beratung: Felix Henning, ADAC Technik Zentrum Hier finden Sie alle aktuellen Reifentests des ADAC.