Urlaub trotz Corona: Die besten Reiseziele im Juni 2021

Blick auf die Wieskirche
Die Wieskirche, UNESCO-Welterbestätte im bayerischen Pfaffenwinkel ∙ © iStock.com/bluejayphoto

Angesichts stabiler Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 haben mehrere Bundesländer und einige europäische Länder bereits für Mitte bzw. Ende Mai erste Lockerungen für Touristen beschlossen. Das macht Hoffnung auf Urlaub im Juni.

  • Tourismus-Lockerungen in einigen Bundesländern

  • Tipps für Ausflüge, Wanderungen und Fernwanderwege

  • Wo Urlaub im europäischen Ausland möglich ist

Dank rückläufiger Corona-Zahlen sind bei Reisen im In- und Ausland Erleichterungen für Geimpfte und Covid-19-Genesene geplant. Modellregionen an Nord- und Ostsee ermöglichen seit Mai einen vorsichtigen Tourismus-Start. Auf alle Fälle machbar sind Aktivitäten vor der eigenen Haustür und Tagesausflüge in die nähere Umgebung.

Lockdown: Reisen innerhalb Deutschlands und Europas

Radtouren und Wanderungen an der Mosel

Wanderer an der Mosel
Ein steiler Pfad führt vom Moselort Treis-Karden in die Weinberge ∙ © Rheinland-Pfalz Touristik/Dominik Ketz

Die Mosel ist schon allein wegen ihrer Flussschlingen, die sich an steilen Weinbergen entlangwinden, eine Attraktion. Hinzu kommen geschichtsträchtige Städte wie Trier und Koblenz, Weindörfer wie Trittenheim und Beilstein, Fachwerkstädtchen wie Bernkastel-Kues und die wie einem Märchenbuch entnommene Burg Eltz.

Den Fluss im wahrsten Sinne des Wortes zu erfahren, dazu lädt der 248 Kilometer lange ufernahe und flache Mosel-Radweg* ein. Er verläuft vom Dreiländereck in Perl bis zum Zusammenfluss von Mosel und Rhein in Koblenz und ist gut in fünf Tagen zu schaffen. Mit der Lauschtour-App warten an 40 Hörstationen entlang des Weges spannende Geschichten auf die Radler.

Wer mit der Familie per Rad Tages- und Halbtagestouren* unternehmen möchte, findet neben Teilstrecken des Mosel-Radweges auch Routen auf stillgelegten Bahntrassen und Sterntouren rund um Trier, Bernkastel-Kues und Cochem.

Wanderern seien die sieben Traumpfade an der Mosel* empfohlen, die als Rundwanderungen konzipiert sind und sich durch abwechslungsreiche Landschaftsszenerien auszeichnen. Der mit 18,6 Kilometern Länge und 879 Höhenmetern anspruchsvollste ist der Bergschluchtenpfad Ehrenburg, mittelschwer der Traumpfad Eltzer Burgpanorama (12,6 Kilometer, 397 Höhenmeter).

Die drei Traumpfädchen* an der Mosel – Löfer Rabenlaypfad, Moseltraum und Niederfeller Schweiz – ermöglichen Kurztouren zwischen drei und fünf Kilometer Länge, die zugleich weniger steil und ideal für Familien mit Kindern sind.

Urlaub im schwimmenden Wohnmobil

Wohnmobil auf einem Freecamper auf einem Mecklenburger See
Urlaub auf Kanälen und Seen: Das Wohnmobil wird zum Wasserfahrzeug ∙ © Eric Stelzer

Ein besonderes Erlebnis für Wohnmobil- und Wohnwagen-Besitzer sind motorisierte Flöße, auf denen das eigene Gefährt befestigt wird und gleichsam als Hausboot fungiert. Auch für eine überdachte Sitzterrasse ist hier Platz. So kann man in den eigenen vier Wänden wohnen und auf 3- bis 14-tägigen Reisen die Landschaften Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns erkunden. Voraussetzung: Wohnmobil oder Wohnwagen sind maximal 4.500 Kilogramm schwer und acht Meter lang.

Wie bei einem Hausboot-Urlaub erhält man nach einer kurzen theoretischen und praktischen Einweisung die Charterbescheinigung. Damit kann der frischgebackene Kapitän ohne Bootsführerschein und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h losschippern, etwa zum Schweriner Schloss, nach Plau am See oder Waren an der Müritz.

Weitere Infos zum Camping auf dem Wasser (seit 21. Mai in brandenburgischen, ab 4. Juni in mecklenburgischen Gewässern möglich) finden Sie auf den Websites von freecamper* (Mietbasis in Zehdenick an der Marina Neuer Hafen am Ziegeleipark Mildenberg) und skippercamping* (Mietbasis in Schwerin/Raben-Steinfeld).

Angebote für Camping in Mecklenburg-Vorpommern gibt’s beim ADAC Campingportal PiNCAMP*. Dort finden Sie außerdem die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Camping und Corona*.

Entdeckungen in der Pfalz

Blick auf den Teufelstisch in Hinterweidenthal
Ziel von Wanderern und Kletterern in der Pfalz: Der 14 Meter hohe Teufelstisch bei Hinterweidenthal ∙ © Shutterstock/Andreas Vogel

Wer durch das Rebenmeer der Pfalz streift, fühlt sich an die Toskana erinnert. Hier laden Weinorte wie Deidesheim und Bad Bergzabern sowie die Sekthochburg Wachenheim zum Genuss ein. Der Naturpark Pfälzerwald ist mit Dahner Felsenland und Teufelstisch ein abwechslungsreiches Wanderrevier. Die ehemalige Reichsburg Trifels, die mittelalterliche Felsenburg Berwartstein und die mächtige Burgruine Lichtenberg bieten schöne Ausblicke.

Mein Tipp für den Juni: die Karlstalschlucht ca. 15 Kilometer südlich von Kaiserslautern. Das Naturschutzgebiet Karlstal lädt zum Wandern ein. Von der Wilensteiner Mühle geht es an einem Wildbach entlang bis zu einem hölzernen Pavillon: im Sommer der ideale Ort, um sich abzukühlen und den Alltagsstress hinter sich zu lassen.

Patrick Barth, Leiter Reisevertrieb & Touristik ADAC Pfalz e.V.©ADAC Pfalz

Schnupperpilgern auf deutschen Jakobswegen

Gelbe Muschel des Jakobsweg an einem Stein
Eine stilisierte Muschel, die Kilometersteine und Schilder ziert, leitet Pilger auf den Jakobswegen ∙ © iStock.com/Markus Volk

Mehr als 30 Jakobswege ziehen sich durch Deutschland. Sie verbinden sich als weit verzweigtes Netz mit den Wegen, die schließlich im spanischen Santiago de Compostela enden. Wer das Pilgern ausprobieren möchte, folgt der gelben Muschel auf blauem Grund und dem gelben Pfeil, die auch vor der eigenen Haustür zu finden sind.

Die Via Baltica* verläuft auf rund 760 Kilometern von der Insel Usedom nach Osnabrück. Geschichtsreiche Hansestädte lernt auf einer 7-Tage-Tour kennen, wer die 151 Kilometer lange Teilstrecke von Rostock nach Lübeck geht. Giebelhäuser, gotische Kirchen und alte Speicher zeugen vom einstigen Reichtum Rostocks. Berühmt für sein hochgotisches Münster ist Bad Doberan. Wismars glanzvolle Zeiten werden am Hafen und in der Altstadt sichtbar. Lübeck, die „Königin der Hanse“, wartet mit Holstentor und mächtigen Backsteinkirchen auf.

Von Köln durch die Eifel bis nach Trier und weiter nach Metz führt die 350 Kilometer lange Via Coloniensis*. Empfehlenswert sind die 110 Kilometer zwischen der Stadt Bad Münstereifel, deren mittelalterlicher Stadtkern von einer Mauer mit Wehrtürmen und Toren umgeben ist, und Neuerburg im Tal der Enz. Zwischenstationen auf der fünftägigen Wanderung sind Blankenheim unterhalb einer imposanten mittelalterlichen Burg, das auf einem Berg thronende Kronenburg und Prüm, dessen Wahrzeichen die Basilika St. Salvator ist.

Reizvoll ist auch der 270 Kilometer lange Münchner Jakobsweg* von der bayerischen Landeshauptstadt nach Lindau bzw. Bregenz. Auf dem rund 60 Kilometer langen, dreitägigen Weg durch den idyllischen Pfaffenwinkel, so benannt wegen seiner Vielzahl an Kirchen und Klöster, kommt man am Kloster Wessobrunn vorbei, besteigt den Hohen Peißenberg und passiert die Stiftskirche von Rottenbuch, die Wieskirche sowie das Welfenmünster in Steingaden.

Die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft* pflegt die Wege und informiert über die Wegführungen.

Hier eine Übersicht über Reiseziele, die keine Risikogebiete mehr sind

Wandern auf Menorca

Wanderer auf Menorca
Der Camí de Cavalls verläuft teilweise direkt am Meer entlang ∙ © Shutterstock/Delpixel

Seit die Balearen nicht mehr als Risikogebiete gelten und die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aufgehoben ist, reden alle von Mallorca. Für die, die es ruhiger lieben und gerne wandern, ist Menorca* eine hervorragende Alternative.

Rund 43 Prozent der zweitgrößten Baleareninsel stehen unter Naturschutz. Der Parc Natural S’Albufera d’Es Grau* mit seinen Feuchtgebieten und Kiefernwäldern, Weiden und Ackerflächen, Felsenküsten und Stränden ist ein Teil davon. Ausgedehnte Wander- und Fahrradwege erschließen ihn.

Die Wanderung auf den 357 Meter hohen Monte Toro, Menorcas höchsten Gipfel, wird mit einem einmaligen Weitblick belohnt. Bestens zu Fuß erobern lassen sich von Cala Galdana die Traumbuchten Cala Macarella, Cala Macarelleta und Cala Mitjana.

Einmal rund um die Insel führt der 185 Kilometer lange Camí de Cavalls*. Auf dem als GR 223 mit einem Hufeisen-Symbol markierten „Weg für Pferde“, der ab dem 13. Jahrhundert für Patrouillenreiter angelegt wurde, können Wanderer auf 20 Etappen die vielfältige Küstenlandschaft entdecken. 

Darüber hinaus punktet Menorca mit schönen Städten wie Mahón und Ciutadella sowie mit rätselhaften Megalithbauten.

Spanien-Urlaub in Corona-Zeiten: Das müssen Sie wissen

Island: Auf der Ringstraße um die Insel

Frau steht an Eisberg in Island
Angeschwemmte Eisberge am Diamantstrand nahe der Jökulsárlón-Gletscherlagune im Südosten Islands ∙ © Shutterstock/Maridav

Wer nachweislich gegen Covid-19 geimpft ist (zwei Impfdosen der Vakzine von Moderna, AstraZeneca oder Biontech), darf nach Island reisen. Eine Quarantäne ist nicht nötig, jedoch müssen auch Urlauber mit einem Impfzertifikat oder dem Nachweis einer überstandenen Covid-19-Infektion bei Einreise einen PCR-Test vornehmen lassen. Über weitere Voraussetzungen informiert die isländische Gesundheitsbehörde*.

Die Besucher der größten Vulkaninsel der Welt erwarten zum Beispiel Gletschertouren, Wanderungen zu Solfataren und Wasserfällen, Whale Watching vor der Küste und Entspannung in einem der aus heißen Quellen gespeisten Freibäder.

Eine Reise durch Island startet in Reykjavík, berühmt für seine lebendige Kneipenszene, coole Designerläden und herrliche Geothermalbäder.

Der Hringvegur, die gut befahrbare Ringstraße, führt auf einer Länge von 1330 Kilometern rund um die Insel. Alle wichtigen Orte und viele Naturwunder lassen sich so bequem mit dem Mietwagen erreichen.

Im Süden erstrecken sich große landwirtschaftliche Flächen mit Wiesen und Weiden. Der größte Gletscher, Vatnajökull, dominiert den Südosten. Ost- und Nordküste sind geprägt durch tiefe Fjorde, steile Gebirgszüge und malerische Küstenorte.

Abgeschieden liegen die Westfjorde, die tief ins Land hineinragen. Südlich davon erstreckt sich die Halbinsel Snæfellsnes mit dem legendären Vulkan Snæfellsjökull.

Weitere Informationen bei Visit Iceland*.

Westdänemark: Badeurlaub an Nord- und Ostsee

Strandhäuschen am Strand Eriks Hale bei Marstal auf der Insel Aero
Häuschen am Strand Eriks Hale bei Marstal auf der Insel Ærø ∙ © Huber Images

Lust auf Urlaub an der Nord- und Ostseeküste Dänemarks? Badeurlauber und Windsurfer zieht es an die langen Sandstrände auf den Nordseeinseln Rømø und Fanø oder an den Ringkøbing Fjord auf Jütland, der einem Binnensee gleicht.

Wer die Märchen von Hans Christian Andersen schätzt, erkundet die Universitätsstadt Odense auf Fünen, Kulturinteressierte besuchen das Wasserschloss Egeskov Slot und auf der Insel Tåsinge das Valdemars Slot.

Eines der schönsten Bootsreviere Dänemarks ist die „dänische Südsee“ mit rund 50 der Insel Fünen vorgelagerten Eilanden.

Dänemark-Urlaub in Corona-Zeiten: Das müssen Sie wissen

Weitere Infos und Inspiration für Ihren Aufenthalt finden Sie auch bei Visit Denmark*.

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Cornelia Schubert
Fach-Autorin
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