Test Kia Sportage: Ist der SUV mit 48-Volt-Technik sparsamer?

21.1.2019

Der Kia Sportage kommt als erster Koreaner mit 48-Volt-Technik – und dadurch mit Hybridantrieb. Führt das zu geringerem Diesel-Verbrauch? ADAC Test, Messwerte, Bilder, Video, technische Daten

  • 48-Volt-Technik mit Startergenerator soll beim Sparen helfen
  • Der Kia Sportage wurde grundlegend überarbeitet
  • Teuer: Der getestete 185-PS-Diesel kostet knapp 42.000 Euro

 

Von Mainstreamherstellern zu Elektro-Avantgardisten: Kia und Hyundai zeigen, wie schnell sich die Autoindustrie verändern kann. Wenn sie will. Neben reinen Elektroautos wie Hyundai Ioniq, Hyundai Nexo oder Kia Soul haben die Koreaner eine ganze Reihe unterschiedlicher Hybridkonzepte im Angebot. Die neueste Variante ist seit kurzem im Kompakt-SUV Kia Sportage zu finden: Ein Mildhybrid auf Basis von 48-Volt-Technik.

Die Idee dahinter: Neben dem konventionellen 12-Volt-Netz gibt es ein zweites, mit höherer Spannung betriebenes Bordnetz, das den Einsatz eines leistungsstärkeren Startergenerators möglich macht. Beim Sportage kommt dieser auf 12 kW/16 PS und taugt damit als zusätzliche, elektrische Antriebsquelle: Zumindest für kurze Zeit kann er den 185 PS starken 2,0-Liter-Diesel beim Beschleunigen unterstützen, der sich dadurch den ein oder anderen Schluck Sprit sparen soll.

Testverbrauch: 7,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer

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Frontansicht Kia Sportage
Mit rund 4,50 Metern Länge zählt der Kia Sportage zu den Kompakt-SUVs

Die benötigte elektrische Energie produziert der Generator selbst über die Bremskraftrückgewinnung. Unter dem Strich steht für den Mildhybrid ein Normverbrauch von im besten Fall 5,2 Liter Diesel (für das Allradmodell mit Handschaltung) in den technischen Daten. Für ein Auto dieser Größe ein guter Wert. Aber funktioniert die Spritspartechnik auch in der Praxis?

Nicht wirklich, wie der ADAC Test gezeigt hat. Zwar kann die Technik den Diesel vor allem im Stadtverkehr mit seinen vielen Stop-and-go-Passagen unterstützen. Doch dafür sind die dort gemessenen 7,4 Liter im Grunde noch zu viel. Im Mischverkehr kommt der Sportage auf einen Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern Diesel – zum Sparauto wird der SUV also auch mit 48-Volt-Technik leider nicht. Mehr als drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest holt sich der Sportage dadurch nicht.

Überzeugen kann hingegen die Kraftentfaltung des elektrisch unterstützten Antriebs. Eine Anfahrschwäche ist zumindest in der gefahrenen Automatikvariante nicht zu spüren. Der Startergenerator sorgt nicht nur für sehr weiche Motorstarts im Fahrbetrieb, sondern kann auch Antriebsleistung mit auf die Kurbelwelle leiten. Immer wenn man Gas gibt, schiebt mindestens kurzzeitig der Startergenerator mit an und überbrückt damit die kurze Pause, bis der nötige Ladedruck aufgebaut ist und der Dieselmotor seine Leistung abgeben kann.

Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten des Verbrennungsmotors, was man tatsächlich im Alltagsbetrieb im Vergleich mit ähnlichen Aggregaten ohne Startergenerator spüren kann.

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Zum Facelift 2018 wurde der Sportage hochwertiger

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Cockpit des Kia Sportage
Verarbeitung und Materialanmutung sind dem Preis angemessen

Wie die anderen Dieselvarianten hat auch der Zweiliter-Vierzylinder zwei Katalysatoren zur Stickoxid-Reduzierung erhalten, die Resultate spre- chen für sich: Die Grenzwerte der neuen Euro 6d-TEMP Schadstoffnorm werden teils deutlich unterschritten. Endlich sind die Korea-Diesel also sauber.

Eingeführt wurden das 48-Volt-System und der große Diesel beim Sportage im Zuge des im Sommer 2018 erfolgten Facelifts. Dabei spendierten die Koreaner ihrem wichtigsten Modell in Deutschland auch ein leichtes Upgrade am Armaturenbrett, das durch zusätzliche Metallapplikationen nun eine Spur massiver und wertiger wirkt.

Komplettiert wurde die Überarbeitung durch eine leicht modifizierte Frontoptik mit optionalen LED-Scheinwerfern und einigen neuen Fahrerassistenzsystemen, darunter eine gut funktionierende Rundumsichtkamera. Wie schon vor dem Facelift stellt der Sportage ein gutes Platzangebot zur Verfügung und versucht mit üppiger Serienausstattung den bei der getesteten Variante hohen Kaufpreis von knapp 42.000 Euro zu rechtfertigen.

Der Kerncharakter des VW-Tiguan-Konkurrenten hat sich jedoch nicht verändert: Der Kia Sportage bleibt ein angenehm abgestimmter Crossover mit gutem Platzangebot, ordentlichen Sitzen und gefälligem Ambiente.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Kia Sportage 2.0 CRDi 185 EcoDynamics GT Line AWD Automatik

Technische Daten (Herstellerangaben) Kia Sportage 2.0 CRDi 185 EcoDynamics GT Line AWD Automatik                    
Antrieb 4-Zylinder-Turbodiesel, 48-Volt-Mildhybrid, SCR-Kat, 1995 cm3, 136 kW/185 PS, 400 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen 9,5 s auf 100 km/h, 201 km/h Spitze
Verbrauch 5,7 l Diesel/100 km, 149 g CO2/km
Maße L 4,50 / B 1,86 / H 1,64 m
Kofferraum 439 – 1428 l
Leergewicht / Zuladung 1747 kg / 503 kg
Preis 41.690 Euro
ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h
5,4 s 
Bremsweg aus 100 km/h
36,0 m
Wendekreis 11,6 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest
7,1 l Diesel/100 km , 224 g CO2/km (well-to-wheel)
Reichweite
775 km
Innengeräusch bei 130 km/h 68,1 dB(A)
Leergewicht / Zuladung
1775 / 475 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch 400 / 815 / 1395 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote: 2,5
Karosserie/Kofferraum 2,6                    
Innenraum 2,3
Komfort 2,5
Motor/Antrieb 1,9
Fahreigenschaften 
2,6
Sicherheit
2,1
Umwelt/EcoTest
3,4 

 

  • Das hat uns gefallen: Gutes Platzangebot. Umfangreiche Ausstattung. Flotte Fahrleistungen. Sauberes Abgas        
  • Das hat uns nicht gefallen: Hoher Verbrauch. Hoher Anschaffungspreis. Keine automatische Leuchtweitenregulierung mehr.

Text: Holger Holzer/SP-X, Jochen Wieler. Fotos: PR. 

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