Mazda CX-6e: So fährt das Elektro-Crossover zum fairen Preis

• Lesezeit: 7 Min.

Von Andreas Huber

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ADAC Redakteur Andreas Huber lehnt an einem Mazda CX 6e
Mit 4,85 Metern Länge ein ausgewachsenes Mittelklasse-SUV: ADAC Redakteur Andreas Huber bei der Ausfahrt mit dem Mazda CX-6e© Mazda

Mit dem Mazda CX‑6e erweitert Mazda sein Portfolio um ein Elektro-SUV, das japanische Ästhetik, Alltagstauglichkeit und ein auf Europa abgestimmtes Fahrerlebnis verbinden soll. So fährt er sich.

  • 78‑kWh‑LFP‑Batterie mit bis zu 484 Kilometer Reichweite

  • Neues Cockpit mit ultrabreitem Touchscreen und Head‑up‑Display

  • Preise ab ca. 50.000 Euro

Elektroauto Nummer drei ist ein SUV. Nach dem Marktstart der Elektro-Limousine 6e zieht Mazda mit dem CX-6e auch eine Etage höher nach. Genau wie das Stufenheck ist das SUV eine Entwicklung des Joint Venture aus Mazda und dem chinesischen Automobilbauer Changan.

Das Kooperationsmodell behauptet sich seit Sommer 2026 gegen Modelle wie Cupra Tavascan, Ford Capri, Škoda Enyaq, Opel Grandland, Toyota bZ4X und Tesla Model Y.

Bis zu 484 Kilometer Reichweite sollen laut Mazda im WLTP-Zyklus möglich sein. Der Aktionsradius wirkt angemessen, verglichen mit den neuesten 800-Volt-Fahrzeugen auf dem Markt, wie dem Mercedes GLC oder dem BMW iX3, aber bei Weitem nicht mehr bahnbrechend.

Typisch Mazda und doch optisch selbstständig

Ein Mazda CX 6e stehend seitlich von hinten fotografiert
Die Heckpartie wird von den schmalen Rückleuchten und der sehr breiten C-Säule dominiert© Mazda

Das Exterieur interpretiert das typische Mazda-Design futuristisch: Die dreidimensional illuminierte Leuchtspange prägt die Front und verrät unter anderem auch den Ladezustand an der Ladesäule. Das Tagfahrlicht ist dabei von den Hauptscheinwerfern getrennt. Diese befinden sich darunter. Ähnlich wie beim Polestar 3 sitzt auf der Motorhaube ein kleiner Spoiler, der die Luft zugunsten der Aerodynamik leiten soll.

Der CX-6e ist optional mit digitalen Außenspiegeln ausgestattet, die die Umgebung als Kamerabild in den Türen wiedergeben – ob Mazda hier einen Weg gefunden hat, die Technik alltagstauglich auszulegen, bleibt abzuwarten. Im Zuge der ersten Ausfahrt mit dem CX-6e stand nur das Modell mit klassischen Spiegeln zur Verfügung. Bei anderen Herstellern hält sich der Mehrwert solcher Systeme in Grenzen, die Nachteile überwiegen im Allgemeinen.

Am Heck finden sich filigran gestaltete Rückleuchten, die im oberen Bereich des Kofferraumdeckels angebracht sind. Ansonsten arbeitet die Designabteilung hier mit viel Blech, das wenig Sicken und Kanten trägt.

Cockpit mit riesigem Bildschirm

 Mazda CX 6e
Der erste Sitzeindruck im neuen Mazda ist gut. Der Innenraum wirkt hochwertig verarbeitet© Mazda

Im Interieur ist der Mazda markentypisch reduziert und aufgeräumt gehalten. Auch beim CX-6e folgte das Design-Team der japanischen Ma‑Philosophie: Klare Flächen, hochwertige Haptik und viel Raum verspricht Mazda hier.

Eindruck beim ersten Kennenlerntermin: Das Elektro-SUV wird diesem Anspruch gerecht. Egal wo man hinfasst, die Flächen sind weich, der Einsatz von Hartplastik ist auf ein Minimum reduziert. Ein klassisches Kombiinstrument hinter dem Lenkrad gibt es im neuen Mazda nicht, dafür ist ein Head-up-Display serienmäßig.

Das Cockpit des Mazda CX 6e
Der große Bildschirm ist für beide Insassen in der ersten Reihe gedacht. Ein Beifahrerdisplay ist damit überflüssig© Mazda

Im Zentrum des Cockpits befindet sich ein monströser 26,45‑Zoll‑Touchscreen, der asymmetrisch auf dem Armaturenbrett platziert ist. Er besitzt zwei Bedienbereiche, sodass die Person am Steuer und die daneben für sich zugeschnittene Inhalte auf einem Bildschirm sehen können. Ein zweites Display wird so überflüssig. Der riesige Bildschirm sieht spektakulär aus und ist serienmäßig vorhanden. Ebenfalls immer mit an Bord ist das rund einen Quadratmeter große Panoramaglasdach, das sich aber nicht öffnen lässt.

Die Sitze machen einen guten Eindruck, und auch die Platzverhältnisse können sich sehen lassen. In der zweiten Reihe haben Personen mit 1,80 Meter Körpergröße bequem Platz, ab 1,95 Meter könnte es um den Kopf herum etwas enger werden.

Mazda holt die Gestensteuerung zurück

Die Sprachsteuerung ("Hey Mazda") wird durch eine Gestenerkennung ergänzt: Das "Okay"‑Zeichen startet die Heimnavigation, die "Faust" die Route zum Arbeitsplatz, ein "Daumen hoch" aktiviert je nach Konfiguration Audio oder EV‑Sound, das "Fingerherz" setzt einen Titel auf die Favoriten, ein "V" löst ein Selfie über die Innenraumkamera aus, ein "Winken" wechselt den Song.

Diese "Spielerei" verwundert etwas, denn beispielsweise BMW hat seine Gestensteuerung vor geraumer Zeit aus seinen Fahrzeugen verbannt, da sie im Alltag keinen nennenswerten Mehrwert bot.

Digitale Außenspiegel als Ausstattungsoption

 Mazda CX 6e
Ungewohnt: Der Blick fällt für Ungeübte automatisch auf die Position der Kamera draußen, dabei wird das Bild in der Tür angezeigt© Mazda

Bereits die Ausstattungslinie Takumi bringt wesentliche Komfort‑ und Sicherheitsfeatures mit. Takumi Plus ergänzt 21‑Zoll‑Räder, digitale Außenspiegel sowie einen digitalen Innenspiegel, der auf Wunsch zum Display wird. Die Rücksitze sind hier zudem beheiz‑ und belüftbar.

Zum serienmäßigen Fahrerassistenzpaket zählen unter anderem ein Notbremsassistent vorn und hinten, ein Spurhalteassistent mit Lenkunterstützung und ein Ausweichassistent. Neun Airbags, einschließlich eines Mittelairbags vorne, komplettieren die Sicherheitsausstattung.

Nur ein Antrieb mit 190 kW fürs SUV

Der CX‑6e ist ein reines Elektrofahrzeug mit Hinterradantrieb. Ein Elektromotor an der Hinterachse liefert 190 kW (258 PS) Leistung und 290 Nm Drehmoment. Das einstufige Getriebe setzt die Leistung in Vortrieb um. Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h schafft der Mazda laut Werksangabe in 7,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 185 km/h begrenzt. Die maximale Anhängelast beträgt 1500 Kilogramm, wodurch sich das SUV auch für Transportaufgaben im Alltag eignen sollte.

Fahreindrücke: Ein bisschen zu hart abgestimmt

ADAC Redakteur Andreas Huber fährt einen Mazda CX 6e
Redakteur Andreas Huber unterwegs mit dem neuen Mazda CX-6e© Mazda

Wer denkt, dass 190 kW im neuen CX-6e für sportliche Fahrleistungen sorgen, könnte bei einer Probefahrt enttäuscht werden. Der Mazda ist zwar mehr als ausreichend motorisiert, den elektrotypischen Punch, der den Kickdown bei E-Fahrzeugen gerne mal begleitet, bleibt aber aus. Zum Charakter des Fahrzeugs passt aber die eher gemütliche Gangart sowieso besser.

Der Verbrauch auf der ersten Testfahrt: laut Bordcomputer zwischen 18,5 und 20 kWh je nach gefahrener Strecke. Ein solider Wert, der sich aber im ADAC Autotest noch beweisen muss. Mazda gibt den Verbrauch mit 19,4 kWh/100 km an.

Ein Mazda CX 6e fahrend von vorne fotografiert
Eigentlich ein gemütlicher Zeitgenosse, aber dann doch etwas zu hart abgestimmt© Mazda

Mit Blick auf den entspannten Charakter des Japaners verwundert es, dass das Fahrwerk des CX-6e unnötig hart abgestimmt wurde. Vor allem mit den optionalen 21-Zoll-Felgen, die in der höchsten Ausstattung serienmäßig sind, nimmt das SUV Fahrbahnunebenheiten mit und leitet sie deutlich vernehmbar an die Insassen weiter. Auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Landstraße oder der Autobahn wird dieses Verhalten nur im Detail besser, auch hier wirkt der CX-6e häufig zu harsch.

Die eigenwillige Abstimmung ist aber pure Absicht und kein Unvermögen: Mazda betont schließlich, speziell für europäische Kunden eine "optimierte" Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung gewählt zu haben. Die Lenkung zumindest passt zum Anspruch, hier zeigt sich der Mazda ziemlich unaufgeregt. Leichte Lenkbewegungen werden vernünftig an die Räder weitergegeben, dabei ist selbst im Sport-Modus relativ wenig Kraft von Nöten.

Manche Assistenten können beim neuen Mazda während der Fahrt nerven. Sie lassen sich zum Teil über Shortcuts ausschalten© Mazda

Der Aufmerksamkeits- und der Spurhalteassistent waren auf der ersten Ausfahrt mehr als fleißig und haben sich sehr oft zu Wort gemeldet. Ersterer vor allem, da die verschachtelten Menüs im Display einiges an Aufmerksamkeit fordern und vom Verkehrsgeschehen ablenken. Zwar lassen sich häufig verwendete Funktionen auf Shortcuts auf dem Lenkrad legen, trotzdem sind Menüpunkte und Anzeigen teilweise erst eine Ebene tiefer zu sehen.

Ein Beispiel hierfür ist die Anzeige des aktuellen Fahrmodus. Diese ist erst im Menü ersichtlich, selbst wenn man den Modus über die Taste am Lenkrad wählt. Auf den ersten Blick ist auf keiner Anzeige zu sehen, welcher Modus gerade ausgewählt ist.

Im Unterschied zu anderen Modellen lässt sich die Auto-Hold-Funktion im Mazda über das Bremspedal steuern. Im Stehen einfach ein zweites Mal draufdrücken, um die Funktion zu deaktivieren, und der Mazda "kriecht", wie von anderen Automatikautos gewohnt, langsam voran. Im Stau-Stop-and-Go kann das ganz angenehm sein. Das Geräuschniveau im CX-6e ist zudem allgemein extrem gut. Die Akustikverglasung dämpft Windgeräusche auf ein Minimum, was vor allem auf der Autobahn seinen Beitrag leistet.

Akku, Ladeleistung und Reichweite des Elektro-Mazda

Ein Mazda CX 6e stehend seitlich von vorne fotografiert
190 kW und 484 Kilometer maximale Reichweite hat der Mazda laut Herstellerangabe zu bieten© Mazda

Der 78‑kWh‑LFP‑Akku lässt sich am DC-Schnelllader mit bis zu 195 kW aufladen, damit lässt sich der Ladestand laut Mazda in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent erhöhen. Eine zweite Akkuoption wie beim 6e bietet Mazda nicht an. Gut so, denn die "Long-Range-Version" der Limousine lädt am Schnelllader nur mit mickrigen 90 kW.

Für das Laden zu Hause oder an der AC‑Säule ist ein 11‑kW‑Bordlader an Bord, 22 kW gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Eine Wärmepumpe ist dagegen serienmäßig verbaut und unterstützt effizientes Heizen/Kühlen des Innenraums.

Die vorläufige WLTP‑Reichweite beträgt bis zu 484 Kilometer in der Ausstattung Takumi mit 19‑Zoll‑Rädern. In Takumi Plus mit serienmäßigen 21‑Zoll‑Rädern sind nur bis zu 468 Kilometer möglich.

Fazit und Preise

Nach der ersten Fahrt zeigt der Mazda CX-6e zwei Gesichter. Auf der einen Seite ist er ein im Innenraum hochwertig verarbeitetes SUV, das keine sportlichen Ambitionen versprüht und einen effizienten Ersteindruck macht, zum anderen können die teils etwas übereifrigen Assistenten und das harte Fahrwerk im Alltag auch nerven.

Der Mazda CX-6e ist bereits bestellbar, die Basis startet bei 49.990 Euro in der Ausstattung Takumi, darüber rangiert ab 52.990 Euro. Für ein vollelektrisches Mittelklasse-SUV ist das ein ordentlicher Preis, ein VW Tiguan befindet sich als Plug‑in-Hybrid in einer ähnlichen Preisklasse, fährt aber ein Segment tiefer und nutzt noch einen Verbrenner.

Mazda CX-6e: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Mazda CX-6e Takumi (ab 09/26)

Mazda CX-6e Takumi Plus (ab 09/26)

Motorart

Elektro
Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

190
190

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

258
258

Drehmoment (Systemleistung)

290 Nm
290 Nm

Antriebsart

Hinterrad
Hinterrad

Beschleunigung 0-100km/h

7,9 s
7,9 s

Höchstgeschwindigkeit

185 km/h
185 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

484 km
468 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km
0 g/km

Stromverbrauch kombiniert (WLTP)

18,9 kWh/100 km
19,4 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

78,0
78,0

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:195,0
AC:11,0 DC:195,0

Kofferraumvolumen normal

468 l
468 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.434 l
1.434 l

Leergewicht (EU)

2.205 kg
2.205 kg

Zuladung

385 kg
385 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg
750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.500 kg
1.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

6 Jahre oder 150.000 km
6 Jahre oder 150.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.850 mm x 1.935 mm x 1.620 mm
4.850 mm x 1.935 mm x 1.620 mm

Grundpreis

49.990 Euro
52.990 Euro

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