Neues Tesla Model Y: Frische Optik, neues Glück?
Wer ein Elektro-SUV mit Fahrspaß und guter Reichweite sucht, ist beim Tesla Model Y genau richtig. Das gilt auch nach der Überarbeitung und selbst für das neue Basismodell. Stärken und Schwächen im ADAC Test.
Facelift: Mehr Effizienz, Reichweite, Komfort
Im Test: Neue Version Standard für unter 40.000 Euro
Trotz kleiner Batterie 438 Kilometer Reichweite
Die Zeit, als man vermehrt Teslas mit dem Aufkleber "I bought this before Elon went crazy" sah, ist vorbei. In der Zeit sanken Teslas Autoverkäufe in Deutschland dramatisch.
Mittlerweile steht Tesla-Chef Elon Musk nicht mehr so im öffentlichen Fokus und sein Geschäft mit Autos läuft aktuell wieder ganz gut. Im Juni 2026 etwa etablierte sich das Model Y erneut als das meistverkaufte Elektroauto und landete insgesamt auf Platz 3 der deutschen Pkw-Neuzulassungen.
Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist das Model Y 2025 durch ein Facelift aufgewertet worden. Und zweitens gibt es nun ein neues Basismodell, das weniger als 40.000 Euro kostet. Dieses hat der ADAC ausführlich getestet.
Tesla Model Y Facelift 2025: Die Neuerungen

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Geändert haben sich im Jahr 2025 Optik und Design: eine geduckte Front mit einer LED-Lichtleiste über die gesamte Fahrzeugbreite und ein neues, massiv-muskulös wirkendes Heck, ebenfalls mit markantem LED-Leuchtenband. Dazu gab es aerodynamischen Feinschliff an der Karosserie und den Rädern, wodurch die Effizienz und die erzielbaren Reichweiten verbessert worden sein sollen.
Weitere Änderungen betreffen das optimierte Soundsystem, die beheizte Frontkamera mit Waschfunktion, den Heckspoiler und den Heckdiffusor für besseren Abtrieb sowie eine verbesserte Geräuschdämmung.
Für Rückbank-Passagiere bietet das Model Y nun ein Display, mit dem man eigenständig Einstellungen für das Raumklima vornehmen oder Spiele spielen kann. Erfreulich ist zudem, dass sich die Rückenlehnen elektrisch in der Neigung verstellen und sich nun auch die Rücksitzflächen beheizen lassen.
Model Y Standard im Test
Die Bildergalerie zeigt die Unterschiede der Standardversion im Vergleich zu den teureren Model-Y-Versionen.

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Zum aktuellen Test hat der ADAC das Model Y Standard nach dem seit Anfang 2026 gültigen, geänderten Testschema herangezogen. Die Standardversion wird "nackt" mit einem Einstandspreis von nur 39.990 Euro angeboten. Inklusive einiger Extras kam das Testfahrzeug dann aber auf einen Preis von 48.790 Euro.
Die Antriebsleistung beträgt wie beim teureren Model Y Premium Maximum Range 220 kW/299 PS, das Drehmoment ist mit 420 Nm ebenfalls identisch. Der Akku der Standardversion hat eine Kapazität von 60 kWh (netto), das sind 14 kWh weniger als beim Maximum- Range-Modell.
Reichweite um 438 Kilometer

Erste wichtige Erkenntnis: Die Facelift-Maßnahmen hinsichtlich der Effizienz haben sehr gut gegriffen. So verbrauchte das Model Y Standard nur 16,4 kWh Strom pro 100 Kilometer inklusive der Energieverluste beim Laden. Und das trotz aktuell verschärftem Messzyklus des ADAC. Top für ein Auto dieser Größe.
Die Reichweite beträgt im realitätsnäheren ADAC Messzyklus 438 Kilometer. Das ist angesichts der relativ kleinen Batterie ein sehr ordentliches Ergebnis. Wie stark Verbrauch und Reichweite vom jeweiligen Fahrstil und auch von der Außentemperatur in etwa abhängig sind, sehen Sie im ADAC Reichweitenrechner:
ADAC Reichweitenrechner
Tesla Model Y 220 kW (299 PS)
-10
30
50
130
Berechnete Reichweite
517km
(Reichweite laut Hersteller: 534 km)
Beim Laden an der ADAC-eigenen DC-Säule hat das Model Y etwas enttäuscht. Die von Tesla angegebene maximale Ladeleistung von 250 kW wurde zu keinem Zeitpunkt erreicht. Nach einem raschen Anstieg auf 186 kW fiel die Leistung bei 30 Prozent SoC rapide, im weiteren Verlauf kontinuierlich ab. Bei 80 Prozent SoC wurde der Tesla nur noch mit rund 60 kW geladen – über die gesamte Ladedauer (gemessen bis 80 Prozent) lagen durchschnittlich 107,1 kW an.
Im Ranking der langstreckentauglichsten Elektroautos liegt das Model Y damit abgeschlagen im Mittelfeld. Model X, Model S und Model 3 schneiden deutlich besser ab.
Die Erklärung: Das Antriebssystem im Tesla wird mit einer vergleichsweise geringen Nennspannung von nur 350 Volt betrieben. Zum Erreichen der vollen Ladeleistung sind daher überdurchschnittlich große Ladeströme vonnöten. Diese können von den wenigsten Ladesäulen aufgebracht werden. Die Supercharger von Tesla sind hingegen darauf ausgelegt. Es ist also auch deshalb ratsam, als Tesla-Eigner auf langen Strecken bevorzugt am Supercharger zu laden.
Die Fahrleistungen sind der Hit

Unterwegs mit dem Model Y Standard geht zumindest sportlich-ambitionierten Personen das Herz auf. Schon Musks Einstiegsvariante bietet Fahrleistungen vom Feinsten. Überholmanöver auf der Landstraße sind souverän und gefahrlos zu bewältigen. Die Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h ist bei freier Autobahn schnell erreicht.
Die Abstimmung des Fahrwerks wurde im Vergleich zu früher getesteten Versionen etwas mehr in Richtung Komfort ausgelegt, ohne dabei gravierende Einschränkungen beim Handling zu riskieren. Tesla erklärt, das liege an einer steiferen Karosseriestruktur, einer neu gestalteten Fahrwerksgeometrie und -kinematik sowie an einer vom aktuellen Model 3 übernommenen Dämpfungstechnologie.
Komfortliebhaber werden trotzdem monieren, dass das Fahrwerk gelegentlich etwas stößig wirkt und Unebenheiten der Straße wenig gemindert in den Innenraum transportiert werden. Kanaldeckel zum Beispiel werden den Insassen deutlich gemeldet.
Sei's drum: Freunde einer sportlichen Fahrwerksabstimmung kommen in jedem Fall auf ihre Kosten. Fahrspaß macht das Model Y eine Menge: Die direkte Lenkung, das verbindliche Fahrwerk, die spontane Gasannahme – dadurch wird das Model Y zu einem äußerst fahraktiven Auto, mit dem jede Kurve ein Erlebnis ist. Keine Frage: Für ein elektrisches Familien-SUV setzt das Model Y den Maßstab.
Innenraum und Qualität
Ein Lob gebührt inzwischen auch der Verarbeitung und der Materialqualität. Im Innenraum hat man es mit Oberklasse-Niveau zu tun. Gleiches gilt für die Geräuschdämmung, die exzellent ist. Auch an der Verarbeitung der Karosserie gibt es nun keine Beanstandungen mehr. Lediglich bei den Kunststoffanbauteilen fehlt hier und da die Präzision. Die Karosserieteile sitzen rundum flächig, auch die Spaltmaße zwischen den Teilen passen.
An Platz mangelte es noch nie im Tesla Model Y. Auch hinten sitzt man sehr großzügig und bequem. Das Standardvolumen des Kofferraums beträgt 420 Liter. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen sind bis zu 1380 Liter Volumen verfügbar. Zusätzlich findet man weitere 105 Liter Stauraum unter dem Ladeboden vor sowie rund 80 Liter im Frunk unter der Fronthaube.
Bedienung: Ein schwieriges Kapitel

Die Bedienung war von Anfang an ein umstrittenes Thema bei Tesla. Hintergrund: Nahezu alles, was es zu bedienen gibt, geschieht über den Touchscreen, der größer ist als die meisten Tablet-Computer und zugleich als Fenster in eine umfassende Infotainment-Welt fungiert. Bis auf die Fensterheber in den Türen und die zwei Drehwalzen im Lenkrad gibt es keine Knöpfe. Das sieht zwar klasse aus. Allerdings geht diese Reduktion mit einem enormen Ablenkungspotenzial vom Verkehrsgeschehen einher.
Mit Stolz verweist Tesla auf einen neuen, "präzisionsgefertigten" Blinkerhebel. Ob präzise gefertigt oder nicht – die ADAC Tester und Redakteure waren jedenfalls froh, überhaupt einen Blinkerhebel vorzufinden. Denn bei anderen Modellen hatte sich Tesla zwischenzeitlich für Blinkertasten am Lenkrad entschieden, die man auch nach einer Eingewöhnungszeit gelegentlich verfehlt.

Ein klassischer Gangwahlhebel ist leider nicht erhältlich. Vorwärts und rückwärts geht's, wenn man das entsprechende Emblem auf dem Touchdisplay berührt. Wer das unpraktisch findet, kann ein Gangwahlmenü am Dachhimmel aktivieren (siehe Foto). Beide Möglichkeiten der Gangwahl sind aber suboptimal, wenn man eine Fahrstufe situationsbedingt besonders schnell wechseln muss. Auch einen Drehschalter für das Licht oder einen Scheibenwischerhebel gibt es nicht. Der Scheibenwischer wird über die Lenkradtasten betätigt. Feinjustierung oder ein schneller manueller Eingriff bei einsetzendem Regen sind schwierig.
Selbstverständlich ist beim Tesla sowohl der Licht- als auch ein Regensensor Serie und man müsste sich – theoretisch – nicht um eine Einstellung dieser beiden Funktionen kümmern. Die Praxis zeigt aber, dass es hin und wieder die kurzen, aber auch entscheidenden Momente im Straßenverkehr gibt, bei denen man exakt jetzt wischen muss und nicht auf den Regensensor angewiesen sein möchte. Wie gut die Sprachbedienung funktioniert, klärt ein separater Test, der demnächst veröffentlicht wird.

Kundenunfreundlich ist auch die Klimatisierungseinstellung über das Display. Sämtliche Funktionen abseits der Temperaturwahl fordern zusätzliche Bedienschritte inklusive Blickabwendung vom Fahrgeschehen. Selbst die Richtung der Lüftungsdüsen muss ablenkungsintensiv über das Menü gesteuert werden. Rätselhaft bleibt auch, warum das Model Y kein Head-up-Display bietet. So schneidet das Tesla Model Y im Kapitel Bedienung am schlechtesten ab (Note 4,5).
Fazit: Ist Standard genug?
Damit der günstige Basispreis des Tesla Model Y realisiert werden konnte, musste die Standardversion abgespeckt werden. Käufer verzichten somit auf die Kofferraumabdeckung, das Panoramaglasdach, die LED-Lichtbänder an Front und Heck, die Mittelkonsole mit verschließbaren Fächern, die Ledersitze (nur noch Stoff), die Auskleidungen der Türfächer, große Räder (Basis nur 18 Zoll), das Display für die Rückbank sowie die elektrische Verstellung der Rückbank (nur noch mechanisch). Und leider klingt in der Standardversion das Soundsystem eher billig als satt und raumfüllend.
Echt kurios mutet an, dass der Dachhimmel mit Stoffbahnen verkleidet wurde, obwohl das Glasdach darunter weiterhin montiert ist. Unterschied: Tesla verwendet statt doppelschichtigem Glas hier eine Einfachverglasung. Das spart Materialkosten und Gewicht, so Tesla.
Auch wenn die Preis-Leistungs-Note im ADAC Test des Model Y Standard gut ausfällt – am Ende ist es eine persönliche Abwägung, ob einem das Auto so gut genug gefällt.
Das hat uns gefallen: kraftvoller und effizienter Antrieb, gutes Platzangebot, gute Verarbeitung, hohe Anhängelast (1600 kg), viel Fahrspaß, Preis-Leistung gut
Das hat uns nicht gefallen: ablenkungsintensive Bedienung, langer Bremsweg, mäßige Funktionsqualität der Fahrerassistenzsysteme, kein Apple CarPlay und Android Auto
Tesla Model Y: Daten & Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Tesla Model Y (ab 10/25) |
|---|---|
Motorart | Elektro |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 220 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 299 |
Drehmoment (Systemleistung) | 420 Nm |
Antriebsart | Hinterrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 7,2 s |
Höchstgeschwindigkeit | 201 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | 534 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 0 g/km |
Stromverbrauch kombiniert (WLTP) | 13,1 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | 64,5 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | 60,0 |
Ladeleistung (kW) | DC:175,0 |
Kofferraumvolumen normal | 836 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 2.118 l |
Leergewicht (EU) | 1.981 kg |
Zuladung | 435 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 1.600 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 4 Jahre oder 80.000 km |
Länge x Breite x Höhe | 4.797 mm x 1.920 mm x 1.621 mm |
Grundpreis | 39.990 Euro |
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | Tesla Model Y Standard |
|---|---|
Überholvorgang 60–100 km/h | 3,2 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 38,6 m |
Wendekreis | 12,6 m |
ADAC Testverbrauch | 16,4 kWh/100 km |
Reichweite | 438 km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 65,2 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 1888 / 528 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 420 / 850 / 1380 l |
Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel | 2,13 m |
ADAC Testergebnis
ADAC Testergebnis | Tesla Model Y (ab 10/25) |
|---|---|
Karosserie | 2,5 |
Innenraum | 3,1 |
Komfort | 2,6 |
Antrieb | 1,1 |
Fahreigenschaften | 3,0 |
Sicherheit | 2,5 |
Umwelt | 1,8 |
Gesamtnote | 2,5 |
sehr gut
0,6 - 1,5
gut
1,6 - 2,5
befriedigend
2,6 - 3,5
ausreichend
3,6 - 4,5
mangelhaft
4,6 - 5,5
Im ADAC Autokatalog finden Sie die technischen Daten aller Model Y-Versionen und hier viele weitere Fahrberichte und Autotests.















