Cupra Formentor: Sportlichkeit siegt

Cupra Formentor fährt auf einer Strasse in einer Kurve.
Die Marke Cupra steht für Sportlichkeit: Formentor mit 310 PS ∙ © Cupra

Seat hat Cupra in nur drei Jahren zu einer eigenständigen Marke für besonders sportliche Modelle aufgebaut. Den Anfang machte der Cupra Formentor. Testfahrt mit allen Infos, Daten, Motoren, Preise

  • Außen wie innen auf Sportlichkeit getrimmt

  • Konzernbaukasten um einige Zentimeter verlängert

  • Zwei starke Motoren mit 245 (Plug-in-Hybrid) und 310 PS

  • Einstiegs-Preis mit 150 PS: 31.490 Euro

Mit dem Beinamen Cupra wurden bis vor drei Jahren sportliche Seat-Modelle vertrieben. Doch inzwischen hat sich Cupra zur separaten Marke entwickelt. Den Anfang machte als erstes eigenständiges Modell der Kompakt-SUV Cupra Formentor, auch wenn er mit seinem durchgehenden Leuchtenband am Heck und dem markentypischen Grill doch wieder sehr nach einem Seat aussieht.

Aufmerksame Beobachter entdecken die vielen Design-Details, die im bronzefarbenen Ton des Hauses Cupra gehalten sind. Das startet außen mit den vorderen Bremssätteln, geht über die Ränder der Lüftungsdüsen und endet mit dem bronzenen statt roten Bereich des im virtuellen Analog-Cockpit simulierten Drehzahlmessers.

Digitale Bedienung: Sinn oder Unsinn?

Womit wir beim Thema Infotainment wären. Gleich nach dem kommoden Einstieg fällt der große Zentralmonitor auf. Hier ist Platz für eine mehrteilige Belegung auf dem Bildschirm – beispielsweise für die gleichzeitige Lotsenführung des Navigationssystems, die Klimasteuerung und die Musikauswahl.

Die Bedienung erfordert allerdings eine Menge Gewöhnung. Das zentrale Touchdisplay wirkt mit den vielen Funktionssysmbolen völlig überladen. Und allein die Fahreranzeigen im Mitteldisplay zu konfigurieren erfordert viel Zeit und Geduld. Klar, das sieht irgendwie alles chic und modern aus. Jedoch rein von der Funktionalität her beurteilt, wirken die Entwicklungen fragwürdig. Bestes Beispiel sind die Slider für Temperatur und Lautstärkeregelung – siehe auch VW Golf – sowie die am Dachhimmel für das Panoramadach bzw. das Dachrollo: Die sind nämlich eher umständlich zu handhaben und zudem ungenau in der Einstellung.

Man fragt sich, was heutige Produktentwickler gegen einen quasi im Schlaf zu bedienenden Knopf einzuwenden haben. Zumal man auch Knöpfe und Schalter modern gestalten kann, wie das Beispiel Automatikschalthebel im Formentor zeigt: schön, schlicht, funktionell. So kann und so soll es sein.

Top-Motoren mit 245 und 310 PS

Der Cupra Formentor fährt auf einer Strasse, seitlich aufgenommen.
Wo der Verkehr es zulässt, ist der Formentor verdammt schnell ∙ © Cupra

Nun aber zum Fahreindruck: Da gibt es kaum etwas zu meckern. Den Formentor in Top-Version 2.0 TSI treibt nämlich ein Vierzylinder-Motor mit Turbolader und Direkteinspritzung mit 310 PS und 400 Nm Drehmoment an. Das Aggregat schiebt bei Bedarf nicht nur vehement an, sondern läuft auch sehr leise und kultiviert.
Damit es den Cupra-Fahrern mit Benzin im Blut nicht zu leise, zu kultiviert und zu zurückhaltend vonstatten geht, wird ihnen im Sport- und im Cupra-Modus ein künstlicher Motorsound mit deutlich mehr Verve unterbreitet. Das passt dann auch besser zu der in diesen Modi scharf gestellten Dynamik hinsichtlich Gaspedalannahme, Schaltwechseln der Automatik, Härte des Fahrwerks und Direktheit der Lenkung.

Wobei das Fahrwerk auch in den gewählten Sportmodi immer noch erstaunlich viel Federungskomfort ermöglicht. Bei der Abstimmung des Fahrwerks hat übrigens Motorsport-As und Frohnatur Mattias Eckström mitgemischt.

Wenn es noch ein bisschen mehr sein darf, bietet sich der auf weltweit 7000 Exemplare limitierte Formentor VZ5 an. Der Sport-SUV hat, der Name legt es nahe, einen Fünfzylinder unter der Haube. Er stammt von Konzernschwester Audi und hat sich dort längst einen legendären Ruf erarbeitet. Im Formentor VZ5 leistet er 390 PS und stellt ein Drehmoment von 480 Newtonmetern parat. Ein besonders fixes 7-Gang-DSG sorgt für die Kraftübertragung. 4,2 Sekunden vergehen beim Sprint von null bis 100 km/h.

Als Ergänzung zu diesen extrasportlichen Antrieben gibt es einen 180 kW/245 PS starken, aber auf CO₂-Reduzierung ausgelegten Plug-in-Hybrid, der dank seiner 13 kWh großen Batterie rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren soll. Zustande kommt die Systemleistung, indem die Techniker einen 1,4 Liter großen Benziner mit vier Zylindern (110 kW/150 PS) mit einer 85 kW/115 PS starken E-Maschine koppeln, deren Moment gebündelt in Richtung Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fließt. Der Plug-in-Hybrid soll, so die Absatzplanung, von etwa der Hälfte der Käufer bestellt und um eine Version mit 150 kW/204 PS ergänzt werden.

Brave Basisversion mit "nur" 150 PS

Insgesamt wird das Aggregate-Programm auf neun Versionen ausgebaut – darunter dann auch ganz brave Antriebe. Der bravste von ihnen ist der Cupra Formentor 1.5 TSI, der 110 kW/150 PS und 250 Newtonmeter zur Verfügung stellt. Das Basismodell 1.5 TSI gibt es zu Preisen ab 31.490 Euro mit Sechs-Gang-Schaltung. Mit Sieben-Gang-Direktschaltgetriebe ist es ab 33.290 Euro erhältlich. Die Beschleunigung wird mit 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit mit 204 km/h angegeben (DSG: 203 km/h). Der Verbrauch des 1.5 TSI soll um 5,5 Liter je 100 Kilometer betragen.

Aber zurück zur gefahrenen Topversion: Bei so viel gebotenem Fahrspaß wie hier ist der Platz zwar von untergeordneter Bedeutung, doch es ist trotzdem schön, ein ordentliches Maß davon zu haben: Der Formentor schluckt immerhin 420 Liter Gepäck, mit umgeklappter Rückbank bis zu 1475 Liter Transportgut.

Cupra Formentor: 5 Sterne beim Euro NCAP Crashtest

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Beim neuen, 2020 verschärften Euro NCAP Crashtest wurde der Cupra Formentor in den vier Kategorien Insassenschutz, Kindersicherheit, Fußgängerschutz/ungeschützte Verkehrsteilnehmer und aktive Sicherheit überprüft. In allen Teilkategorien schnitt der neue Formentor als SUV so gut ab, dass er insgesamt die Höchstwertung von 5 Sternen erreichen konnte.

Cupra: Marke im Aufstieg

Cupra verkündet übrigens eine ganz erstaunliche Markenentwicklung. Während so gut wie alle Automobilhersteller schwer mit Absatzproblemen und Technologieumbrüchen zu kämpfen haben, ist die junge spanische Marke in ihren ersten drei Jahren nicht nur kontinuierlich gewachsen, sondern steht auch in den schwierigen Corona-Monaten relativ gut da. Von den (Seat-)Modellen Cupra Ateca und Cupra Leon seien seit Gründung der Marke rund 55.000 Autos verkauft worden. Das sei weit mehr als geplant war. Eine Karriere, die wohl auch für den neuen Cupra Leon zu erwarten ist – und für den vollelektrischen Born. Der basiert auf derselben Plattform wie etwa VW ID.3 und ID.4 und soll laut Cupra-Chef Wayne Griffith runde 500 Kilometer Reichweite bieten.

Cupra Formentor: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

CUPRA Formentor 2.0 TSI 4Drive DSG

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm³, 228 kW/310 PS, 400 Nm bei 2000 U/min, Allradantrieb

Fahrleistungen

4,9 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

8,5 - 8,7 Liter Super/100 km, 191 - 197 g CO₂/km

Maße

L 4,45 / B 1,84 / H 1,51 m

Kofferraum

420 – 1475 l

Leergewicht / Zuladung

1644 / 571 kg

Anhängelast (gebremst)

1800 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 45.090 €

Text mit Material von SP-X und mid

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