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Cupra Formentor: Sportlichkeit siegt

Cupra Formentor fährt auf einer Strasse in einer Kurve.
Die Marke Cupra steht für Sportlichkeit: Formentor mit 310 PS ∙ © Cupra

Seat will Cupra zu einer eigenständigen Marke für besonders sportliche Modelle aufbauen. Der Anfang fällt mit dem Cupra Formentor recht überzeugend aus. Testfahrt mit allen Infos, Daten, Motoren, Preis.

  • Außen wie innen auf Sportlichkeit getrimmt

  • Konzernbaukasten um einige Zentimeter verlängert

  • Starke Motoren mit 245 (Plug-in-Hybrid) und 310 PS

  • Preis: ab 43.953 Euro

Mit dem Beinamen Cupra wurden bisher sportliche Seat-Modelle vertrieben. Doch Cupra soll sich zur separaten Marke entwickeln. Den Anfang macht nun das erste eigenständige Modell, der Kompakt-SUV Cupra Formentor, auch wenn er mit seinem durchgehenden Leuchtenband am Heck und dem Seat-typischen Grill doch wieder sehr nach einem Seat aussieht.

Aufmerksame Beobachter entdecken die vielen Design-Details, die im bronzefarbenen Ton des Hauses Cupra gehalten sind. Das startet außen mit den vorderen Bremssätteln, geht über die Ränder der Lüftungsdüsen und endet mit dem bronzenen statt roten Bereich des im virtuellen Analog-Cockpit simulierten Drehzahlmessers.

Digitale Bedienung: Sinn oder Unsinn?

Womit wir beim Thema Infotainment wären. Gleich nach dem kommoden Einstieg fällt der große Zentralmonitor auf. Hier ist Platz für eine mehrteilige Belegung auf dem Bildschirm – beispielsweise für die gleichzeitige Lotsenführung des Navigationssystems, die Klimasteuerung und die Musikauswahl.

Die Bedienung erfordert allerdings eine Menge Gewöhnung. Das zentrale Touchdisplay wirkt mit den vielen Funktionssysmbolen völlig überladen. Und allein, die Fahreranzeigen im Mitteldisplay zu konfigurieren, erfordert viel Zeit und Geduld. Klar, das sieht irgendwie alles chic und modern aus. Jedoch rein von der Funktionalität her beurteilt, wirken die Entwicklungen fragwürdig. Bestes Beispiel sind die Slider für Temperatur und Lautstärkeregelung – siehe auch VW Golf – sowie die am Dachhimmel für das Panoramadach bzw. das Dachrollo: Die sind nämlich eher umständlich zu handhaben und zudem ungenau in der Einstellung.

Man fragt sich, was heutige Produktentwickler gegen einen quasi im Schlaf zu bedienenden Knopf einzuwenden haben. Zumal man auch Knöpfe und Schalter modern gestalten kann, wie das Beispiel Automatikschalthebel im Formentor zeigt: schön, schlicht, funktionell. So kann und so soll es sein.

Kräftige Motoren mit 245 und 310 PS

Nun aber zum Fahreindruck: Da gibt es kaum etwas zu meckern. Den Formentor in Top-Version treibt nämlich ein Vierzylinder-Motor mit Turbolader und Direkteinspritzung mit 310 PS und 400 Nm Drehmoment an. Das Aggregat schiebt bei Bedarf nicht nur vehement an, sondern läuft auch sehr leise und kultiviert.

Damit es den Cupra-Fahrern mit Benzin im Blut nicht zu leise, zu sehr kultiviert und zurückhaltend vonstatten geht, wird ihnen im Sport- und im Cupramodus ein künstlicher Motorsound mit deutlich mehr Verve unterbreitet. Das passt dann auch besser zu der in diesen Modi scharf gestellten Dynamik hinsichtlich Gaspedalannahme, Schaltwechseln der Automatik, Härte des Fahrwerks und Direktheit der Lenkung.

Wobei das Fahrwerk auch in den gewählten Sportmodi immer noch erstaunlich viel Federungskomfort ermöglicht. Bei der Abstimmung des Fahrwerks hat übrigens Motorsport-As und Frohnatur Matthias Eckström mitgemischt. Eckström: "Die Leute waren ganz schön neugierig, als ich meine Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht habe. Ich musste ihnen einiges über den Wagen und meine Arbeit damit erzählen."

Als Ergänzung zu diesem extrasportlichen Antrieb wird es einen 180 kW/245 PS starken, aber auf CO₂-Reduzierung ausgelegten Plug-in-Hybrid geben, der dank seiner 13 kWh großen Batterie rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren soll. Zustande kommt die Systemleistung, indem die Techniker einen 1,4 Liter großen Benziner mit vier Zylindern (110 kW/150 PS) mit einer 85 kW/115 PS starken E-Maschine koppeln, deren Moment gebündelt in Richtung Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fließt.

Der Plug-in-Hybrid dürfte, so die Absatzplanung, von etwa der Hälfte der Käufer bestellt werden. Insgesamt wird das Aggregateprogramm auf neun Versionen ausgebaut – darunter dann auch ganz brave Antriebe.

Bei so viel gebotenem Fahrspaß wie im sportlichen Topmodell ist der Platz zwar von untergeordneter Bedeutung, doch es ist trotzdem schön, ein ordentliches Maß davon zu haben: Der Formentor schluckt hier immerhin 420 Liter Gepäck, mit umgeklappter Rückbank bis zu 1475 Liter Transportgut. In die Versionen ohne Plug-in-Akku und ohne Allrad gehen bei normaler Beladung 30 Liter mehr rein. Die Einschränkung resultiert daraus, dass Allrad und Akkupack Bauraum beanspruchen.

Cupra: Marke im Aufstieg

Cupra verkündet übrigens eine ganz erstaunliche Markenentwicklung. Während so gut wie alle Automobilhersteller schwer mit Absatzproblemen und Technologieumbrüchen zu kämpfen haben, ist die spanische Marke nicht nur in den letzten drei Jahren kontinuierlich gewachsen, sondern steht auch in den schwierigen Corona-Monaten relativ gut da. Von den (Seat-)Modellen Cupra Ateca und Cupra Leon seien seit Gründung der Marke rund 55.000 Autos verkauft worden. Das sei weit mehr als geplant war. Nächste Modelle sind der neue Cupra Leon und der vollelektrische El-Born.

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben) CUPRA Formentor 2.0 TSI 4Drive DSG

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm³,

228 kW/310 PS, 400 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

4,9 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Maße

L 4,45 / B 1,84 / H 1,51 m

Kofferraum

420 – 1475 l

Leergewicht / Zuladung

1644 / 496 kg

Anhängelast (gebremst)

1800 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 43.953 €

Text mit Material von SP-X