Mit welchem Reifen fährt man am besten in die Sommersaison 2026? Der ADAC hat 16 Reifen der Dimension 225/50 R17 getestet, eine typische Größe für Mittelklasseautos. Die meisten Reifen sind brauchbar, doch von manchen Modellen sollte man Abstand nehmen. Continental PremiumContact 7 bester Reifen im Test 3 x gut, 10 x befriedigend, 3 x ausreichend Drei Reifen aus China und der Türkei enttäuschen Linglong: Der neue Stern am Reifenhimmel? Wenn erfahrene Reifentester kaum glauben können, was ihre Messgeräte anzeigen, und auch die subjektiven Erfahrungen auf dem Testgelände nur das Beste verheißen, muss es sich um ein Highlight handeln. Im Falle des aktuellen Sommerreifentests waren die Ingenieure jedenfalls bei einem Reifen ziemlich baff: Der Linglong Sport Master hatte auf Nässe so gut abgeschnitten, dass er hier die Teilnote 1,5 und damit ein "sehr gut" erzielt hat. Besonders hervorgetan hatte sich die chinesische Marke bisher noch nicht. Wie kann es sein, dass der vergleichsweise günstige Reifen aus dem Budget-Segment sicher und präzise seine Runden dreht und etablierte Marken bei Aquaplaning, Nasshandling und beim Bremsweg im Regen stehen lässt? Gerade mal der Conti PremiumContact 7 kann noch mithalten (Teilnote 1,7). Gibt es etwa einen neuen Stern am Reifenhimmel? Mitnichten. Es scheint so, dass der Linglong nur für Nässe optimiert worden ist. Das Verhalten auf trockener Fahrbahn wurde dabei offenbar vernachlässigt: Wird der Reifen warm, spricht er verzögert auf Lenkbefehle an und es fällt schwer, den richtigen Lenkwinkel zu treffen. Beim Fahren fühlt sich das nicht nur schwammig an, man muss den Lenkeinschlag sogar mitten in der Kurve korrigieren. Auch im Grenzbereich wird es mit dem Linglong kritisch: Er neigt beim Ausweichen sehr schnell zum Übersteuern. Werden Ungeübte von einem ausbrechenden Heck überrascht, kann das heikel werden. Zudem schneidet der Linglong Sport Master schlecht bei der Umweltbilanz ab. Im Vergleich verschleißt er rasend schnell und lässt entsprechend viel Gummi auf der Straße (Laufleistungen siehe unten). Dadurch wird er abgewertet, was ihn schließlich an das Ende der Tabelle spült. Note 4,2, nicht empfehlenswert. Ergebnisse Sommerreifen 225/50 R17 (2026) Die Erkenntnis: In einem Punkt top zu sein reicht nicht. Ein Reifen muss unter allen Bedingungen gut funktionieren und möglichst ausgewogene Eigenschaften aufweisen. Nur drei der getesteten Reifen können das wirklich gut, wie die Ergebnistabelle zeigt. So sind der Continental PremiumContact 7, der Pirelli Cinturato (C3) sowie der Goodyear EfficiencyGrip Performance 2 jeweils mit der Note "gut" aus Sicht der ADAC Experten empfehlenswert. Klicken oder tippen Sie in der Tabelle auf das gewünschte Reifenmodell, und Sie erhalten die ausführlichen Testergebnisse. Gut: Die besten Reifen im Test Vor allem der Testsieger von Continental zeigt, was einen besonders ausgewogenen Reifen ausmacht. Beste Fahreigenschaften bei Nässe und auch auf trockener Straße, hohe Reserven im Grenzbereich und ein kurzer Bremsweg machen ihn zur ersten Wahl. Dazu kommen seine hohe Effizienz, eine hohe Laufleistung und geringer Reifenabrieb. Auch aus Umweltsicht ist das begrüßenswert. Insgesamt: Note 1,9 für den Conti. Mit etwas Abstand folgen der Pirelli Cinturato (C3) mit der Note 2,2 und der Goodyear EfficiencyGrip Performance 2 (Note 2,3). Auch sie glänzen mit guten Werten, wobei der Pirelli dem Goodyear eine bessere Performance auf Nässe voraushat. Diesem wiederum macht bei der Laufleistung keiner etwas vor. Knapp 58.000 Kilometer lassen sich mit dem Goodyear bis zur Verschleißgrenze zurücklegen. Dafür bräuchte es zwei Reifensätze vom Linglong Sport Master, vom Leao Nova-Force Acro oder auch vom Vredestein Ultrac+, der mit nur 30.600 Kilometern prognostizierter Laufleistung ebenfalls enttäuschte. Laufleistung: Wie lange halten die Reifen? Wie lange sich alle getesteten Reifen voraussichtlich nutzen lassen, sehen Sie anhand der folgenden Grafik. Die Verschleißdaten basieren auf dem Straßenkonvoi-Test über ca. 15.000 Kilometer, mit dessen Ergebnis die jeweilige Gesamtlaufleistung prognostiziert wird. Große Gruppe noch empfehlenswerter Reifen 10 der 16 getesteten Reifen erzielten die Note "befriedigend". Damit sind auch sie noch bedingt empfehlenswert, wenn man ihre Schwächen kennt und damit leben kann. Neben dem Pirelli Cinturato und dem Goodyear EfficiencyGrip Performance 2 haben weitere sechs Reifen eine Zwei vor dem Komma. Namentlich: Firestone Roadhawk 2, Falken Ziex ZE320, Bridgestone Turanza 6, Michelin Primacy 5, Maxxis Premitra HP6 und Kumho Ecsta HS52. Alle sechs Reifen sind nicht vollkommen ausgewogen abgestimmt, sondern weisen jeweils in bestimmten Kriterien leichte Schwächen auf. Welche genau, zeigen die Einzelergebnisse in der obigen Tabelle. Noch etwas genauer sollte man die Stärken und Schwächen der folgenden vier Modelle im Hinblick auf das eigene Fahrprofil anschauen. BFGoodrich Advantage, Vredestein Ultrac+, Hankook Ventus Prime4 und der chinesische Greentrac Quest-X erhalten eine bedingte Kaufempfehlung, da entweder die Schwächen in bestimmten Bereichen deutlicher ausfallen oder sich viele kleinere Schwächen summieren. Drei Reifen sind keine gute Wahl Neben dem eingangs erwähnten Linglong Sport Master sollte man von zwei weiteren Reifen Abstand nehmen. Der chinesische Leao Nova-Force Acro hat weder auf trockener Straße noch bei Nässe Qualitäten und enttäuscht zudem mit geringer Laufleistung und hohem Abrieb. Leao ist eine Zweitmarke von Linglong. Zumindest auf Nässe kommt der türkische Lassa Revola noch gut zurecht, doch bei Trockenheit zeigt er ähnlich ausgeprägte Schwächen wie der Linglong. Er ist kritisch beim Ausweichen und fährt sich insgesamt schwammig. ADAC Urteil: Nicht empfehlenswert. Bremsen auf Nässe: Große Unterschiede Wie die Testkandidaten beim Bremsen auf Nässe abgeschnitten haben, sehen Sie hier. Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar. Auf diese Autos passt 225/50 R17 Die getestete Reifengröße 225/50 R17 passt auf eine große Anzahl von Automodellen der Mittelklasse. Von Alfa Giulia über Audi A4 (Testfahrzeug) und A5, BMW 2er, 3er und 4er, Opel Zafira und Peugeot 3008 bis hin zum Volvo V70 und VW Sharan reicht die Bandbreite. Welche Größe für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, lässt sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I und im CoC-Papier ersehen. Übertragbarkeit, Gewichtung, Testkriterien, Methodik Die Testergebnisse lassen sich auf andere Reifengrößen übertragen, wenn die Breite höchstens ±10 mm und das Höhenverhältnis höchstens ±5 Prozentpunkte abweicht und Felgendurchmesser sowie Bauart identisch sind. Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V (≥ 240 km/h) oder höher sind nicht auf Reifen mit niedrigerem Index übertragbar. Zudem gilt: Reifen ohne Zusatz, Reifen mit der Kennzeichnung XL/"Reinforced" und HL gehören zu unterschiedlichen Lastklassen und sind untereinander nur bedingt vergleichbar. Bei den ADAC Reifentests spielen nicht nur Fahrsicherheit und Wirtschaftlichkeit eine Rolle, sondern auch Nachhaltigkeits-Gesichtspunkte werden bewertet. So fließt die Umweltbilanz zu 30 Prozent in das Testergebnis ein. Die Details zum Bewertungsschema werden in den Klappelementen erklärt. Erläuterungen zu den Testmethoden und weitere Infos zum Thema Reifen finden Sie in diesem PDF: Hier finden Sie viele weitere Reifentests des ADAC. Projektmanager Reifentest: Martin Brand, Andreas Müller. Fachliche Beratung: Felix Henning