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Der ADAC

Mischbereifung nicht empfehlenswert

Autoreifen auf nasser Fahrbahn
Gutes Reifenprofil erhöht die Fahrsicherheit ∙ © Shutterstock/welcomia

Geht ein Reifen kaputt oder verschleißt, muss Ersatz her. Am Günstigsten wäre es, nur einen einzelnen neuen Reifen zu kaufen. Darf man aber verschiedene Fabrikate bzw. unterschiedliche Reifentypen einsetzen?

Reifen verschiedener Hersteller, Profilarten oder Gummimischungen auf einem Auto können die Fahrstabilität des Wagens negativ beeinflussen. Deutlich wird dies Insbesondere bei Aquaplaning, Brems- oder Kurvenfahrten. Zwar verbietet der Gesetzgeber die sogenannte "Mischbereifung" bzw. unzulässige Kombinationen zulässiger Reifengrößen – mit "Mischbereifung" ist amtlich allerdings nur die Kombination von Radial- und Diagonalreifen auf einem Fahrzeug gemeint. Da moderne Reifen fast ausschließlich in radialer Bauart existieren, ist dieses Verbot praktisch bedeutungslos.

Trotzdem sind nach Ansicht des ADAC aber viele der erlaubten Kombinationen nicht empfehlenswert. Besonders spürbar sind die Unterschiede beim Mix aus Sommer– und Winterreifen. Winterreifen verhalten sich durch die spezielle Gummimischung und Profilgestaltung deutlich anders. Stark unterschiedliche Profiltiefen sollte man ebenso vermeiden wie das Kombinieren von Runflat- und normalen Reifen. 

Das sagt der Gesetzgeber

In Sachen Reifen ist relativ viel erlaubt: das Gesetz schreibt lediglich die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor und eine gleiche Reifengröße vor (außer es ist im Fahrzeugschein ausdrücklich erlaubt). Verboten ist die Kombination von Diagonal- mit Radialreifen, auch Mischbereifung genannt. Allerdings spielen Diagonalreifen allenfalls bei Oldtimern noch eine Rolle. 

Zumindest pro Achse gleiche Profiltiefen

Wer einen Reifen nachkaufen muss, sollte daher versuchen, den gleichen Reifentyp zu bekommen. Da dies in der Praxis aber nicht immer möglich ist, sollte zumindest eine Achse einheitlich bestückt sein. Im Übrigen gehören die Reifen mit dem besseren Profil auf die Hinterachse (sowohl bei Front- als auch bei Hecktrieblern). Nähere Auskünfte gibt hier auch immer die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeuges!

Übrigens: Wenn ein noch junger, wenig abgenutzter Reifen beschädigt wurde, sollte die Möglichkeit einer professionellen Reparatur geprüft werden. Damit können vielfach Kosten reduziert werden. Zudem erübrigt sich die Frage nach dem Neureifen.

Besonderes Risiko für Allradfahrzeuge

Hier müssen unbedingt die Vorgaben in der Bedienungsanleitung befolgt werden. Eine stark unterschiedliche Profiltiefe vorne/hinten könnte hier beispielsweise zu Schäden am Mitteldifferential, das die Drehzahlen zwischen Vorder- und Hinterachse ausgleicht, führen. 

Was erlaubt ist und was nicht

KombinationzulässigADAC Empfehlung
Diagonal- mit Radialreifennein––
Reifen unterschiedlicher Modellbezeichnung (oder auch unterschiedlicher Hersteller)janein
Sommer- mit Winterreifenjanein
Stark unterschiedliche Reifenprofilejanein
Unterschiedliche Größe (soweit laut Fahrzeugschein auf Vorder- und Hinterachse nicht ausdrücklich erlaubt)nein––
Run-Flat-Reifen mit Standard-Reifen (sofern Run Flat laut Fahrzeugpapieren vorgeschrieben, ist ein Mischen grundsätzlich nicht möglich)janein