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- Elektroauto im Dauerlauf, ADAC Test 02/2016 -

65.000 km im Nissan Leaf – er fährt und fährt …


… und fährt nun schon seit 2012. In auffälligem Gelb foliert muss er als Vorreiter der aktuellen Elektroautos zeigen, wie es um seine Langzeitqualitäten bestellt ist. Dabei erweist sich die Technik im Auto als zuverlässig und alltagstauglich. Ausfälle oder gravierende Beanstandungen gab es bisher noch nicht. Interessant ist vor allem die Haltbarkeit der Batterie – immerhin ist sie die teuerste Antriebskomponente und daher entscheidend für eine lange Nutzungsdauer. Die Lithium-Ionen Batterien unterliegen prinzipbedingt einem ständigen Verschleiß, bei Nutzung wie auch bei Nichtnutzung; die Kapazität der Batterie sinkt mit der Zeit. Nach 65.000 km ist schon eine Reduzierung des Aktionsradius spürbar.


Ergebnisse im Detail

Der Verschleiß (bzw. die Alterung) von Lithium-Ionen Batterien ist technisch bedingt nicht zu vermeiden, er wird als zyklische Alterung durch die Ladevorgänge und als kalendarische Alterung durch die Lebenszeit beschrieben. Für den Leaf garantiert Nissan die Funktionsfähigkeit und eine Mindestkapazität der Batterie (24 kWh-Ausführung) von 5 Jahren oder 100.000 km. Fällt innerhalb der Garantiezeit die Batteriekapazitätsanzeige in den Instrumenten unter neun von zwölf Segmenten, wird die Batterie von Nissan instand gesetzt – eine komplett neue Batterie ist meist nicht erforderlich. Bisher wurde der Leaf im ADAC Dauertest 65.000 km gefahren. Er wurde rund 1.130 Mal geladen (davon knapp 200 Teilladungen). Während die besagte Batteriekapazitätsanzeige noch kein Segment verloren hat, ist die Reichweite in der Praxis schon etwas zurückgegangen, es sind bei voller Batterie etwa zehn Prozent weniger Kilometer möglich. Auch die nachladbare Energiemenge hat sich reduziert, die Batterie nimmt nur noch etwa 21 kWh auf (zu Testbeginn: etwa 24 kWh). Der Hochvolt-Batterietest in der Nissan-Vertragswerkstatt zeigt das noch nicht. Er weist über ein Sterne-Bewertungssystem aus, dass alles im grünen Bereich sei: Ladung und Nachladung, Nutzung und Lagerung sind mit vier bis fünf Sternen bewertet. Die vollständige Batteriekapazitätsanzeige flankiert das Ergebnis. Das Diagnosegerät bescheinigt eine Restkapazität der Batterie von 90 Prozent. Auch am ADAC Diagnosetester ist ein SOH-Wert (State of Health) von 86 Prozent feststellbar, die Batterie hat noch 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.
  • Was tun bei reduzierter Kapazität der Batterie?

    Die Reichweite ist die Achillesverse bei aktuellen Elektroautos, und diese wird maßgeblich von der Batterie bestimmt. Als reichweitenentscheidend ist ihre Leistungsfähigkeit natürlich essentiell, und als teuerste Komponente an einem E-Fahrzeug die Reparatur- oder Ersatzkosten ebenso.

    Bei Kapazitätsverlust ist nicht automatisch der Tausch der ganzen Batterie notwendig. Da alle Zellen in Reihe geschaltet sind, begrenzt die schwächste Zelle die Kapazität der restlichen Batterien. Daher reicht es meist, die schwächsten Zellen auszutauschen.

    Innerhalb der Garantiezeit ist eine Reparatur für Kunden kostenfrei. Die Garantie läuft beim Nissan Leaf 5 Jahre oder 100.000 km (24-kWh-Ausführung). Dem Nutzer wird der Alterungsstatus der Batterie im Feld Batteriestatus in den Instrumenten angezeigt. Werden 9 von 12 Segmenten unterschritten, greift die Garantie.


    Leaf2016_360x198.jpg


    Reparaturen an der Batterie (z.B. Modultausch) dürfen nur zertifizierte Nissan „LIB Repair“ Stützpunkte durchführen. Einen Kompletttausch des Batteriepakets kann jeder zugelassene Nissan-Händler vornehmen, das dauert etwa zwei bis drei Stunden.


  • Warum nimmt die Kapazität der Batterie ab?

    Lithium-Ionen Batterien altern bei jedem Ladevorgang (zyklische Alterung), aber auch bei der Nichtnutzung verlieren die Zellen an Speicherfähigkeit (kalendarische Alterung). Beide Alterungsphänomene verringern die Kapazität und wirken in Kombination.

    Folgende Punkte haben Einfluss auf die Alterung der Batterien:

    • Hohe Temperaturen: Je höher die Temperatur der Batterie, desto höher ist die kalendarische Alterung.
    • Schnellladung (CHAdeMO) erhöht die Alterung. Daher sollte nur schnellgeladen werden, wenn die Fahrt zeitnah fortgesetzt werden soll.
    • Schnelle Autobahnfahrten erhöhen die Alterung, da hoher Stromfluss die Zelle stärker erwärmt.
    • Nachladen von kaum entladenen Batterien: Entnimmt man einer vollen Batterie weniger als 10 Prozent der Batteriekapazität, sollte sie nicht sofort nachgeladen werden, sondern damit weitergefahren werden. Sowohl die Ladeverluste als auch die Alterung der Batterie steigen im Bereich 90 bis 100 Prozent deutlich an. Zudem ist bei voller Batterie die Rekuperation systembedingt eingeschränkt.

    Die rekuperierte Energie (Energierückgewinnung) hat einen sehr geringen Einfluss auf die Alterung der Batterie, denn Rekuperation erfolgt nur bei verschleißarmen Batteriestatus.


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