Gesundheitsrisiko Hitze: Wie Sie sich schützen

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Von Tanja Peschel

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Junge Frau sitzt mit einer Wasserflasche in der Hand auf einer Parkbank
Zu viel Hitze ist schädlich und löst im Körper bestimmte Symptome aus© Shutterstock/goffkein.pro

Starke Hitze ist schädlich und kann unter anderem Herz-Kreislauf-Probleme auslösen. Wie Sie die gesundheitlichen Risiken durch extreme Temperaturen reduzieren.

  • Hitze ist für alte und sehr junge Menschen besonders gefährlich

  • Vor allem Herz-Kreislauf-System und Atmung leiden

  • Vorerkrankte sollten sich wappnen

Warum ist Hitze so gefährlich?

Hitze kann für den Menschen gefährlich werden, weil sie das Herz-Kreislauf-System stark belastet, zu hohen Flüssigkeitsverlusten (Dehydratation), Hitzeschäden wie Hitzschlag und Sonnenstich und anderen gesundheitlichen Problemen führen kann.

Wie viel Grad Außentemperatur der Mensch gut verträgt, lässt sich nicht pauschal sagen. Zu unterschiedlich sind die äußeren Bedingungen und Möglichkeiten, die Umgebungstemperatur zu senken.

Hitze belastet Herz und Kreislauf

Bei hohen Temperaturen steigert der Körper die Durchblutung seiner Oberfläche, damit die Hitze besser an die Umgebung abgegeben werden kann. Dadurch beginnt man zu schwitzen. Durch den Flüssigkeitsverlust sinkt wiederum das Blutvolumen, und das Herz muss schneller pumpen. Deshalb beansprucht extreme Hitze unser Herz-Kreislauf-System besonders stark. Während Hitzewellen kommt es daher unter anderem wesentlich häufiger zu Herzinfarkten.

Bei Menschen mit starkem Übergewicht wird das Herz übrigens grundsätzlich stärker belastet, weshalb sie ein höheres Risiko für die negativen Auswirkungen von Hitze haben.

Schäden durch UV-Strahlung

Darüber hinaus bringt extreme Hitze weitere Gesundheitsgefahren mit sich: Die erhöhte UV-Strahlung kann zu Sonnenbrand, Sonnenallergie, Augenproblemen (zum Beispiel Hornhautentzündung) und sogar zu einer Schwächung des Immunsystems führen.

Intensive Sonneneinstrahlung steigert die Ozonwerte. Das löst Reizungen der Atemwege und der Augen aus und kann bei manchen Menschen auf Dauer Entzündungen des Lungengewebes hervorrufen. Auch Allergiker leiden aufgrund der verlängerten Pollensaison unter längeren Hitzeperioden.

Wann überhitzt der Körper?

Bei großer Hitze besteht die Gefahr, dass der Körper sich nicht mehr effektiv abkühlen kann: Die Temperaturregulation versagt und die Körpertemperatur steigt. Bereits 38 Grad gelten als Fieber. Klettert die Temperatur noch ein paar Grad höher, wird es gefährlich.

Eine Körpertemperatur von 41 Grad ist lebensbedrohlich, denn in diesem Temperaturbereich werden die körpereigenen Eiweißbausteine zerstört. Das kann zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag und Organversagen führen.

Mehr Infektionskrankheiten durch Hitze

Eine Studie des Robert Koch-Instituts hat außerdem gezeigt, dass sich krankheitsübertragende Mücken und Zecken sowie Nagetiere bei hohen Temperaturen stärker vermehren und meist länger aktiv sind. Dadurch erhöht Hitze das Risiko für Infektionskrankheiten.

Sport bei Hitze?

Vorsicht: Sport kann bei Hitze gefährlich werden. Wer joggen oder Rad fahren möchte, sollte die Mittags- und frühen Abendstunden meiden und möglichst in klimatisierten Räumen trainieren. Wichtig: Durch übermäßiges Schwitzen verliert der Körper sowohl Wasser als auch Mineralien (Elektrolyte). Bei Muskelkrämpfen sollten Sie daher nicht nur Wasser, sondern auch elektrolythaltige Flüssigkeiten wie Sportgetränke zu sich nehmen.

Für wen ist Hitze gefährlich?

Prinzipiell kann Hitze für alle Menschen zur Gesundheitsbedrohung werden. Gefährdet sind jedoch vor allem jene, deren natürliche Regulierung der Körpertemperatur bereits beeinträchtigt ist oder die unter Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems leiden.

So sind extrem hohe Außentemperaturen ein Risiko für ältere Menschen, da sie weniger schwitzen und gleichzeitig oft ein verringertes Durstgefühl haben. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr behindert das Schwitzen zusätzlich und kann dazu führen, dass der Körper austrocknet.

Auch Menschen, die sich nicht aktiv vor Hitze schützen können, wie Kleinkinder, Pflegebedürftige oder Obdachlose, sind einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Hitze und Schwangerschaft

Auch wenn Hitze während der Schwangerschaft nicht zwangsläufig gefährlich ist, kann diese sehr belastend sein. Einerseits aufgrund genereller Erschöpfung, andererseits, weil der Kreislauf stärker beansprucht wird: Das Blutvolumen bei werdenden Müttern erhöht und der Herzschlag bereits bei gemäßigten Temperaturen beschleunigt. Da sich bei Hitze die Blutgefäße erweitern, kann es zu einem niedrigen Blutdruck und Schwindel kommen.

Insbesondere ab dem dritten Trimester staut sich das Blut besonders häufig in den Beinen, was geschwollene Füße und Beine verstärken kann. Deshalb sollten Hochschwangere im Sommer häufiger die Füße hochlegen und den Schatten aufsuchen .

Während der Schwangerschaft wird die Haut außerdem lichtempfindlicher und es kann zu Pigmentflecken, Hautreizungen oder Sonnenallergien kommen. Unabhängig vom Trimester sollten Schwangere deshalb extreme Hitze und ausgiebiges Sonnen vermeiden.

Babys vertragen Hitze schlechter als Erwachsene, weshalb es bei ihnen leichter zu einer Überhitzung kommen kann. An heißen Tagen sollten Säuglinge deshalb auch öfter gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert werden. Stillende Mütter sollten bei Hitze ebenfalls ausreichend Wasser trinken.

Welche Krankheiten entstehen durch Hitze?

Zu den gesundheitlichen Folgen von extremer Hitze zählen vor allem:

Für den Körper besonders belastend sind Phasen mit wenig Wind, hoher Luftfeuchtigkeit sowie sogenannte tropische Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Aber auch extreme Temperaturschwankungen (beispielsweise durch stark aufgedrehte Klimaanlagen) können das Immunsystem in Mitleidenschaft ziehen.

Wie man sich vor Hitze schützen kann

  • Trinken Sie ausreichend Wasser (kühl, aber nicht eiskalt).

  • Nehmen Sie kleinere Mahlzeiten mit hohem Wassergehalt zu sich.

  • Vermeiden Sie Kaffee, alkoholische und stark gezuckerte Getränke.

  • Achten Sie auf ausreichend Sonnenschutz (Sonnencreme, Kopfbedeckungen, Sonnenbrille).

  • Halten Sie sich vorzugsweise im Schatten auf.

  • Tragen Sie luftige, leichte und atmungsaktive Kleidung, um Luftzirkulation zu erlauben.

  • Nutzen Sie bei Bedarf Fächer oder Ventilatoren.

  • Wenn Sie körperlich aktiv sind, dann in Maßen und nur während der weniger heißen Tageszeiten (insbesondere am frühen Morgen).

  • Lüften Sie frühmorgens und nachts.

  • Achten Sie auf Ihre Medikamentendosis und deren Lagerung.

Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich. Treten während hoher Temperaturen bestimmte Symptome auf, sollten Sie daher sofort den Rettungsdienst (112) rufen.

Hitze und Medikamente

Da die meisten Medikamente nur bei Temperaturen von maximal 25 Grad Celsius gelagert werden dürfen, sollten Sie die Aufbewahrungshinweise Ihrer Medikamente und den Lagerort prüfen.

Bestimmte Medikamente können während einer Hitzewelle aufgrund der Nebenwirkungen oder veränderter Wirksamkeit zusätzliche Probleme bereiten. Dazu zählen unter anderem Schlafmittel, Entwässerungsmittel und blutdrucksenkende Medikamente. Fragen Sie bei Ihrer Hausarztpraxis nach, ob eventuell die Dosierung während einer Hitzewelle angepasst werden sollte.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.