Fünf Gesundheitsmythen rund um den Sonnenschutz: Wahr oder falsch?

Ein aus Sonnencreme geschmiertes Fragenzeichen ist auf der Schulter eines Mannes
Wasserfeste Sonnencreme hält ein Bad im Meer aus – oder?© Shutterstock/ TanyaKim

Sonne kurbelt die Vitamin-D-Produktion an und kann die Laune heben. Doch zu viel UV-Strahlung schadet der Haut. Welche Mythen rund um den Sonnenschutz stimmen, welche nicht?

  • Vorbräunen im Solarium eher schädlich

  • Sonne wirkt auch im Schatten und bei Wolken

  • Sonnencreme ist nur bedingt wasserfest

Ob im Strandurlaub, beim Wandern oder im Liegestuhl auf Balkonien: Sonne tut gut. Wissenschaftliche Daten bestätigen, dass Sonnenlicht sich positiv auf die mentale Gesundheit auswirkt. Gleichzeitig schadet zu viel UV-Strahlung der Haut und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Zum Sonnenschutz kursieren viele Gesundheitsmythen.

Vorbräunen im Solarium schützt die Haut

Vor dem Urlaub im Süden im Solarium vorbräunen? Lieber nicht, sagen Expertinnen und Experten. Zwar fühlt sich so manche hellhäutige Person wohler, wenn die Beine nicht kalkweiß aus der Badehose ragen. Aber einen Schutzeffekt bietet das Solarium nicht. Zwar stimmt es, dass gebräunte Haut eine leicht erhöhte Eigenschutzzeit hat. Damit lässt sich aber höchstens ein Lichtschutzfaktor von 3 bis 4 erreichen. Das heißt, eine Eigenschutzzeit von zehn Minuten lässt sich auf maximal 30 bis 40 Minuten verlängern.

Dem gegenüber stehen die gesundheitlichen Risiken durch regelmäßige Besuche im Solarium. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesamt für Strahlenschutz raten davon ab: Die künstliche UV-Strahlung erhöht nachweislich das Risiko für Hautkrebs – nicht erst bei sichtbar verbrannter Haut. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, weshalb für Minderjährige seit 2009 ein Solarium-Verbot gilt.

Sonnenschutz im Schatten überflüssig

Richtig ist, dass die UV-Strahlung im Schatten um rund die Hälfte sinkt. Wer also bereits ein Prickeln auf der Haut spürt oder sehr lichtempfindliche Haut hat, sollte sich einen Platz im Schatten suchen.

UV-Strahlung kann aber nicht nur direkt von oben auf die Haut treffen. Wasser, Schnee oder heller Sand reflektieren sie so stark, dass die Haut auch dann Schaden nehmen kann, wenn Sie etwa unter einem Sonnenschirm sitzen. An Tagen mit hohem UV-Index schützen Sie sich auch im Schatten am besten mit hautbedeckender Kleidung, einer Kopfbedeckung, einer Sonnenbrille und einem Sonnenschutzmittel.

Den tagesaktuellen UV-Index an Ihrem Aufenthaltsort erfahren Sie zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst oder über die Wetter-App Ihres Smartphones.

Sonnencreme stoppt Vitamin-D-Bildung

Vitamin D hat im menschlichen Körper verschiedene Funktionen und ist unter anderem wichtig für gesunde Knochen und kräftige Muskeln. Rund 80 bis 90 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs gelangen nicht über die Nahrung in den Körper, sondern mithilfe von Sonnenlicht. Menschen benötigen UV-B-Strahlung auf der Haut, um Vitamin D zu bilden.

UV-A, UV-B, UV-C?

Die Abkürzung UV steht für ultraviolette Strahlung. Das umfasst die energiereiche optische Strahlung der Sonne im Wellenlängen-Bereich von 100 bis 400 Nanometer (nm):

  • UV-A-Strahlung (400 bis 315 nm) dringt nahezu ungehindert durch die Atmosphäre und macht den größten Teil der UV-Strahlung aus.

  • UV-B-Strahlung (315 bis 280 nm) wird teilweise von der Erdatmosphäre abgeschirmt, aber bis zu 10 Prozent erreichen die Oberfläche der Erde.

  • UV-C-Strahlung (280 bis 100 nm) ist besonders energiereich, dringt aber nicht bis zur Erdoberfläche vor.

Je kurzwelliger das Licht, desto schädlicher für die Haut. Auslöser für Sonnenbrand sind vor allem UV-B-Strahlen. Jedoch dringt UV-A-Strahlung besonders tief in die Haut ein und kann sie schädigen. Daher empfiehlt sich ein Sonnenschutz, der UV-A- und UV-B-Strahlung abdeckt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich täglich stundenlang in die Sonne legen sollte. Es reicht aus, Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen für eine kurze Zeit der Sonne auszusetzen:

  • bei hellem Hauttyp: 5 bis 10 Minuten

  • bei mittlerem Hauttyp: 10 bis 15 Minuten

Sonnencreme schützt die Haut vor UV-B-Strahlung und kann somit – zumindest im Labor – die Vitamin-D-Synthese verringern. In Studien unter realen Bedingungen zeigt sich jedoch kein Hinweis darauf, dass Menschen, die sich gewissenhaft vor der Sonne schützen, häufiger einen Vitamin-D-Mangel aufweisen.

Vitamin-D-Mangel: Wer ist gefährdet?

Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben Personen mit dunklem Hauttyp, Senioren, Säuglinge und Kleinkinder sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch wer beispielsweise aufgrund von körperlichen Einschränkungen seltener das Haus verlässt, produziert womöglich zu wenig Vitamin D. In solchen Fällen kann es nach ärztlicher Rücksprache sinnvoll sein, das Vitamin als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Wasserfeste Sonnencreme hält länger

Eine Sonnencreme darf sich dann wasserfest nennen, wenn sie unter Laborbedingungen nach zwei Wasserkontakten à 20 Minuten noch die Hälfte des angegebenen Lichtschutzfaktors aufweist. Einflüsse wie Hitze, Schweiß, Sand und Handtücher werden dabei nicht getestet. Deshalb gilt auch bei Sonnenschutzmittel mit dem Label "wasserfest": nach dem Baden und Abtrocknen unbedingt nachcremen.

Mehrfach eincremen verlängert Schutz

Wenn Sie den auf der Sonnencreme-Verpackung angegebenen Lichtschutzfaktor aufrechterhalten wollen, müssen Sie etwa alle zwei Stunden eine Cremeschicht nachlegen. Ist die Schutzzeit bereits abgelaufen, können Sie sie damit aber nicht in die Länge ziehen. Es hilft dann nur eine Sonnenpause. Achten Sie darauf, die Sonnencreme großzügig und lückenlos aufzutragen, damit Sie den angegebenen Lichtschutzfaktor tatsächlich erreichen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.