Erste Hilfe bei Schock

Krankenwagen und Notarzt hintereinander
Die sofortige notärztliche Behandlung ist bei Schock überlebenswichtig© Copyright 2023 de-nue-pic/Shutterstock. No use without permission.

Mit Schock wird in der Medizin eine lebensgefährliche Kreislaufstörung beschrieben. Folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten Sie im Falle eines Schocks ergreifen:

  • Bewusstsein und Atmung der betroffenen Person prüfen

  • Bei Verdacht auf Schock sofort den Notruf 112 wählen

  • Die Person in Schocklage bringen und warmhalten

Im Alltag können Menschen in verschiedenen Situationen einen Schock erleiden, zum Beispiel bei einer allergischen Reaktion aufgrund eines Bienenstichs oder einem Unfall mit starkem Blutverlust oder Verbrennungen. Bei einem Schock wird ein Kreislaufzusammenbruch ausgelöst, und es besteht akute Lebensgefahr. Deshalb sollten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden.

Was ist ein Schock?

Im medizinischen Sinn handelt es sich bei einem Schock nicht – wie im allgemeinen Sprachgebrauch – um schlichtes Erschrecken. Ebenso wenig geht es um eine durch traumatisierende Ereignisse ausgelöste posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Bei einem akuten Schock kommt es zu einem plötzlichen, starken Blutdruckabfall. Dadurch wird der menschliche Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Schnelles Handeln ist deshalb lebenswichtig, denn aufgrund von Sauerstoffmangel kann es zum Organversagen, insbesondere der Niere, Leber und der Verdauungsorgane, kommen. Zunächst sind die dadurch entstandenen Gewebeschäden noch umkehrbar, doch je länger der Schockzustand anhält, desto wahrscheinlicher werden dauerhafte Schäden. Im schlimmsten Fall endet ein Schock tödlich.

Was sind typische Symptome für Schock?

Wer einer verunfallten oder erkrankten Person Erste Hilfe leistet, kann einen beginnenden Schock an folgenden Symptomen erkennen:

  • Unruhe, Angst, Nervosität, aber auch Verwirrtheit und Schläfrigkeit

  • Blässe

  • Starkes Schwitzen bei kalter Haut

  • Schnelles Atmen

  • Frieren, zittern

Weitere Symptome unterscheiden sich je nach Schockursache. Im Verlauf des Schocks kann sich der Zustand der Person von Nervosität und Teilnahmslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit verändern.

Erste Hilfe bei Schock

Erste Maßnahme im Fall eines Schocks: Sofort und ohne Verzögerungen über die Telefonnummer 112 den Rettungsdienst verständigen.

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand, das heißt, wenn die betroffene Person nicht mehr atmet, sollte umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden.

Atmet die betroffene Person noch, ist aber bewusstlos, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.

Ist sie wach und ansprechbar, versuchen Sie sie bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe zu beruhigen. Achten Sie dabei auf mögliche Bewusstseinsveränderungen und die Atmung.

Liegt eine allergische Reaktion vor (anaphylaktischer Schock), ist es wichtig, den Auslöser, wenn möglich, sofort zu entfernen. Viele Menschen, die wissen, dass sie eine schwere Allergie haben, tragen ein Allergie-Notfall-Set mit sich, das Medikamente und eine Anleitung zur Verabreichung enthält.

Blutet die Person stark (hypovolämischer Schock), können Sie versuchen, die Blutung durch einen Druckverband zu stillen. Aufgrund der niedrigen Blutzirkulation kühlt der Körper während eines Schocks schnell aus, weshalb es wichtig ist, die Person warmzuhalten. Dafür bietet sich beispielsweise die Rettungsdecke aus dem Verbandkasten im Auto an, aber auch andere Decken oder Jacken können den Zweck erfüllen.

Behandlung durch den Rettungsdienst

Das oberste Ziel bei der Behandlung eines Schocks ist, den Blutkreislauf so schnell wie möglich zu stabilisieren beziehungsweise wiederherzustellen. Notfallteams können den Schockzustand schnell beurteilen und sind so ausgestattet, dass lebensrettende Maßnahmen meist direkt eingeleitet werden können.

Zum Beispiel ist die Gabe von Sauerstoff und Infusionen bei vielen Notfallsituationen Standard. Bestimmte Medikamente können den Blutdruck erhöhen, bei einer allergischen Reaktion schon vor Ort einem anaphylaktischen Schock entgegenwirken oder bei einem obstruktiven Schock Blutgerinnsel in einem blockierten Blutgefäß auflösen (Thrombolyse).

Wie erfolgreich die Behandlung eines Schocks verläuft, hängt von der Ursache und dem Zeitpunkt ab, zu dem die Therapie begonnen wird.

Welche Lagerung bei Schock?

Ist die Person bei Bewusstsein, kommt die Schocklage zum Einsatz, bei der in Rückenlage die Beine (im Winkel von etwa 30 bis 60 Grad) erhöht gelagert werden, auf einem Stuhl oder Rucksack. Durch das Hochlegen der Beine wird die Blutzirkulation nach einem Blutdruckabfall rund um die wichtigsten Organe verbessert.

Erste Hilfe Stabile Lage
Schocklagerung mit erhöhten Beinen© ADAC e.V.

Achtung: Bei einer bewusstlosen Person darf die Schocklage nicht angewendet werden. In Rückenlage besteht Erstickungsgefahr. Bei Bewusstlosigkeit kann die Zunge in den Rachen rutschen und die Atmung behindern. Daher sollten bewusstlose Menschen in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei Atemnot kann die Rückenlage die Probleme mit der Atmung verstärken, weshalb sich in diesem Fall eine Lagerung mit erhöhtem Oberkörper empfiehlt.

ADAC Notfallpass: Hilfe im Ernstfall

Generelle Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand helfen den Rettungskräften bei einem Notfall. Im ADAC Notfallpass können alle relevanten Notfalldaten hinterlegt und zentral in der Wallet-App des Smartphones gespeichert werden:

  • Vorerkrankungen

  • Medikamenten-Allergien

  • Medikationen

  • Blutgruppe

  • Kontaktpersonen (Angehörige, Notfallkontakte, Haus- und Fachärzte)

  • Informationen zu einer Schwangerschaft

  • Informationen zu Implantaten (z. B. Herzschrittmacher)

  • Informationen zu Organspendeausweis, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht

Im ADAC Notfallpass liegen diese Daten sicher verschlüsselt, damit sie bei einem Verlust des Smartphones nicht in falsche Hände gelangen. Der Notfallpass kann in die Rettungskette integriert werden. Im Notfall kann er von den Rettungskräften gescannt und ausgelesen werden. Im Zuge einer Weiterbehandlung im Krankenhaus können die Daten der entsprechenden Klinik zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.