Hitzewelle: So funktioniert effektiver Hitzeschutz

Eine junge Frau hält einen Sonnenschirm und ist glücklich
Große Hitze kann die Gesundheit beeinflussen© iStock.com/Tom Merton

Steigen die Außentemperaturen über 30 Grad, sollten Sie für ausreichenden Hitzeschutz sorgen. So können Sie gesundheitlichen Problemen bei einer Hitzewelle vorbeugen.

  • Genug trinken, keine Anstrengung im Freien

  • Hitze im Haus vermeiden: nachts und am frühen Morgen lüften

  • Sonnenschutz am besten auf Terrasse, Balkon und an Fenstern

Bei zu hohen Außentemperaturen kann die Hitze zur Belastung werden. So schützen Sie sich und bewahren einen kühlen Kopf.

Hitze: So verhalten Sie sich richtig

Mit den richtigen Verhaltensweisen können Sie einiges tun, um gut durch eine Hitzewelle zu kommen und einem Hitzschlag oder Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Die wichtigsten Tipps:

  • Versuchen Sie, die Wohnung oder das Haus möglichst kühl zu halten.

  • Vermeiden Sie tagsüber körperliche Anstrengungen im Freien.

  • In den heißesten Stunden (nachmittags) am besten drinnen bleiben, wenn es dort kühler ist als draußen.

  • Meiden Sie direkte Sonnenstrahlung.

  • Trinken Sie ausreichend (mindestens zwei bis drei Liter, z.B. Mineralwasser, abgekühlten ungesüßten Tee oder Fruchtschorlen).

  • Schützen Sie sich mit luftiger, heller Kleidung und einer Kopfbedeckung gegen die Sonne.

  • Ernähren Sie sich von frischer, leichter Kost mit viel Obst und Gemüse.

Trinken Sie ausreichend über den Tag verteilt in kleinen Schlucken. Nicht ideal bei Hitze sind eiskalte, zucker- und koffeinhaltige Getränke. Es ist ratsam, bei hohen Temperaturen auf Alkohol zu verzichten, da dessen Abbau den Körper zusätzlich belastet.

Gerade bei Babys, Kleinkindern, immungeschwächten und älteren Menschen ist es wichtig, eine Dehydrierung durch Flüssigkeitsmangel zu vermeiden. Sie reagieren empfindlicher auf Hitze, da ihr Stoffwechsel anders arbeitet.

Wenn Sie sich mit einer Dusche oder einem Bad abkühlen wollen, achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist, da ansonsten die Wärmeproduktion des Körpers angekurbelt wird. Außerdem kann es bei zu schneller Abkühlung – wie etwa bei einem Sprung in einen kalten See – zu einer Kreislaufüberlastung kommen.

Duschen Sie am besten lauwarm oder gehen Sie zumindest ganz langsam in kaltes Wasser, damit sich der Körper an die niedrigere Temperatur gewöhnt. Ein lauwarmes bis kühles Fußbad bringt Abkühlung. Wenn das nicht möglich ist, können Sie es mit kühlem Wasser auf den Innenseiten der Handgelenke versuchen.

Wie es drinnen kühl bleibt

Tipps, damit sich Wohnung, Büro oder Haus nicht zu sehr aufheizen:

  • Richtig lüften: Lassen Sie die Fenster tagsüber geschlossen, und öffnen Sie sie erst abends oder nachts für mehrere Stunden, wenn es außen kühler ist als innen (eventuell Fliegengitter als Insektenschutz verwenden). Lüften Sie in allen Etagen, vor allem der Dachboden kann sich stark aufheizen.

  • Sonnenschutz: Bringen Sie außen an den Fenstern Rollläden, Jalousien oder Fensterläden an und schließen Sie diese tagsüber. Innenrollos oder Sonnenschutzfolien sind nicht so effektiv. Im Notfall hilft ein weißes Tuch außen am Fenster. Besonders bei Dachfenstern ist ein guter Sonnenschutz ratsam.

  • Markisen oder große Sonnenschirme werfen auf Balkonen und Terrassen Schatten. Auch eine Terrassenüberdachung bringt guten Sonnenschutz.

  • Wärmequellen: Stellen Sie alle Geräte, die Sie gerade nicht nutzen, komplett aus, denn sie geben oft Wärme ab. Die Heizung sollte auf Sommerbetrieb stehen, damit die Rohre keine Wärme abgeben.

  • Dämmung: Eine gute Wärmedämmung am Haus schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Hitze von außen.

  • Ventilatoren bringen einen frischen Luftzug, auch wenn sie die Raumluft nicht abkühlen. Sie sind preiswert und verbrauchen weniger Strom als eine Klimaanlage.

  • Klimageräte sind in der Anschaffung teurer und verbrauchen circa zehnmal so viel Strom wie ein Ventilator. Dafür kühlen sie die Luft im Raum gut ab.

Hitzewarnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt Hitzewarnungen heraus, wenn eine hohe Wärmebelastung bevorsteht. Es gibt dabei zwei Warnstufen:

  1. Starke Wärmebelastung: Die gefühlte Temperatur liegt am frühen Nachmittag bei 32 Grad.

  2. Extreme Wärmebelastung: Die gefühlte Temperatur liegt nachmittags bei 38 Grad.

Die gefühlte, also individuell empfundene Temperatur hängt unter anderem von Faktoren wie der Luftfeuchtigkeit und der Windgeschwindigkeit ab. Sie kann von der gemessenen Temperatur nach unten oder oben abweichen. Innerhalb großer Städte können sich bei langanhaltender Hitze sogenannte Wärmeinseln bilden, sodass es nachts nicht mehr richtig abkühlt. In Städten ab 100.000 Einwohnern warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in diesem Fall vor besonderer Belastung.

Viele Menschen können bei zu hohen Temperaturen nicht mehr richtig schlafen und verkraften dadurch tagsüber die Hitze noch schlechter. Es empfiehlt sich, im kältesten Raum zu schlafen und die Bettdecke durch ein dünnes Laken aus Naturfaser (z.B. Baumwolle) auszutauschen.

Besonders ältere Menschen sollten bei großer Hitze vorsichtig sein, weshalb sie im Warntext des DWD explizit angesprochen werden. Es gibt verschiedene Wege, sich über aktuelle Hitzewarnungen des DWD zu informieren. Dazu gehören die GesundheitsWetter-App und die WarnWetter-App für Mobiltelefone. Alternativ können Sie sich über NINA, einer Nachrichten-App des Bundes, oder KATWARN, einem Warndienst vom Fraunhofer-Institut, über bevorstehende Hitze und weitere Gefahrensituationen erkundigen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.