Wie gefährlich sind Mücken?

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Von Redaktion

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Close up einer Mücke auf der Haut eines Menschen
Ein Mückenstich kann zu Krankheiten wie Gelbfieber oder Malaria führen© Shutterstock/nechaevkon

Mücken können verschiedene Krankheitserreger auf Mensch oder Tier übertragen. Warum ein Stich ernste Folgen nach sich ziehen kann und wie Sie sich schützen – zuhause und auf Reisen.

  • Mücken übertragen Infektionskrankheiten

  • Immer mehr Überträger auch in Europa

  • Mückenstiche auch im Winter möglich

Welche Mücken sind gefährlich?

Einige Mücken sind nicht nur lästige blutsaugende Plagegeister, sie können beim Stechen auch gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehören beispielsweise Malaria, Gelb-, Zika- oder Denguefieber. Zwar treten die meisten dieser Erkrankungen überwiegend in den Tropen auf. Durch Klimawandel und Globalisierung breiten sich die Überträger zunehmend auch in Deutschland aus.

Mücken verursachen weltweit jährlich mehr als 700.000 Todesfälle und zählen deshalb zu den gefährlichsten Tieren der Welt.

Infektion durch Mückenstich

Damit das Blut beim Saugen nicht gerinnt, gibt das Tier beim Stich ein Sekret aus den Speicheldrüsen ab. Ein Vorgang, der die Schutzbarrieren des Körpers wie Haut oder Schleimhäute überwindet und deshalb für viele Krankheitserreger ein optimaler Weg ist, um sich beim Menschen, dem sogenannten Wirt, zu vermehren.

Fachleute sprechen bei Tieren, die Krankheiten übertragen, von Vektoren. Neben einigen Mückenarten zählen dazu unter anderem Tsetsefliegen und Zecken. Nicht alle Mücken saugen Blut oder übertragen Krankheiten. Viele Arten ernähren sich von Nektar oder Pflanzensäften. Zu den Vertretern, die dem Menschen durch Krankheitserreger gefährlich werden können, gehören unter anderem die folgenden.

Können Mücken HIV/Aids übertragen?

Es ist kein Fall bekannt, bei dem eine HIV-Infektion durch einen Mückenstich stattgefunden hat. Blut ist zwar neben weiteren Körperflüssigkeiten ein Weg, sich mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) beziehungsweise dem Erworbenen Immunschwäche-Syndrom (Aquired Immunodeficiency Syndrome, Aids) zu infizieren.

Das HI-Virus kann sich innerhalb des Insekts nicht vermehren und überlebt außerhalb des Menschen nicht lange genug, um diesen Schritt zu vollziehen. Von der Mücke übertragene Krankheitserreger wie Plasmodium falciparum, das Malaria auslöst, bleiben dagegen einige Zeit in der Mücke und durchlaufen dort wichtige Entwicklungsschritte, ehe sie weiterverbreitet werden.

Welche Mücken gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es mehr als tausend Mückenarten. Die allermeisten davon sind harmlos, nur etwa 50 von ihnen saugen Blut. Von diesen 50 Arten sind fünf in den letzten Jahren eingewandert und haben sich hier etabliert. Von diesen fünf sind drei als Überträger gefährlicher Krankheiten bekannt: die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) und die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus).

Heftige Reaktion nach Stich von Kriebelmücke

Zu den blutsaugenden Mücken gehören neben den typischen Stechmücken auch die Kriebelmücken. Sie beißen mit ihren Mundwerkzeugen die Haut auf und saugen das sich daraufhin sammelnde Blut. Die teilweise als Stiche, teilweise als Bisse bezeichneten Wunden sind oft schmerzhaft, jucken stark und neigen dazu, sich zu entzünden.

Im Speichel der Tiere befinden sich sowohl allergieauslösende als auch giftige (toxische) Substanzen, weshalb es zu teils heftigen Reaktionen auf die Blutmahlzeit kommt. In Deutschland sind sie beim Menschen aber bisher nicht als Überträger gefährlicher Krankheiten in Erscheinung getreten.

Stiche von Gnitzen und Schmetterlingsmücken

Gnitzen sind kleinere Mücken, die lediglich ein bis zwei Millimeter erreichen und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Sie treten häufig in größeren Schwärmen auf und verursachen durch ihre Stiche teils heftige Hautreaktionen.

Schmetterlingsmücken sind ebenfalls klein, etwa eineinhalb bis dreieinhalb Millimeter. Sie haben einen sehr feingliedrigen Körperbau, sind gelb gefärbt, stark behaart und besitzen abgewinkelte, zugespitzte Flügel, die auch als Engelsflügel bezeichnet werden. Die Stiche sind schmerzhaft und jucken häufig stark.

Gibt es süßes Blut?

Manche Menschen scheinen Mücken wie ein Magnet anzuziehen. Oft wird davon gesprochen, sie hätten süßes Blut. Mit dem Zuckergehalt des Blutes hat die Attraktivität allerdings nichts zu tun. Mücken orientieren sich bei der Suche nach einem Wirt für die Blutmahlzeit an Wärme und flüchtigen Substanzen, die vom Körper abgesondert werden.

Zu den Geruchsstoffen, die Mücken anlocken, gehören Milchsäure, Azeton und Ammoniak. Auch das ausgeatmete Kohlendioxid scheint für Mücken attraktiv zu sein. Diese Faktoren werden unter anderem von der Genetik beeinflusst, die wiederum einen Effekt auf die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft auf der Haut hat. Auch die Blutgruppe und die individuelle Ernährung könnten eine Rolle spielen.

Ziehen Schwangere Mücken an?

Schwangere scheinen attraktiver für Mücken zu sein. Eventuell spielen der erhöhte Stoffwechsel und eine vermehrte Kohlendioxid-Abgabe eine Rolle. Möglicherweise werden während dieser Phase auch besondere Geruchsstoffe abgesondert.

Reagieren Mücken auf eine Malariainfektion?

Eine bereits bestehende Infektion mit dem Malariaerreger Plasmodium macht die betroffene Person ebenfalls attraktiver für Anopheles-Mücken, die den Parasiten übertragen. Das heißt, Personen, die an Malaria erkrankt sind, haben ein höheres Risiko von einer dieser Mücken gestochen zu werden. Für die Plasmodien ist es vorteilhaft, wenn ihr Wirt öfter gestochen wird, da das ihre Chance erhöht, sich weiter zu verbreiten.

Wie vermehren sich Mücken?

Weltweit sind mehrere Tausend Vertreter bekannt, von denen aber nicht alle auf eine Blutmahlzeit angewiesen sind. Erwachsene Tiere ernähren sich eigentlich von Pflanzensäften und Nektar. Lediglich die Weibchen einiger Stech-, Schmetterlings- und Kriebelmücken benötigen eine Blutmahlzeit. Die Eiweiße und andere Nährstoffe aus dem Blut helfen bei der Entwicklung und Reifung ihrer Eier, die Männchen stechen dagegen nicht.

Blumentöpfe als Brutstätten

Die Weibchen der Stechmücken legen die Eier je nach Art an oder in stehenden oder fließenden (meist) Süßgewässern ab. Vertreter der Gattung Aedes – beispielsweise die Asiatische Tigermücke – nutzen teilweise sehr kleine Gewässer wie Vogeltränken, Blumentöpfe oder in Autoreifen gesammelte Pfützen zur Eiablage.

Die männlichen Tiere sterben nur wenige Tage nach dem Schlupf, die Weibchen können einige Monate überleben und bei vielen Arten überwintern. Je nach Spezies und Umweltbedingungen dauert die Entwicklung vom Ei zur Larve etwa drei Wochen. Zwischen Frühjahr und Herbst sind also mehrere Generationen möglich.

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Mückenstiche auch im Winter?

Meist geht die sichtbare Zahl der Mücken zum Herbst und Winter stark zurück, aber ein Stich ist auch im Winter möglich. Einige Mückenarten verbringen die kalte Jahreszeit als erwachsene Tiere an wärmeren Orten wie Schuppen, Kellern oder Dachstühlen. Bei anderen überwintern dagegen die Eier in oder an Gewässern.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Autor: Matthias Steigerwald