Neuer BMW 3er: Erste Testfahrt im Prototyp

16.8.2018

Für BMW ist der 3er das wichtigste Fahrzeug im Konzern. Fahrbericht unserer Test-Redaktion vom Nürburgring über die noch getarnte Mittelklasse-Limousine. Verkaufsstart: März 2019

BMW 3er Prototyp 2018
Testfahrt im BMW 3er-Erlkönig auf dem Nürburgring
  • Anfang 2019 kommt die siebte Generation des BMW 3er auf den Markt
  • Ziel: Auch der neue 3er soll die sportlichste Limousine der Mittelklasse werden
  • Direkte Konkurrenten sind VW Passat, Audi A4 und Mercedes C-Klasse

 

In keinem anderen Modell des Münchner Autobauers kommt die "Freude am Fahren"  besser zum Ausdruck als im BMW 3er. Vor allem im Vergleich zur Mercedes C-Klasse, die auf Komfort und Luxus getrimmt ist, oder dem Audi A4, der mit seiner schier unerreichbaren Perfektion langweilt. Eines ist ganz klar: Auch die mittlerweile siebte Generation der beliebten Limousine soll den sportlichen Spitzenplatz in der Mittelklasse behaupten.

BMW weiß natürlich, dass vielen Kunden die Digitalisierung inzwischen wichtiger ist als die Dynamik, und beim 3er der Spagat zwischen Familienkutsche und Firmenwagen, Sportlimousine und Seniorenauto ohnehin besonders groß ist. Doch Männer wie Jos van As, Leiter Applikation Fahrdynamik, glauben fest daran, dass die Freude am Fahren in einer Welt immer gleicherer Autos mit immer synthetischeren Eigenschaften am Ende den Unterschied machen wird.

Testfahrten auf dem Nürburgring

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BMW 3er Prototyp 2018
Noch ist wenig von der Form der 3er zu erkennen

Deshalb ist Jos van As gerade mit einem halben Dutzend neuer 3er um und auf dem Nürburgring unterwegs. Außen und innen noch stark getarnt, aber unter dem Blech auf dem letzten Stand, wollen die Entwickler so die Limousine einmal mehr zum "Ultimate Sports Sedan" machen, bevor sie im März 2019 gegen C-Klasse & Co. ins Rennen geht.

Van As und sein Team setzen zwar auch auf Software und digitale Technik. Und nicht umsonst bekommt der Bayer natürlich wieder eine elektronische Charakterregelung sowie zum ersten Mal ein elektronisches Sperrdifferential an der Hinterachse. Dazu haben sie einen Zentner Gewicht aus dem Wagen geholt.

Vor allem aber haben sie den Wagen auf ein neues, ganz und gar analoges Fahrwerk mit einer drei Zentimeter breiteren Spur, einem einen Zentimeter tieferen Schwerpunkt und neuen Dämpfern gestellt, die einen zusätzlichen Kolben haben. Damit können sie mehr Energie abbauen, ohne die Bandscheiben stärker zu belasten. Wo andere Autos Sportlichkeit mit übertriebener Härte übersetzen, bleibt der 3er deshalb immer sanft und lässt an Bestimmtheit trotzdem nichts vermissen.

Im Gegenteil: Wenn man mit 200, 220 km/h weite Autobahnkurven nimmt, schafft sein Fahrwerk ein derart unerschütterliches Vertrauen, dass man fast versucht ist, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Und wenn man auf der Nordschleife durchs Kesselchen oder das Karussell fährt, fühlt sich die Limousine nicht wie ein Fremdkörper an, sondern wie ein Auto, das für nichts anderes als diese Strecke gebaut wurde.

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Cockpit mit Digitaldisplay und Navi mit Touchscreen

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BMW 3er Prototyp 2018
Getarnter Innenraum: Autor Thomas Geiger am Steuer des BMW 3er

Während BMW schon sehr freizügig über die Fahrdynamik spricht und für ein paar Runden auf der Nordschleife sogar schon mal die Gäste ans Steuer lässt, halten sich die Bayern bei allen anderen Details zum Generationswechsel noch bedeckt.

Doch dass es weder beim Format noch bei der Form eine große Revolution gibt, kann man den Prototypen trotz der Tarnung leicht ansehen. Die Platzverhältnisse im Innenraum sind weder besser, noch schlechter als beim Vorgänger, und wenn man mal kurz die Tarnmatten anhebt, bietet auch das Cockpit keine Überraschungen.

Natürlich prangt hinter dem Lenkrad jetzt ein großes Digitaldisplay, der Navibildschirm reagiert auf einen Fingerzeig und auf dem Mitteltunnel gibt es auch weiterhin den i-Drive-Controller mit integriertem Touchpad.

Unter der Haube wird sich nach bisheriger Nachrichtenlage ebenfalls nur wenig tun. Es bleibt bei den bekannten Vier- und Sechszylindern, die alle ein bisschen sparsamer werden und trotzdem etwas mehr Bums haben. Und statt die Dreier-Fahrer erstmals mit einem Dreizylinder zu nerven, gibt es einen ersten M-Performance-Diesel für die Baureihe.

Mild-Hybride folgen wenn, dann später, der Plug-In ist aber fest eingeplant, und irgendwann wird es den BMW 3er auch rein elektrisch geben, hört man aus München. Aber bis dahin drehen die Herren van As & Co lieber noch ein paar Runden auf der Nordschleife – schließlich kommt auch ein M3.

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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