BMW 3er – Die erste Testfahrt: Mehr Freude am Fahren

12.12.2018

Die siebte Generation des BMW 3er steht in den Startlöchern. Verkaufsstart ist März 2019 zu Preisen ab 37.850 Euro. Die ADAC-Testredaktion konnte die Mittelklasse-Limousine schon fahren

  • Noch agileres Handling: Bei der Fahrdynamik hat der BMW 3er zugelegt
  • Die Stufenheck-Limousine wurde länger (4,71 m), bietet aber nur etwas mehr Platz
  • Am 9. März 2019 kommt die siebte Generation des BMW 3er auf den Markt

 

In keinem anderen Modell des Münchner Autobauers kommt die "Freude am Fahren" besser zum Ausdruck als im BMW 3er, dem Herz der Marke. Vor allem im Vergleich zur Mercedes C-Klasse, die auf Komfort und Luxus getrimmt ist, oder dem Audi A4, der mit seiner schier unerreichbaren Perfektion fast schon langweilt. Und eines ist nach unseren ersten Testfahrten an der portugisischen Algarve jetzt schon klar: Auch die siebte Generation der Limousine wird den sportlichen Spitzenplatz in der Mittelklasse behaupten.

Optisch ist sich der 3er weitgehend treu geblieben: Die Silhouette lehnt sich stark an den Vorgänger an, nur die Front ist sichtlich progressiver gestaltet – schmale, zweigeteilte Scheinwerfer und die breite Niere lassen den neuen 3er dynamischer wirken als bisher. LED-Scheinwerfer sind künftig Serie, Laserlicht fürs Fernlicht gibt es gegen Aufpreis. Am Heck fallen die breiten, abgedunkelten LED-Leuchten auf.

Neuer BMW 3er: Deutlich agileres Handling

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BMW 3er Vorderansicht
Markante Front mit auffälligen Leuchten und breiter Niere

Auf den ersten Testfahrten mit dem M330i zeigte sich, wie ernst BMW das Thema Sportlichkeit immer noch nimmt. Nicht umsonst bekommt der Bayer wieder eine elektronische Charakterregelung sowie zum ersten Mal ein elektronisches Sperrdifferential an der Hinterachse. Dazu haben die Ingenieure einen Zentner Gewicht aus dem Wagen geholt.

Vor allem aber haben sie den Wagen auf ein neues, ganz und gar analoges Fahrwerk mit einer drei Zentimeter breiteren Spur, einem einen Zentimeter tieferen Schwerpunkt und neuen Dämpfern gestellt, die einen zusätzlichen Kolben für 50 Prozent mehr Dämpfung haben. Damit können sie mehr Energie abbauen, ohne die Bandscheiben stärker zu belasten. Wo andere Autos Sportlichkeit mit übertriebener Härte übersetzen, bleibt der 3er trotz großer 19-Zoll-Räder deshalb immer sanft und lässt an Bestimmtheit trotzdem nichts vermissen.

Im Gegenteil: Wenn man weite Autobahnkurven mal etwas schneller nimmt, schafft sein Fahrwerk ein derart unerschütterliches Vertrauen, dass man fast versucht ist, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Und werden die Kurven dann auf Landstraßen mal enger, kein Problem: Dank der ausgewogenen 50:50-Achslastverteilung und der direkten variablen Sportlenkung lässt sich die Limousine fast spielerisch um jede Ecke zirkeln.

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Cockpit mit Digitaldisplay und Navi mit Touchscreen

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BMW 3er Interieur
Modernes Cockpit mit hoher Mittelkonsole. Digital-Instrumente kosten extra

Weil das neue Modell 7,6 Zentimeter länger geworden ist und nun auf 4,71 Meter Länge kommt, verspricht BMW zwar bessere Platzverhältnisse als beim Vorgänger. Doch auch die siebte Generation kann es nicht mit dem großzügigen Innenraum eines VW Passat oder eines Ford Mondeo aufnehmen. Das Kofferraumvolumen ist mit 480 Litern gleich geblieben. Immerhin ist eine im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rückbank jetzt serienmäßig an Bord.

Erhöht hat sich beim neuen 3er der Komforteindruck. Das liegt sicherlich an den verbauten Materialien im Innenraum, die gegenüber dem Vorgänger deutlich wertiger wirken, aber auch an der deutlich wahrnehmbaren verbesserten Geräuschdämmung. Eine serienmäßige Akustik-Frontscheibe leistet hier gute Dienste.

Natürlich prangt hinter dem Lenkrad jetzt gegen Aufpreis ein großes Digitaldisplay, der Navibildschirm reagiert auf einen Fingerzeig und Gestensteuerung und auf dem Mitteltunnel gibt es auch weiterhin den i-Drive-Controller mit integriertem Touchpad.

 

Licht und Schatten bei den Assistenzsystemen

Neu bei BMW: Ein "Intelligent Personal Assistant", der – im Prinzip wie Amazon Alexa – mit der Sprachsteuerung gekoppelt ist und auf den Befehl "Hey BMW" reagiert. Doch was im Heimbereich inzwischen leidlich gut funktioniert, hat im Auto noch viel Entwicklungspotenzial. Freies Sprechen wird nur in den seltensten Fällen erkannt. Und selbst fixe Kommandos, die dem neuen Dreier für die ersten Testfahrten auf einer Karte beigelegt waren, wurden kaum verstanden.

Toll funktioniert dagegen der neue Parkassistent mit Rückfahrassistent. Fährt man in eine Engstelle, wo es nicht weitergeht, lenkt der 3er auf Knopfdruck die letzten 50 Meter selbstständig im Schritttempo zurück – der Fahrer muss nur noch bei Bedarf bremsen. 

Unter der Haube hat sich recht wenig getan. Es bleibt bei den bekannten Vier- und Sechszylindern, die alle ein bisschen sparsamer werden und trotzdem etwas mehr Bums haben. Eine gute Wahl in punkto Preis-/Leistungsverhältnis bleibt der von uns ebenfalls gefahrene 320d, der jetzt wie alle 3er-Motoren Euro 6d-Temp zertifiziert ist.  

Mild-Hybride folgen später, der Plug-In ist fest eingeplant, und irgendwann wird es den BMW 3er auch rein elektrisch geben, hört man aus München. Die Preise liegen auf dem Niveau des Vorgängers und starten bei 37.850 Euro für den 318d, den kleinsten Diesel.

 

Diese Versionen gibt es zum Verkaufsstart


BMW 3er-Reihe (Herstellerangaben)  Preis
Benziner
320i: 1998 cm3, 135 kW/184 PS, 7,2 s auf 100 km/h, 238 km/h Spitze, 5,7 – 6,0 l Super/100 km
ab 39.950 €

330i: 1998 cm3, 190 kW/258 PS, 5,8 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze, 5,8 – 6,1 l Super/100 km
ab 44.750 €
Diesel 318d: 1995 cm3, 110 kW/150 PS, 8,5 s auf 100 km/h, 226 km/h Spitze, 4,2 – 4,5 l Diesel/100 km
ab 37.850 €

320d: 1995 cm3, 140 kW/190 PS, 7,1 s auf 100 km/h, 240 km/h Spitze, 4,4 – 4,7 l Diesel/100 km
ab 40.450 €

320d xDrive: 1995 cm3, 140 kW/190 PS, 6,9 s auf 100 km/h, 233 km/h Spitze, 4,5 – 4,8 l Diesel/100 km
ab 45.100 €
  330d: 2993 cm3, 195 kW/265 PS, 5,5 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze, 4,8 – 5,2 l Diesel/100 km
ab 49.450 €

 

Text: Thomas Kroher/Thomas Geiger/Jochen Wieler. Fotos: PR.

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