Neuer BMW 3er: Alle Infos, erste Testfahrt

8.11.2018

Für BMW ist der 3er das wichtigste Auto im Konzern. Jetzt steht die siebte Generation der Mittelklasse-Limousine in den Startlöchern. Verkaufsstart: März 2019 zum Preis ab 37.850 Euro. Mit dem Prototypen konnte die Test-Redaktion bereits fahren

  • Am 9. März 2019 kommt die siebte Generation des BMW 3er auf den Markt
  • Die Stufenheck-Limousine ist auf 4,71 Meter gewachsen
  • Bei der Fahrdynamik hat der 3er abermals zugelegt

 

In keinem anderen Modell des Münchner Autobauers kommt die "Freude am Fahren"  besser zum Ausdruck als im BMW 3er, dem Herz der Marke. Vor allem im Vergleich zur Mercedes C-Klasse, die auf Komfort und Luxus getrimmt ist, oder dem Audi A4, der mit seiner schier unerreichbaren Perfektion langweilt. Eines ist klar: Auch die siebte Generation der Limousine soll den sportlichen Spitzenplatz in der Mittelklasse behaupten.

Optisch ist sich der 3er weitgehend treu geblieben: Die Silhouette lehnt sich stark an den Vorgänger an, nur die Front ist sichtlich progressiver gestaltet – schmale, zweigeteilte Scheinwerfer und die breite Niere lassen den 3er dynamischer wirken als bisher. LED-Scheinwerfer sind künftig Serie, Laserlicht fürs Fernlicht gibt es gegen Aufpreis. Am Heck fallen die breiten, abgedunkelten LED-Leuchten auf.

Neuer BMW 3er: Testfahrten auf dem Nürburgring

Zoom-In
BMW 3er Vorderansicht
Markante Front mit auffälligen Leuchten und breiter Niere

Auf ersten Testfahrten mit einem Prototypen zeigte sich, wie ernst BMW das Thema Sportlichkeit immer noch nimmt. Nicht umsonst bekommt der Bayer wieder eine elektronische Charakterregelung sowie zum ersten Mal ein elektronisches Sperrdifferential an der Hinterachse. Dazu haben die Ingenieure einen Zentner Gewicht aus dem Wagen geholt.

Vor allem aber haben sie den Wagen auf ein neues, ganz und gar analoges Fahrwerk mit einer drei Zentimeter breiteren Spur, einem einen Zentimeter tieferen Schwerpunkt und neuen Dämpfern gestellt, die einen zusätzlichen Kolben haben. Damit können sie mehr Energie abbauen, ohne die Bandscheiben stärker zu belasten. Wo andere Autos Sportlichkeit mit übertriebener Härte übersetzen, bleibt der 3er deshalb immer sanft und lässt an Bestimmtheit trotzdem nichts vermissen.

Im Gegenteil: Wenn man mit 200, 220 km/h weite Autobahnkurven nimmt, schafft sein Fahrwerk ein derart unerschütterliches Vertrauen, dass man fast versucht ist, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Und wenn man auf der Nordschleife durchs Kesselchen oder das Karussell fährt, fühlt sich die Limousine nicht wie ein Fremdkörper an, sondern wie ein Auto, das für nichts anderes als diese Strecke gebaut wurde.

Tipp Icon

Die erste Elektro-SUV-Limousine der Welt

Mercedes-Maybach Ultimate Luxury fahrendMit dem Ultimate Luxury will Daimler zeigen, wer im Luxussegment der Elektroautos den Ton angibt.

Testfahrt Mercedes-Maybach Ultimate Luxury

Cockpit mit Digitaldisplay und Navi mit Touchscreen

Zoom-In
BMW 3er Interieur
Modernes Cockpit mit hoher Mittelkonsole. Digital-Instrumente kosten extra

Weil das neue Modell 7,6 Zentimeter länger geworden ist und nun auf 4,71 Meter Länge kommt, verspricht BMW zwar bessere Platzverhältnisse als beim Vorgänger. Doch auch die siebte Generation kannes nicht mit dem großzügigen Innenraum eines VW Passat oder eines Ford Mondeo aufnehmen. Das Kofferraumvolumen ist mit 480 Litern gleich geblieben. Immerhin ist eine im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rückbank serienmäßig an Bord. Eine serienmäßige Akustik-Verglasung soll den 3er besonders leise machen.

Natürlich prangt hinter dem Lenkrad jetzt gegen Aufpreis ein großes Digitaldisplay, der Navibildschirm reagiert auf einen Fingerzeig und Gestensteuerung und auf dem Mitteltunnel gibt es auch weiterhin den i-Drive-Controller mit integriertem Touchpad. Neu bei BMW: Ein "Intelligent Personal Assistant" ist mit der Sprachsteuerung gekoppelt und reagiert auf den Befehl "Hey BMW". Er kann zum Beispiel Funktionen erklären ("Wie funktioniert der Fernlichtassistent?") oder den aktuellen Fahrzeugstatus kundtun ("Wie ist der Ölstand?").

Unter der Haube wird sich wenig tun. Es bleibt bei den bekannten Vier- und Sechszylindern, die alle ein bisschen sparsamer werden und trotzdem etwas mehr Bums haben. Und statt die Dreier-Fahrer erstmals mit einem Dreizylinder zu nerven, gibt es einen ersten M-Performance-Diesel für die Baureihe.

Mild-Hybride folgen später, der Plug-In ist fest eingeplant, und irgendwann wird es den BMW 3er auch rein elektrisch geben, hört man aus München. Die Preise liegen auf dem Niveau des Vorgängers und starten bei 37.850 Euro für den 318d.

 

Diese Versionen gibt es zum Verkaufsstart


BMW 3er-Reihe (Herstellerangaben)  Preis
Benziner
320i: 1998 cm3, 135 kW/184 PS, 7,2 s auf 100 km/h, 238 km/h Spitze, 5,7 – 6,0 l Super/100 km
ab 39.950 €

330i: 1998 cm3, 190 kW/258 PS, 5,8 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze, 5,8 – 6,1 l Super/100 km
ab 44.750 €
Diesel 318d: 1995 cm3, 110 kW/150 PS, 8,5 s auf 100 km/h, 226 km/h Spitze, 4,2 – 4,5 l Diesel/100 km
ab 37.850 €

320d: 1995 cm3, 140 kW/190 PS, 7,1 s auf 100 km/h, 240 km/h Spitze, 4,4 – 4,7 l Diesel/100 km
ab 40.450 €

320d xDrive: 1995 cm3, 140 kW/190 PS, 6,9 s auf 100 km/h, 233 km/h Spitze, 4,5 – 4,8 l Diesel/100 km
ab 45.100 €
  330d: 2993 cm3, 195 kW/265 PS, 5,5 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze, 4,8 – 5,2 l Diesel/100 km
ab 49.450 €

 

Text: Thomas Geiger/Jochen Wieler. Fotos: PR.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt.

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de