Autotest 2021: Das sind die Preis-Leistungs-Sieger

Volkswagen TGI, Toyota Yaris Hybrid, Skoda Octavia Kombi
2021 ganz vorn: VW Golf, Toyota Yaris und Škoda Octavia (von links)© Volkswagen, Toyota, Skoda [M]

Welche Pkw-Modelle sind ihr Geld wirklich wert? Die ADAC Liste der Fahrzeuge mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis 2021 gibt eine Orientierung. Interessant: Ganz oben stehen diesmal zwei Autos mit alternativen Antrieben.

  • Auch relativ teure Modelle können ihr Geld wert sein

  • Oberklasse-Fahrzeuge sind dagegen meist Schlusslichter

  • Elektroautos dank Umweltprämie mit Kostenvorteilen

Wenn Autofahrende sich ein neues Fahrzeug kaufen wollen, stellen sie sich immer die gleiche Frage: Welcher Hersteller bietet das beste Auto für mein Geld?

Doch die Antwort ist im Verlauf der Jahre nicht immer gleich. Standen im ADAC Testjahr 2019 noch so unterschiedliche Modelle wie VW Polo, Škoda Scala und Ford Focus Kombi auf dem Siegerpodest, waren dort im Testjahr 2020 mit dem Peugeot e-208, dem VW e-Up! und dem Honda Jazz ausschließlich Kleinwagen zu finden – zwei davon mit elektrischem Anrieb und daher mit staatlichem Geld gefördert.

Nun, im aktuellen Auswertungsjahr 2021, werden punkt- und notengleich ein VW Golf mit Erdgasantrieb und der Toyota Yaris mit Hybridantrieb zu den Besten der Besten 2021 gekürt. Den dritten Platz teilen sich der Opel Corsa-e als bestes Elektroauto, der Seat Leon 1.5 TGI als Technikpendant zum Erdgas-Golf sowie der Škoda Octavia Kombi als Diesel. Die für die Kostenberechnung wichtigen Anschaffungspreise reichen von 25.490 Euro (Toyota Yaris Hybrid) bis hin zu 33.893 Euro (Octavia Kombi mit 150 PS starkem Diesel): Die Podestplatzierten sind also durchaus keine Billigheimer.

Erstaunlich ist, dass immerhin 66 von den insgesamt 106 Fahrzeugen die Note "gut" oder besser als Bewertung bekommen. Schlechter als "befriedigend" werden lediglich sieben der getesteten Modelle eingestuft.

Die Preis-Leistungs-Sieger 2021

Wie wurde bewertet? Zustande kommt die Preis-Leistungs-Note anhand der jeweiligen Note im ADAC Autotest, die über die reinen Produktqualitäten eine Aussage trifft, und der ADAC Note für die Autokosten (bei fünf Jahren Haltedauer). Die Noten Autotest und Autokosten werden addiert und durch zwei geteilt: Die technische Qualität und die Kosten gehen also gleich gewichtet in die Preis-Leistungs-Bewertung ein.

Fahrzeuge mit gleicher Preis-Leistungs-Note sind alphabetisch sortiert. Und: Elektroautos und Plug-in-Hybride sind natürlich per Anschubfinanzierung durch die Umwelt- und Innovationsprämie klar bevorteilt: In der ADAC Liste der 2021 getesteten Fahrzeuge bekommen konkret 18 reine Elektroautos und 16 Plug-in-Hybride die Gunst einer Prämie.

Entscheidend: Total Cost of Ownership (TCO)

Entscheidende Faktoren bei der Kostenbenotung sind neben dem Anschaffungspreis bzw. dem Wertverlust die laufenden Betriebs-, Fix- und Werkstattkosten sowie die Kfz-Steuer und die Kosten für die jeweilige Versicherung. Also alle Kosten, die bei der Anschaffung und im Laufe des Besitzes anfallen (hier berechnet auf fünf Jahre und 75.000 Kilometer). Im Fachjargon nennt man diese Kosten Total Cost of Ownership (TCO).

Sieger und Verlierer: Diese Kostenfaktoren stecken dahinter


Toyota Yaris Hybrid

Neupreis: 25.490 €

Porsche Cayenne E-Hybrid

Neupreis: 96.237 €

Wertverlust monatlich

278 €

978 €

Betriebskosten monatlich

102 €

202 €

Fixkosten monatlich

97 €

167 €

Werkstattkosten monatlich

54 €

173 €

Kfz-Steuer jährlich

30 €

60 €

Haftpflicht jährlich

775 €

1251 €

Vollkasko jährlich

1143 €

2343 €

Teilkasko jährlich

190 €

551 €

Haltekosten gesamt monatlich / pro Kilometer

531 € / 42,5 ct

1520 € / 121 ct

Auch teure Autos können gut abschneiden

Front und Seitenansicht eines fahrenden Mercedes S 500
Sehr gut, aber extrem teuer: Mercedes S-Klasse © Mercedes

Klar ist: Autos mit einem günstigen Einstandspreis und geringen Haltekosten haben grundsätzlich bessere Karten in der Preis-Leistungs-Bewertung. Teure Luxusfahrzeuge für 100.000 Euro und mehr – Beispiel Mercedes S-Klasse oder Audi e-tron GT – sind hier dagegen chancenlos. Doch wie man eine gute Ausgangposition trotzdem verspielen kann, zeigt der Renault Twingo Electric. Der weist trotz der guten Kostennote (1,4) technisch so hohe Defizite auf, dass mit der miserablen ADAC Autotest-Note (4,1) das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt.

Aber es gibt auch Überraschungen der entgegengesetzten Art. Ein Beispiel dafür ist der Mini, der im Ruf steht, eher abgehoben und teuer zu sein. Der vom ADAC untersuchte fünftürige Mini Cooper straft wegen seines geringen Wertverlusts mit der Autokosten-Note 2,1 alle bösen Zungen Lügen. Beim chic designten und Fahrspaß bereitenden Mini muss man sich daher weniger Gedanken machen, ob man für das Auto zu viel bezahlt hat, sondern sollte darüber nachdenken, welche technischen Nachteile man eingekauft hat. Zum Beispiel einen mäßigen Federungskomfort, ein fehlendes Assistenzsystem oder eine Android-Verbindung zum Smartphone, die es für den Mini einfach nicht gibt.

Tipp: Überlegen, welche Technikdefizite akzeptabel sind

Mazda MX-30 fahrend auf einer Straße
Mazda MX-30: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber Schwächen © Mazda

Dass manche Modelle technisch nur Mittelmaß sind – damit wird man leben können, wenn man sich in erster Linie an der Preis-Leistungs-Bilanz orientiert. So bekommen der Kia Picanto, der Dacia Sandero Stepway sowie der Fiat Panda Cross dank der überragenden Autokosten-Note von 1,3 die Preis-Leistungs-Bewertung "gut". Ob ein spezielles technisches Defizit dabei ist, das einem Kauf im Wege steht, muss anhand des Autotests geprüft werden. Oft kommt es hier darauf an, was einem persönlich besonders wichtig ist.

Ein Beispiel dafür ist der Mazda MX-30: ein außergewöhnlich designtes Elektroauto, bei dem sich die Kunden mit einer kleinen 35,5-kWh-Batterie und einer entsprechend geringen Reichweite von nur 170 Kilometern begnügen müssen. Im kalten Winter sind es noch deutlich weniger. Auch den geringen Platz im Fond sowie die umständlichen Portaltüren müssen Käufer billigend in Kauf nehmen.

Škoda Octavia Kombi: Praktiker ohne Schwächen

Front und Seitenansicht eines fahrenden Skoda Octavia Kombi
Fast perfekt: Škoda Octavia Kombi © Skoda

Als nahezu perfektes Angebot erweist sich der Škoda Octavia Kombi, der technisch 1a und kostenseitig ebenfalls prima abschneidet. Selbst Schwächen im Detail leistet sich der Tscheche praktisch nicht. Mit der Gesamtnote 2,2 sticht ein ganz besonderer Kleinwagen ins Auge, der zur Zeit im Dauertestbetrieb der ADAC Redaktion eingesetzt wird: ein Renault Clio E-Tech. Der besitzt einen teils gewöhnungsbedürftigen, aber ausgeklügelten Hybridantrieb mit zwei Elektromotoren, der allerdings auch mit rund 3000 Euro Aufpreis zu Buche schlägt. Durch geringe Kraftstoffkosten sollte sich die Investition aber über die Jahre im Betrieb auszahlen. Abgesehen von schnellen Autobahnetappen ist der Clio recht sparsam unterwegs. Stadtverbrauch im ADAC Test: 3,5 Liter pro 100 Kilometer.

Kaufentscheidung: Am besten mit ADAC Autotest

Fazit: Es ist unbedingt zu empfehlen, nicht nur die Preis-Leistungs-Bewertung beim Autokauf zu Rate zu ziehen. Mindestens genauso wichtig ist das Studieren des dazugehörigen ADAC Autotests. Denn die Tücken stecken wie üblich auch hier im Detail: Wer nur die Kostenseite betrachtet, ist genauso wenig vor Überraschungen gefeit wie all diejenigen, die sich einzig und allein auf die technische Betrachtung fokussieren.

Wolfgang Rudschies
Redakteur
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