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Der ADAC

VW Touareg im Test: Wie gut ist der Luxus-SUV?

blauer VW Touareg fährt auf Strasse
Dickschiff: Der VW Touareg gilt als Luxus-SUV ∙ © Volkswagen

Der VW Touareg ist das luxuriöse Flaggschiff von Volkswagen. Kann er die hohen Erwartungen erfüllen? Die Dieselversion mit 231 PS im ADAC Test. Plus: Technische Daten, Preise, Crashtest

  • Note 2,2 im ADAC Test für den Touareg 3.0 TDI mit 231 PS

  • Schadstoff-Grenzwerte werden im Labor und auf der Straße eingehalten

  • Touareg glänzt in vielen Punkten mit guten bis sehr guten Noten

Das Flaggschiff von VW fährt im aktuellen ADAC Test in der Dieselversion vor, die die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllt. Hier leistet der Touareg 3.0 V6 TDI nur 170 kW/231 PS und nicht 210 kW/286 PS wie das zuvor getestete und weiter verfügbare Modell. Allradantrieb und Automatik bleiben selbstverständlich. Und wie üblich hält VW auch hier eine umfangreiche Extraliste bereit. Der Basispreis beträgt 59.910,58 Euro. Der üppig ausgestattete Testwagen knackt aber die 100.000-Euro-Marke.

Verarbeitung top, Materialien eher flop

Dass das Big-Size-SUV diesen exorbitanten Preis nicht in jedem Punkt rechtfertigen kann, machen die ADAC Ingenieure an Nachlässigkeiten fest, die man vom Topmodell eines Herstellers mit Premiumanspruch nicht erwarten würde: die spärlich verlegten Teppiche, die nicht besonders hochwertigen Materialien am Armaturenbrett und an den Türtafeln, die Konstruktion des Becherhalters. Minuspunkte, die sich im Gesamtbild negativ niederschlagen.  

Auf der anderen Seite bekommt der Touareg in Sachen Verarbeitung viel Lob. Das Auto ist weitgehend sauber montiert, der Unterboden gut verkleidet und geschützt, nichts klappert oder knarzt. So erwartet man das bei einem Oberklasse-Fahrzeug.

Und auch die Erwartungen ans Platzangebot für Passagiere und Gepäck kann der große Wolfsburger erfüllen. Selbst gut 1,95 Meter große Personen finden vorn problemlos Platz, die Kopffreiheit würde auch noch für 2,10-Meter-Riesen reichen. Im Fond fühlen sich bis zu 1,95 (mit Panoramadach 1,90) Meter große Menschen wohl, limitierender Faktor ist hier die Kopf-, nicht die Beinfreiheit.

Innenraum mit digitalem Cockpit

Hinsichtlich der Bedienung spricht Volkswagen vom "individuellen Cockpit der Zukunft". Die Möglichkeiten der Anzeigen, Funktionen und Bedienungen sind in der Tat zahllos. Je nach Gusto lassen sich dafür die Inhalte der Menükacheln priorisieren und individuell festlegen. Aus insgesamt elf Bedienebenen können vier Themengebiete in vier Kacheln prominent hervorgehoben werden: Wo soll die Navigation im Menü stehen? Wie will ich auf die Radiofunktionen und das Telefon zugreifen? Was mache ich mit meiner Playlist vom Smartphone? Im ersten Moment erscheint das möglicherweise als viel zu viel des Guten.

Aber mit ein bisschen Übung und Gewöhnung schaffe man es zusehends, durch die Menüs zu navigieren. Nur dass es für die Lautstärke keinen herkömmlichen Drehregler gibt, bleibt auch nach der Eingewöhnung ein Ärgernis  – weil es den Fahrer zwingt, die Augen vom Verkehrsgeschehen abzuwenden.  

Hoher Verbrauch, niedrige Schadstoffwerte

Die 8-Gang-Automatik von ZF schaltet schnell und auch bei vehementer Beschleunigung komfortabel. Wer will, kann die Gänge per Schaltwippen am Lenkrad oder über die manuelle Gasse am Wahlhebel anwählen. Das ist zum Beispiel bei schneller Kurvenfahrt von Vorteil.

Beim Verbrauch bekommt der V6-Selbstzünder beim ADAC Test keine guten Noten: Die 8,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer stuft der ADAC Ecotest als "sehr hoch" ein. Zumindest schafft er es, sowohl auf dem Prüfstand, als auch auf der Straße die Schadstoff-Grenzwerte einhalten. An den nur zwei von fünf Sternen im ADAC Ecotest ändert das aber nichts.

Gute Noten für die Fahrleistungen

Vom Grundcharakter her ist der Touareg für die lässige Fahrt auf Langstrecken ausgelegt. Was nicht heißt, dass er zur Langsamkeit verführt. Im Gegenteil. Man muss permanent aufpassen, nicht dem Rausch der Geschwindigkeit zu verfallen. Der Diesel säuselt auch auf der Autobahn mit niedrigen Drehzahlen vor sich hin, da die Gänge recht lang ausgelegt sind.

Überholmanöver lassen sich zügig abschließen - die Beschleunigung von 60 auf 100 km/ ist in gut 4,7 Sekunden erledigt. Auch von 15 auf 30 km/h geht es laut ADAC Messung im Handumdrehen, nur 1,2 Sekunden werden dafür benötigt.

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Tolles Fahrwerk, gute Federung

Die hohe Sitzposition und das großzügige Raumangebot machen das Fahren überaus komfortabel. Und diese Luftfederung! Waren da irgendwelche Straßenunebenheiten, Spurrillen oder Absätze auf der Fahrbahn? Nichts dergleichen dringt zu den Insassen durch. So soll es sein, wenn man so viel Geld für ein Auto ausgibt.

Wer doch mal auf Kurvenhatz mit dem Touareg geht, merkt schnell, wie handlich sich das Auto fahren lässt. Es lenkt präzise ein, bleibt lange neutral und die Karosserie zeigt keine Wankbewegungen. So groß kann ein Auto sein und doch so leichtfüßig – das muss man erst mal hinbekommen. 

Dass der Touareg so sicher und agil ist, ist speziellen Fahrwerkskomponenten zu verdanken, also den mitlenkenden Hinterrädern und der "elektromechanischen, aktiven Wankstabilisierung“ (eAWS). Dabei sind die hinteren beiden Stabilisatoren in der Mitte über einen Stellmotor verbunden. In Kurven werden sie je nach Geschwindigkeit und je nach erforderlicher Härte gegeneinander verdreht und damit versteift. Auf der Geraden dagegen werden die Stabilisatorenhälften entkoppelt, damit die Federung optimal arbeiten kann. Das Ganze funktioniert für den Fahrer absolut unmerklich.

In eine Parklücke in spitzem Winkel einzufahren, helfen die mitlenkenden Hinterräder. Auf diese Weise kommt man prima – ohne zurücksetzen zu müssen – in einem Zug in die Lücke. Keine Frage: So wendig und leichtfüßig fühlte sich noch kein Big-Size-SUV zuvor an.

Alternativ zum getesteten Motor und dessen 286 PS-Version (ab 63.673,28 Euro) wird der Touareg übrigens noch mit einem 3,0-Liter-Benziner (250 kW/340 PS, ab 63.322,35 Euro) angeboten. Der bärenstarke V8 TDI hingegen wurde im Sommer 2020 mit einem finalen Sondermodell in den Ruhestand geschickt. Neues Spitzenmodell soll noch 2020 der Touareg R mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und 340 kW/462 PS werden.

Fazit

Abgesehen von der zum Teil minderwertigen Materialqualität leistet sich der Touareg keine wirklichen Schwächen. Denn dass ein großes und schweres Auto in der Stadt Nachteile hat und auch nicht gerade ein Spritsparwunder sein kann, liegt auf der Hand.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum VW Touareg V6 TDI als PDF herunterladen
PDF, 817 KB
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VW Touareg: Technische Daten

Technische DatenVW Touareg V6 TDI

Motor

V6-Zylinder-Turbodiesel, 2967 cm³, 170 kW/231 PS, 500 Nm bei 1750 U/min

Antrieb/Fahrwerk

Permanenter Allradantrieb, Achtstufen-Automatik, adaptive Luftfederung, Wankstabilisierung, Allradlenkung

Fahrleistungen

7,5 s auf 100 km/h, 218 km/h Spitze

Verbrauch

6,6 l Diesel/100 km, 173 g CO₂/km

Maße

L 4,88 / B 1,98 / H 1,72 m

Leergewicht (EU)

2069 kg

Kofferraum

810 – 1800 l

Preis

ab 59.910,58 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60–100 km/h

4,7 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,6 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

8,5 l Diesel/100 km , 267 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

880 km

Innengeräusch bei 130 km/h

64,4 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

2296 / 554 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

445 / 845 / 1500 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Karosserie/Kofferraum

2,3

Innenraum

1,9

Komfort

1,7

Motor/Antrieb

1,5

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

1,4

Umwelt/EcoTest

3,6

Gesamtnote

2,2

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Gute Fahrleistungen, viel Platz und Luxus, hoher Federungskomfort, diverse Assistenzsysteme, Head-up-Display, konfigurierbare Anzeigen mit Memory-Funktion für mehrere Fahrer, hochwertiges Soundsystem.

Das hat uns nicht gefallen: Keine ebene Ladefläche nach Umklappen der Rücksitzlehnen, sehr hohe Kosten, viele aufpreispflichtige Extras, Anfahrschwäche des Motors. 

Video: So verhält sich der Touareg beim Crash

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC