Erste Testfahrt: Warum der Škoda Epiq begeistert

Dieses Elektro-SUV dürfte viele überzeugen: Der Škoda Epiq ist nicht zu groß und nicht zu klein, komfortabel und vergleichsweise erschwinglich. Wie sich der Epiq im Alltag schlägt, klärt die erste Testfahrt.
Epiq als Einstiegs-SUV von Škoda
Mit großem Akku bis 440 Kilometer Reichweite
Basismodell ab 25.900 Euro
Škodas neues elektrisches Einstiegsmodell heißt Epiq. Das nur 4,17 Meter lange Elektro-SUV rollt in diesen Tagen zu den Händlern, bestellbar ist eine "First Edition" schon seit Mai 2026. Das Basismodell Epiq Essence 35 mit kleinem Akku folgt im Oktober 2026 zum Basispreis von 25.900 Euro – und kostet damit nicht mehr als der in etwa gleich große Škoda Kamiq mit Verbrennungsmotor.
Der Umstieg auf einen Elektroantrieb sollte jetzt also nicht mehr am Preis scheitern. Gibt es andere Hemmnisse? Die ADAC Redaktion konnte den Epiq bereits fahren.
Škoda Epiq mit guter Aerodynamik
Erkennungsmerkmal des neuen kleinen Elektro-SUVs ist die Front mit ziselierten LED-Lichtelementen sowie senkrechten Stäben in der Frontschürze. Die Stäbe wiederholen sich in der Heckschürze, haben aber hinten keine Funktion. Vorn hinter den Stäben verbergen sich aktive Lüftungsklappen. Sie sollen helfen, den Luftwiderstand zu reduzieren. Die gute Aerodynamik beweist der Epiq mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,275. Zum Vergleich: Der Kleinwagen Kamiq hat cw 0,31 bis 0,33 (je nach Version).
Gebaut wird der Epiq zusammen mit dem VW ID. Cross in einer Fabrik im spanischen Pamplona. Hintergrund: ID. Cross und Epiq stehen auf der Konzernplattform MEB+ und nutzen die gleiche Technik.
Vom Škoda Epiq stehen drei Versionen zur Wahl, dazu verschiedene Ausstattungslinien. Neben der Einstiegsversion mit 85 kW Motorleistung und 38,5 kWh brutto (37,5 kWh netto) großem Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) gibt es eine mittlere Version mit gleichem LFP-Akku und 99-kW-Antrieb. Das Topmodell hat einen 155-kW-Motor an der Vorderachse und einen Lithium-Ionen-Akku (NMC) mit 55 kWh Energie (netto nutzbar 51,5 kWh) im Unterboden.
Testfahrt mit dem Škoda Epiq 55

Zur Testfahrt stand das Topmodell mit 155 kW Leistung und dem 55 kWh großen NMC-Akku zur Verfügung. Die Reichweite beträgt laut gesetzlichem WLTP-Zyklus 440 Kilometer. Wie immer bei Elektroautos ist der Wert dann machbar, wenn niedrige Geschwindigkeiten gefahren werden, also überwiegend im Stadtverkehr und auf der Landstraße. Hier lässt sich die Werksangabe von rund 14 kWh auf 100 Kilometer durchaus realisieren, wie die erste Testfahrt gezeigt hat.
Auf der Autobahn sollte man mit rund 18 bis 20 kWh rechnen, was zu einer Reichweite von rund 300 Kilometern führt. Das ist für ein Kleinwagen-SUV noch passabel, gilt aber nur für die größere Batterie. Wer also öfter auf der Autobahn längere Strecken zu bewältigen hat, sollte unbedingt den 55-kWh-Akku wählen und auf den kleineren verzichten, so preisgünstig diese Version auch sein mag.
Der Epiq bietet einen hohen Komfort

Der Sitzkomfort ist im Škoda Epiq prima. Das Kunstleder an den Sitzen im Testwagen ist sehr schön weich, kostet jedoch Aufpreis. Das Armaturenbrett ist an den Stellen, wo es drauf ankommt, weich gepolstert. An den hinteren Türen gibt es einzig und allein am Handlauf eine weiche Unterfütterung. Das ist aber trotzdem alles okay, denn gespart hat Škoda damit nur an Stellen, mit denen man selten in Berührung kommt.
Die Fahrstufen werden nicht wie beim Elroq per Schieberegler auf der Mittelkonsole, sondern per Drehhebel oben an der Lenksäule eingelegt. Weiter unten an der Lenksäule, vor den Augen versteckt, befindet sich der Start-Stopp-Knopf. Beides Gewöhnungssache.
Die Rekuperation (Energierückgewinnung) lässt sich nicht so fein selbst justieren wie bei anderen E-Autos. Entweder man dreht den Wählhebel auf "B", dann rekuperiert der Wagen sehr stark und bremst entsprechend beim Lupfen des rechten Pedals sehr kräftig ab – wenn es sein muss, bis zum Stillstand (One-Pedal-Driving). Das ist für den Geschmack mancher Beifahrer zu kräftig, die sich dann gern über die "eckige Fahrweise" beschweren. Im Untermenü (umständlich) lässt sich zwar die Intensität von "B" in zwei Stufen einstellen, doch auch die sachtere ist immer noch sehr stark.
Besser, der Fahrer bleibt gleich in der Fahrstufe "D", dann stellt sich die Rekuperation automatisch auf die Verkehrssituation ein. Heißt: Der Epiq rollt lange weiter, wenn kein Auto vor einem und auch kein Tempolimit, keine Ortseinfahrt oder Kurve in Sicht gerät – was bei vorausschauender Fahrweise am effizientesten ist. Tritt eine der genannten Situationen ein, wird beim Gas-Wegnehmen stärker abgebremst. Das klappt hervorragend.
Bildergalerie: Der Škoda Epiq im Detail













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Die Menüs zur Bedienung am zentralen Touchscreen sind ansonsten übersichtlich strukturiert und gut zu erfassen. Wichtige Funktionen wie die Einstellung der Assistenten, der Fahrmodi oder der Scheibenheizung sind über separate Tasten über der Mittelkonsole erreichbar.
Schade, dass Škoda sich nicht vom Lautstärkeregler als Slider unter dem Touchscreen hat verabschieden können. Denn beim Sliden fehlt es an haptischer Rückmeldung, sodass eine Feinjustierung der Lautstärke hier schwer möglich ist. Dann muss man sich eben mit den Lautstärke-Tastern am Lenkrad behelfen. Das funktioniert besser.
Platzangebot und Innenraum

Über dem Kopf der Insassen erstreckt sich im Testfahrzeug ein Panoramaglasdach (optional), das viel Licht in die Kabine bringt. Ein elektrisches Rollo schirmt die Sonne bei Bedarf ab. Auf der Rückbank sind Bein- und Kopffreiheit für normal groß gewachsene Menschen absolut okay. Gut auch, dass sich die Füße unter den Vordersitz stellen lassen, was noch ein paar Zentimeter Platz schafft und die Sitzposition angenehmer gestaltet als in manchen E-Autos der Konkurrenz.
Platz im Kofferraum gibt es nicht nur augenscheinlich genug. Der Hersteller nennt 475 Liter Normalvolumen, bei umgeklappten Rücksitzlehnen und dachhoch beladen sollen bis zu 1344 Liter Transportgut im Rückraum des Epiq verschwinden. Super in der Handhabung ist der variable Ladeboden, der sich ruckzuck in zwei Stellungen fixieren lässt.
In oberer Stufe bleibt nur ein klitzekleiner Absatz zur Ladekante, sodass man zum Beispiel eine schwere Bierkiste bequem rein- und rausbekommt. Und unter dem Ladeboden befindet sich ein tiefes Fach als separater Stauraum. Auch das ist sehr praktisch. Nicht der Rede Wert und kaum als "Frunk" zu bezeichnen: die 25 Liter große Ablage unter der Fronthaube, in die gerade mal das Ladekabel passt.
Fahrkomfort auf höchstem Niveau

Richtig klasse ist der Fahrkomfort des Škoda Epiq. Das beginnt beim leisen, völlig unaufgeregten und dennoch kraftvollen Elektroantrieb und mündet in einen exzellenten Federungskomfort. Obwohl das Auto ein normales Stahlfederfahrwerk bekommen hat, gibt es weder bei der Spurtreue noch im Hinblick auf Wankbewegungen oder Fahrwerksstöße Anlass zur Kritik. Wie geschmeidig das Auto über Kopfsteinpflaster abrollt und auch Schlaglöcher wegsteckt, das ist für diese Fahrzeugklasse wirklich toll.
Auch die Lenkung arbeitet klasse. Sie ist so direkt ausgelegt, dass sich der Epiq recht handlich anfühlt, wirkt nicht schwammig und lässt stets ein gutes Gefühl für das Fahrzeug und den Fahrbahnbelag aufkommen.
Im Vergleich beispielsweise zum Škoda Enyaq, wo das Bremspedal sich gelegentlich weich anfühlt und sich schlecht dosieren lässt, gelingt im Epiq das sogenannte Blending um Welten besser. So ist der Übergang von der Rekuperations- zur mechanischen Bremsung überhaupt nicht zu spüren – das Verdienst einer neuen Steuerungseinheit, im VW-Konzern One-Box-Braking-System genannt.
Wie schnell klappt das AC- und DC-Laden?

Luft nach oben gibt es hinsichtlich der Ladeleistung. Epiq 35 und Epiq 40 mit dem kleinen Akku ziehen sich nur maximal 50 und 90 kW aus der DC-Säule. Das ist unattraktiv, selbst im engeren Konkurrenzfeld. Die 105 kW für die Version mit großem Akku sehen ebenfalls nicht nach einem Topwert aus, doch ein kurzes Zwischenladen auf der ersten Testfahrt hat gezeigt, dass die maximale Ladeleistung relativ lange bestehen bleibt und die angegebenen 24 Minuten Standzeit für den Hub von 10 auf 80 Prozent durchaus realistisch erscheinen.
Beim AC-Laden an der heimischen Wallbox oder einer städtischen Säule nimmt sich der Epiq 11 kW und bleibt damit im Durchschnitt. Im Falle des großen Akkus heißt das: Ist er komplett leer, braucht eine 100-Prozent-Füllung rund 5 Stunden.

Der Epiq unterstützt außerdem bidirektionales Laden. Über Vehicle-to-Load lassen sich externe Geräte mit Strom aus dem Fahrzeugakku versorgen. Darüber hinaus ist das Auto für Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid ausgelegt. Dafür wird allerdings eine kompatible und von Škoda freigegebene bidirektionale DC-Wallbox benötigt. Und auch Plug-and-Charge kann der Epiq, sofern man ein "Konto" im Auto angelegt und seinen Ladeanbieter hinterlegt hat, bei dem man einen Ladevertrag abgeschlossen hat.
Serienmäßig bringt der Epiq eine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit. Dazu gehören Front Assist mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Lane Assist, Side Assist einschließlich Ausparkassistent und Ausstiegswarnung sowie eine Verkehrszeichenerkennung. Hinzu kommen sieben Airbags, darunter ein Mittelairbag zwischen den Vordersitzen. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem Travel Assist 3.0, eine 360-Grad-Kamera, einen Kreuzungsassistenten sowie trainiertes und ferngesteuertes Parken via Smartphone-App.
Fazit: Die Konkurrenz wird sich umschauen

Wer ein vollwertig nutzbares Erstfahrzeug sucht, sitzt in dem kleinen Elektrostromer richtig. Allerdings sollte es schon die größere Batterie sein, um auch mal längere Strecken stressfrei absolvieren zu können. Dann sind allerdings mindestens 32.100 Euro fällig.
Der Epiq könnte der Elektromobilität für die breite Masse zum Durchbruch verhelfen. Zwar gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Elektroautos unter 30.000 Euro, aber die werden sich allesamt nach dem Epiq umgucken müssen. Und Škoda hat auch mit den anderen Elektro-Modellen, wie dem Elroq und dem Enyaq, einen enorm guten Lauf.
Die stärkste Konkurrenz für den Epiq existiert im eigenen Haus: in Gestalt des VW ID. Cross, der ebenfalls zum Herbst auf den Markt kommt. Der Kunde hat einmal mehr die Qual der Wahl. Und das ist gut so.
Übrigens: Der Epiq 35 und 40 dürfen bis zu 750 Kilogramm ziehen. Beim Epiq 55 sind es 750 Kilogramm ungebremst und bis zu 1200 Kilogramm Anhängelast gebremst. Die maximale Stützlast beträgt bei allen Varianten 75 Kilogramm.
Škoda Epiq: Daten & Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Skoda Epiq 35 Essence (ab 09/26) | Skoda Epiq 40 Essence (ab 09/26) | Skoda Epiq 55 Essence (ab 06/26) | Skoda Epiq 55 First Edition (ab 08/26) |
|---|---|---|---|---|
Motorart | Elektro | Elektro | Elektro | Elektro |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 85 | 99 | 155 | 155 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 116 | 135 | 211 | 211 |
Drehmoment (Systemleistung) | 267 Nm | 267 Nm | 290 Nm | 290 Nm |
Antriebsart | Vorderrad | Vorderrad | Vorderrad | Vorderrad |
Beschleunigung 0-100km/h | - | - | 7,1 s | 7,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h | 150 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | 310 km | 310 km | 440 km | 430 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | - | - | 13,7 kWh/100 km | 14,1 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | 38,5 | 38,5 | 55,0 | 55,0 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | 37,5 | 37,5 | 51,7 | 51,7 |
Ladeleistung (kW) | AC:11,0 DC:50,0 | AC:11,0 DC:88,0 | AC:11,0 DC:105,0 | AC:11,0 DC:105,0 |
Kofferraumvolumen normal | 475 l | 475 l | 475 l | 475 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.345 l | 1.345 l | 1.345 l | 1.345 l |
Leergewicht (EU) | - | - | 1.625 kg | 1.653 kg |
Zuladung | - | - | 455 kg | 427 kg |
Anhängelast ungebremst | 500 kg | 500 kg | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 500 kg | 500 kg | 1.200 kg | 1.200 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm |
Grundpreis | 25.900 Euro | 27.900 Euro | 32.100 Euro | 38.950 Euro |
Hier finden Sie sämtliche Daten zu allen Versionen des Skoda Epiq.
Hier finden Sie noch viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Autotests.

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