Erste Testfahrt: Warum der Škoda Epiq begeistert

Die offizielle Vorstellung ist geschehen, zum Herbst 2026 soll der Škoda Epiq beim Händler sein. Die ADAC Redaktion konnte den Wagen vorab fahren und erklärt, warum das VW-Konzern-Produkt so überzeugend ist. Offizielle Fotos von der Serienversion. Alle Infos
Škoda Epiq: Schon bestellbar
Mit großem Akku bis 430 Kilometer Reichweite
Basismodell ab etwa 26.000 Euro
Škodas neues elektrisches Einstiegsmodell heißt Epiq. Das nur 4,17 Meter lange Elektro-SUV soll zum Herbst 2026 bei allen Händlern stehen, bestellbar ist es schon seit Mai. Der ADAC hatte Gelegenheit, ein paar Runden vorab mit einem sehr seriennahen Fahrzeug zu drehen. Lesen Sie, was für eine Figur der Epiq dabei gemacht hat.
Der neue Škoda Epiq von außen

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Erkennungsmerkmal des neuen kleinen Elektro-SUVs ist die Front mit ziselierten LED-Lichtelementen sowie senkrechten Stäben in der Frontschürze. Die Stäbe wiederholen sich in der Heckschürze, haben aber hinten keine Funktion. Vorn hinter den Stäben verbergen sich aktive Lüftungsklappen. Sie sollen helfen, den Luftwiderstand zu reduzieren. Die gute Aerodynamik beweist der Epiq mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,275. Zum Vergleich: Der Kleinwagen Kamiq hat cw 0,31 bis 0,33 (je nach Version).
Der Kamiq ist interessanterweise auch Škodas Vergleichsmodell für den Anschaffungspreis. So kostet der Kamiq mit 70 kW/95 PS starkem Basisbenziner rund 26.000 Euro. Für gleiches Geld soll der Epiq in der Basisversion erhältlich sein – ein attraktiver Preis für ein vollelektrisches Fahrzeug dieser Klasse.
Gebaut wird der Epiq zusammen mit dem VW ID. Cross in einer Fabrik im spanischen Pamplona. Hintergrund: ID. Cross und Epiq stehen auf der gleichen technischen Konzernplattform und nutzen viele Gleichteile.
Langfristig werden vom Škoda Epiq drei Versionen zur Wahl stehen, dazu natürlich verschiedene Ausstattungslinien. Neben der Einstiegsversion mit 85 kW Motorleistung und 38,5 kWh (brutto) großem Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) gibt es eine mittlere Version mit gleichem LFP-Akku und 99-kW-Antrieb. Das Topmodell hat einen 155-kW-Motor an der Vorderachse und einen Lithium-Ionen-Akku (NMC) mit 55 kWh Energie im Unterboden.
Aktuell ist im Konfigurator bei Škoda ein Leasingangebot des Sondermodells Epiq Edition Eins mit 155 kW (211 PS) Leistung und 55-kWh-Akku für 299 Euro pro Monat zu finden.
Testfahrt mit getarnter Topversion

Zur ersten Testfahrt stand das Topmodell mit 155 kW Leistung und dem 55 kWh großen NMC-Akku zur Verfügung. Die Reichweite laut gesetzlichem WLTP-Zyklus beträgt 430 Kilometer. Wie realistisch der Wert ist, ließ sich nicht ausloten, weil die Testrunden weitgehend im Stadtverkehr stattfanden. Bei niedrigen Geschwindigkeiten und häufigen Ampelstopps verbrauchen E-Autos am wenigsten Energie. Bei Überlandfahrten und Autobahn sieht es anders aus. Aber wenn sich die Werksangabe von 13 kWh auf 100 Kilometer realisieren ließe, wäre das ein guter Wert.
Der Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrerin ist im Škoda Epiq prima. Das Kunstleder an den Sitzen im Testwagen ist sehr schön weich, kostet jedoch Aufpreis. Das Armaturenbrett ist an den Stellen, wo es drauf ankommt, weich gepolstert. Bei den Türen findet man den Schäumaufwand schon reduziert. An den hinteren Türen gibt es einzig und allein am Handlauf eine weiche Unterfütterung. Das ist aber trotzdem alles okay. Denn gespart hat Škoda damit nur an Stellen, mit denen man selten in Berührung kommt.
Die Fahrstufen werden nicht wie beim Elroq per Schieberegler auf der Mittelkonsole, sondern per Drehhebel oben an der Lenksäule eingelegt. Weiter unten an der Lenksäule, vor den Augen versteckt, befindet sich der Start-Stopp-Knopf. Beides ist reine Gewöhnungssache.
Bildergalerie: Der Innenraum des Škoda Epiq

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Bedienung und Platzverhältnisse
Die Menüs zur Bedienung am zentralen Touchscreen sind übersichtlich strukturiert und gut zu erfassen. Wichtige Funktionen wie die Einstellung der Assistenten, der Fahrmodi oder der Scheibenheizung sind über separate Tasten über der Mittelkonsole erreichbar.
Schade, dass Škoda sich nicht vom Lautstärkeregler als Slider unter dem Touchscreen hat verabschieden können. Denn beim Sliden fehlt es bekanntlich an haptischer Rückmeldung, sodass eine Feinjustierung der Lautstärke hier schwer möglich ist. Okay, dann muss man sich eben mit den Lautstärke-Tastern am Lenkrad behelfen. Das funktioniert deutlich besser.
Über dem Kopf der Insassen erstreckt sich im Testfahrzeug ein Panoramaglasdach, das viel Licht in die Kabine bringt. Auf der Rückbank sind Bein- und Kopffreiheit für normal groß gewachsene Menschen absolut okay. Allerdings sind die Fondsitze einen Tick zu tief, sodass die Knie von Erwachsenen etwas hoch aufragen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Platz im Kofferraum gibt es augenscheinlich genug. Der Hersteller nennt 475 Liter Normalvolumen, bei umgeklappten Rücksitzlehnen und dachhoch beladen sollen bis zu 1344 Liter Transportgut im Rückraum des Epiq verschwinden. Super in der Handhabung ist der variable Ladeboden, der sich ruckzuck in zwei Stellungen fixieren lässt.
In oberer Stufe bleibt nur ein klitzekleiner Absatz zur Ladekante, sodass man zum Beispiel eine schwere Bierkiste bequem rein- und rausbekommt. Und unter dem Ladeboden befindet sich ein tiefes Fach als separater Stauraum. Auch das ist sehr praktisch.
Fahrkomfort auf höchstem Niveau

Richtig klasse ist der Fahrkomfort des Škoda Epiq. Das beginnt beim leisen, völlig unaufgeregten und dennoch kraftvollen Elektroantrieb und mündet in einen exzellenten Federungskomfort. Obwohl das Auto ein normales Stahlfederfahrwerk bekommen hat, gibt es weder bei der Spurtreue – soweit wir das bei den Geschwindigkeiten beurteilen konnten – noch im Hinblick auf Wankbewegungen oder Fahrwerksstöße Anlass zur Kritik. Wie geschmeidig das Auto über Kopfsteinpflaster abrollt und auch Schlaglöcher wegsteckt, das ist wirklich toll.
Wer beim Fahren Einfluss auf die Stärke der Rekuperation nehmen will, kann das tun, indem er den Gangwahlhebel auf B umstellt oder bei den Drive Modes ins Sportprogramm wechselt. Dann bremst der Epiq beim Gas-Wegnehmen deutlich stärker; wenn es sein muss, auch bis zum Stillstand.
Wer im automatischen D-Normal-Modus unterwegs ist, wird aber auch sehr schnell zu schätzen wissen, wie harmonisch das in der Präferierung funktioniert. Obligatorische Schaltpaddle am Lenkrad zur Einstellung der individuellen Rekuperation, wie etwa bei Elektroautos von Kia oder Hyundai, gibt es nicht.
Im Vergleich beispielsweise zum Škoda Enyaq, wo sich das Bremspedal gelegentlich weich anfühlt und sich schlecht dosieren lässt, gelingt im Epiq das sogenannte Blending um Welten besser. So ist der Übergang von der Rekuperations- zur mechanischen Bremsung überhaupt nicht zu spüren – das Verdienst einer neuen Steuerungseinheit, im VW-Konzern One-Box-Braking-System genannt.
AC- und DC-Laden
Luft nach oben gibt es hinsichtlich der Ladeleistung. Wobei man zu Recht fragen könnte, ob die 11 kW fürs AC-Laden und die 125 kW fürs DC-Laden in Anbetracht der Einsatzzwecke des Epiq nicht reichen. Die 125 kW DC-Ladung erreicht nur das Topmodell mit dem großen Akku. Die Basis- und die mittlere Version des Epiq ziehen maximal 50 und 90 kW aus der DC-Säule. Das ist eher unattraktiv, selbst im engeren Konkurrenzfeld. Immerhin soll die Eignung für bidirektionales Laden im Epiq vorgesehen sein. Wie sich das genau ausgestaltet, muss man abwarten.
Fazit: Die Konkurrenz wird sich umschauen

Der Epiq könnte der Elektromobilität für die breite Masse zum Durchbruch verhelfen. Zwar gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Elektroautos unter 30.000 Euro, zum Beispiel aus dem Stellantis-Konzern oder von Renault, aber die werden sich allesamt nach dem Epiq umgucken müssen. Was das Auto als Gesamtpaket bietet, ist erfreulich. Und Škoda hat auch mit den anderen Elektro-Modellen, wie dem Elroq und dem Enyaq, einen enorm guten Lauf.
Die stärkste Konkurrenz für den Epiq existiert im eigenen Haus: in Gestalt des VW ID. Cross, der ebenfalls zum Herbst auf den Markt kommt. Der Kunde hat einmal mehr die Qual der Wahl. Und das ist gut so.
Übrigens: Die erlaubte Anhängelast beim Topmodell soll 1,2 Tonnen betragen.
Škoda Epiq: Daten & Preise
Technische Daten (Herstellerangaben) | Skoda Epiq 35 Essence (ab 09/26) | Skoda Epiq 40 Essence (ab 09/26) | Skoda Epiq 55 Essence (ab 06/26) | Skoda Epiq 55 First Edition (ab 09/26) |
|---|---|---|---|---|
Motorart | Elektro | Elektro | Elektro | Elektro |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 85 | 99 | 155 | 155 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 116 | 135 | 211 | 211 |
Drehmoment (Systemleistung) | 267 Nm | 267 Nm | 290 Nm | 290 Nm |
Antriebsart | Vorderrad | Vorderrad | Vorderrad | Vorderrad |
Beschleunigung 0-100km/h | - | - | 7,1 s | 7,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h | 150 km/h | 160 km/h | 160 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | 310 km | 310 km | 440 km | 430 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | - | - | 13,7 kWh/100 km | 14,0 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Brutto) in kWh | 38,5 | 38,5 | 55,0 | 55,0 |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | 37,5 | 37,5 | 51,7 | 51,7 |
Ladeleistung (kW) | AC:11,0 DC:50,0 | AC:11,0 DC:88,0 | AC:11,0 DC:105,0 | AC:11,0 DC:105,0 |
Kofferraumvolumen normal | 475 l | 475 l | 475 l | 475 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.345 l | 1.345 l | 1.345 l | 1.345 l |
Leergewicht (EU) | - | - | 1.625 kg | - |
Zuladung | - | - | 455 kg | - |
Anhängelast ungebremst | 500 kg | 500 kg | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 500 kg | 500 kg | 1.200 kg | 1.200 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm | 4.171 mm x 1.798 mm x 1.581 mm |
Grundpreis | 25.900 Euro | 27.900 Euro | 32.100 Euro | - |
Hier finden Sie sämtliche Daten zu allen Versionen des Skoda Epiq.
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