VW ID. Cross: Bezahlbar und sympathisch – das ist der Elektro-T-Cross
Von Andreas Huber

Volkswagen erweitert seine Elektropalette mit einem Kleinwagen-SUV unterhalb der bisherigen ID.-Modelle. Der ID. Cross setzt auf Frontantrieb, zwei Batteriegrößen und ein vergleichsweise günstiges Einstiegsniveau.
VW ID. Cross kommt im Herbst 2026
Viel Platz auf nur 4,16 Metern Länge
Preis ab 27.995 Euro für die Version mit kleiner Batterie
Vorhang auf für den VW ID. Cross. Das Kleinwagen-SUV soll den Wolfsburgern helfen, beim Thema Elektromobilität wieder in die Spur zu finden. Die Technik unterm Blech stammt dabei vom VW ID. Polo und wird durch die neue Karosserieform um zusätzlichen Nutzwert ergänzt. Auch der Cross basiert auf der MEB+-Plattform, die als Fundament der kleinen Elektroautos bei Volkswagen dient.
Bereits der ID. Polo hat gezeigt, dass VW sehr darauf bedacht ist, zurück zu gewohnter Qualität und zu einem klareren Design zu finden. Was beim Kleinwagen bereits geklappt hat, soll nun auch eine Etage höher funktionieren. Denn das Segment ist hart umkämpft. Alfa Junior, Fiat 600e, Kia EV2, Mini Aceman E, Peugeot e-2008, Opel Mokka-e und Renault 4 sind längst auf den Straßen unterwegs. Es wird also spannend, wie viel Marktanteil der ID. Cross der Konkurrenz abknapsen kann.
VW ID. Cross kommt mit gefälligem Design

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Eines lässt sich schon beim ersten Blick auf den elektrischen Bruder des beliebten VW T-Cross sagen: Das SUV ist gefällig geworden. An der Front zieht ein Leuchtenband den ID optisch in die Breite, runde Formen wirken sympathisch. Im Profil strahlt der Cross dank seiner beplankten Radhäuser und der Einleger im Schwellerbereich Robustheit aus. Eine recht hohe Schulterlinie unterstreicht diesen Eindruck. Der farblich abgesetzte Dachholm und die farblich abgesetzten Elemente in der C-Säule lockern das Ganze auf.
Am Heck findet sich auch beim SUV die vom Polo bekannte neue Rückleuchte, die je nach Ausstattung mit einem beleuchteten VW-Logo und den von VW als "Whiskeyglas-Optik" bezeichneten Leuchtstreifen ausgestattet ist.

Spannend: Das SUV kann im Kofferraum mit enorm viel Platz punkten. Unterhalb des Kofferraumbodens befindet sich nämlich wie beim ID. Polo ein großes Staufach. Weil der ID. Cross Vorderradantrieb hat, kann der zwischen den Achsen leere Raum als Stauraum genutzt werden. Das hat Ford aber auch schon bei seinem elektrischen Puma so gemacht.
Mit einer Länge von 4,15 Meter und einem Radstand von 2,60 Meter bietet das SUV gute Voraussetzungen für ein alltagstaugliches Konzept. Der Kofferraum fasst 475 Liter, hinzu kommt ein zusätzlicher Stauraum unter der Fronthaube (Frunk) mit 22 Litern.
Retro-Modus und richtige Tasten fürs Cockpit

Im Innenraum setzt Volkswagen auf eine reduzierte Gestaltung mit klar strukturiertem Cockpit. Ein zentrales Element ist das frei stehende Infotainmentdisplay mit 12,9 Zoll, ergänzt durch ein digitales Kombiinstrument mit 10,25 Zoll. Per Knopfdruck geht es auf eine Reise in die Vergangenheit: Retro-Optik auf den Displays im Stil der 1980er-Jahre sind ein netter Gag. Das Lenkrad mit klassischen Tasten ist oben und unten abgeflacht und daher nicht kreisrund.
Größter Unterschied sind hier die vertikalen Lüftungsdüsen, die die höher aufragende Karosserie im Innenraum zitieren sollen. Eines der wichtigsten Gleichteile mit dem Polo sind aber die Tasten für die Klimaanlage. VW hat auf Kundschaft und Presse gehört und verzichtet hier auf eine Touchbedienung, was auch für die Regelung der Lautstärke gilt, die über ein Drehrädchen in der Mittelkonsole gesteuert wird.
Beim Erstkontakt im Studio enttäuscht das Bedienelement zur Klimabedingung zum Teil aber durch seine Haptik. Ganz stabil wirkt die Leiste nämlich nicht. Je nachdem welche Taste man betätigt, kann es sein, dass sich eine zweite leicht mitbewegt. Hier kann man nur hoffen, dass dieses Detail bis zum Marktstart behoben ist und es sich beim Fotofahrzeug um einen Vorserienstand handelt.
Raumgefühl erstaunlich angenehm

Das Raumangebot gehört zu den Stärken des Modells. Durch den Elektroantrieb ergeben sich Vorteile im Innenraumlayout, die vor allem den Fondpassagieren zugutekommen. So sitzt es sich in der zweiten Reihe auch als Erwachsener noch ziemlich gut. Beine und Kopf haben genug Platz.
Nicht nur bei der Optik drehen die Wolfsburger die Uhr auf Bewährtes zurück. Auch beim Thema Ausstattungslinien kehrt man zurück zu den Bezeichnungen Trend, Life und Style. Dabei soll der Fokus stets auch auf Funktionalität liegen. Beispiel Dachreling: Mit einer dynamischen Dachlast von 75 Kilogramm trägt der ID. Cross auch ein Dachzelt mit in den Urlaub.
Optional erhält der ID. Cross zudem Zugriff auf Assistenten wie den "Travel Assist", der auf der Autobahn bei der Spurführung und dem Abstand zum Vordermann hilft. Für Komfort sorgen Massagesitze.
Testfahrt im VW ID. Cross als Prototyp

Einen ersten Fahreindruck konnte der ADAC bereits am Steuer eines noch getarnten Prototyps erlangen: Auf den ersten Metern zeigt sich das SUV erfreulich neutral. Die Lenkung ist präzise und angenehm direkt, an Rückmeldung fehlt es keineswegs. Auch das Fahrwerk wurde von den Wolfsburgern fein abgestimmt. Es bietet guten Komfort, ohne dabei zum Schaukeln zu neigen. Kleine Anregungen durch Querfugen sind zwar spürbar, stören aber nicht weiter und werden nicht aufdringlich auf die Insassen übertragen. Für ein kleines Fahrzeug mit kurzem Radstand ist das mehr als ordentlich.

Möglich machen das laut VW neue Dämpfer an der Vorderachse, die größer dimensioniert sind und sich besser abstimmen lassen. Die Verbundlenker-Hinterachse hat verglichen mit früheren ID.-Modellen eine andere Geometrie bekommen und setzt auf neue Gummilager, die den Wagen besser von der Straße entkoppeln.

Unter der Haube des Prototyps wurde die größte Ausbaustufe des APP290-Motors verbaut, die im Cross Anwendung findet. Der 155 kW (211 PS) starke E-Motor hat mehr als genug Kraft für den Alltag und zeigt sich beim Erstkontakt laufruhig. Bei den Windgeräuschen muss VW bis zur Markteinführung allerdings noch etwas nachbessern: Bereits bei 80 km/h sind diese deutlich im Innenraum zu hören. Der Grund hierfür könnten aber die Türdichtungen sein, die laut einem VW-Ingenieur noch nicht final sind.
Zwei Akkus und drei Motorisierungen für den ID. Cross

Zwei Akkugrößen wird es für den ID. Cross geben. Die kleinere 37-kWh-LFP-Batterie kann mit einem 85 kW (116 PS) und einem 99 kW (135 PS) starken Antrieb kombiniert werden, der 52-kWh-NMC-Akku ist dem Top-Modell mit 155 kW (211 PS) vorbehalten. Während der kleine Akku später auf eine WLTP-Reichweite von ca. 316 Kilometer kommen soll, verhilft der größere Stromspeicher zu ca. 436 Kilometer.
Auch die maximale Ladeleistung ist abhängig von der Akkugröße. Schnellladen ist im ID. Cross serienmäßig, der 37-kWh-Akku kann mit maximal 90 kW aus der Ladesäule ziehen, beim 52-kWh-Akku sind es 105 kW. Zu Hause oder an der öffentlichen Wechselstromsäule sind maximal 11 kW möglich. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll beim Schnellladen in 23 Minuten erreicht sein, trotz der besseren Ladeleistung geht es beim Top-Modell mit 24 Minuten sogar etwas langsamer.
V2L und Anhängerkupplung
Der ID. Cross lässt sich auf Wunsch mit einer Anhängerkupplung ausstatten. In Kombination mit dem größeren Akku liegt die Anhängelast bei bis zu 1200 Kilogramm, genug, um auch mal einen Wohnwagen zu ziehen. Darüber hinaus beherrscht der ID. Cross die sogenannte Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). Damit kann die Hochvoltbatterie externe Verbraucher mit bis zu 3,6 kW Leistung versorgen, etwa beim Camping.
Die Funktion ist serienmäßig vorhanden, ein passender Schuko-Adapter wird als Zubehör angeboten. Zur bidirektionalen Nutzung im Sinne von Vehicle-to-Home (V2H) macht Volkswagen bislang keine konkreten Angaben. Die technische Basis des MEB+-Systems soll diese Möglichkeit jedoch grundsätzlich unterstützen. Ob der ID. Cross künftig ebenfalls davon profitieren wird, ist derzeit noch offen.
Marktstart und Preis: ID. Cross ab rund 27.995 Euro
VW bietet den ID. Cross ab 27.995 Euro für die kleine Batterie an, womit die versprochene Schallmauer von unter 30.000 Euro eingehalten wurde. Damit ist das SUV zwar kein Schnäppchen mehr, verglichen mit dem Wettbewerb aber auf Augenhöhe. Die Version mit größerer Batterie dürfte bei rund 36.000 Euro liegen. Ausgeliefert wird ab Herbst 2026. Ob dann beide Versionen schon zu haben sein werden, wird sich zeigen.
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