Elektro-SUV Škoda Elroq: Ein neuer Bestseller?

Fahraufnahme Skoda Elroq getarnt
Viel versprechend: Erste Testfahrt im noch getarnten Škoda Elroq© Skoda

Der Škoda Elroq kommt im Frühjahr 2025 auf den Markt. Bei ersten Testkilometern im Tarnkleid hinterließ das kompakte Elektro-SUV schon mal einen vielversprechenden Eindruck. Die technischen Details und alle bisherigen Infos.

  • Škoda Elroq knapp 4,50 Meter lang

  • Gleicher E-Antrieb wie Škoda Enyaq

  • Neue Front mit neuer Licht-Technik

Die Modelle von Škoda gelten seit Jahrzehnten als Preis-Leistungs-Champions im Volkswagen-Konzern. Super-solide, besonders praktisch im Alltag und stets günstiger als das jeweilige Technik-Pendant bei VW. So richtige Preisbrecher sind die Škoda-Modelle aktuell zwar nicht mehr, aber Produkt-Attraktivität und Produkt-Güte sind nach wie vor spitze.

Bestes aktuelles Beispiel: der Škoda Enyaq. Viele Kunden finden das 4,65 Meter lange Elektro-SUV attraktiver als den VW ID.4. Die Unterschiede liegen bekanntlich in vielen kleinen Details. Und der Škoda Enyaq hat es tatsächlich geschafft, sich auch im ADAC Autotest an die Spitze der besten Elektroautos in der Mittelklasse zu setzen.

Diesen Erfolg möchten die Tschechen am liebsten in der unteren Mittelklasse sofort wiederholen. Und werfen dafür den 4,49 Meter langen Škoda Elroq in den Ring. Der wird ab Oktober bestellbar sein und soll im Frühjahr 2025 ausgeliefert werden. Die ADAC Redaktion hatte Gelegenheit, einen schon sehr seriennahen, wenn auch noch getarnten Prototypen des Elroq zu fahren.

Der neue Škoda Elroq

In Form und Abmessungen wie ein geschrumpfter Enyaq© Skoda

Trotz seiner im Vergleich zum Enyaq um 16 Zentimeter kürzeren Karosserie bietet der Škoda Elroq viel Platz im Innenraum. Denn der Radstand ist mit 2,76 Meter identisch. So schluckt der Kofferraum laut Hersteller großzügige 470 bis 1580 Liter Gepäck bei umgeklappten Rücksitzlehnen. Unter dem Kofferraumboden des Elroq stehen zudem mehrere Staufächer für Ladekabel, Kleinkram wie Warndreieck und Verbandkasten und mehr zur Verfügung.

Auf der Rückbank müssen sich Erwachsene weder Sorgen um ihre Bein- noch um ihre Kopffreiheit machen. Einziges Manko ist die etwas tief positionierte Rückbank, was dazu führt, dass die Knie etwas unbequem in die Höhe ragen.

Als Fahrer oder Fahrerin fühlt man sich auf Anhieb wohl und willkommen. Der Sitzkomfort ist prima. Sorgfältig ausgewählte Materialien, insbesondere der schöne Stoffbezug am Armaturenbrett (alternativ gibt es Kunstleder) machen optisch und haptisch Freude.

Wolfgang Rudschies auf der Rückbank des Skoda Elroq
Der Platz auf der Rückbank ist absolut ausreichend für Kopf und Knie© Skoda

Zum Einlegen der gewünschten Fahrstufe steht griffgünstig ein Wahlhebel zum Schieben auf der Mittelkonsole zur Verfügung. Daneben zwei Becherhalter, Ablagen und zwei belüftete Handyschalen, wovon eine zur induktiven Aufladung dient. Der Handschuhfachdeckel sowie der Zuziehgriff an der Tür machen im Gegensatz dazu einen wenig wertigen Eindruck. Beides besteht aus billigem Hartplastik.

Unter dem großen Touchdisplay (13 Zoll Diagonale) befinden sich dankenswerterweise Direktwahltasten für verschiedene Assistenzsysteme, Fahrprofile, Parkassistent, Warnblinker, Klima sowie Scheibenheizung vorn und hinten.

Die Einstellungen für die Innenraumtemperatur sind, ohne herumsuchen zu müssen, am unteren Rand des Touchmenüs zu finden. Nur leider ist es bei dem unpraktischen Slider für die Lautstärkeregulierung geblieben. Der ist nicht nur haptisch eine Zumutung, es fehlt auch eine eindeutige Rückmeldung. Zum Glück lässt sich die Lautstärke auch am Lenkrad einstellen. Das funktioniert besser.

Neues Licht, bessere Aerodynamik

Die Scheinwerfer des Skoda Elroq
Die LED-Lichtleiste erstreckt sich über die gesamte Front © Skoda

Damit der Škoda Elroq effizient mit der Energie in seinem Akku umgeht, haben sich die Designer von Škoda intensiv um die Aerodynamik des Fahrzeugs gekümmert. Ergebnis ist ein sehr guter cw-Wert von 0,26. Sicherlich dazu beigetragen hat ein stark geglättetes Frontdesign. Die Ecken und Kanten eines Enyaq-Kühlergrills gibt es hier nicht.

Die Front des Elroq soll wohl auch wegweisend für künftige Modelle sein. Stilprägend ist eine schmale Leiste mit LED-Tagfahrlicht, die sich über die gesamte Fronthaube erstreckt. Darunter an den Seiten sind die Hauptscheinwerfer angeordnet, deren Matrix-Licht (Top-Version gegen Aufpreis) deutlich heller und präziser sein soll als zuvor bei solchen Scheinwerfern.

Von der Seite und am Heck sieht der Elroq aber sehr wie ein geschrumpfter Enyaq aus. An den Türen befinden sich klassische Bügelgriffe statt versenkbarer Filigranöffner, wie so oft bei neuen Elektroautos. Optisch markant sind die in Grau abgesetzten Kunststoffplanken entlang der Radhäuser und an den Türen unten.

Souveränes Elektro-SUV

Seitenansicht des Skoda elroq getarnt
Keine Zeit für "Vollgas": Prototypenfahrt im großstädtischen Umfeld © Skoda

Der Škoda Elroq nutzt die gleiche Antriebstechnik wie der Škoda Enyaq. Als Varianten stehen für den Elroq drei verschiedene Akkugrößen (55, 63 und 82 kWh) und Motor-Leistungsstufen von 125 bis 220 kW zur Wahl. Das Prototypen-Testfahrzeug entsprach dem Top-Modell mit Allradantrieb und großem Akku. Seine 220 kW auszuloten, gab es auf der kleinen Rundfahrt im Großraum von Amsterdam keine Gelegenheit. Dass der inzwischen gesetzlich vorgeschriebene Tempowarner ein dezentes Bling-Bling als Hinweis setzt, hat der Tester natürlich trotzdem wohlwollend registriert.

Der Elektroantrieb des Elroq fühlt sich unter dem Strich absolut souverän an. Gleiches kann man über seine Fahrwerksabstimmung sagen. Die Federung ist – typisch VW-Konzern – ausgewogen harmonisch. Und obwohl es keine verschiedenen Federungsstufen zum Einstellen gibt, ist das Fahrwerk mehr als nur empfehlenswert.

Mögliche Reichweite und Ladeleistung

Wolfgang Rudschies beim laden des neuen Skoda Elroq
Redakteur Wolfgang Rudschies bei der ersten Testfahrt: Wallbox-Laden ist mit bis zu 11 kW möglich© Skoda

Dafür kann der Fahrer bzw. die Fahrerin jedoch die Stärke der jeweiligen Rekuperation mittels Paddles am Lenkrad situativ vorwählen. Drei Rekuperationsstufen plus eine Stufe zum Segeln sind möglich. Wer die Rekuperationsstärke lieber der schlauen Technik im automatischen Modus überlässt, wird aber ebenfalls sehr gut bedient. Erfreulich klein ist der Wendekreis, den Škoda mit nur 9,3 Metern angegeben hat.

Die Schnellladefähigkeit an einer High-Powersäule an der Autobahn beträgt bis zu 175 kW. Das ist kein Spitzenwert, aber durchaus okay. An der öffentlichen AC-Säule oder an der Wallbox zu Hause wird aber nur mit maximal 11 kW geladen. Für ein 22-kW-Bordladegerät hat es beim Elroq leider nicht gereicht.

Die Reichweite soll mit 82-kWh-Akku bis zu 560 Kilometer betragen und die des Basismodells mit der kleineren 55-kWh-Batterie bei 350 Kilometer liegen.

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Simply-Clever-Elemente

An Simply-Clever-Elementen wären neben dem für Škoda obligatorischen Regenschirm in der Fahrertür ein praktisches Aufbewahrungsnetz an der Unterseite der Gepäckraumabdeckung zu nennen. Zum Beispiel für das Ladekabel, das dann auch erreichbar ist, wenn der Kofferraum mal voll gepackt sein sollte. Sowie ein nicht einsehbares Mini-Staufach für eine Schachtel Zigaretten, den Schlüsselbund oder das Portemonnaie. Es befindet sich links unten am Armaturenbrett neben dem Lenkrad und öffnet sich auf Knopfdruck.

Preise und Konkurrenz-Modelle

Das Logo des Skoda Elroq
Neuer Markenschriftzug vorn für den kommenden Bestseller von Škoda © Skoda

Der Preis des Basismodells ist noch nicht offiziell, wird voraussichtlich aber unter 35.000 Euro liegen. Das wäre nicht nur billiger als ein Volvo EX30 in Basisausführung (rund 38.000 Euro), der allerdings mehr Power anbietet. Es ist auch billiger als alles andere, was es aktuell sonst noch in der Klasse der elektrischen Kompakt-SUV gibt. Ob Smart #1 (37.500 Euro), Hyundai Kona Elektro (40.000 Euro) oder BYD Atto 3 (38.000 Euro) – sie alle kosten mehr. So bringt der Škoda Elroq tatsächlich alle Anlagen für einen neuen Bestseller mit.

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