Sommerferien in ganz Europa: ADAC Stauprognose vom 17. bis 19. Juli

• Lesezeit: 7 Min.

Von Sabrina Doschek, Katharina Dümmer

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Stau auf einer deutschen Autobahn
Stau-Horror: Der Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen bringt eine neue Reisewelle auf Deutschlands Straßen© imago images/Jöran Steinsiek

Ab dem Wochenende schließen auch in Nordrhein-Westfalen die Schulen: Außer Bayern und Baden-Württemberg sind nun alle Bundesländer in den Sommerferien. Zudem sind wieder viele Autofahrende aus dem Ausland in Deutschland unterwegs. Die Stauprognose fürs In- und Ausland.

  • Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und in vielen europäischen Ländern

  • Mehr als 1000 Baustellen und einige Autobahnsperren

  • Auslandsprognose: Brenner, Tauern und Gotthard sehr voll

Große Staugefahr: Fast alle Bundesländer sind in den Ferien

Mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, sind nun (mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg) in allen Bundesländern Sommerferien. Auch in den Nachbarländern haben die Schulen bereits geschlossen, sodass zusätzlich zum heimischen Reiseverkehr viele Urlaubs- und Transitreisende auf deutschen Straßen unterwegs sind. Dadurch nimmt das Verkehrsaufkommen weiter zu.

Besonders ab Freitag Nachmittag bis in die Abendstunden ist mit starkem Urlaubsreiseverkehr zu rechnen. Die Staugefahr steigt vor allem auf den Routen Richtung Süden sowie auf den Strecken zu Nord- und Ostsee. Bei schönem Wetter kommt zusätzlich Ausflugsverkehr hinzu, weshalb auch am Samstagvormittag auf den Zufahrten zu Naherholungsgebieten wie den Alpen, Mittelgebirgen, Küstenregionen und beliebten Seen mit Verzögerungen zu rechnen ist.

Am Samstag- und Sonntagabend sorgt der Rückreiseverkehr für weitere Belastungen. Dann treffen die Tagesausflügler auf die Rückkehr vieler Urlauber und Urlauberinnen. Über 1000 Baustellen sowie Sperrungen verschärfen die Situation zusätzlich und bremsen den Verkehr aus.

Die Spitzenzeiten für Verkehrsbehinderungen

Die meisten Staus sind am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag zu erwarten. Wer flexibel ist, sollte ruhigere Alternativrouten planen oder auf einen anderen Reisetag ausweichen. Geeignete Wochentage sind Montag und Dienstag (außerhalb der Berufsverkehrszeiten).

Tipp für Reisende: Informieren Sie sich vor Fahrtantritt bei der ADAC Verkehrsinfo über die aktuelle Lage.

Fahrverbot am Samstag für Lkw über 7,5 Tonnen

Um den Reiseverkehr zu entlasten, gilt ein Sommerreise-Fahrverbot für schwere Lastwagen an allen Samstagen vom 1. Juli bis einschließlich 31. August eines Jahres, in der Zeit von 7 bis 20 Uhr. Am Sonntag gilt ganzjährig von 0 bis 22 Uhr ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen.

Staukalender Sommerferien 2026: Wann es voll wird

Für die Reiseplanung: Von Ende Juni bis Mitte September sind in Deutschland Sommerferien. Im ADAC Staukalender sehen Sie, an welchen Wochenenden es auf Deutschlands Autobahnen besonders voll wird.

Blockabfertigung und Abfahrtssperren

Gut zu wissen: In Deutschland gelten an Wochenenden und an Feiertagen bei Stau Abfahrtssperren bzw. Durchfahrtsverbote auf der A7 im Landkreis Ostallgäu, auf der A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach, auf der A93 Inntalautobahn und auf der B2/B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Aber: Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 Inntalautobahn finden häufig montags und mittwochs statt. Die nächsten Termine sind Montag, 13. Juli und 20. Juli.

Das sind die besonders belasteten Staustrecken

  • A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Köln

  • A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg – Berliner Ring

  • A3 Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt; Linz – Passau

  • A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe; Dresden – Görlitz

  • A5 Karlsruhe – Basel; Kassel – Frankfurt

  • A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg

  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel; Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

  • A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München

  • A10 Berliner Ring

  • A11 Berliner Ring – Kreuz Uckermark

  • A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)

  • A13 Dresden – Schönefelder Kreuz

  • A20 Lübeck – Rostock

  • A21 Kiel – Bargteheide

  • A23 Hamburg – Heide

  • A24 Hamburg – Schwerin – Pritzwalk – Berliner Ring

  • A27 Bremen – Bremerhaven

  • A31 Gronau – Meppen

  • A38 Göttingen – Halle

  • A40 Duisburg – Essen

  • A42 Kamp-Lintfort – Dortmund

  • A44 Dortmund – Kassel

  • A45 Dortmund – Hagen – Gießen

  • A46 Düsseldorf – Wuppertal

  • A52 Düsseldorf – Essen

  • A57 Krefeld – Köln

  • A59 Köln – Bonn

  • A61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

  • A81 Singen – Stuttgart – Heilbronn

  • A95 München – Garmisch-Partenkirchen

  • A96 Lindau – München

  • A99 Autobahnring München

Autobahn-Vollsperrungen am Wochenende

  • A8 Stuttgart Richtung München zwischen Sulzemoos und Dachau/Fürstenfeldbruck von Freitag, 17. Juli, 22 Uhr, bis Samstag, 18. Juli, 3 Uhr

  • A7 Ulm – Würzburg in beiden Richtungen zwischen Wörnitz und Rothenburg ob der Tauber von Samstag, 18. Juli, 20 Uhr, bis Sonntag, 19. Juli, 5 Uhr

Die langfristigen Sperren

Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.

Alle Sperrungen, Baustellen und aktuellen Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.

Staustrecken Ausland: Brenner und Co.

Der Reiseverkehr quält sich auch über die Autobahnen im benachbarten Ausland. Die meisten Länder, haben jetzt Sommerferien, unter anderem Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien, Belgien, Frankreich und die Schweiz. Zu den staugefährdeten Reiserouten zählen unter anderem:

Österreich

In Österreich gelten bei Stau auf der Autobahn Fahrverbote auf mehreren Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck/Innsbruck Land, Kufstein, Imst und Reutte. Die Sperren gelten seit dem 1. Mai an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie am 2. Oktober (Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit), jeweils von 7 bis 19 Uhr.

Schweiz

  • A1 Bern – Zürich – St. Margarethen

  • A2 Luzern – Chiasso (Gotthard-Route)

  • A3 Basel – Zürich – Chur

  • A13 Bregenz – Chiasso (San-Bernardino-Route)

Italien

  • A9/A7 Schweiz – Mailand – Genua

  • A22/SS12 Brennerroute

Weitere Länder

Zu den Problemstrecken zählen überdies:

  • Fernstrecken zu den kroatischen, französischen, niederländischen Küsten

  • der Balkantransit in Richtung Türkei und Griechenland

  • Hauptverbindungen von und aus Polen und Tschechien

  • Fernstraßen zu den nordeuropäischen Reisezielen

Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich

Seit Mai 2025 wird an allen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. Dabei könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders betroffen sind die Übergänge Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt (Oder) (A12) und Forst (A15).

Hier muss ebenfalls mit Wartezeiten gerechnet werden: am Grenzübergang Ellund auf der A7 in Schleswig-Holstein (Dänemark) und bei Fahrten nach Slowenien, Kroatien, Griechenland und in die Türkei.

Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss

Im Stau: Rettungsgasse bilden!

Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.

Bußgelder für Autofahrende, die sich nicht an die Vorschriften halten, betragen bis zu 320 Euro.

Rettungsgasse im Ausland: So geht's!