Stauprognose: Lebhafter Verkehr am Wochenende 30.10. bis 1.11.
Von Katharina Dümmer

Erhöhtes Staurisiko auf Deutschlands Autobahnen am Wochenende: Zum einen sorgen vielerorts die Herbstferien für Stau, aber auch rund 1100 Baustellen.
In sechs Bundesländern enden die Herbstferien, in Bayern beginnen sie
Viele Baustellen, aber wenige Vollsperrungen
Lebhafter Verkehr auch in Österreich, Italien und der Schweiz
Stauprognose: Ferien und Feiertage sorgen für mehr Verkehr
Zum Monatswechsel müssen Autofahrende auf Deutschlands Autobahnen mit einem erhöhten Staurisiko rechnen. Während in Bayern die Herbstferien beginnen, endet die Ferienzeit in den sechs Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.
Besonders am Freitagnachmittag und am Samstagvormittag ist mit mehr Reiseverkehr zu rechnen, vor allem auf den Routen in Richtung Norden. Auf den Routen in Richtung Alpen und Süden ist trotz des Ferienbeginns in Bayern nicht mehr so viel los wie an den Wochenenden zuvor.
Die zwei regionalen Feiertage, der Reformationstag am Samstag, 31. Oktober (in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), sowie Allerheiligen am Sonntag, 1. November (in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland), werden den überregionalen Verkehr nach Einschätzung des ADAC kaum weiter verdichten. Zum Feiertag Allerheiligen dürften aber die traditionellen Gräberbesuche zu zusätzlichem Verkehr in den Ballungsräumen führen.
Der Berufsverkehr mit den typischen Staus in den Ballungsräumen an den Wochentagen ist insgesamt hoch, da mit zunehmend herbstlichem Wetter viele Berufstätige auf das Auto umsteigen.
Der große Staufaktor: Baustellen
Die hohe Anzahl an Baustellen ist der größte Staufaktor am Wochenende. Bundesweit wird auf rund 1100 Autobahnabschnitten gearbeitet.
Wer kann, sollte möglichst außerhalb der Hauptverkehrszeiten starten und sich vor Fahrtantritt bei der ADAC Verkehrsinfo über die aktuelle Lage informieren.
Das sind die besonders belasteten Staustrecken
Die Staugefahr ist auf folgenden Strecken in beiden Richtungen relativ hoch:
A1 Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln
A2 Magdeburg – Braunschweig – Hannover – Dortmund
A3 Passau – Nürnberg – Frankfurt – Köln
A4 Aachen – Köln – Olpe sowie Chemnitz – Dresden – Görlitz
A5 Basel – Karlsruhe – Frankfurt
A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
A7 Füssen – Würzburg – Kassel – Hannover – Hamburg
A8 Salzburg– München – Stuttgart – Karlsruhe
A9 München – Nürnberg – Halle/Leipzig – Berlin
A10 Berliner Ring
A11 Stettin – Kreuz Uckermark
A13 Dresden – Berliner Ring
A24 Hamburg – Schwerin
A45 Gießen – Hagen – Dortmund
A61 Koblenz – Mönchengladbach
A72 Zwickau – Chemnitz
A81 Singen – Stuttgart
A96 Lindau – München
A99 Autobahnring München
Lkw-Fahrverbote am Wochenende
Am Reformationstag, Samstag, 31. Oktober, gilt in den Feiertagsländern (siehe oben) prinzipiell ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Wegen des Niedrigwassers auf Deutschlands Flüssen ist das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen aber in einigen Bundesländern bis Ende Oktober ausgesetzt.
Blockabfertigung und Abfahrtssperren
Gut zu wissen: In Deutschland gelten an Wochenenden und Feiertagen bei Stau Abfahrtssperren bzw. Durchfahrtsverbote auf mehreren Autobahnen bzw. Bundesstraßen.
Die Blockabfertigungen für Lkw auf der A93 Inntalautobahn finden in der Regel nicht am Wochenende statt, sondern häufig montags und mittwochs. Der nächste Termin ist am 27. Oktober. Auch spontane Blockabfertigungen ohne Ankündigungen sind möglich.
Autobahn-Vollsperrungen am Wochenende
Kurzfristige Sperren
A57 Krefeld Richtung Köln zwischen Neuss-Hafen und Dreieck Neuss-Süd von Freitag, 30. Oktober, 20 Uhr, bis Montag, 2. November, 5 Uhr
A59 Düsseldorf – Köln, in beiden Richtungen, zwischen Kreuz Leverkusen-West und Übergang Ausbauende A59 (Rheinallee), von Donnerstag, 22. Oktober, 9 Uhr, bis Montag, 2. November, 20 Uhr
Langfristige Sperren
A7 Hamburg Richtung Hannover zwischen Maschener Kreuz/A39 und Horster Dreieck bis Freitag, 27. November, 17 Uhr
A59 Köln Richtung Düsseldorf zwischen Monheim und Dreieck Düsseldorf-Süd von Freitag, 2. Oktober, 9 Uhr, bis 30. Juni 2027
Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.
Alle Sperrungen, Baustellen und aktuellen Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.
Hinweis für Städtetouristen
Der Herbst ist bei Städtereisenden sehr beliebt. Autofahrende sollten dabei bedenken, dass in etlichen deutschen Innenstädten Umweltzonen gelten, die nur von Fahrzeugen mit Plaketten befahren werden dürfen. Im Ausland gibt es ähnliche Regelungen.
Stauprognose Ausland: Brenner, Gotthard und Co.
Auch im benachbarten Ausland ist der Reiseverkehr durch Herbsturlauber noch nicht abgeflaut. Manche Autofahrende steuern noch die Wanderregionen der Alpen an bzw. sind auf dem Heimweg von dort. Auch die wichtigen Transitstrecken im Ausland sind staugefährdet:
In Österreich betrifft dies insbesondere die A1 Westautobahn, A9 Pyhrnautobahn, A10 Tauernautobahn, A12 Inntalautobahn (u.a. wegen der Vollsperrung des Landecker Tunnels) und A14 Rheintalautobahn sowie die A13 Brennerautobahn zwischen Innsbruck und Brenner, wo unter anderem die Luegbrücke saniert wird. Auch auf der B179 über den Fernpass und der Arlberg Bundesstraße B197 ist mit Behinderungen zu rechnen. Bei Stau auf der Autobahn in Tirol gelten Fahrverbote auf mehreren Landesstraßen.
In der Schweiz sind vor allem die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, die A2 auf der Gotthard-Route zwischen Basel und Chiasso, die A3 zwischen Basel, Zürich und Chur sowie die A13 auf der San-Bernardino-Route betroffen.
In Italien bleibt die Staugefahr insbesondere auf der A9/A7 zwischen der Schweiz, Mailand und Genua sowie auf der A22 Brennerroute hoch.
Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich
Seit Mai 2025 wird an allen deutschen Grenzen bei der Einreise verschärft kontrolliert. Dabei könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders betroffen sind die Übergänge Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) sowie Ludwigsdorf (A4), Frankfurt (Oder) (A12) und Forst (A15).
Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss
Nebel im Herbst: Jetzt ist Vorsicht angesagt
Entsprechend der Jahreszeit müssen Autofahrer jetzt wieder witterungsbedingte Behinderungen auf dem gesamten Straßennetz einkalkulieren. Vor allem Nebel schränkt die Sicht mitunter erheblich ein. Fahrten in die Berge sollten auf keinen Fall mehr ohne Winterausrüstung angetreten werden. Auch wer in Deutschland auf Schnee oder Eis trifft, muss Winter- oder Ganzjahresreifen montiert haben.
Im Stau: Rettungsgasse bilden!
Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.
Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.
Rettungsgasse im Ausland: So geht's!