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Der ADAC

Richtiges Verhalten bei Gefahren im Tunnel

Feuerwehrübung in einem Straßentunnel
Unfallübung in einem Straßentunnel ∙ © dpa/ZB/Bodo Schackow

Panne, Unfall oder Feuer – ein echtes Horrorszenario. Wenn es im Tunnel brenzlig wird, wissen viele Autofahrer nicht, was sie tun sollen. Der ADAC klärt auf.

Wer von Deutschland aus nach Süden will, muss spätestens in den Alpen mehrere Kilometer lange Röhren durchfahren. Manche beschleicht dabei ein ungutes Gefühl. Dabei sind Tunnel mit zwei Fahrstreifen je Richtung ohne Seitenstreifen sicherer als freie Strecken.

Mit diesen Tipps verhalten Sie sich richtig und vermeiden unnötige Gefahr.

  • Schalten Sie das Abblendlicht ein.

  • Stellen Sie das Radio an und den Verkehrsfunk ein.

  • Halten Sie immer die zulässige Höchstgeschwindigkeit und einen ausreichenden Abstand zum Vordermann ein.

  • Achten Sie auf Ampeln und Verkehrszeichen.

  • Prägen Sie sich die Lage von Sicherheitseinrichtungen wie Notausgängen und Notrufstationen ein.

Ganz wichtig: Wenden Sie niemals im Tunnel, fahren Sie nicht rückwärts, halten Sie nur im Notfall an. Achten Sie stets auf die Informationen und Anweisungen des Tunnelpersonals.

Stau im Tunnel

Im Falle eines Staus sollten Sie den Warnblinker einschalten und vorsorglich eine Rettungsgasse bilden. Halten Sie mindestens fünf Meter Abstand zum Vordermann. Bei längerem Stillstand den Motor abstellen und im Fahrzeug bleiben.

Panne im Tunnel

Nach dem Einschalten des Warnblinkers gilt: Stellen Sie das Fahrzeug in einer Pannenbucht, auf dem Standstreifen oder so nah wie möglich am rechten Fahrbahnrand ab. Schalten Sie den Motor aus und ziehen Sie die Warnweste an, die immer griffbereit in der Fahrertür verstaut sein sollte. Achten Sie beim Verlassen des Autos unbedingt auf den Verkehr und stellen Sie ein Warndreieck auf.

Um die Pannenhilfe zu holen, sollten Sie nicht das Handy, sondern das Telefon in einer Notrufstation nutzen. So kann das Tunnelpersonal Ihre genaue Position orten.

Unfall im Tunnel

Schalten Sie den Warnblinker ein. Bei geringfügigem Schaden das Fahrzeug wenn möglich aus dem Tunnel herausfahren oder so nah wie möglich am rechten Fahrbahnrand abstellen. Ansonsten schalten Sie den Motor aus und lassen Sie den Zündschlüssel stecken. Ziehen Sie die Warnweste an, achten Sie beim Aussteigen auf den Verkehr und sichern Sie die Unfallstelle ab. Nutzen Sie auch hier das Telefon in einer Notrufstation, um Hilfe zu rufen. Kümmern Sie sich nun um Verletzte.

Feuer im Tunnel

Wenn das eigene Fahrzeug raucht, sollten Sie sofort den Warnblinker anschalten und möglichst noch aus dem Tunnel herausfahren. Ist das nicht mehr möglich, stellen Sie das Fahrzeug in einer Pannenbucht oder so nah wie möglich am rechten Fahrbahnrand ab, schalten den Motor aus und lassen den Zündschlüssel stecken. Lösen Sie an der Notrufstation Feueralarm aus.

Brennt ein anderes Fahrzeug, halten Sie einen großen Sicherheitsabstand und schalten den Warnblinker an. Auch in diesem Fall stellen Sie den Motor Ihres Autos ab, lassen den Zündschlüssel stecken und lösen einen Feueralarm in der Notrufstation aus. Ein Feuer sollten Sie nur im Anfangsstadium selbst löschen. Andernfalls müssen Sie weg vom Feuer. Verlassen Sie den Tunnel so schnell wie möglich über den nächstgelegenen Notausgang.

Tunnelangst

Bei einer leichten Angst oder auch nur bei Unwohlsein in Verbindung mit Tunnelfahrten hilft es bereits, bewusst und regelmäßig tief ein- und auszuatmen. So entspannen Sie sich. Sie können selbstverständlich auf eine Tunnelfahrt verzichten und stattdessen eine Alternativroute nutzen. Hier finden Sie ausführlichere Informationen zum Phänomen Tunnelangst und Tipps bei leichtem Unbehagen.

Wer unter Schweißausbrüchen, unkontrollierter Kurzatmung oder sogar Panikattacken leidet, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Oft lässt sich eine solch stärkere Form der Tunnelangst therapieren. In diesen Fällen sollte unbedingt auf eine Tunnelfahrt verzichtet und längeres Umfahren in Kauf genommen werden. Dies ist für Betroffene und andere Verkehrsteilnehmer die sicherste Lösung.

ADAC Maps mit Tunnel-freien Routen

Bei ADAC Maps können Sie sich eine Route anzeigen lassen, bei der Sie Tunnel umfahren (bei Routenoptionen "Vermeiden von Tunnel" anklicken). Strecke und Fahrtzeit können sich so allerdings drastisch verlängern. Wer etwa von Chur nach Bellinzona fahren, den San-Bernardino-Tunnel als direkte Verbindung und andere Röhren vermeiden möchte, ist über 24 Stunden und fast 1900 km unterwegs. Tunnelbenutzer sind nach gut eineinhalb Stunden und 116 km am Ziel.