Deutsche Bahn: Alle Baustellen in 2026 und den Jahren danach
Von André Gieße

Die Deutsche Bahn modernisiert das Schienennetz überall in Deutschland. Die Folgen: Großbaustellen, Streckensperrungen und Fahrplanänderungen. Auf diesen Strecken dauert das Bahnfahren länger.
Infos zu den wichtigsten Baustellen dieses und nächstes Jahr sowie bis 2036
Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wieder in Betrieb
Weitere Schwerpunkte der Generalsanierung in West- und Süddeutschland
Generalsanierung dauert bis 2036
Voraussichtlich bis zum Jahr 2036 will die Deutsche Bahn mehr als 40 der wichtigen Teilstrecken im Schienennetz für Monate sperren und grundlegend sanieren – mindestens fünf Jahre länger als ursprünglich geplant und vielleicht noch mehr. Millionen Kundinnen und Kunden müssen sich aufgrund der bundesweiten Generalsanierung auf massive und langwierige Beeinträchtigungen einstellen.
Diese Übersicht zeigt Bahnreisenden in Deutschland die wichtigsten Großbaustellen und Fahrplanänderungen im Fernverkehr – im Jahr 2026 und darüber hinaus.
Knoten Dresden
9. Februar bis 6. November 2026: An Dresdner Hauptbahnhof wird ein neues Kreuzungsbauwerk errichtet. Die IC-Züge von und nach Chemnitz werden während der Arbeiten zwischen Dresden-Neustadt und Freiberg (Sachs) umgeleitet. Der Halt in Dresden Hauptbahnhof entfällt hierbei.
Knoten Berlin

14. Juni bis 12. Dezember 2026: Rund um Berlin finden Bauarbeiten zur Instandhaltung der Schieneninfrastruktur statt. Die erste Phase findet vom 14. Juni bis 1. Oktober 2026 statt, die zweite Phase vom 2. Oktober bis 12. Dezember 2026. In der gesamten Zeit halten Fernverkehrszüge nicht im oberirdischen Teil, sondern ersatzweise im unterirdischen Teil des Berliner Hauptbahnhofs. Einige ICE-Verbindungen fallen auch aus.
In der ersten Phase verkehren zwischen Berlin und NRW mindestens stündlich ICE-Züge – ohne Halt am Ostbahnhof. Auch die Verbindung Berlin – Frankfurt über Kassel bleibt stündlich bestehen, ebenfalls ohne Halt am Berliner Ostbahnhof. Fahrten zwischen Berlin und Polen erfolgen weiterhin im Zweistundentakt, jedoch ohne Halt am Hauptbahnhof und Ostbahnhof Berlin; stattdessen nutzen die Züge Berlin-Gesundbrunnen.
In der zweiten Phase verkehren zwischen Berlin und NRW weiterhin mindestens stündlich ICE-Züge. Wegen Bauarbeiten zwischen Hannover und Berlin werden sie über Braunschweig umgeleitet, was die Fahrzeit um 60 bis 80 Minuten verlängert. Halte in Berlin-Spandau und Ostbahnhof entfallen.
Direktverbindungen zwischen Berlin und Frankfurt über Kassel sind nicht möglich, stattdessen fahren mindestens stündlich gleichschnelle ICE-Züge über Erfurt. Die Verbindungen nach Polen bleiben im Zweistundentakt bestehen, jedoch ohne Halt am Hauptbahnhof und Ostbahnhof. Ersatzweise nutzen die Züge Berlin-Gesundbrunnen.
Regensburg – Passau
14. Juni bis 13. Dezember 2026: Zwischen Regensburg, Passau und Wels in Österreich können monatelang keine Fernverkehrszüge verkehren, weil auf der Strecke eine Generalsanierung stattfindet. Die Fernverkehrshalte Passau, Plattling und Straubing entfallen vollständig, auch in Regensburg steht nur ein eingeschränktes Angebot zur Verfügung. Züge müssen ersatzweise über Salzburg, Simmbach (Inn) sowie Mühldorf (Oberbay) fahren.
Zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Wien fallen zahlreiche Züge aus, direkte Fernverkehrsverbindungen über Passau sind während der Bauarbeiten nicht möglich. Als Ersatz verkehren reservierungspflichtige Fernverkehrsbusse zwischen Passau und Nürnberg (bis 31. Juli) beziehungsweise Passau und Regensburg (ab 1. August).
Gleichzeitig baut die Deutsche Bahn das Angebot zwischen München und Wien über Salzburg und Simbach am Inn aus. Die ICE/RJ/EC-Züge zwischen München und Nürnberg beziehungsweise Wien sind im Zeitraum während der Generalsanierung bis zu 15 Minuten langsamer unterwegs, um die Umleitungsrouten zu entlasten.
Die Deutsche Bahn informiert über alle aktuellen Bauarbeiten, Streckensperrungen, Fahrplananpassungen, Zugausfälle, Streiks sowie sonstige Beeinträchtigungen auf ihrem Online-Portal. Dort finden sich auch Informationen der Tochterunternehmen.
Köln – Wiesbaden
10. Juli bis 12. Dezember 2026: Zwischen Troisdorf und Wiesbaden werden fünf Monate lang Gleise, Weichen, Oberleitung und Brücken sowie mehrere Bahnhöfe erneuert. Aufgrund einer Generalsanierung auf der Strecke rechts des Rheins müssen die Züge des Güterverkehrs unter anderem über die linke Rheinstrecke umgeleitet werden.
Deshalb muss ein Teil des Personenfernverkehrs auf der Schiene entfallen, sodass zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz nur noch ein ICE je Richtung und Stunde verkehren kann. Fernverkehrszüge entfallen mitunter und halten nur noch vereinzelt in Remagen und Andernach.
Knoten Erfurt
31. Juli bis 30. September 2026: Wegen Brückenarbeiten wird das Fernverkehrsangebot zwischen Berlin, Erfurt, Nürnberg, Augsburg und München reduziert. Auf der Verbindung Berlin – Erfurt – Nürnberg – München fahren weiterhin etwa drei Viertel der regulären Züge. Pro Richtung verkehren drei Züge innerhalb von zwei Stunden.
Bis 30. September verkehren die Züge der ICE-Linie 18 (Hamburg – Berlin – Halle – Erfurt – Nürnberg – Augsburg – München) nur zwischen Hamburg-Altona und Berlin. Die Halte Büchen, Ludwigslust und Wittenberge werden ersatzweise alle zwei Stunden von anderen Fernzügen bedient. Zwischen Nürnberg und München setzt die Deutsche Bahn zudem ICE-Ersatzzüge mit Halten in Donauwörth, Augsburg und München-Pasing ein. Bei Reisen von und nach Berlin kann deshalb ein zusätzlicher Umstieg in Nürnberg erforderlich sein.
Magdeburg – Berlin
4. bis 30. September 2026: Wegen Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik kommt es zwischen Magdeburg und Berlin zu Umleitungen und Teilausfällen. Bei mehreren ICE- und IC-Verbindungen entfallen Halte in Brandenburg, Potsdam und Berlin-Wannsee. Teilweise sind auch Magdeburg, Braunschweig oder Berlin-Charlottenburg betroffen.
Die IC-Züge von und nach Norddeich Mole werden zunächst umgeleitet und halten zusätzlich in Stendal und Berlin-Spandau. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um rund 25 Minuten. Ab 19. beziehungsweise 20. September beginnen oder enden einzelne IC-Züge bereits in Magdeburg. Das ICE-Zugpaar zwischen Berlin und Köln wird überwiegend zwischen Potsdam und Braunschweig umgeleitet.
Hannover – Göttingen
7. bis 26. September 2026: Wegen Instandhaltungsarbeiten, darunter Weichen- und Oberleitungsarbeiten, fallen auf der Strecke zwischen Hannover und Göttingen mehrere Fernverkehrsverbindungen aus. Die ICE-Linien 3 (Berlin – Frankfurt – Saarbrücken) und 4 (Padborg – Hamburg – Hannover – Frankfurt) entfallen auf ihrem gesamten Laufweg. Zwischen Hamburg beziehungsweise Hannover und Frankfurt oder München bestehen jedoch weiterhin mindestens stündliche Fernverkehrsverbindungen.
Auf der Main-Weser-Bahn zwischen Kassel, Gießen und Frankfurt verkehren nur einzelne Fernzüge. Die Züge der ICE-Linie 26 fahren lediglich zwischen Bremen und Hannover. Dadurch entfallen ihre Halte unter anderem in Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe, Marburg, Gießen, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Karlsruhe.
Stralsund – Berlin
11. September bis 2. Oktober 2026: Wegen Gleis- und Brückenarbeiten kommt es zwischen Stralsund und Berlin zu Einschränkungen. Die ICE-Züge der Linie 15 (Binz – Berlin – Halle – Frankfurt) werden vom 14. bis 19. September zwischen Stralsund und Berlin umgeleitet. Dadurch entfallen die Halte in Eberswalde, Prenzlau, Anklam, Züssow und Greifswald.
Ersatzweise halten die Züge in Neustrelitz. Auch am 11. September sowie vom 20. September bis 2. Oktober werden einzelne ICE-Züge umgeleitet. In Greifswald steht während der Bauarbeiten insgesamt ein reduziertes Zugangebot zur Verfügung.
Jena – Gera
21. September bis 12. Dezember 2026: Wegen Arbeiten an den Bahnsteigen entfallen zwischen Jena und Gera entfallen die IC-Züge der Linie 51 (Köln – Paderborn – Kassel – Erfurt – Gera) auf dem gesamten Laufweg. Die ICE-Züge der Linie 51 (Köln – Paderborn – Kassel – Erfurt – Leipzig) verkehren weiterhin ohne Einschränkungen.
Hannover – Berlin
2. Oktober bis 12. Dezember 2026: Die Deutsche Bahn führt auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin verschiedene Arbeiten an Gleisen, Oberleitungen sowie der Leit- und Sicherungstechnik durch. Besonders betroffen ist Wolfsburg, wo Fernverkehrshalte komplett entfallen. Auch in Stendal, Helmstedt, Hildesheim, Köthen, Bremen und Berlin Ostbahnhof wird das Angebot teilweise deutlich reduziert.
Zwischen NRW, Hannover und Berlin verkehren weiterhin mindestens stündliche ICE-Züge, allerdings mit 60 bis 80 Minuten längerer Fahrzeit. Zwischen Amsterdam und Berlin fahren ICE-Züge alle vier Stunden – mit einer Fahrzeitverlängerung von rund 70 Minuten.
Zahlreiche Fernzüge werden umgeleitet, viele Halte entfallen. Ersatzhalte werden unter anderem in Braunschweig, Magdeburg, Potsdam, Wittenberge und Ludwigslust eingerichtet. Zudem entfallen die direkten ICE-Verbindungen Frankfurt – Kassel – Berlin, stattdessen wird das Angebot über Erfurt ausgebaut. Zwischen Hannover und Leipzig fahren IC-Züge während der Bauarbeiten nur noch im Zweistundentakt.
Duisburg/Essen – Oberhausen
9. bis 30. Oktober 2026: Wegen Brückenarbeiten kommt es zwischen Duisburg und Essen beziehungsweise Oberhausen zu Umleitungen, längeren Fahrzeiten sowie Halt- und Teilausfällen. In Oberhausen entfallen sämtliche Fernverkehrshalte, in Duisburg halten nur noch einzelne Fernzüge. Auch Essen und Bochum verlieren zahlreiche Direktverbindungen.
Zwischen Essen, Bochum und Dortmund sowie Berlin fahren weiterhin stündlich ICE-Züge. Von Köln beziehungsweise Düsseldorf bestehen mindestens zweistündliche Direktverbindungen nach Berlin. Auch zwischen Köln beziehungsweise Dortmund und Hamburg bleibt ein stündliches Angebot erhalten. Züge in Richtung Süddeutschland verkehren grundsätzlich weiter, für Reisende von und nach Essen oder Bochum ist jedoch häufig ein Umstieg in Dortmund nötig. Je nach Verbindung verlängert sich die Fahrzeit um bis zu 30 Minuten. Einige umgeleitete Züge halten ersatzweise in Wuppertal, Hagen, Gelsenkirchen oder Herne-Wanne-Eickel.
Nürnberg – München
30. Oktober bis 12. Dezember 2026: Zwischen Nürnberg und München werden wegen Schienenerneuerung zahlreiche Fernzüge umgeleitet oder fallen aus. Während der Bauarbeiten fahren zwischen Nürnberg und München maximal zwei Züge pro Stunde, die Fahrzeit verlängert sich um etwa 30 Minuten. Besonders betroffen sind die Halte Ingolstadt und München Hauptbahnhof, wo weniger Züge halten.
Zusätzlich kommt es durch die Generalsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg zu weiteren Einschränkungen und Umleitungen, etwa via Ingolstadt, mit verlängerten Fahrzeiten Richtung Österreich.
Oberhausen – Arnheim
9. bis 16. November 2026: Weil die Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Arnheim dreigleisig ausgebaut wird, ist die ICE-Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Amsterdam eingeschränkt. Die Züge der ICE-Linie 78 werden zwischen Köln und Utrecht umgeleitet. Dabei verlängert sich die Fahrzeit um rund 30 Minuten. Die Halte Düsseldorf Hauptbahnhof, Duisburg Hauptbahnhof, Oberhausen Hauptbahnhof und Arnhem Centraal entfallen. Ersatzweise halten die ICE-Züge in Mönchengladbach Hauptbahnhof und ‘s-Hertogenbosch.
Großbaustellen im Jahr 2027
Rosenheim – Salzburg (5. Februar bis 9. Juli 2027)
Lehrte – Berlin (5. Februar bis 10. Dezember 2027)
Bremerhaven – Bremen (9. Juli bis 10. Dezember 2027)
Fulda – Hanau (16. August 2027 bis 30. Januar 2028)
Großbaustellen im Jahr 2028
Köln – Koblenz/Koblenz – Mainz
München – Rosenheim
Hagen – Unna – Hamm
Lübeck – Hamburg
Großbaustellen im Jahr 2029
Hamburg – Hannover
Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen
Forbach – Ludwigshafen
Aachen – Köln
Großbaustellen im Jahr 2030
Stuttgart – Ulm
Stendal – Magdeburg
Uelzen – Stendal
Frankfurt – Heidelberg
Großbaustellen im Jahr 2031
Mannheim – Karlsruhe
Lehrte – Groß Gleidingen
Bremen – Hamburg
Würzburg – Nürnberg
Großbaustellen im Jahr 2032
Bebra – Erfurt
Bebra – Fulda
Münster – Recklinghausen
Weddel – Magdeburg
Großbaustellen im Jahr 2033
Bremen – Osnabrück
Osnabrück – Münster
Hamm – Düsseldorf – Köln
Großbaustellen im Jahr 2034
Bremen/Rotenburg – Wunstorf
Kassel – Friedberg
Ulm – Augsburg
Großbaustellen im Jahr 2035
Minden – Wunstorf
Nordstemmen – Göttingen
Großbaustellen im Jahr 2036
Flensburg – Hamburg