BMW iNext: Ein Blick in die Zukunft

2.10.2018

Im vollvernetzten iNext-Serienmodell, das 2021 auf den Markt kommt, kombiniert BMW einen lautlosen Elektro-Antrieb mit den ersten Formen des autonomen Fahrens. Wir geben den ersten Ausblick

BMW iNext stehend von oben
Déjà vu: Die Seitenlinie des iNext gleicht der des BMW i3
  • Der Fahrer des BMW iNext kann selbst fahren oder sich fahren lassen
  • Leistungsstarke Batterien sorgen für bis zu 600 Kilometer Reichweite
  • Marktstart: Mitte 2021. Preise: Zwischen 70.000 und 130.000 Euro

Wir schreiben das Jahr 2021. BMW enthüllt feierlich ein Modell, das eine neue Ära einläutet: ein ungewöhnlich designtes Auto, mit außergewöhnlicher Technik. Denn das Auto fährt bis 130 km/h selbstständig auf der Autobahn – der Fahrer kann sich zurücklehnen und anderen Tätigkeiten zuwenden, zum Beispiel eine E-Mail schreiben oder einen Film anschauen.

Weil das Auto rein elektrisch, also emissionsfrei, angetrieben wird, darf es auch in Innenstädte, wo für Verbrenner inzwischen ein Einfahrverbot gilt. Es navigiert schlau zur nächsten Ladestation oder zu einem Parkplatz, wo es noch einen freien Platz gibt. Denn das Auto verfügt per Internet über diverse Informationsquellen, die es nutzt.

Der BMW Vorstandsvorsitzende schließt seine feierliche Rede mit den Worten: "Dieses Auto wird Ihr Leben leichter und schöner machen."

Der BMW iNext ist eine reale Zukunftsvision

BMW iNext Concept Car
Über fünf Meter lang, virtuelle Außenspiegel, riesige Niere

Ob unser Blick in die Zukunft stimmt, wird sich Mitte 2021 zeigen: Dann soll das Auto zu haben sein. Der endgültige Name des Serienmodells ist noch nicht bekannt. Doch die im September 2018 vorgestellte Studie BMW iNext soll technisch das zeigen, was sich BMW für die Zukunft als Strategie vorgenommen hat.

BMW spricht von "A-C-E-S", das sind die englischen Kürzel für Autonomous (autonom), Connected (vernetzt), Electrified (elektrifiziert) und Shared (geteilt). Und überhaupt: Der BMW iNext sei viel mehr als ein Auto, erklärt BMW.

Mit 5,05 Meter Länge, 2,05 Meter Breite und 1,69 Meter Höhe ist die Studie von stattlicher Statur. Die typische BMW-Niere dient nicht mehr zur Kühlung, sondern als Intelligenzfläche, in der Radare, Sensoren und Nachtsichtkameras versteckt sind.

Der lange Radstand und der fehlende Mitteltunnel ermöglichen einen extrem großzügigen Innenraum, der beim automatisierten Fahren den Passagieren völlig neue Freiheiten ermöglicht.

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Bedienung per Sprache und Gesten

BMW iNext Cockpit
Loungeartig: Zwei Displays auf dem mit Stoff überzogenen Armaturenbrett

Im Fond lockt ein Räkel-Sofa, das in jeder Lounge eine gute Figur machen würde. Zwischen den Vordersitzen streckt sich ein hölzernes Tischchen bis in den Fond. Und der Dachhimmel ist ein Panoramadach, unter dem man sich fühlt, als säße man in einem heimeligen Coffee Shop. Den Außenspiegel ersetzen digitale Bilder rückwärtsgerichteter Kameras. Näherungs- und berührungsempfindliche Sensoren übernehmen die Funktion der Türöffner.

Vom Fahrersitz aus blickt man auf ein mit Stoff überzogenes Armaturenbrett, auf dem zwei konfigurierbare Displays thronen. Das Lenkrad ist nicht kreisrund, sondern fast rechteckig geschnitten. Am Volant befindet sich kein einziges Knöpfchen oder Rädchen zur Bedienung.

Wer etwas von dem iNext will, kann per Geste oder Sprachbefehl mit ihm kommunizieren. Und bei Berührung des Armaturenbretts erwacht der Stoff sozusagen zum Leben: LEDs markieren Punkte, mit denen sich per Fingertipp beispielsweise die Musikwiedergabe steuern lässt. Auf das Kommando "Hey BMW" macht das Auto auf Wunsch Medienangebote oder verbindet es mit einer Service-Hotline, die beispielsweise einen Tisch im Restaurant reserviert.

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Automatisiert oder mit Fahrer: Ease- oder Boost-Modus

BMW iNext stehend von hinten
Markant: Glattflächige Hecktür mit schlanker Lichtsignatur

Selbstverständlich hat der iNext einen kraftvollen Elektroantrieb mit bis zu 600 Kilometern Reichweite. Im sogenannten Boost-Modus bleibt der Fahrer der uneingeschränkte Herrscher über das Geschehen, im Ease-Modus dagegen gibt der Fahrer die Verantwortung zeitweilig ab und lässt das Auto automatisiert fahren.

Das funktioniert zunächst zwar höchstens bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h und auch nur auf der Autobahn. Doch sobald der Gesetzgeber das autonome Fahren auf Level 4 und 5 reguliert hat, kann der iNext aufgerüstet werden.

Beim Übergang in den Ease-Modus zieht sich das Lenkrad zurück, die Pedalerie fährt ein und gibt dem Fahrer Beinfreiheit. Die Anzeigenflächen wechseln von fahrrelevanten Inhalten zu Vorschlägen für interessante Zielorte in der Umgebung oder Veranstaltungen, die man besuchen könnte.

Heute, im Jahr 2018, mag das alles noch als ferne Zukunft erscheinen. Doch Studien wie der Vision iNext zeigen, was technisch möglich und wünschenswert wäre. Und wir dürfen davon ausgehen, dass BMW es ernst meint mit der Strategie.

Ob alle Visionen auch umgesetzt werden, wird auch eine Frage der Bezahlbarkeit sein. Wir dürfen sehr gespannt sein: Denn beim iNext geht es um die Zukunft von BMW.

Technische Daten und Preise

alle Daten inoffiziell
Motor Elektromotor mit bis zu 300 kW Leistung
Batterie Versionen von 60 bis 120 kWh
Reichweite 300 bis 600 km
Fahrleistungen  etwa 4 s von 0 auf 100 km/h
Maße L 5,05 / B 2,05 / H 1,69 m
Preis 70.000 bis 130.000 €

 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR.

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