Fahrradanhänger kaufen: Darauf kommt es an

fröhlich lachendes Kind im Fahrradanhänger eines Mountainbikes bei einer fahrt durch den Wald
Ideal für kleine Zwerge am Berg: Ein Singletrailer als Fahrradanhänger für Mountainbikes ∙ © Tout Terrain/Trevor Worsey

Egal ob für den Familienausflug, zum Einkaufen oder für sportliche Aktivitäten: Für alle, die viel mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist ein Fahrradanhänger praktisch. Einige Dinge sollten aber vor dem Kauf unbedingt beachtet werden. Der ADAC hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

  • Die verschiedenen Anhänger und ihre Hersteller

  • Was beim Kauf und der Nutzung zu beachten ist

  • Wichtig: Die richtige Beleuchtung

Wer kleinere Kinder auf Radtouren mitnehmen möchte, muss sich selbst zunächst die Frage beantworten: Soll das Kind lieber im Fahrradanhänger oder Fahrradkindersitz transportiert werden? Eine gute Entscheidungshilfe dazu finden Sie in diesem ADAC Ratgeber.

Die Anhängerarten und -hersteller

Wer sich für den Fahrradanhänger entscheidet, hat es vor dem Kauf schwer, sich einen Überblick über alle erhältlichen Modelle zu verschaffen. Denn die Auswahl an Fahrradanhängern ist umfangreich, und laufend kommen neue Modelle auf den Markt. Generell unterscheiden sich die Systeme in Anhänger für Kinder, Transportanhänger oder Anhänger speziell für Hunde. Einige Hersteller geben ihren Produkten sogar entsprechende Namen wie zum Beispiel "Croozer Kid", "Cargo" oder "Dog".

Die meisten Hersteller bieten Fahrradanhänger mit unterschiedlichen Funktionen an. Es gibt:

  • Ein- oder zweirädrige Anhänger

  • Ein- oder Zweisitzer

  • Multifunktionale Systeme als Kinderwagenersatz oder als Skitrailer

  • Anhänger mit gedämpften oder ungedämpften Radaufhängungen

  • Unterschiedliche Befestigungsarten am Fahrrad: Rahmen-, Achs- oder Sattelstützkupplung

Die 15 gängigsten Herstellermarken sind: Burley, Bobtrailers, Croozer, Hamax, Hinterher, Leggero, Kolofogo, Kindercar, Point Bike, Prophete, Queriddo, Roland-Werk, Tout Terrain, Thule und XLC-Parts.

Neue Modelle gibt es auch bei bekannten Namen wie Croozer oder Thule bereits ab rund 300 Euro. Wer viel Wert auf eine gute Ausstattung legt, muss allerdings viel tiefer die Tasche greifen: Bis zu 1400 Euro kann man für einen guten Fahrradanhänger durchaus ausgeben.

Tipps für den Kauf eines Fahrradanhängers

Paar auf Fahrrädern mit Kind im Fahrradanhänger
Mit einem zweirädrigen Fahrradanhänger lassen sich gemütliche Familienausflüge unternehmen ∙ © Croozer
  • Generell sollte man nur auf DIN-Norm EN 15918 geprüfte Anhänger kaufen, denn dann sind alle sicherheitsrelevanten Prüfungen bestanden. Es ist gewährleistet, dass das Fahrverhalten stabil und bei Anhängern für Kinder ein Speichenschutz vorhanden ist.

  • Befestigung des Anhängers: Die Verbindung zwischen Rad und Anhänger erfolgt mithilfe einer Kupplung. Deshalb ist es wichtig, zunächst zu prüfen, ob der Fahrradanhänger überhaupt am Rad angebracht werden kann. Die Verbindungsstellen gibt es je nach Modell des Anhängers als Hinterradachs-, Sattelstütz- oder Rahmenklemmung.

  • Zuladung beachten: Denn nicht jedes Fahrrad eignet sich zum Ziehen von Radanhängern. Das Eigengewicht des Anhängers und eine hohe Zuladung machen den Radanhänger schnell zum "Schwerlasttransport". Rund 15 Prozent aller Räder wie zum Beispiel vollgefederte Räder (Fullys), Fahrräder mit Carbonrahmen oder mit Naben- bzw. Riemenschaltungen sind oft nicht zum Ziehen von Anhängern geeignet.

  • Einsatzzweck klären: Wird hauptsächlich auf ebenen und geteerten Radwegen gefahren, so reicht ein ungefederter Radanhänger. Für Schotterwege eignen sich eher Anhänger mit Dämpfung. Diese sind auch für ein Kind im Anhänger komfortabler und besser. Eine eingebaute Federung sollte auch auf das zu transportierende Gewicht eingestellt werden können.

  • Auf eine gute Ausstattung achten: Fahrradanhänger sollten eine Feststellbremse haben, die beide Räder bremst. Außerdem gilt: Je größer die Räder sind, desto höher der Fahrkomfort. Sicherheitsgurte und Überrollbügel gehören bei Kinder-Fahrradanhängern mittlerweile zur Serienausstattung. Auch eine Frontabdeckung am Anhänger als Schutz vor Sonne und Regen sollte nicht fehlen.

  • Wer mit dem Pedelec unterwegs ist und einen Kinder-Fahrradanhänger anbringen möchte, sollte sich immer im Fachhandel erkundigen, ob das beim jeweiligen Modell überhaupt möglich ist.

  • Generell gilt: Erst das Radfahren mit Anhänger im Fachhandel testendann kaufen.

Weniger Unfälle durch richtige Beleuchtung

Damit Fahrradfahrer mit Anhänger im Straßenverkehr sicher unterwegs und gut sichtbar sind, ist neben der richtigen Beleuchtung am Fahrrad selbst auch die am Fahrradanhänger wichtig.

Fahrrad-Anhänger Illu
Um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein, muss auch der Radanhänger richtig beleuchtet sein ∙ © ADAC e.V.

Hier gibt es besondere Vorschriften, die sich je nach Breite des Radanhängers unterscheiden. Die Fahrradanhänger selbst müssen generell an der Front und am Heck mit Rückstrahlern beleuchtet sein. Ist der Anhänger breiter als einen Meter, benötigt man zusätzlich links eine weiße Frontleuchte. Nur so können Autofahrer im Dunkeln beim Abbiegen auch Fahrradanhänger rechtzeitig im Straßenverkehr wahrnehmen.

Nützliches Zubehör für Radanhänger

Zwei Frauen auf dem Fahrrad mit einem Fahrradanhänger fahren am Fluß
Ein tiefes Schutzblech hinten schützt das Kind vor Schmutz oder Steinen ∙ © Croozer
  • Besonders in unebenem Gelände sollte der Fahrradanhänger während der Fahrt stets gut gesichert sein. Mit einem entsprechenden Sicherungsseil ist das problemlos möglich. Das Seil zwischen Anhänger und Fahrrad stellt einen doppelten Schutz dar. Vor allem bei möglichen Fehlbedienungen oder auch Materialversagen können Unfälle damit abgemildert werden. Deshalb empfiehlt der ADAC ein Sicherungsseil – besonders wenn Kinder im Fahrradanhänger mitfahren.

  • Auch wenn Scheibenbremsen zur Standardausrüstung bei Rädern gehören, lohnt es sich für alle, die gern offroad und in hügeligem Gelände unterwegs sind, in größere Bremsscheiben zu investieren. Der Sicherheitsgewinn ist enorm, der Kostenfaktor mit rund 50 Euro relativ gering. Eine Alternative für felgengebremste Räder ist die Umrüstung auf hydraulische Felgenbremsen.

  • Eine signalfarbene Fahne am Anhänger ist immer sinnvoll. Denn ein Wimpel in einer grellen Farbe an einer langen, senkrechten Stange sorgt dafür, im Straßenverkehr besser gesehen zu werden.

  • Ein Rückspiegel am Lenker des Fahrrads erleichtert das Fahren mit Anhänger besonders in scharfen Kurven und auf engen Wegen. Zudem hat man die Kinder im Anhänger stets gut im Blick.

  • Um das Rad und den Anhänger vor Diebstahl zu schützen, sollte man ein extralanges Schloss in Drahtseilausführung zum Sichern benutzen.

  • Ein Schutzblech, nahe am Reifen geführt und bis unter die mittlere Höhe des Reifens reichend, bewährt sich besonders bei nasser Fahrbahn oder Regen. Damit bleibt auch der Anhänger sauber. Außerdem schützt ein Schutzblech im Anhänger sitzende Kinder vor aufgewirbelten Steinen und Staub.

Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann, ADAC Technikzentrum

Andrea Piechotta
Redakteurin
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