Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Der Traum vom autonomen Fahren: Zehn Pkw-Assistenzsysteme im Test

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © EuroNCAP

Vom kleinen Renault Clio über das Tesla Model 3 bis hin zu den teuren Oberklasse-SUVs Audi Q8 und Mercedes GLE: Zehn Pkw-Assistenzsysteme im Euro NCAP Vergleichstest.

  • Im Test: Systeme der Stufe 2 ("assistiertes Fahren")

  • Tesla Model 3 verfehlt das Ziel der "kooperativen Assistenz"

  • Mercedes GLE bietet das ausgereifteste System

  • Euro NCAP definiert neue Teststandards

Wenn in nasser Kurve das ausbrechende Heck wie von Geisterhand eingefangen wird. Oder ein lautes Warnsignal ertönt, weil der Fahrer einen Spurwechsel beabsichtigt, dabei aber ein Auto im toten Winkel übersehen hat – dann hat mal wieder ein Assistenzsystem nicht nur einen Blechschaden verhindert, sondern vielleicht auch ein Leben gerettet.

Doch jede Technik ist nur so gut, wie sie im Alltag einwandfrei funktioniert. Grund genug also, die Funktionstüchtigkeit von Assistenzsystemen gründlich zu testen. Denn was passieren kann, wenn zum Beispiel ein ACC-System überfordert ist, sieht man in diesem Film, der auf der Testanlage des ADAC gedreht wurde.

Bild: © ADAC/Test und Technik, Video: © Nicht veröffentlichen

Neue Teststandards bei Euro NCAP

Ab sofort wird Euro NCAP verstärkt Fahrzeuge mit einem Autobahnassistenten unter die Lupe nehmen. Solche Systeme regulieren (unter bestimmten Voraussetzungen) nicht nur die Geschwindigkeit und den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, sie unterstützen den Fahrer auch bei der Lenkarbeit – eine willkommene Komfortfunktion für immer mehr Autofahrer.

Heutige Assistenzsysteme erreichen auf dem Weg zum autonomen Fahren lediglich die Stufe zwei von den insgesamt fünf Stufen, die der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) definiert hat. Der ADAC klassifiziert drei Stufen und bezeichnet den Bereich Stufe 2 als assistiertes Fahren. Auf diesem technischen Niveau gilt von Rechts wegen, dass der Fahrer jederzeit wachsam sein und die volle Kontrolle über das Fahrzeug behalten muss.

Nun untersucht Euro NCAP mit den neuen Testreihen, ob solche fortgeschrittenen Systeme die Sicherheit erhöhen – oder ob sie möglicherweise sogar neue Risiken für die Verkehrsteilnehmer mit sich bringen. Zum Beispiel, weil es Situationen geben kann, in denen nicht klar ist, inwieweit nun der Fahrer oder das System gerade die Fahraufgaben kontrolliert und ausübt. Es ist also nicht nur die Technik, die einwandfrei funktionieren muss, sondern auch die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Die ersten ausführlichen Testergebnisse von zehn Pkw aus verschiedenen Fahrzeugklassen liegen inzwischen vor. Das Feld reicht vom preisgünstigen Kleinwagen Renault Clio bis zum teuren Oberklasse-SUV Audi Q8. Entsprechend breit gestreut sind die Ergebnisse des Tests.

Die Ergebnisse im Überblick

Jeder Test ist in zwei Hauptbereiche unterteilt. Zum einen wird die kooperative Assistenz geprüft, wie der ADAC es nennt. Dabei kommt es darauf an, dass Fahrer und Auto gut harmonieren. Das heißt: Der Fahrer sollte jederzeit genau wissen, was das Auto tut und inwieweit es die Situation kontrolliert. Außerdem muss das Auto dem Fahrer jederzeit erlauben, das jeweilige Assistenzsystem zu überstimmen, wenn die Situation es erfordert. Gefragt ist eine möglichst perfekte Kooperation zwischen Fahrer und Fahrzeug, das Gleichgewicht zwischen Fahrereinbindung und Fahrerunterstützung.

Der zweite Prüfbereich ist die Rückfallebene im Notfall (Safety Backup), in der Begrifflichkeit des ADAC Notfallassistenz genannt. Technische Grundlage ist der intelligente Notbremsassistent, der das Auto auch in einem komplexen Szenario auf der Autobahn selbstständig und sicher zum Stillstand bringen soll: Wenn der Fahrer nicht rechtzeitig auf eine Gefahrensituation reagiert oder im Extremfall – etwa wegen eines Herzinfarkts – ausfällt.

Darum gewinnt Mercedes – und nicht Tesla

Bei der Analyse der Testergebnisse fällt auf, dass das Tesla Model 3 die am weitesten entwickelten Assistenzsysteme hat. Mit 95 Punkten bei der Notfall-Assistenz (Safety Backup) und 91 Punkten bei der technischen Assistenz schlägt er den Mercedes GLE nicht um Längen, aber um immerhin 11 Punkte. Besser gesagt: Er würde ihn schlagen. Denn Euro NCAP streicht dem Tesla die vielen Punkte im Bereich Fahrerunterstützung, weil er einerseits dem Fahrerwunsch bei einer Lenkkorrektur nicht genügend nachkommt. Andererseits, weil Tesla unverantwortlich mit dem Begriff Autopilot umgeht – ein noch viel schwerwiegenderer Grund. Mit den lediglich angerechneten 36 Punkten aus dem Testbereich Fahrereinbindung fällt der Tesla in der Endabrechnung auf den sechsten Platz zurück.

Sieger wird daher der Mercedes GLE, der das im Moment ausgereifteste System bietet und dem Ideal der kooperativen Assistenz am nächsten kommt. Fast gleichauf mit nur zwei Punkten Rückstand folgt der BMW 3er, der ebenfalls sehr ordentlich entwickelt worden ist. Auf dem dritten Platz rangiert der Audi Q8. Weniger hätte man von dem teuren Oberklasse-SUV auch nicht erwartet.

Eine positive Überraschung ist der Ford Kuga, der bei der Notfallassistenz richtig gut punktet und sich in kaum einem Testkriterium einen größeren Lapsus leistet. Was beweist, dass es möglich ist, solide Technik auch im mittleren Preissegment anzubieten.

Enttäuschend ist das Ergebnis des Volvo V60. Gerade weil sich die Schweden das Thema Sicherheit traditionell auf die Fahnen schreiben. Und weil das Auto mitnichten ein Billigheimer ist, wo am letzten technischen Feinschliff gespart werden müsste. Beim Notfall-Backup sieht es für den Volvo gar nicht rosig aus.

Auch vom VW Passat hätte man sich etwas mehr erwartet. Der Passat schwächelt insbesondere beim Bremsen auf ein stehendes Hindernis. Er kann ein Hindernis offenbar nicht zweifelsfrei als solches erkennen und überlässt lieber dem Fahrer die Aufgabe des Verzögerns. Was unter Umständen aber deutlich fatalere Folgen hat, als vielleicht einmal unbegründet zu bremsen.

Dass Nissan Juke, Renault Clio und Peugeot 2008 Nachholbedarf bei Assistenzsystemen haben, ist kein Wunder. Schließlich ist das Geld knapp, wenn ein Fahrzeug im unteren Preissegment angeboten wird. Trotzdem sollten die Firmen versuchen, ihre Assistenzsysteme auf das nächst höhere Niveau zu hieven.

Das sind die drei Testkategorien

Fahrereinbindung

Bei der Fahrereinbindung wird bewertet, wie gut der Hersteller den Verbrauchern erklärt, wie das System funktioniert, welche Grenzen es hat und wie eine klare Kommunikation
gewährleistet ist, damit Fahrer und System sicher zusammenarbeiten können.

Verbraucherinformation
Ein Systemname sollte nicht irreführend sein und unbedingt das Wort Assistenz enthalten, um das Systemdesign und seinen Zweck zur Unterstützung des Fahrers klar erkennen zu geben. Darüber hinaus sollte der Systemname niemals die Vorsilbe „auto“ enthalten oder sich auf Automatisierung beziehen.

Systemstatus
Jedes System soll dem Fahrer seinen Zustand (d.h. ob aktiviert oder nicht) durch visuelle, akustische oder haptische Signale oder eine Kombination aus diesen deutlich signalisieren.

Fahrerüberwachung
Mit zunehmender Assistenz wird es für das System immer kritischer, dass der Fahrer aufmerksam bleibt. Die besten Systeme verfügen über Fahrerüberwachungssensoren, die den Fahrer „sehen" können, um den Grad der Aufmerksamkeit zu bestimmen. Noch kann das keines der getesteten Modelle. Die Fahrerüberwachung findet lediglich über die Erkennung der Hände am Lenkrad statt.

Übersteuerung des Lenkassistenten
Fahrerassistenzsysteme sollen Lenkunterstützung bieten und mit den Absichten des Fahrers arbeiten, während der Fahrer die volle Kontrolle behält. Der Lenkvorgang am Lenkrad zur Übersteuerung des Systems soll sich nicht wie ein Kampf gegen das Fahrzeug anfühlen. Wenn der Fahrer aus irgendeinem Grund von der Mitte der Fahrspur weg lenkt, sollte das System sich ohne große Kraft übersteuern lassen, um das Gefühl der Zusammenarbeit zu gewährleisten. Und obwohl es übersteuert wird, sollte das System eingeschaltet bleiben. Manche Systeme steigen dann einfach aus.

Fahrerunterstützung

In diesem Teil der Bewertung wird untersucht, wie gut das System das Fahrzeug steuert: Ob es ordnungsgemäß auf die Vielzahl von Geschwindigkeitsbegrenzungen reagiert oder die notwendige Lenkunterstützung in Autobahnkurven bietet.

Geschwindigkeitsassistenz
Auf Autobahnen in Europa existieren je nach Witterungsbedingungen, Verkehrsdichte oder Tageszeit unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen. Viele Systeme unterstützen den Fahrer dabei, die Geschwindigkeit des abstandsgeregelten Tempomaten (ACC) auf die richtige Tempobegrenzung einzustellen. Die besten Systeme unterstützen den Fahrer auch bei der Senkung der Geschwindigkeit in Fällen, in denen die offizielle Höchstgeschwindigkeit die sichere und angemessene Geschwindigkeit für eine Straße überschreitet, zum Beispiel in engen Kurven.

Leistung der adaptiven Geschwindigkeitsregelung
Adaptive Cruise Control (ACC) ist ein Komfortsystem zur Einhaltung eines Sicherheitsabstands zum vorausfahrenden Fahrzeug. Gut entwickelte Systeme können auch mit kritischen Situationen wie einem ein- oder ausscherenden Pkw oder einem stehenden Fahrzeug fertig werden. Systeme, die Stop-and-Go-Funktionalität bieten, müssen sicherstellen, dass bei automatischer Wiederaufnahme der Fahrt die Straße frei ist. Außerdem sollten sie kontrollieren, ob der Fahrer aufmerksam ist, um die Fahraufgabe gegebenenfalls übernehmen zu können.

Lenkunterstützung
Gute Systeme lösen zumindest eine Lenkbewegung aus, um den Fahrer bei der korrekten Kurvenfahrt zu unterstützen und/oder bei engen Kurven die Geschwindigkeit zu senken. Einige Systeme bieten eine vom Fahrer eingeleitete Spurwechselfunktion. Mit nach hinten und seitlich gerichteten Sensoren stellt das System sicher, dass die angrenzende Fahrspur frei ist.

Notfallassistenz

Highway Assist Systeme sind Komfortfunktionen, die den Fahrer unterstützen. Wenn die Komfortunterstützung nicht ausreicht, um eine drohende Kollision zu vermeiden, sollte ein Sicherheitssystem übernehmen und mit allen möglichen Mitteln eingreifen. Im Safety Backup wird beurteilt, wie ausfallsicher das System ist und wie es in Notfallsituationen reagiert.

Systemstörung
Bei extremen Wetterbedingungen wie starkem Schnee, Regen oder einem defekten Sensor muss der Fahrer unbedingt informiert und die Systeme ausgeschaltet werden.

Eingriff bei nicht reagierendem Fahrer
Wenn der Fahrer längere Zeit inaktiv bleibt und die Warnsequenz den Fahrer nicht wieder aufmerksam macht, muss das System davon ausgehen, dass der Fahrer physisch nicht in der Lage ist, zu fahren. Dann sollte das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand gebracht werden und dabei die Spurführung beibehalten. Ein automatischer Fahrstreifenwechsel wäre in diesem Fall wünschenswert, ist aber gesetzlich (noch) untersagt.

Kollisionsvermeidung
Wenn das System einen Unfall nicht vermeiden kann oder nur abmildern würde, sollte das Fahrzeug stärker eingreifen, indem ein Notbremsassistent (AEB) aktiviert wird.

Gesamtbewertung

Zur Fahrereinbindung werden 100 Punkte vergeben:

  • Verbraucherinformation: max. 25 Punkte

  • Systemstatus: max. 25 Punkte

  • Fahrerüberwachung: max. 25 Punkte

  • Übersteuerung des Lenksystems: max. 25 Punkte

Zur Fahrerunterstützung werden ebenfalls 100 Punkte vergeben:

  • Geschwindigkeitsassistenz: max. 25 Punkte

  • Leistung der adaptiven Geschwindigkeitsregelung: max. 40 Punkte

  • Lenkunterstützung: max. 35 Punkte

Wichtig: In den Bewertungsbereichen Fahrereinbindung und Fahrerunterstützung trägt nur die jeweils schlechtere Punktzahl zur Gesamtpunktzahl bei, die bessere Punktzahl wird gestrichen. Begründung: Die Fahrerunterstützung kann nur maximal so gut sein wie die Fahrereinbindung, denn sonst besteht die Gefahr, dass der Fahrer unaufmerksam wird und neue Risiken entstehen.

Im dritten Bereich, der Notfallassistenz (Safety Backup), sind wiederum 100 Punkte zu erzielen:

  • Systemstörung: max. 25 Punkte

  • Eingriff bei nicht reagierendem Fahrer: max. 25 Punkte

  • Kollisionsvermeidung: max. 50 Punkte

Gesamtbewertung: max. 200 Punkte.

Und das sind die Testkriterien – mit praktischen Beispielen

Verbraucherinformation: Begriff "Autopilot" ist irreführend und unverantwortlich

Beim ersten Testkriterium – der Verbraucherinformation – patzt vor allem das Tesla Model 3. So werden die Assistenzsysteme sowohl in der Bedienungsanleitung des Model 3 als auch in den Verkaufsprospekten sowie im Marketing mit dem Begriff "Autopilot" bezeichnet. Der Begriff suggeriert jedoch Fähigkeiten, die das System nicht in ausreichendem Maße besitzt. Es verleitet den Fahrer, sich auf die Fähigkeiten des Systems zu verlassen – was derzeit vom Gesetzgeber ohnehin nicht erlaubt ist. Aufgrund seiner guten Quick-Start-Bedienungshilfe erhält das Tesla Model 3 aber immerhin noch 10 Punkte.

Systemstatus: Nur die teuren Autos überzeugen

Im Audi Q8 oder im BMW 3er sieht der Fahrer gut, ob der Autobahnassistent aktiv oder passiv ist. Auch wird ihm ein Statuswechsel des Systems deutlich angezeigt – so soll es sein. Beim Nissan Juke oder dem Renault Clio ist das nicht der Fall – das gibt Punktabzug.

Fahrerkontrolle: Weitgehend Fehlanzeige

Idealerweise sollen Autos mit solch weitreichenden Fahrhilfen auch die Aufmerksamkeit des Fahrers einschätzen können, zumindest sobald Quer- und Längsführung zusammen eingeschaltet sind. Das erfordert eine Hands-off-Erkennung am Lenkrad, besser noch eine Innenraumkamera, die registriert, ob der Fahrer die Augen offen und auf den Verkehr gerichtet hat. Wobei der ADAC fordert, dass diese Daten ausschließlich im Fahrzeug verarbeitet werden dürfen. Insbesondere sollten keine persönlichen (z. B. biometrische) Merkmale des Fahrers aufgezeichnet werden dürfen. Bei der Art der Fahrerkontrolle lassen sämtliche Fahrzeuge im Test zu wünschen übrig. Keines kommt über 10 Punkte hinaus.

Übersteuerung des Lenkassistenten: Perfekter Mercedes GLE

Sollte der Fahrer eine Lenkbewegung ausführen, um einem Gegenstand oder Schlagloch auf der Fahrbahn auszuweichen, sollte der Lenkassistent dies ohne Gegenwehr erlauben. Im Tesla Model 3 etwa ist das nicht der Fall. Offenbar vertraut Tesla dem System mehr als seinem Fahrer. Die notwendige kooperative Assistenz ist nicht gegeben. Stattdessen behindert das Tesla-System den Eingriffsversuch seines Fahrers – das darf nicht sein. Der Mercedes GLE dagegen, Gesamtsieger in diesem Test, kooperiert ziemlich perfekt.

Temporegelung: Sehr kommod im Audi Q8

Bei diesem Testkriterium macht zum Beispiel der Audi Q8 eine sehr gute Figur und schafft 24,9 von maximal 25 Punkten. So reduziert das Auto die Geschwindigkeit vor einer Autobahnausfahrt, einer Kreuzung oder einem Kreisverkehr absolut kommod. Auch ein VW Passat kann das alles ganz gut, der Volvo V60 nur in Bezug auf die Autobahnausfahrt. Im Ford Kuga oder Renault Clio ist diese Art von fortgeschrittener Assistenz nicht erhältlich.

Abstandsregelung: Hier ist der Tesla in seinem Element

Wie gut die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) funktioniert, wird für sechs leicht variierte Verkehrssituationen abgeprüft: Mit einem langsamer voraus fahrendem Fahrzeug, einem bremsendem Fahrzeug, einem ein- oder auscherendem Fahrzeug sowie mit einem auf gerader Strecke und in einer Kurve stehendem Fahrzeug. Hier beweist das Tesla Model 3 einen sehr hohen technischen Reifegrad und erhält die vollen 40 Punkte. Der BMW 3er, immerhin Zweiter der Gesamtwertung, schafft nur 30,9 Punkte.

Eingriff bei nicht reagierendem Fahrer: Drei Autos miserabel

Wenn Fahrer die Hände länger als vorgeschrieben vom Lenkrad nehmen, reagieren sieben der zehn Autos angemessen. Übernimmt der Fahrer das Lenkrad nicht wieder, bleiben sie aus Sicherheitsgründen auf der eigenen Spur stehen. Völlig unzureichend ist die Warnkaskade beim Peugeot 2008, beim Renault Clio und beim Volvo V60.

Lenkunterstützung: Model 3 überragend gut

In einem weiteren Szenario wird geprüft, wie gut die Assistenten es schaffen, durch eine S-förmige Kurve zu lenken. Und zwar bei Geschwindigkeiten von 80, 100 und sogar 120 km/h. Außerdem wird der Spurwechselassistent bewertet. Bei der Kurvenfahrt schneiden Volvo V60 und VW Passat überzeugend ab, es fehlt ihnen jedoch ein Spurwechselassistent. Absolut überragend: das Tesla Model 3.

Systemstörung: VW Passat ohne Fehlermeldung

Hinsichtlich möglicher Systemstörungen haben offenbar alle Hersteller große Vorsorge getragen. Bei acht der zehn Testautos gibt es nichts zu bemängeln, alle sind im grünen Bereich. Nicht mithalten kann hier der VW Passat, der lediglich 16,3 von 25 Punkten erhält. Wenn zum Beispiel die Kamera ausfällt, meldet das der Passat seinem Fahrer nicht klar und deutlich. Noch schlechter schneidet der Peugeot 2008 ab: 11,3 Punkte sind viel zu wenig.

Kollisionsvermeidung: Tesla erneut ganz vorn

Bei der Kollisionsvermeidung zeigt Tesla erneut seine enorme Stärken. Das Model 3 erreicht 50 von 50 Punkten. Mit 45 Punkten und 44,5 Punkten schneiden der BMW 3er und der Mercedes GLE auch sehr gut ab. Als kleinstes und billigstes Auto in diesem Testfeld wird der Renault Clio nicht sehr überraschend Letzter. Der VW Passat enttäuscht bei der Kollisionsvermeidung mit dem vorletzten Platz.

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier: www.euroncap.com/de*

Fachliche Beratung: Andreas Rigling, ADAC Technik Zentrum Landsberg

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.